4 Differenziell exprimierte Gene im Prostatakarzinom – CD166/ALCAM

CD166 (ALCAM/MEMD) ist bereits bei den Vor-Auswertungen der ersten Arrays von 10 Fällen als interessantes Kandidatengen aufgefallen. CD166 war gerade als möglicherweise metastasierungsassoziiertes Gen im malignen Melanom beschrieben worden (van Kempen et al. 2000). Außerdem war ein monoklonaler Antikörper, der allerdings nur an Gefrierschnitten erfolgreich eingesetzt werden konnte, kommerziell erhältlich. Immunhistologisch fanden wir eine herdförmig [Seite 7↓]erhöhte CD166 Expression im Prostatakarzinom im Vergleich zum Normalgewebe. In 19% der Fälle fand sich ein relativer CD166 Expressionsverlust, der signifikant häufiger in niedrig differenzierten Tumoren zu beobachten war. Eine detaillierte Beschreibung dieser Studie findet sich im Anhang 9.2 (Kristiansen et al., 2003). Durch Einsatz eines neuen, paraffingängigen CD166 Antikörpers an Archivmaterial konnten wir diese Daten bestätigen. Zusätzlich zeigte sich jedoch, dass Patienten, deren Prostatakarzinome eine starke zytoplasmatische CD166 Färbequalität aufwiesen, mit kürzeren progressionsfreien Überlebenszeigen vergesellschaftet waren. Diese Beobachtung weist darauf hin, dass neben der Überexpression eines Gens auch das Verteilungsmuster seines Produktes biologisch relevant ist.

Am intensivsten haben wir CD24 untersucht. Auch dies ist ein Gen, welches bereits in den ersten Arrayanalysen aufgefallen war und ebenfalls tumorbiologisch interessant zu sein versprach. Die Arbeitsgruppe um Peter Altevogt in Heidelberg hatte seit Anfang der 90er Jahre funktionelle Aspekte dieses Molekül erforscht und hatte zeigen können, dass CD24 möglicherweise eine durch P-Selektin vermittelte pro-metastatische Funktion zukommt. In der folgenden Übersicht fasse ich den gegenwärtigen Wissensstand zu CD24, seiner Entdeckungsgeschichte, seiner Funktion und seiner Bedeutung in humanen Tumoren zusammen.


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08.06.2005