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3.  Zusammenfassung

Tumorvakzinierungen stehen erst am Anfang des klinischen Einsatzes. In der vorliegenden Arbeit wurden verschiedene Immunisierungsansätze unter Verwendung des Tumorantigens Muzin entwickelt.

Virusfreie "Mini"-EBV-B-Zellinien, die Tumorantigene wie z. B. Muzin exprimieren, liefern eine unbegrenzte und sichere Quelle für APC, mit denen ex vivo T-Zellen antigenspezifisch stimuliert und expandiert werden können. Dieser Ansatz könnte für eine adoptive Immuntherapie genutzt werden.

Die Kenntnis des T-Zell-Rezeptors eines Muzin-erkennenden T-Zell-Klons liefert die Grundlage für eine mögliche adoptive Immuntherapie, bei der der Rezeptor z. B. in rekombinanten chimären Konstrukten mittels Gentransfer in Effektorzellen verbracht werden kann, um ein antigenspezifisches Targeting zu erreichen.

Die "nackte" DNA-Vakzinierung stellt möglicherweise auch für die Immunisierung von Tumorpatienten einen vielversprechendes Verfahren dar. Sie hat den Vorteil, dass sie einfach herzustellen ist und nicht wie zelluläre Vakzinen mit hohem Zeit- und Kostenaufwand sowie nicht patientenindividuell hergestellt werden muß.

Eine Vakzine unter Verwendung liposomal MUC1-transfizierter autologer dendritischer Zellen wurde bereits in eine klinische Phase I / II umgesetzt. Es konnte demonstriert werden, dass diese Art von Vakzinierung durchführbar und sicher ist, und dass Immunantworten auch bei Patienten mit weit fortgeschrittener Erkrankung erzielt werden konnten.

DNA-Vakzinen, die eine große Anzahl immunogener Epitope exprimieren können, bieten die Chance eines verstärkten Immunisierungseffektes und die Konstruktion von Multi-Epitop-Vakzinen um somit auch Escape-Phänomenen vorzubeugen.

Zur Induktion einer effizienten Immunantwort kann es sinnvoll sein, DNA-Vakzinen in Kombination von verschiedenen Vektorsystemen und Ansätzen zu verwenden.

Es ist erstrebenswert, eine Tumorvakzine möglichst zu einem frühen Zeitpunkt, d.h. in einer adjuvanten Therapiesituation oder bei "minimal residual disease" einzusetzen.


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21.10.2003