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10  Ausblick

Nachdem durch die vorliegenden Untersuchungen bewiesen wurde, daß der additive Einsatz von Thalidomid zu einer Verlängerung der Überlebenszeit bei Patienten mit kleinzelligem Bronchialkarzinom führt, ist es möglich dieses Medikament in der Therapie dieser Tumorentität einzusetzen. Darüberhinaus scheint die intraperitoneale Gabe von Thalidomid im Kaninchenmodell keinen negativen Einfluß auf die Anastomosenheilung nach Kolonresektionen zu haben. Zusätzlich könnte die Applikation zu einer Reduktion der Adhäsionsbildungen postoperativ führen. Dies bedeutet, daß der Angioneogenesehemmer Thalidomid zur unmittelbaren additiven Therapie nach kolorektalen Resektion im Rahmen von kontrollierten Studien auch beim Menschen mit einem vertretbaren Risiko untersucht werden könnte. Insbesondere bei Patienten mit einem fortgeschrittenen Tumorstadium eines gastrointestinalen Karzinoms könnte im Rahmen kontrollierter Studien der Einsatz des Angiogenesehemmers im Rahmen eines multimodalen Therapiekonzepts von Bedeutung sein. Die Rationale für einen sinnvollen Einsatz des Angioneogenesehemmers ist nach Lage der Literatur und den eigenen Ergebnisse bei Tumorerkrankungen mit einer äußerst schlechten Prognose gerechtfertigt. Ein besonderes Augenmerk muß auf die strikte Einhaltung der kontrollierten Bedingungen der Untersuchungen des Medikaments gelegt werden, um folgenschwere Nebenwirkungen zu vermeiden. Dies darf jedoch nicht zu einer historisch begründeten Ablehnung des Medikaments führen. Gegenwärtig werden in den USA mehrere Studien zur additiven Wirksamkeit von Thalidomid in der Therapie des Nicht-


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kleinzelligen Bronchialkarzinom durch das National Cancer Institut im Rahmen des sogenannten STEPS-Programm (S ystem for T halidomide E ducation and P rescribing S afety) durchgeführt. Die Studienergebnisse dieser Untersuchungen werden in den nächsten Jahren zeigen, ob Thalidomid eine sinnvolle Option in der Therapie des Nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom darstellt. Wünschenswert sind ausserdem weitere Studien an Patienten mit kleinzelligem Bronchialkarzinom mit größeren Patientenzahlen, um die eigenen Ergebnisse verifizieren zu können.


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05.02.2004