4. 
Zielstellung der
Arbeit

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Ziel der Arbeit ist die Analyse der sonographischen Lungenbiometrie in der pränatalen Vorhersage einer Lungenhypoplasie bei Hochrisikoschwangerschaften.

Die Lungenhypoplasie stellt nach wie vor ein großes Problem in der Betreuung von Kindern mit angeborenen Fehlbildungen bzw. einem vorzeitigen Blasensprung dar. In der Literatur existieren dazu überwiegend sehr positive Arbeiten über den Nutzen der sonographischen Vermessung der Lungengröße mit Ultraschall (Johnson und Mitarb. 1987; Nimrod und Mitarb. 1988; Songster und Mitarb. 1989; Vintzileos und Mitarb. 1989; Ohlsson und Mitarb. 1992; Merz und Mitarb. 1999). Diese sehr positiven Einschätzungen der Wertigkeit stehen jedoch in einem krassen Widerspruch zu der klinischen Praxis in Perinatalzentren, wo die sonographische Lungenbiometrie bei Hochrisikoschwangerschaften nicht eingesetzt wird.

In einer prospektiven Studie wurde die Wertigkeit der sonographischen Lungenbiometrie in der Pränataldiagnostik unter Berücksichtigung folgender Fragestellungen untersucht:

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Ziel der pränatalen Diagnostik ist nicht nur die Erkennung fehlgebildeter Feten mit der möglichen Konsequenz einer vorzeitigen Beendigung der Schwangerschaft, sondern vielmehr die Einschätzung der Prognose von Feten mit Fehlbildungen und der daraus sich ergebenden Optimierung des geburtshilflichen und neonatalen Managements.

Als Fehlbildung, die bei pränataler Diagnose in der Regel immer mit einer Lungenhypoplasie einhergeht, ist die kongenitale Zwerchfellhernie zu nennen. In der Vergangenheit standen zur Beurteilung der Prognose bei dieser Fehlbildung nur die Analyse der Begleitfaktoren (Seite der Hernie, Leberlokalisation, Fruchtwassermenge) zur Verfügung. Aufgrund der Besonderheiten dieser Fehlbildung eignen sich die sonographischen Lungenbiometrieparameter nur sehr eingeschränkt zur Beurteilung der Lungengröße. Deshalb wurde in der Literatur ein neuer Parameter, die sogenannte Lung-to-Head-Ratio (LHR) eingeführt, der das Verhältnis von Restlungenfläche zum Kopfumfang beschreibt. Damit ist relativ einfach eine Beurteilung der Lungengröße bei Feten mit isolierter Zwerchfellhernie möglich. Da der Parameter nur bei Feten mit Zwerchfellhernie angewendet werden kann, existieren keine Normwerte. Die bisher vorliegenden Veröffentlichungen über die Anwendung der LHR in der Prognoseeinschätzung bei Feten mit Zwerchfellhernie kommen alle aus einer Arbeitsgruppe (Metkus und Mitarb. 1996; Lipshutz und Mitarb. 1997; Sbragia und Mitarb. 2000; Flake und Mitarb. 2000).

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In der vorliegenden Arbeit wurde prospektiv die Wertigkeit der Bestimmung der Lungengröße mit Hilfe der LHR bei Feten mit Zwerchfellhernie hinsichtlich der Prognoseeinschätzung untersucht.

Es wurden folgende Fragestellungen analysiert:

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Die vorliegende Arbeit stellt eine Analyse der sonographischen Lungenbiometrie bei normalen und Hochrisikoschwangerschaften dar. Die Einbeziehung der Lung-to-Head-Ratio bei Feten mit isolierter Zwerchfellhernie stellt eine Erweiterung der pränatalen Diagnostik der Lungenhypoplasie unter Berücksichtigung der Prognose dar. Es wurde unter Berücksichtigung des Outcomes der Kinder auch der Zusammenhang zwischen der pränatal bestimmten Lungengröße bei isolierter Zwerchfellhernie (LHR) und postnatalen Beatmungsparametern bzw. dem Risiko der Entwicklung einer pulmonalen Hypertonie untersucht.


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20.11.2006