In-vitro Generierung von regulatorischen T-Zellen

Die oben aufgeführten Argumente weisen auf die Bedeutung der regulatorischen T-Zellen bei der Induktion von Toleranz hin. Bisher wurden diese Zellen allerdings nur in-vivo generiert. Eine in-vitro Generierung dieser T-Zellen wäre daher von großer Bedeutung. Diese gestaltet sich aber - abgesehen von einigen Berichten über IL-10 generierte regulatorische T-Zellen - sehr schwierig. Es ist bisher auch nicht gelungen, in-vivo generierte regulatorische Zellen längere Zeit in Kultur zu halten oder gar zu vermehren (JW Kupiec-Weglinski, pers. Mitteilung und eigene Beobachtungen). Offensichtlich kennen wir die Wachstums- und Überlebensfaktoren regulatorischer Zellen noch nicht gut genug. Auch zeigen die Daten der letzten Jahre, dass regulatorische Zellen durchaus keine homogene Population darstellen und dass unterschiedliche Subpopulationen andere Eigenschaften besitzen.

Es scheint uns daher ein sinnvoller Ansatz zu sein, regulatorische Zellen durch gezielte Überexpression von regulatorischen Molekülen in-vitro zu generieren und in-vivo einzusetzen.

Das Problem vieler Arbeiten zum Gentransfer ist immer noch die optimale Applikation des therapeutischen Moleküls. Die systemische Gabe eines Zytokins kann niemals ein lokales Milieu schaffen, welches der physiologischen Situation entspricht. Außerdem haben Zytokine im Serum nur eine sehr kurze Halbwertszeit, so dass das therapeutische Protein ständig nachgeliefert werden müsste, um den gewünschten Serumspiegel zu erreichen. Die systemische Gabe von Zytokinen kann zudem zu unerwünschten Nebenwirkungen führen.

Durch die Transduktion des Spenderorgans mit rekombinanten Adenoviren, die immunregulatorische Zytokine exprimieren, kann die Zytokinexpression im Transplantat gesteigert werden, sie ist aber aufgrund der hohen Immunogenität der Adenoviren nur transient (ca. 3-4 Wochen) und keinesfalls aktivierungsabhängig. Für eine längerfristige, [Seite 23↓]wie auch für eine aktivierungsabhängige verstärkte Expression des therapeutischen Gens sind vor allem rekombinante Retroviren geeignet.


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04.02.2005