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KardiovaskuläreErkrankungen,insbesondere die koronare Herzkrankheit (KHK), sind seit Jahren unverändert die häufigste Ursache von Gesundheitsbeschränkungen, Krankenhausaufenthalt und Tod in den industralisierten Ländern (Hill 1998; Windecker et. al. 1999). Therapeutische Optionen bestehen für Patienten mit KHK insbesondere durch die in Deutschland flächendeckend zur Verfügung stehenden revaskularisierenden Verfahren der koronaren Bypass-Chirurgie (coronary artery bypass graft, CABG) sowie durch die interventionelle, katheterbasierte Kardiologie. Letztere kommt hierbei im Verhältnis 1,4 : 1 in Europa und den USA häufiger zum Einsatz (Meyer et. al. 1996; Windecker et al. 1999).
Für Therapieentscheidungen und zur Einschätzung der Individualprognose ist die verläßliche Beurteilung des Koronararterienstatus sowie der myokardialen Funktionalität und Vitalität Voraussetzung. Für die Abklärung der beiden letztgenannten Punkte werden heutzutage nuklearmedizinische und echokardiographische Techniken in der klinischen Diagnostik eingesetzt. Die Herzkatheteruntersuchung ist die Methode der Wahl zur morphologischen Beurteilung der Koronararterien, die in einem ständig steigenden Maß kombiniert mit interventionell-therapeutischen Maßnahmen, wie z.B. der Ballonangioplastie und der Stentimplantation verwandt wird. Die selektive Herzkatheteruntersuchung ist seit ihrer Einführung 1959 ein inzwischen ausgesprochen standardisiertes Verfahren und zeigt primär morphologische Veränderungen einer stenosierenden KHK sowie funktionelle Parameter der Beweglichkeit des Myokards, der Kontrastmittelverteilung wie auch von gemessenen hämodynamischen Druckwerten (Sones et. al. 1959). Die Angiographie der Herzkranzgefäße ist allerdings auf die intraluminale Morphologie beschränkt, eine Darstellung der Gefäßwand selbst gelingt hierbei nicht. Trotz einer fortschreitenden Verfeinerung der Kathetertechniken und einer zunehmenden Verträglichkeit der Röntgenkontrastmittel handelt es sich um eine invasive diagnostische Methode mit den damit verbundenen Risiken und Komplikationen.
Seit Jahren wird deshalb intensiv nach nicht-invasiven und somit risikoarmen schichtbildgebenden diagnostischen Verfahren gesucht, welche die bisherige kardiale Bildgebung zumindest in Teilbereichen ersetzen oder ergänzen können. Aus dem breiten Spektrum der heute zur Verfügung stehenden Modalitäten bieten sich die Magnetresonanztomographie (MRT), die Mehrschicht-Spiral-
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Die MRT gestattet diagnostische Aussagen für die morphologische, funktionelle und metabolische Beurteilung des Herzens (Buchalter et. al. 1994; Crnac et. al. 1997; Cullen et. al. 1999; Dong et. al. 1998). Neben der bereits heute etablierten Diagnostik angeborener Herzfehler im Kindesalter erscheint der Einsatz insbesondere bei der koronaren Herzkrankheit zur Detektion von linksventrikulären Wandbewegungsstörungen und regionalen Perfusionsänderungen des Myokards erfolgversprechend (Atkinson et. al. 1990; Schaefer et. al. 1992; Stillman et. al. 1997). Bewegungsanalysen mit MR 'Tagging'-Verfahren sind in der Diagnostik einzigartig, da diese nicht-invasive Methode eine zeitlich und räumlich hoch aufgelöste Darstellung myokardialer Kontraktionsbewegungen ermöglicht und die separate Beurteilung von subendo- und subepikardialen Myokardbewegungen zuläßt (Axel und Dougherty 1989a, Young, 1994 #142; Zerhouni et. al. 1988). Ähnliche Bewegungsstudien waren zuvor nur nach chirurgischer Implantation von röntgendichten Markern durchführbar (Waldman et. al. 1985). Weitere Möglichkeiten in der Diagnostik der KHK bietet die MRT durch die Bestimmung der myokardialen Durchblutung mittels kontrastmittelunterstützter Perfusionsmessungen. Bereits vorliegende Forschungsergebnisse weisen nach, daß MRT Perfusionsmessungen verläßlich myokardiale Blutflußänderungen quantifizieren können (Eichenberger et. al. 1994). Ein reduzierter koronarer Blutfluß führt im allgemeinen zu Perfusionsstörungen, die sich primär in der subendokardialen Zone des Myokards manifestieren. Über diesen diagnostischen Ansatz können auch niedriggradige Koronarstenosen frühzeitig detektiert werden (Vatner 1980). Dies hat weitreichende diagnostische und therapeutische Bedeutung, da über eine subtile Erkennung und Quantifizierung von myokardialen Perfusions- und Funktionsstörungen zuverlässige Risikoabschätzungen, Therapieentscheidungen und Prognosebeurteilungen vorgenommen werden könnten.
Die bestehenden therapeutischen Verfahren CABG sowie Angioplastie mit und ohne Stentimplantation benötigen prinzipiell bildgebende Daten der Herzkranzgefäße. Seit 1983 wird die ultraschnelle Bildgebung der EBCT in spezialisierten Zentren für die nicht-invasive Koronarangiographie evaluiert. Derzeit anerkannte Indikationsgebiete sind neben dem Calzium-Scoring zur Abschätzung des koronaren Risikoprofils auch die angiographische Kontrolle nach CABG-Operation.
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Erkenntnisse der letzten Jahre zur Pathophysiologie sowohl der Arteriosklerose wie auch der koronaren Herzkrankheit implizieren eine zunehmende Wichigkeit der Wandstrukturen der Koronararterien selbst. Intensive Forschungsbestrebungen richten sich derzeit auf die MSCT, welche im klinischen Einsatz derzeit 4 Schichten parallel akquirieren kann und in unmittelbarer Zukunft mit 8, 16 und 32 simultanen Schichten ein Vielfaches dieser Leistung aufbringen wird. Gegenüber dem Einzeilen-Spiral-CT findet diese immense Steigerung der Datenakquisitonsmenge in einer verbesserten örtlichen und zeitlichen Auflösung der Untersuchungsprotokolle Niederschlag. Retrospektiv EKG-synchronisiert kann ein dreidimensionaler Volumendatensatz des gesamten Herzens für unterschiedliche Phasen des Herzzyklus erhoben werden, was unter Berücksichtigung der zeitlichen Komponente einer vierdimensionalen Datenakquisition entspricht. Die verschiedenen Koronararterien weisen bekanntermaßen während der verschiedenen Phasen des Herzzyklus ein unterschiedliches Ausmaß an Bewegung auf, welches zusätzlich noch großen interindividuellen Schwankungen unterworfen ist. Aus diesem Grund ist es unmöglich, einen einzigen Zeitpunkt im Herzzyklus zur optimalen Darstellung aller Koronararterienabschnitte festzulegen. Die vierdimensionale Datenakquisition mit der MSCT gestattet die jeweils beste, d.h. bewegungsärmste Phase für die Bildberechnung eines entsprechenden Koronararterienabschnittes sekundär auszuwählen. Aufgrund dieser Überlegungen ist zu erwarten, dass aus einem einzigen MSCT Datensatz optimale angiographische Rekonstruktionen für alle Abschnitte der Koronarien erstellt werden können. Die Vorteile der MSCT werden mit einer vermehrten Strahlenexposition des Patienten erzielt. Anatomiegerechte Modulationen des Röhrenstroms und eine Optimierung der Untersuchungsprotokolle werden die notwendige Exposition in naher Zukunft vermindern.
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