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2  Einleitung

Im Jahre 2001 verstarben in Deutschland 207.619 (25.1%) der Menschen vorzeitig an malignen Tumoren (Todesursachenstatistik 2001,Statistisches Bundesamt). Die Prognose der Betroffenen hat sich in den letzten 30 Jahren bei einigen Tumoren, beispielsweise Hodenkrebs, durch neue Therapiekonzepte erheblich verbessert. Veränderte Lebensgewohnheiten und ein gestiegenes Gesundheitsbewusstsein der Patienten haben auch zu Verschiebungen der Inzidenzen einiger Krebsentitäten geführt. So ist auch in Deutschland bei Männern das Prostatakarzinom inzwischen an erster Stelle der Neuerkrankungen, während das Magenkarzinom bei beiden Geschlechtern seltener geworden ist (Arbeitsgemeinschaft Bevölkerungsbezogener Krebsregister in Deutschland, 2002). Krebs ist seit längerem als Erkrankung erkannt, die sowohl mit Veränderungen des Genoms, des Transkriptoms und des Proteoms einhergeht. Der biotechnologische Fortschritt der letzten 15 Jahre ermöglichte eine wesentlich detailliertere Untersuchung des Prozesses der Kanzerogenese, wobei unser Verständnis den neuerdings generierten Datenmengen nur langsam folgt. So ist der Abschluß der Sequenzierung des humanen Genoms mehr ein Anfang denn ein erfolgreiches Ende der Forschung, da uns gerade einmal die Menge, Art und Beschaffenheit der genetischen Bausteine, nicht jedoch ihre Funktion und ihr Zusammenspiel bekannt sind.

Mitte der neunziger Jahres des letzten Jahrhunderts wurde die Technik entwickelt, multiple Gen-spezifische Sonden, entweder als cDNA oder als Oligonucleotid, auf einer Matrix aufzutragen. Diese Matrizen erlauben, in einem Hybridisierungsschritt, eine Vielzahl von Genen sowohl auf genomischer als auch transkriptorischer Ebene zu erkennen (für eine Übersicht siehe Pilarsky et al., 1999). Die Suche nach differenziell exprimierten Genen, Genen, die im Tumor ein deutlich anderes Expressionsniveau als im korrespondierenden Normalgewebe haben, hatte begonnen (Sager et al., 1997). Diese Gene versprachen ideale Kandidatengene für die weitere Forschung abzugeben, da sie zum Verständnis der Tumorerkrankung beizutragen geeignet schienen. Darüber hinaus kommen sie als potentielle diagnostische Marker oder gar Zielstrukturen für neue Therapieansätze infrage. In den letzten Jahren wurden mittels Microarraytechnologie eine Vielzahl differenziell exprimierter Gene in Karzinomen verschiedener Organe beschrieben: Prostata (Henshall et al., 2003; Welsh et al., 2001; Dhanasekaran et al., 2001; Singh et al., [Seite 5↓]2002; Luo et al., 2001; Ernst et al., 2002; Stamey et al., 2001), Mamma (Sorlie et al., 2001; van 't Veer et al., 2002), Lunge (Miura et al., 2002; Garber et al., 2002), Colon (Alon et al.,1999) und anderen.


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08.06.2005