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2  Fragestellung

Seit über 10 Jahren ist bekannt, daß intraepitheliale Lymphozyten eine entscheidende Rolle bei der immunologischen Überwachung der Darmschleimhaut spielen.

Lange fehlten jedoch Daten über die Funktion und den Phänotyp dieser Zellen bei verschiedenen Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes. Da die Überwachungsfunktion der IEL insbesondere nach Organtransplantation, bei der Infektionsabwehr sowie bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen eine entscheidende Rolle einnimmt, wurde versucht, IEL bei diesen Erkrankungen, bzw. in entsprechenden Tiermodellen zu charakterisieren. Im Mittelpunkt der Untersuchungen standen neben der Analyse des Phänotyps die zytolytischen Fähigkeiten dieser Zellen.

Im Verlauf der Untersuchungen zeigte sich, daß es bei gastrointestinalen Erkrankungen, die mit einer Schädigung der intestinalen Integrität einhergehen, neben einer Aktivierung des Immunsystems auch zu einer verstärkten Expression der induzierbaren Stickstoffmonoxidsynthase (NOS-2) im Darm kommt. Wenngleich die Bedeutung dieser verstärkten NOS-2 Expression noch unklar ist, deutet sie doch auf oxidativen Streß als einen pathophysiologischen Faktor bei der Schädigung der intestinalen Integrität hin.

Im zweiten Teil der Arbeit wurde daher versucht, oxidativen Streß bei intestinaler Schädigung zu analysieren und mögliche protektive Faktoren, die den Gewebeschaden verringern, zu identifizieren. Um den Einfluß allogener, bakterieller oder viraler Antigene auf die Gewebeschädigung gering zu halten, wurden die Untersuchungen in einem intestinalen Ischämie/Reperfusionsmodell durchgeführt. In diesem klinisch relevanten Modell wurde neben der Freisetzung von Sauerstoff- und Stickstoffintermediaten sowie der Expression potentiell antioxidativ wirkender Systeme, die Beeinflussung des Gewebeschadens durch die Gabe von pro-und anti-inflammatorischen Zytokinen analysiert.


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01.10.2004