Der Dottersack ist der initiale Ort der Formation primitiver Gefäße, der Bildungsort der Angioblasten und Endothelzellen aus dem extraembryonalen Mesoderm (Tallquist et.al. 1999).
Die erste Zelldifferenzierung ist auf den 21. Tag post Konzeptionem zu datieren (Abb. 3). Hier entwickeln sich Makrophagen aus mesenchymalen Vorläuferzellen. Das frühe Erscheinen der Makrophagen und die Beobachtung, daß diese Zellen angiogene Faktoren exprimieren, läßt an eine parakrine Rolle in der Initiation der Vaskulogenese denken (Ahmed [Seite 13↓]et.al. 1995, Magness 1998, Krishnamurthy et.al. 1999, Reynolds und Redmer 1995). Immunhistochemische und ultrastrukturelle Untersuchungen konnten zeigen, daß sich etwa zur gleichen Zeit aus hämangioblastischen Vorläuferzellen aus dem Mesenchym differenzieren, die späteren Kapillarendothelien darstellen (Ahmed et.al. 2000, Benirschke und Kaufmann 1995).
Als weitere Zellpopulation entwickeln sich Perizyten, ebenfalls aus mesenchymalen Vorläuferzellen (Benirschke und Kaufmann 1995). Von Beginn der 6. Schwangerschaftswoche an beginnt sich eine kapilläre Basalmembran zu bilden (Demir et.al. 1989, Kohen und Kingdom 2000). Die Zahl der Blutgefäße nimmt mit weiterem Verlauf der Schwangerschaft zu (Nikolov und Schiebler 1973 und 1981, Castelluci und Kaufmann 1982, Castelluci et.al. 1990).
| Abbildung 3: | ||
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| Schema des zeitlichen Ablaufes der Vaskulogenese (Abbildung modifiziert nach Demir et.al. 1989). |
Ab der 26. Schwangerschaftswoche (SSW) bilden sich an der Oberfläche der Zotten sogenannte synzytiokapilläre Membranen. Hierbei handelt es sich um Zottengefäße, die die Oberfläche der Zotten vorwölben, durch eine schmale synzytiale Membran von intervillösen Raum abgegrenzt werden und die primäre Funktion der Oxygenierung des fetalen Blutes [Seite 14↓]haben (Ahmed und Kilby 1997, Blaschitz et.al. 1997) (Abb. 4). Unterstützt wird die Bildung dieses Kapillartyps einerseits durch eine Verschmälerung des Trophoblastzellsaums, andererseits durch ein verstärktes Längenwachstum der Zotten (Kaufmann et.al. 1985).
| Abbildung 4: | ||
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| Schema einer Endzotte (Abbildung modifiziert nach Kingdom und Kaufmann 1997) |
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