Lau, Susanne: Die Entwicklung des kindlichen Asthma bronchiale unter der besonderen Berücksichtigung der Innenraumallergen-Exposition

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Kapitel 2. Eigene Arbeiten - Fragestellung

Ziel der Untersuchungen war, das Vorkommen und die Verteilung der Innenraumallergene und ihre Bedeutung für atopische Sensibilisierung und Entstehung von Asthma bronchiale longitudinal zu studieren. Es sollte die Frage beantwortet werden, ob Innenraumallergen einen Kausalfaktor für die zunehmende Prävalenz von Asthma bronchiale und atopischen Erkrankungen darstellen. Studien zur Milbenallergenreduktion sollten der Evaluierung verschiedener Eliminationsstrategien hinsichtlich des therapeutischen Erfolges bei Milbenallergie und Asthma bzw. atopischem Ekzem dienen.

2.1 Quantifizierung von Innenraum-Allergenen

1987-1988 wurde in Zusammenarbeit mit Peter Lind, Kopenhagen, zuerst polyklonale und später monoklonale Antikörper gegen die Majorallergene der Hausstaubmilben Dermatophagoides pteronyssinus und farinae generiert und ein quantitativer Sandwich-ELISA etabliert. Danach wurden innerhalb der Allergie-Ambulanz der Kinderabteilung des Krankenhauses Zehlendorf/Bereich Heckeshorn und der Allergiesprechstunde der Universitätskinderklinik des Kaiserin-Auguste-Viktoria-Hauses Matratzen- und Teppichstaubproben gesammelt und im Rahmen einer Querschnittsstudie die Innenraumallergene quantifiziert und in Bezug zu atopischer Erkrankung und spezifischem Serum-IgE gesetzt. Auch wurden zelluläre Untersuchungen an basophilen Leukozyten parallel durchgeführt. Dieses Projekt wurde von der DFG finanziert (Projekt Wa 409/5-1: Untersuchungen zur Bedeutung von Allergenen der Milben Dermatophagoides pteronyssinus und Dermatophagoides farinae für den Verlauf des kindlichen Asthma bronchiale).

Im Anschluss wurden dann auch modifizierte quantitative und semiquantitative Assays zur Messung von Innenraumallergenen und Guanin, einem Exkretionsprodukt von Echsen, Milben und Vögeln untersucht und die Präzision im Vergleich zum ELISA und der klinische Nutzen abgeschätzt. (Lau et al. 1989, 1990a, b, 1991a, 1992, 2001)

2.2 Epidemiologische Untersuchungen zur Entstehung des kindlichen Asthma bronchiale

Es wurde prospektiv in einer Neugeborenen-Kohortenstudie (MAS-90) die Entwicklung des Asthma bronchiale und einer spezifischen Sensibilisierung gegen Innenraumallergene


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unter Berücksichtigung der Innenraumallergenbelastung untersucht. Erstmals konnte dieser Einflussfaktor longitudinal auch im Hinblick auf Dauer und Dosis der Exposition untersucht werden. Hierzu wurde ein multivariates logistisches Regressionsmodell erstellt, in dem auch der Einfluss von elterlichem Rauchen, frühkindlichen Infektionen sowie Sozialstatus auf die Manifestation atopischer Erkrankungen analysiert wurde. Diese Untersuchung wurde bis 1998 vom BMFT (07 ALE 27) bzw. später vom BMBF gefördert und ist dann in die Klinische Forschergruppe "Determinanten und Pathomechanismen bei Atopie und Asthma" (Leiter: Prof. A. Fischer, Sprecher: Prof. Dr. U. Wahn) an der Charité übergegangen. Hierbei wurden auch die Einflussfaktoren für die Entstehung einer bronchialen Hyperreaktivität sowie der Ruhelungenfunktion analysiert (Bergmann et al. 1994, 1999, Wahn et al. 1997, Lau et al. 2000, Niggemann et al. 2001, Illi et al. 2001, Forster et al. 1996, Kulig et al. 1999a, b, Nickel et al. 1997a).

2.3 Präventionsstudien zur Milbenallergenreduktion

1988-1992 sowie 1999-2000 wurden verschiedene Studien zur Innenraumallergen-Eliminierung durchgeführt mit dem Ziel, Allergenreduktions-Maßnahmen zu validieren und die klinischen Auswirkungen zu studieren. Im Rahmen des DFG-Projekts Wa 409/5-2 wurde dann eine Studie zum Kurzzeiteffekt des Benzylbenzoats auf Milbenallergenkonzentrationen in Teppichen und Matratzen plazebokontrolliert durchgeführt und eine Einjahresstudie initiiert, wo erstmals in der Welt der klinische Effekt, d. h. der Einfluss auf die bronchiale Hyperreaktivität bei Kindern mit Milbenallergie und Asthma bronchiale durch milbendichte Matratzenbezüge untersucht wurde. Darauffolgend wurde in ähnlichem Studiendesign der klinische Effekt von Encasings bei milbensensibilisierten Patienten mit atopischem Ekzem studiert (DFG Wa 409/5-3). Des weiteren wurden Untersuchungen zur milbenallergenreduzierenden Wirkung von einem Gemisch aus Benzylbenzoat und Tanninsäure auf Teppichen unternommen.

Ein multizentrisches industriegefördertes Projekt zur Eliminierung von Tierallergenen aus der Luft mittels Hepafiltern bei tierallergischen Asthmatikern in Hinblick auf den Einfluss auf die unspezifische bronchiale Hyperreaktivität wurde 1999 begonnen und die Feldarbeit Anfang 2001 abgeschlossen (Lau et al. 1991b, 1995, 2002, Ehnert et al. 1992, Rebmann et al. 1996).


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Wed Oct 2 9:58:20 2002