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Allgemeines Vorwort

Schon in den frühen Jahren der Kernspintomographie des Herzens wurde sie vor allem in der Diagnostik von angeborenen Herzfehlern eingesetzt, um die oft komplexe Anatomie abzubilden. Aufgrund der frei wählbaren Schnittebenen, des grossen Bildfeldes und der fehlenden Strahlenexposition hat sie sich gegenüber anderen Schnittbildverfahren wie der Computertomographie (CT) oder der Elektronenstrahl-CT (ECT) durchgesetzt. Inbesondere in der postoperativen Verlaufskontrolle bietet sie auch gegenüber der konstengünstigeren und weit verbreiteten Echokardiographie, vor allem bei älteren Patienten mit eingeschränktem Schallfenster, deutliche Vorteile. Insbesondere die Beurteilung des rechten Ventrikels, des rechtsventrikulären Ausflusstraktes sowie des Pulmonalarterien-hauptstamms mit den Pulmonalarterienästen bereitet echokardiographisch häufig Schwierigkeiten. Dies ist in der Erwachsenenkardiologie weniger problematisch, da hier die meisten Erkrankungen den linken Ventrikel betreffen. Viele angeborenen Herzfehler beeinträchtigen jedoch vornehmlich die rechtsventrikuläre Funktion bzw. die Gefässe des Niederdrucksystems. Seit MR-tomographisch auch funktionelle Parameter wie Flussgeschwindigkeiten, Flussvolumina, Ventrikelfunktion und Muskelmasse sowie 3-dimensionelle Gefässdarstellungen mittels der MR-Angiographie (MRA) in vertretbarer Zeit bestimmt werden können tritt die MRT auch in Konkurrenz zur transthorakalen und transösophagealen Dopplerechokardiographie sowie zur invasiven Herzkatheteruntersuchung. Bezüglich der Ventrikulometrie wird sie mittlerweile sogar von den meisten Autoren [1] als Goldstandard bewertet. Mit Zunahme der Gradientenstärken, Verbesserung der EKG-Triggerung und der Einführung neuer Techniken zur Reduzierung von Atemartefakten (z.B. Navigatortechnik), und damit einer Verkürzung der Untersuchungszeiten sowie einer Verbesserung der Bildqualität wird der Einsatz der MRT für diese speziellen Krankheitsbilder mit lebenslang notwendigen Verlaufskontrollen sicher weiterhin steigen. In der hier vorgestellten Arbeit soll zunächst neben einigen allgemeinen Grundlagen zur kardialen MRT anhand von experimentellen Daten bzw. der Anwendung der MR-Sequenzen im Vergleich zu anderen bildgebenden Verfahren die verwendeten Sequenzen zur MR-Flussmessung und Ventrikelfunktionsanalyse [Seite 13↓]evaluiert werden. Im Anschluss erfolgt die Anwendung der Techniken anhand verschiedener Patientenkollektive mit angeborenen Herzfehlern.


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22.09.2004