Rekombinante Adenoviren:

Neben den Retroviren (siehe später, Seite 22) wurden in den bisher durchgeführten klinischen Studien vor allem rekombinante Adenoviren eingesetzt. Adenoviren besitzen einer Reihe von Vorteilen, die sie als vielversprechende Vektoren in der Gentherapie auszeichnen. Sie können sowohl teilungsaktive als auch ruhende Zellen mit hoher Effektivität transduzieren und sie lassen sich in-vitro in den hohen Konzentrationen anreichern, die für den in-vivo Gentransfer benötigt werden. Zudem integrieren Adenoviren nicht in die genomische DNA der Zielzelle (Kay et al., 2001). Rekombinante Adenoviren wurden klinisch bisher vor allem zur Bekämpfung von Tumoren eingesetzt (Sterman et al., 1998). Der größte Nachteil in der Applikation von Adenoviren besteht jedoch in der Induktion einer humoralen und zellulären Immunantwort sowohl gegen den Vektor als auch gegen die mit dem Vektor transduzierte Zelle, was letztendlich nur zu einer transienten Genexpression des therapeutischen Moleküls führt (Yang et al., 1995). Zudem ist eine wiederholte Applikation des Gentransfervektors aufgrund der Generierung von neutralisierenden Antikörpern nicht erfolgversprechend. Für eine kurzfristige hohe Expression des therapeutischen Gens scheinen die Adenoviren allerdings geeignet zu sein. Wir haben eine ganze Reihe von adenoviralen Expressionsvektoren (z. B. für immunmodulatorische Zytokine (IL-4, IL-10, IL-12p40) oder für sog. „zytoprotektive“ Gene (z. B. das Anti-Apoptosegen Bag-1 oder das Hitzeschockprotein Hemoxygenase-1, HO-1) hergestellt, die in den verschiedenen Modellen auf ihre Wirksamkeit getestet wurden.


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04.02.2005