| Dierks, Christian : Rechtliche und praktische Probleme der Integration von Telemedizin in das Gesundheitswesen in Deutschland |
Telemedizin ist die Unterstützung medizinischer Dienstleistungen durch Telekommunikation und Informatik. Die Anwendungsmöglichkeiten in der Telemedizin haben in den vergangenen Jahren an Qualität und Quantität zugenommen. Damit ist kein eigener Zweig der Medizin entstanden, sondern eine Vielfalt von Möglichkeiten, medizinische Dienstleistungen zu unterstützen, zu rationalisieren oder in ihrer Effizienz zu steigern. Teilnehmer der Telemedizin können niedergelassene oder am Krankenhaus tätige Ärzte einerseits, andererseits Patienten sein, die unabhängig von ihrem Aufenthaltsort medizinische Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Durch das fehlende Erfordernis einer zeitlichen und räumlichen Koinzidenz der Handelnden bei telemedizinischen Anwendungen sind die damit verbundenen Gesundheitsdienstleistungen prädestiniert für den sektorübergreifenden Einsatz.
Eine Überwindung der Grenzen zwischen dem ambulanten und dem stationären Sektor, eine Lösung der Probleme, die sich aus der getrennten Finanzierung dieser beiden Bereiche und der anderen Sozialversicherungsbereiche ergeben, sind gegenwärtig eines der hauptsächlichen Anliegen der Gesundheitspolitik. Daher fördert die Telemedizin zugleich auch die Überwindung der sektoralen Budgetierung. Sie kann der Erschließung von Rationalisierungsreserven und der Effizienzsteigerung im Gesundheitswesen dienen. Konkret zeigen die Anwendungen der Telemedizin ihre rechtlichen Probleme in den Bereichen, in denen einer einheitlichen Betrachtung des Gesundheitswesens unterschiedliche Regelkreise entgegenstehen. Die zukünftig im Zusammenhang mit der Telemedizin zu lösenden Aufgaben lassen sich in folgenden Forderungen zusammenfassen:
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