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5.  Koronarfluss

Mit Hilfe von Doppler Flussdrähten kann die funktionelle Bedeutung einer Gefäßverengung invasiv durch die Bestimmung der Blutflussgeschwindigkeit innerhalb des Gefäßes, sowie die Reaktionsfähigkeit auf Belastung ermittelt werden. Mit der Magnetresonanztomographie ist prinzipiell eine nicht invasive Messung der Blutflussgeschwindigkeiten im Gefäß möglich. Für eine diagnostische Bestimmung des Koronarflusses gelten zunächst die gleichen Bedingungen wie für die anatomische Darstellung der Gefäße. Zur Erfassung des periodischen Flusses muss jedoch auch die zeitliche Auflösung ausreichend sein, weitere Fehler können unter anderem durch Planungsfehler, suboptimale Sequenzparameter oder Partialvolumen Effekte induziert werden (Tabelle Flussfehler) [44].. Im Rahmen dieser Arbeit wurden Messungen mit einem pulsatilen Flussphantom im Vergleich zu ausgemeterten Absolutwerten und Doppler-Flussmessungen durchgeführt. Dabei konnte die Sequenz optimiert und der Fehler von max. 18% auf ca. 2% reduziert werden. Die Anwendung von Navigatormessungen zur Korrektur der Zwerchfellbewegung und die Durchführung der Messungen bei freier Atmung und nicht während eines Atemstopps führten zu einer besseren räumlichen und zeitlichen Auflösung und der für die oben genannten Optimierungsschritte notwendigen Flexibilität. In einer Pilotstudie in Patienten mit Vergleich zu intrakoronaren Dopplerflussmessungen konnte die Verbesserung der Methode gezeigt werden [45] Originalarbeit 10.

Mit diesen Techniken ist es möglich, Flussgeschwindigkeiten und Flussreserven auch distal von Koronarstents zu erfassen [46] Originalarbeit 11. Dies ist insbesondere deshalb wichtig, als Koronarstents das Magnetfeld so abschirmen und Artefakte verursachen, dass innerhalb des Stents kein Signal erhalten werden kann. Dies macht die anatomische Darstellung des Lumens zur Erfassung einer Restenose für die Magnetresonanztomographie unmöglich. Wir konnten jedoch zeigen, dass dabei nicht mit einer Dislokation des Stents durch das Magnetfeld oder einer Erwärmung durch die Gradientenschaltungen zu rechnen ist [47].


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08.06.2005