[Seite 17↓]

2  Zielsetzung

Die isolierte Extremitätenperfusion mit Tumornekrosefaktor und Melphalan bei Patienten mit lokoregionär metastasiertem Melanom oder lokal fortgeschrittenem Weichgewebssarkom wurde im August 1993 im Rahmen von 2 prospektiven multizentrischen Phase-II-Studien (s.Methoden) an der Robert Rössle-Klinik eingeführt. Grundlage der vorliegenden Arbeit ist die Analyse des eigenen Krankengutes aller 112 im Rahmen dieser Studien behandelten Patienten. Anhand dieser prospektiv erhobenen Daten sollten insbesondere folgende Fragen untersucht werden:

  1. Die erreichbare klinische und histologische Tumorrückbildung.
  2. Eine Analyse von möglichen Einflussfaktoren für das Ausmaß der Tumorremission.
  3. Die lokalrezidivfreie bzw. die progressionsfreie Zeit im Bereich der behandelten Extremität und die Analyse der hierfür entscheidenden Parameter.
  4. Das Gesamtüberleben der Patienten und der mögliche Einfluss der Lokaltherapie auf die Überlebenszeit.
  5. Die Möglichkeiten des extremitätenerhaltenden Vorgehens nach isolierter Extremitätenperfusion bei lokal fortgeschrittenen und primär nicht resektablen Weichgewebssarkomen.
  6. Diskrepanzen zwischen klinischer und bildmorphologischer sowie histologischer Remissionsbeurteilung nach neoadjuvanter Therapie können die Indikation zur Resektion lokal fortgeschrittener Tumoren erschweren. Die Wertigkeit der 31Phosphor-MR-Spektroskopie (MRS) wurde daher untersucht, um eine nicht-invasive prospektive Beurteilung des Ansprechens auf eine isolierte Extremitätenperfusion zu ermöglichen.
  7. Die Behandlungssicherheit der isolierten Extremitätenperfusion mit TNF und Melphalan in Bezug auf die systemischen Nebenwirkungen und die hämodynamische Reaktion, die regionale Toxizität und die chirurgischen Komplikationen. Durch Bestimmungen der postoperativen Procalcitonin-Serumkonzentrationen sollte versucht werden, einen Verlaufsparameter für den [Seite 18↓]Schweregrad der systemischen Reaktion auf die Extremitätenperfusion zu erhalten.

Diese unizentrische Auswertung eines grossen und einheitlich dokumentierten Krankengutes kann als Ausgangspunkt dienen, um den Stellenwert der isolierten Extremitätenperfusion mit TNF und Melphalan im Vergleich mit anderen Perfusionsverfahren und neoadjuvanten Therapieoptionen zu ermitteln.


© Die inhaltliche Zusammenstellung und Aufmachung dieser Publikation sowie die elektronische Verarbeitung sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung. Das gilt insbesondere für die Vervielfältigung, die Bearbeitung und Einspeicherung und Verarbeitung in elektronische Systeme.
DiML DTD Version 4.0Zertifizierter Dokumentenserver
der Humboldt-Universität zu Berlin
HTML-Version erstellt am:
07.06.2005