7 AUSBLICK

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Die vorliegende Arbeit zeigt am Beispiel verschiedener Darreichungsformen von Glukokortikoiden, daß pharmakoepidemiologische Forschung wichtige Beiträge zur Untersuchung und Charakterisierung insbesondere seltener UAW leisten kann. Diese Untersuchungen basieren auf den Erkenntnissen klinisch-pharmakologischer Forschung und berücksichtigen Ergebnisse zu pharmakokinetischen und pharmakodynamischen Parametern von Arzneimitteln im Studiendesign. Dies ermöglicht eine Quantifizierung des Risikos für die Anwendung eines Arzneimittel oder einer Arzneimittelgruppe in der breiten Bevölkerung und stellt den bisherigen Ansatz in der Pharmakoepidemiologie dar.

Wie in der vorliegenden Arbeit am Beispiel der Glukokortikoid-induzierten okulären Hypertension gezeigt wurde, steht nur ein Teil der Arzneimittel-exponierten Patienten unter Risiko, eine spezifische UAW zu entwickeln. Die rasche Entwicklung und weite Verbreitung molekulargenetischer Methoden läßt es in Zukunft möglich erscheinen, neben den klassischen Aspekten klinisch-pharmakologischer Forschung auch neuere molekulargenetische Fragestellungen mit in den Studienansatz einzubeziehen. Ziel der Entwicklung einer solchen ‚molekularen Pharmakoepidemiologie‘ ist es, neben der Quantifizierung des Arzneimittelrisikos auch individuelle Suszeptibilitätsfaktoren für UAW zu ermitteln. Mit dem Ansatz pharmakoepidemiologischer Fall-Kontroll-Studien werden zum Beispiel im Phänotyp markant auffallende Individuen systematisch entdeckt und nach den Kriterien der Epidemiologie mit Individuen gepaart werden, die diesen markanten Phänotyp nicht aufweisen. Diese phänotypisierten Kollektive können der pharmakogenetischen und pharmakogenomischen Untersuchung zugeführt werden und mit der molekulargenetischen Analyse dieser ‚Gegensatzpaare‘ bedeutende Erkenntnisse zur Krankheitsentstehung und Krankheitsmechanismen gewonnen werden.


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25.10.2005