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7  Ergebnisse

Die zugrunde liegende Infektion konnte bei 8 Patienten erfolgreich behandelt werden. Bei ihnen kam die Infektion zur kompletten Ausheilung (Tabelle 12).

Tabelle 12 : Erreger, Früh- und Spätletalität bei 11 Patienten, die bei einem infektionsbedingten Aortenaneurysma oder einer Protheseninfektion am Deutschen Herzzentrum Berlin operiert wurden

Patient

Erreger

Frühletalität

Spätletalität

infektionsbedingt

1

Staphyloccocus aureus,
Pseudomonas aeroginosa

-

-

-

2

Streptococcus faecalis

-

-

-

3

Staphyloccocus aureus

-

-

-

4

Staphyloccocus aureus

-

+

-

5

Mycobacterium avium
Candida albicans

+

-

+

6

Pneumococci

-

-

-

7

Salmonellae sp.

+

-

+

8

Staphyloccocus aureus

-

+

-

9

Salmonella enteritidis

-

-

-

10

Unbekannt

+

-

+

11

Unbekannt

-

-

-

Bei einem herztransplantierten Patienten, der mit einer Allograft-Patch-Plastik bei einem mykotischen Aneurysma im Bereich der Anastomose der Spender-Empfänger-Aorta behandelt wurde, erfolgte bei rezidivierenden Ausbildungen von Aneurysmen im Anastomosenbereich schließlich ein Aorta ascendens-Ersatz mit einem Aortenallograft. In [Seite 98↓]der histologischen Aufarbeitung der resezierten Aortenwand fanden sich Hyphen und Pseudomyzelien (Abb.36). Im Trachealsekret und in der Blutkultur wurde Candida albicans nachgewiesen. Dieser Patient verstarb im Rahmen einer foudroyanten Candida albicans-Sepsis. Eine 70-jährige Patientin verstarb in Folge einer Salmonella enteritidis-Sepsis am fünften postoperativen Tag nach einem Aortenbogen-Ersatz. Die autoptischen Untersuchungen in beiden Fällen zeigte eine intakte Aortenrekonstruktion ohne Hinweise auf eine Infektion.

Abb. 36 : Histologie eines durch Candida albicans verursachten mykotischen Aneurysmas der Aorta ascendens. Es finden sich reichlich Hyphen und Pseudomyzelien.Hematoxylin-Eosin, x80.

Ein Patient verstarb 19 Tage nach einem Aorta descendens-Ersatz mit einem Allograft bei protheto-ösophagealer Fistel an einer Ruptur der nativen Aorta im Bereich der distalen Anastomose. Bei der autoptischen Untersuchung zeigte sich das Allograft intakt ohne Hinweis auf eine Infektion.

Während der Nachuntersuchung verstarben zwei Patienten nichtinfektionsbedingt, zwei und 31 Monate postoperativ.


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Während des gesamten Nachuntersuchungszeitraumes wurden im Bereich der Allografts keine Infektionsrezidive, Kalzifikationen, Dilatationen oder Stenosierungen nachgewiesen (Abb. 37).

Abbildung 38 zeigt das Röntgen-Thoraxbild des Patienten mit dem bislang längsten Follow-up von 81 Monaten.

Abb. 37 : Kontrollcomputertomographie der Bauchaorta von Patient Nr. 11 zeigt sechs Monate nach Implantation eines Aortenallografts eine normalgroße Aorta ohne Hinweis auf eine rekurrente Aneurysmabildung


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Abb. 38 : Röntgen-Thorax-Bild eines Patienten 81 Monate nach Patchrekonstruktion mit einem kryokonservierten Aortenallograft zeigt keinen Hinweis auf Kalzifikationen.


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07.10.2004