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Zusammenfassung

Faktoren, die die funktionelle Erholung von „Hibernating Myocardium“ beeinflussen, werden gegenwärtig untersucht. Von März 2000 bis März 2003 wurden 41 Patienten mit KHK und einer Ejektionsfraktion ≤ 30 %, die eine chirurgische Koronarrevaskularisation erhielten, untersucht. Präoperativ wurde eine transösophageale Echokardiographie, eine Myokardszintigraphie und eine Magnetresonanztomographie mit und ohne Dobutamin-Stressbelastung durchgeführt. Mit diesen Untersuchungen wurde „Hibernating Myocardium“ („Area of Interest“) identifiziert und intraoperativ in diesen Arealen eine linksventrikuläre Myokardbiopsie vor Anlage der Bypässe entnommen. Die Operationsletalität betrug 2,4%. 37 Patienten konnten nach 6 Monaten nachuntersucht werden. Es wurden die gleichen Untersuchungen zur Myokardfunktionsdiagnostik durchgeführt, die auch präoperativ vorgenommen worden waren. 23 Patienten zeigten in der Echokardiographie eine Steigerung der linkventrikulären Ejektionsfraktion von ≥ 5% (Gruppe I). Bei 14 Patienten war eine solche Steigerung nicht zu beobachten (Gruppe II). Im Gegensatz zu den Messungen in der Gruppe II wurde während der präoperativen Stress-Echokardiographie in der Gruppe I eine signifikante Wanddickenzunahme in der „Area of Interest“ gemessen. Ausserdem war die Ausdehnung des „Hyperenhancement“ in der präoperativen Magnetresonanztomographie in Gruppe I signifikant geringer als in der Gruppe II. Patienten deren „Area of Interest“ im Versorgungsgebiet des Ramus interventricularis anterior lag, zeigten häufiger eine globale Verbesserung der linkventrikulären Funktion 6 Monate postoperativ, als Patienten deren „Area of Interest“ in der Seiten- oder Hinterwand lagen. Die Biopsien zeigten wesentlich stärkere Hypertrophien der Myokardzellen in Gruppe I als in Gruppe II. Pro-[Seite 200↓]apoptotische Gene wie BAK oder BAX waren in beiden Gruppen gegenüber normalem Myokard geringer expremiert. In der Gruppe II war das anti-apoptotische Gen BCL-XL signifikant höher expremiert als in Gruppe I.

Die Untersuchungen zeigen, dass mit Hilfe der Echokardiographie und der Magnetresonanztomographie sich die funktionelle Erholung von „Hibernating Myocardium“ nach Koronarrevaskularisation vorhersagen lässt. Eine genetische „Triggerung“ dieser Erholung scheint nach diesen Untersuchungen vorhanden zu sein.


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30.09.2004