Hermes, Barbara: Pathogenetische Untersuchungen zur Ausbildung unterschiedlicher Phänotypen und zur Vermehrung humaner Mastzellen bei Wundheilung und Urtikaria

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Kapitel 3. Fragestellungen

Diese Darstellung der vielfältigen Funktionen von Mastzellmediatoren bei der Wundheilung und Fibrosierung zeigt, daß Mastzellen potentiell alle Phasen dieser Prozesse regulieren und beeinflussen können. Die meisten bisherigen Ergebnisse stammen allerdings aus In vitro-Untersuchungen oder Studien an Tiermodellen und müssen durch komplexere Organkulturmodelle und In vivo-Daten ergänzt werden. Wir haben daher humanes Narbengewebe im Vergleich mit gesunder Haut untersucht, um folgende Fragenkomplexe zu beantworten:

Ändern sich Mastzellzahl sowie das Verhältnis von MCT zu MCTC in humanem Narbengewebe im Vergleich zu gesunder Haut? Unterscheiden sich die Mastzellzahlen in Narben je nach Färbemethode? Falls ja, welche Rückschlüsse ergeben sich daraus?

Im Rahmen von fibrosierenden Prozessen und bei der Wundheilung wird eine Mastzelldegranulation beschrieben. Zeigt infolgedessen Narbengewebe einen unterschiedlichen Gehalt an den Mastzellproteasen Tryptase und Chymase im Vergleich zu normaler Haut? Könnten die aus Mastzellen freigesetzten Proteasen bei Bindegewebsumbau und -wiederherstellung beteiligt sein? Spezifischer - zeigen Tryptase und Chymase eine mitogene Wirkung auf Keratinozyten und Fibroblasten?

Welche Änderungen ergeben sich bezüglich der Expression weiterer wundheilungsfördernder sowie chemotaktischer und Mastzellwachstums-Faktoren und derer Rezeptoren (SCF und SCF-Rezeptor, NGF und NGF-Rezeptoren, GM-CSF und GM-CSF-Rezeptor sowie TGF-beta und TGF-beta-Rezeptor) in humanem Narbengewebe im Vergleich zu normaler Haut? Wie lassen sich mögliche Änderungen im Rahmen von Wundheilung und Fibrosierung interpretieren? Welche Interaktionen ergeben sich?

Obwohl Mastzellen bei der Urtikaria und bei der Mastozytose in noch größerer Zahl vorliegen können als bei der Wundheilung oder in Narbengewebe und zum Teil gleichfalls degranuliert sind, finden sich vergleichbare Effekte auf Blutgefäße, Bindegewebe oder Keratinozyten nicht. Offenbar spielt das unterschiedliche Mikromilieu bei der Art der Stimulation eine entscheidende Rolle.


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Mit der Frage nach Unterschieden im Expressionsmuster bei den beiden Krankheiten als Beispiel für unterschiedliche, mit Mastzellvermehrung assoziierte pathologische Veränderungen haben wir folgende im Narbengewebe untersuchte Zytokine und Rezeptoren auch in läsionaler und nicht-läsionaler Haut von Urtikariapatienten untersucht: SCF und SCF-Rezeptor, NGF und NGF-Rezeptoren, GM-CSF und GM-CSF-Rezeptor.

Zusätzlich haben wir die kutane Expression von drei Zytokinen (IL-3, IL-8, TNF-alpha), die von stimulierten Mastzellen in größerer Menge freigesetzt werden, in läsionaler und nicht-läsionaler Haut von Urtikariapatienten untersucht, da sie aufgrund ihrer ausgeprägten proentzündlichen und chemotaktischen Eigenschaften eine Rolle bei der Pathogenese der Urtikaria spielen könnten.


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Mon Sep 2 13:07:45 2002