Die Malaria gehört bezüglich Mortalität und Morbidität zu den weltweit wichtigsten Infektionserkrankungen. Über ein Drittel der Weltbevölkerung lebt in Regionen, in denen Malaria endemisch oder epidemisch auftritt. Jährlich erkranken 300 bis 500 Millionen Menschen, von denen 1,5 bis 2,7 Millionen sterben. Die lebensbedrohliche Form der Malaria, die Malaria tropica, wird durch das Protozoon Plasmodium falciparum verursacht. Drei weitere humanpathogene Plasmodienspezies verursachen eine Malaria mit einem meist milden Krankheitsbild: P. vivax und P. ovale sind die Erreger der Malaria tertiana und P. malariaeder Erreger der Malaria quartana. Bei einer Mortalität der Malaria tropica von 1-2% rechnet man allein in Afrika mit mehr als einer Million Todesfällen pro Jahr; die weitaus meisten dieser letalen Krankheitsverläufe treten bei Kindern unter fünf Jahren auf (Trigg and Kondrachine, 1998;WHO, 1996;WHO, 1997). Die Infektion mit P. falciparum verläuft individuell unterschiedlich (White, 1996). Während manche der Infizierten rasch an einer komplizierten Malaria tropica versterben, erkranken andere trotz jahrelang bestehendem Parasitenbefall nicht (Greenwood, et al., 1987). Warum nur ein Teil der mit P. falciparum Infizierten an einer schweren Malaria erkrankt und was diese Individuen von den anderen, asymptomatisch Infizierten unterscheidet, ist bisher nicht endgültig geklärt (Greenwood, et al., 1991). Ein Teil der hier zusammengefaßten Arbeiten beschäftigt sich mit der Frage, ob und welche genetischen Faktoren von Infizierten einen Einfluß auf den klinischen Verlauf und die Epidemiolgie der Plasmodieninfektion haben können.
Humanpathogene Malariaparasiten existieren seit mehreren tausend Jahren (Ruwende, et al., 1995). Die ältesten Nachweise von Plasmodienantigenen wurden aus Proben von Mumien geführt, die etwa 3200 a.D. bestattet wurden (Miller, et al., 1994). In dem langen Zeitraum bis heute hat eine kontinuierliche Auseinandersetzung zwischen Mensch und Parasit stattgefunden, die zur Entwicklung von Resistenz- und Evasionsmechanismen geführt hat. Diese für Mensch und Parasit überlebenswichtigen Anpassungsvorgänge haben ihre Spuren in den Genomen beider Organismen hinterlassen (Kwiatkowski, 2000;Taylor, et al., 2000). Ein Ziel der hier zusammengefaßten Arbeiten war es, Beziehungen
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zwischen Parasit und Mensch auf genetischer Ebene zu untersuchen und den Einfluß polymorpher Gene auf die Epidemiologie und den klinischen Verlauf einer Plasmodieninfektion, hier im wesentlichen der Infektion mit P. falciparum, zu beschreiben.
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