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3  Strukturierte Expertenbefragung als Entscheidungs­grundlage

3.1 Fragestellung

Müssen Entscheidungen auf einem Gebiet getroffen werden, auf dem keine oder nicht ausreichende Studienergebnisse vorliegen, ist es meist nicht möglich, zu warten bis entsprechende Studien durchgeführt und publiziert werden. In dieser Situation kann die Erhebung des Verhaltens der auf diesem Gebiet tätigen Experten eine Orientierung geben. Eine solche strukturierte Expertenbefragung wurde hier für den Bereich der Vorbereitung von Kandidaten für eine Nierentransplantation durchgeführt. Zum Zeitpunkt der Untersuchung existierten keine nationalen oder europäischen Leitlinien und nur wenige qualitativ akzeptable Studien zur Wertigkeit verschiedener diagnostischer Verfahren und Beurteilungskriterien. Als Basis für die Überarbeitung des diagnostischen Programms und der Beurteilungskriterien für die Aufnahme auf die Warteliste der Charité wurden Informationen über die diagnostischen Programme und Kriterien der europäischen Transplantationszentren erhoben.

3.2 Methodik

Ein 16-seitiger Fragebogen zu den in Frage kommenden diagnostischen Vorgehensweisen und Beurteilungskriterien wurde unter Hinzuziehung externer Experten entworfen und an alle europäischen Transplantationszentren verschickt. Lokale Exponenten der Transplantations­medizin in den einzelnen Regionen und die Novartis AG unterstützten das Projekt, um eine ausreichend hohe Rücklauf­quote zu erreichen.

Die erhobenen Ergebnisse wurden in Bereiche mit hoher Übereinstimmung zwischen den befragten Zentren (consensus) und Bereiche mit heterogener Handhabung (practice variations) unterteilt. Charakteristika der jeweiligen Zentren (Patientenzahlen, Wartezeiten, Nationalität) wurden dabei als mögliche Einflussfaktoren auf die Zentrumspolitik berücksichtigt.


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01.09.2004