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Die in der vorliegenden Habilitationsschrift zusammengefaßten Publikationen stel-len Untersuchungen zu zwei Themenschwerpunkten dar:
An den Salzsäure sezernierenden Parietalzellen des Magens sollten die strukturell und molekular sehr unterschiedlich gestaltete apikale und basolaterale Membrandomäne der Parietalzellen funktionell charakterisiert und Mechanismen der Membranumbauvorgänge aufgeklärt werden, die nach Aktivierung der Zellen im apikalen Membrankompartiment ablaufen.
Die Sekretion von HCl in das Drüsenlumen ist an eine basolaterale Cl--Aufnahme funktionell gekoppelt, welche durch den Anionenaustauscher 2 (AE2) sichergestellt wird (Publikation 1).
Für die strukturelle Stabilität der basolateralen Domäne spielt wahrscheinlich die Verankerung von AE2 über das Verknüpfungsprotein Ankyrin mit dem Membranzytoskelett eine wichtige Rolle. Ankyrin ist in Parietalzellen mit AE2 kolokalisiert und bindet an dessen zytoplasmatische Domäne (Publikation 2).
Die apikale Membrandomäne der Parietalzellen kann in drei Kompartimente unterteilt werden:
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Entlang der freien apikalen und der canaliculären Plasmamembran kommen wie auf der basolateralen Seite die Zytoskelett-Proteine Actin und Spectrin vor, allerdings sind apikal andere Isoformen vorhanden als basolateral (Publikation 3). Nach unseren Untersuchungen könnte es während der Sekretionsphase zu einer temporären Verbindung von H+,K+-ATPase Molekülen mit dem Membranzytoskelett kommen. Wahrscheinlich werden die nach der Membranfusion im canaliculären Kompartiment vorhandenen H+,K+-ATPasen durch das Verknüpfungsprotein Ezrin mit β-Aktinfilamenten verbunden (Publikation 3).
In Parietalzellen kommt Ezrin nicht nur apikal, sondern auch an der basolateralen Plasmamembran vor wo es möglicherweise in einer nicht-Aktin-bindenden Ruheform über das MAGUK-Protein SAP 97 mit der Plasmamembran verbunden ist (Publikation 3).
Der Mechanismus des Fusionsvorgangs der tubulären Vesikel mit der canaliculären Membran war bisher nicht bekannt. In Parietalzellen konnten die neuronalen SNARE-Proteine Synaptobrevin 2, Syntaxin 1 und SNAP25 sowie das zur Familie der kleinen G-Proteine gehörende Protein Rab3A und die Regulatorproteine NSF und α, β-SNAP nachgewiesen werden. Das Vorhandensein dieser Proteine in Parietalzellen legt einen Fusionsmechanismus nahe, der in Neuronen der Fusion synaptischer Vesikel mit der präsynaptischen Membran zugrunde liegt (Publikationen 4 und 5). Im Unterschied zu Neuronen kommen diese Proteine jedoch in Parietalzellen alle in einer jeweils identischen subzellulären Verteilung vor; in ruhenden Zellen befinden sie sich hauptsächlich im tubulovesikulären Kompartiment und verteilen sich nach Stimulation in das canaliculäre (Publikationen 4 und 5).
Das in Parietalzellen gefundene Verteilungsmuster der SNARE-Proteine entspricht somit nicht der klassischen Vorstellung einer heterotypischen Membranfusion (Q-SNARE-Proteine wie Syntaxin und SNAP25 auf der Zielmembran und R-SNARE-Proteine wie Synaptobrevin auf der Vesikelmembran). Vielmehr entspricht diese Verteilung einer homotypischen Fusion, wie sie für Vakuolen in Hefezellen beschrieben wurde. In Parietalzellen laufen während der Stimulation daher eine Kombination von homotypischen und heterotypischen Fusionen ab. Verschiedene tubuläre Vesikel fu[Seite 47↓]sionieren untereinander nach dem Modell der homotypischen Fusion. Einzelne heterotypische Fusionsereignisse mit der canaliculären Plasmamembran ermöglichen dann den Zugang zum Drüsenlumen.
Die Bedeutung der SNARE-Proteine für die Fusion der tubulären Vesikel mit der canaliculären Membran und damit für die Steigerung der HCl-Sekretion konnte durch Inkubation Streptolysin-O-permeabilisierter Parietalzellen mit Tetanus Neurotoxin (TeNt) gezeigt werden (nicht permeabilisierte Zellen nehmen das Toxin nicht auf). Als Protease spaltet TeNt hochselektiv Synaptobrevin, führt aber zu keiner weiteren Beeinträchtigung der behandelten Zellen. Das Fehlen von Synaptobrevin verhindert die Ausbildung des SNARE-Haftkomplexes, der für die eigentlichen Fusion unerläßlich ist. Die Behandlung der Parietalzellen mit TeNt führte zum vollständ-igen Ausbleiben der, nach Stimulation mit cAMP bei Kontrollzellen beobachteten Erhöhung, der Säuresekretion (Publikation 5).
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| DiML DTD Version 3.0 | Zertifizierter Dokumentenserver der Humboldt-Universität zu Berlin | HTML-Version erstellt am: 11.01.2005 |