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Für die bildgebende Diagnostik kardiovaskulärer Erkrankungen gibt es heutzutage ein breites Spektrum unterschiedlicher Modalitäten. Zur Verfügung stehen hierbei das konventionelle Thoraxröntgen, die Echokardiographie, nuklearmedizinische Verfahren einschließlich Single-Photonen-Emissions-Computertomographie (SPECT) und Positronen-Emissions-Tomographie (PET) sowie die Koronarangiographie. In zunehmendem Maße werden auch die Magnetresonanztomographie, die Mehrschicht-Spiral-Computertomographie und die Elektronenstrahl-Computertomographie eingesetzt. Der intravaskuläre Ultraschall (IVUS) ist aufgrund der Invasivität und des technischen Aufwandes bisher wenigen spezialisierten Forschungszentren vorbehalten. Die Indikation für die jeweilige bildgebende Modalität hängt primär von der klinischen Fragestellung ab.
Die Echokardiographie bietet sowohl strukturell-morphologische Darstellungen, als auch funktionelle Bewegungsanalysen von kardialen Strukturen. Es handelt sich dabei um eine Untersuchungsmethode, welche Ultraschallwellen benutzt, um das Herz zu untersuchen und welche ihre Information in Form von reflektierten Schallwellen, d.h. Echos aufzeichnet. In der echokardiographischen Diagnostik werden unterschiedliche Untersuchungsverfahren angewandt, welche sich im Hinblick auf ihre zugrunde liegende Technologie und ihre Abbildungseigenschaften erheblich unterscheiden. Es handelt sich hierbei um die eindimensionale oder TM-Echokardiographie (Time-Motion-Echokardiographie), um die zweidimensionale oder Schnittbildechokardiographie und um die Doppler-Echokardiographie.
Der TM-Modus ist die traditionelle echokardiographische Untersuchung mit Wiedergabe bewegter kardialer Strukturen. Die rasche Impulsfolge und die schnelle Bildwiederholungsrate ermöglichen eine suffiziente zeitliche Auflösung. Es können Diameter, Amplituden und Geschwindigkeiten von Bewegungsabläufen detailiert analysiert werden (Feigenbaum und Zaky 1968). Infolge der Limitationen der eindimensionalen Echokardiographie wurde eine Technik entwickelt, welche eine räumlich korrekte Darstellung des Herzens in mehreren
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Abbildungsebenen ermöglicht und einen großen Abbildungssektor bei kleiner Schallkopfaufsatzfläche hat. Diese Untersuchungstechnik wird die sog. zweidimensionale oder Schnittbildechokardiographie genannt. Sie vereinigt die Vorteile eines großen Untersuchungswinkels mit der korrekten räumlichen Erfassung kardialer Strukturen und erlaubt eine Darstellung der Herzhöhlen und der großen Gefäße in mehreren Untersuchungsebenen (Kisslo et. al. 1977; Morgan et. al. 1978). Die Doppler-Echokardiographie stützt sich auf Schallphänomene, die sich beim gezielten Einsatz am bewegten Medium 'Blut' ergeben. Der Unterschied zwischen ausgesandter und rückkehrender Ultraschallfrequenz (Dopplershift) ist linear-proportional zur Bewegungsgeschwindigkeit der korpuskulären Blutbestandteile. Die Darstellung erfolgt als Zeit-Geschwindigkeitsdiagramm nach Spektralanalyse der verschiedenen Frequenzanteile. Zur Diagnostik werden der zeitliche Verlauf des Flußsignals in Diastole und Systole, das Frequenzspektrum und die Amplitude des Dopplersignals herangezogen.
Die Herzszintigraphie umfasst nicht-invasive, bildgebende Verfahren zur Darstellung des vital-perfundierten Myokards, akuter Herzmuskelnekrosen sowie die quantitative Analyse der globalen und sektorialen Funktion des linken und rechten Ventrikels. Die längsten Erfahrungen hat man mit der Thallium-201 (201Tl) Myokardszintigraphie, die 1975 klinisch eingeführt worden ist (Pabst et. al. 1976). Zuerst eingesetzt bei abgelaufenen Herzinfarkten folgte eine extensive Erprobung bei koronarer Herzkrankheit und akutem Myokardinfarkt (Bull et. al. 1976; Felix et. al. 1975).
Das im Zyklotron hergestellte 201Tl hat eine physikalische Halbwertszeit von 73 Stunden. Es sendet beim Zerfall zu 95% Röntgenstrahlen einer Energie zwischen 69 keV und 83 keV aus, zusätzlich Gammastrahlen von 167 und 135 keV, die von Gammakameras mit Mehrfachspektrometrie registriert werden. Biokinetische Grundlage ist das analoge Verhalten von Thallium und Kalium. Die myokardiale 201Tl-Verteilung erfolgt in Abhängigkeit von der Myokardperfusion bei einer Extraktion von ca. 88% in der ersten Kreislaufpassage. Die Einschleusung in die Myokardzelle wird über die Na/K-sensitive ATPase gesteuert.
Bei Myokardischämie findet man eine reversible, belastungsinduzierte 201Tl-Fixationsminderung im Versorgungsbereich der stenosierten Herzkranzarterie jeweils im Frühszintigramm und eine Normalisierung der myokardialen 201Tl-Verteilung im [Seite 16↓]Spätszintigramm (Redistribution). Myokardnarben zeigen eine irreversible 201Tl-Fixationsminderung oder -ausfall ohne Redistribution (Pohost et. al. 1977). Eine fehlende Myokardspeicherung ist allerdings kein absoluter Beweis für die Avitalität des Gewebes. Bei der kardialen Diagnostik wird die Myokardszintigraphie nach Arbeitsbelastung, in Ruhe und nach Dipyridamol-Gabe eingesetzt.
Neben 201Thallium wird auch 99mTechnetium-MIBI als Radiotracer verwendet, was eine Ganzkörper-Strahlen-Exposition von nur 25% gegenüber 201Tl besitzt. Im Gegensatz zu 201Thallium erfolgt beim 99mTechnetium-MIBI keine Redistribution. Die Aufnahmetechnik unterscheidet die planare Szintigraphie und die SPECT. Die planare Szintigraphie hat eine relativ gute örtliche Auflösung von ca. 12 mm, stellt die verschiedenen koronaren Versorgungsgebiete jedoch nur mit Überlagerungen dar. Bei der SPECT Technik werden computerunterstützt Rekonstruktionen von Schnittebenen durch das Herz in verschiedenen Richtungen angefertigt, was eine praktisch überlagerungsfreie Darstellung der anatomischen Strukturen liefert. Nachteil ist die geringere örtliche Auflösung, die bei ca. 19 mm liegt. Die Positronen-Emissions-Tomographie ist ein szintigraphisches Verfahren zur Beurteilung des Myokardstoffwechsels und zur Bestimmung der regionalen Myokardperfusion. Der Einsatz dieses Verfahrens erfolgt bei wissenschaftlichen Fragestellungen in spezialisierten Zentren.
Seit Einführung der selektiven Koronarangiographie 1959 stellt dieses Verfahren den Goldstandard der koronararteriellen Bildgebung dar (Sones et al. 1959). Die vielfältigen Möglichkeiten unterschiedlicher therapeutischer Interventionen sowie neuere, additive Verfahren, wie z.B. der intravaskuläre Ultraschall, der intrakoronare Doppler und die Angioskopie, haben diese Untersuchung im klinischen Alltag unverzichtbar gemacht (Pfeiler 2000).
Die selektive Koronarangiographie erlaubt eine räumlich und zeitlich hochauflösendeDarstellung der Herzkranzgefäße bis weit in die Peripherie. Transarteriell werden die Koronarostien mit einem Katheter sondiert und Röntgenkontrastmittel injiziert. Mit Hilfe einer angeschlossenen Röntgenkamera kann man den Fluß des Kontrastmittelbolus durch den Koronararterienbaum mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde und einer Ortsauflösung von ca. 5 Linienpaaren pro Millimeter verfolgen. Diese hohe zeitliche Auflösung ist notwendig um antegraden von retrogradem Blutfluß unterscheiden zu können. Die Auswertung der Angiogramme erfolgt im klinischen Alltag visuell. Die [Seite 17↓]führt dazu, dass die Beurteilung der Stenosemorphologie und die Graduierung von Gefäßstenosen einer großen Intra - und Interobservervariabilität unterworfen ist (Fisher et. al. 1982). Im allgemeinen werden Stenosen mit einer Reduktion des Gefäßlumens von unter 50% als hämodynamisch nicht relevant angesehen. Die Koronarangiographie ist auf die intraluminale Darstellung der Herzkranzgefäße begrenzt, und Wandstrukturen können nicht zur Abbildung gebracht werden. Aus diesem Grund ist es unmöglich, Frühstadien der koronaren Herzkrankheit nachzuweisen, die noch nicht zu einer Lumeneinengung geführt haben.
Neben den diagnostischen Indikationen bietet die selektive Koronarangiographie eine Vielzahl von Interventionsmöglichkeiten in Form von perkutanen transluminalen Koronarangioplastien, intrakoronarer Stentimplantationen, Rotationsangioplastien (Rotablation) oder intrakoronarer Lysetherapien. Durch zusätzliche Untersuchungen (Ventrikulographie, Druckmessungen, Messung von Herz-Zeit-Volumen) lassen sich im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung eine Reihe weiterer Informationen erheben. Die Strahlenexposition beträgt ca. 5 mSv für diagnostische Koronarangiographien und bis ca. 15 mSv bei Interventionen (Betsou et. al. 1998).
Nachteil der selektiven Koronarangiographie ist die Invasivität. In größeren Patientengruppen sterben ca. 0,15% der Patienten bei der Herzkatheteruntersuchung. Weitere schwerwiegende Komplikationen sind der Myokardinfarkt (ca. 0,8%), das Kammerflimmern (ca. 0,4%) und die zerebrovaskuläre Ischämie (ca. 0,4%). Bei Risikopatienten können diese Komplikationen bis zu zehnmal häufiger auftreten. Perforationen und Dissektionen der Koronararterien sind zwar seltene, jedoch sehr gefürchtete Komplikationen. In ca. 0,08% der Untersuchungen ist mit dem Auftreten einer notfallmäßig chirurgisch zu behandelnden Komplikation zu rechnen (de Bono 1993).
Allein 1998 wurden in Deutschland mehr als 510.000 Linksherzkatheteruntersuchungen durchgeführt, die Kosten von mehr als 800 Millionen DM verursachten (Mannebach et. al. 2001). In ca. 153.000 Fällen wurden diese Untersuchungen mit einer Intervention verbunden. Somit waren ca. 70% der Untersuchungen rein diagnostischer Art.
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Die MRT basiert auf dem physikalischen Effekt der kernmagnetischen Resonanz (nuclear magnetic resonance, NMR). Dieser wurde bereits 1946 von F. Bloch und E. Purcell in Festkörpern entdeckt, aber erst 1973 von P. Lauterbur für die bildgebende Diagnostik nutzbar gemacht (Bloch 1946, Purcell, 1946 #15, Lauterbur, 1973 #14). Die ersten klinischen Geräte sind seit 1980 im Einsatz. Grundlage des Verfahrens ist die Kernspinresonanz von solchen Atomkernen, die aufgrund einer ungeraden Anzahl von Nukleonen einen Kerndrehimpuls (Spin) und somit ein magnetisches Moment besitzen. Für die Bildgebung eignet sich besonders der im menschlichen Körper häufig vorkommende Wasserstoff aufgrund seiner sehr hohen Nachweisempfindlichkeit zur Messung der kernmagnetischen Resonanz. Werden die Atomkerne in ein statisches Magnetfeld gebracht, richten sich ihre Drehachsen parallel oder antiparallel zum äußeren Feld aus. Dabei präzedieren diese um die Richtung des primären Magnetfeldes. Nach Anregung der Protonen durch einen Hochfrequenzimpuls beginnt die Relaxation der Protonen, die in den energetischen Grundzustand zurückkehren. Es werden eine Längs- und eine Querrelaxation unterschieden, die man als T1- und T2-Relaxation bezeichnet. Spezielle Aufnahmespulen dienen bei MR-Systemen zum Empfang des von den Protonen ausgesendeten Signals. Dieses Gemisch unterschiedlicher Signale wird mit Hilfe der Fourier-Transformation getrennt und nach Ortskodierung (Frequenz- und Phasenkodierung) werden die MRT-Bilder berechnet (Kreisler und Trümmler 1998).
Die schichtbildgebende Diagnostik des Herzens mittels MRT hat in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Dies ist der Ausdruck verbesserter Hard- und Softwarekomponenten, welche jetzt eine ultraschnelle Bildgebung ermöglichen. Hierzu zählen leistungsstärkere Gradientenfelder, die eine schnellere Datenakquisition und eine bessere Ortsauflösung ermöglichen sowie spezielle Körperoberflächenspulen, die über ein verbessertes Signal-zu-Rausch-Verhältnis die Bildqualität steigern. Die inzwischen entwickelten Meßverfahren verkürzen die Meßzeiten bis herunter zu wenigen Millisekunden für die Akquisition einer einzelnen Schicht. Allgemein werden Spin-Echo-Vielschicht-Techniken mit variablen Repetitionszeiten und ultraschnelle Gradienten-Echo-Sequenzen angewendet. Grundlage der Abbildung des Herzens ist eine EKG-getriggerte Aufnahmetechnik. Die kontinuierlichen Pumpaktionen des Herzens machen eine Adaptation der kardialen MRT-Untersuchung an die myokardialen Kontraktionen erforderlich. Unterschiedliche Formen der EKG-Triggerung werden eingesetzt um die un [Seite 19↓] vermeidlichen Bewegungsartefakte zu reduzieren. Der Einfluß der Atemverschieblichkeit auf Bildqualität und Detailerkennbarkeit kann bei nicht atemangehaltenen Sequenzen durch eine Mittelung der Daten relativ gering gehalten werden. Für kontrastmittelunterstützte angiographische Darstellungen oder funktionelle Untersuchungen bietet die ultraschnelle Bildgebung bereits eine Vielzahl von Sequenzen, die während eines Atemstillstandes akquiriert werden können. Eine atemsynchronisierte Aufnahmetechnik (Navigatortechnik) ist bei der 'Time-of-Flight'-Angiographie der Koronararterien notwendig. Die kardiale MRT ist bei der Beurteilung funktioneller Parameter der Herzleistung, bei der Berechnung intrakavitärer Volumina, bei der Bestimmung der linksventrikulären Muskelmasse und bei der Messung von Wanddickenveränderungen den konventionellen Vergleichsmethoden überlegen.
Durch die Einführung von Gadolinium-Diäthylentriaminpentaessigsäure (Gd-DTPA) (Magnevist®, Schering AG, Berlin, Deutschland) als intravenöses Kontrastmittel in der magnetresonanztomographischen Bildgebung, hat sich auch das Indikationsgebiet der kardialen MRT deutlich erweitert. Das Kontrastmittel wird im extrazellulären Raum verteilt und mit einer Halbwertszeit von ca. 20 Minuten renal ausgeschieden. Gd-DTPA hat ähnliche pharmakokinetische und biodistributive Eigenschaften wie jodhaltige Röntgenkontrastmittel und kann aufgrund seiner Bolusapplizierbarkeit für dynamische Untersuchungen genutzt werden. Durch die Einführung einer MR-kompatiblen Druckspritze wurde die Kontrastmittelapplikation standardisiert. Erst diese technischen Voraussetzungen machten die Durchführung ultraschneller MR-Angiographien der herznahen Gefäße und kontrastmittelunterstützte Perfusionsmessungen möglich.
Neben den vielfältigen Vorteilen der MRT wirkt sich auf der anderen Seite der dem kernspintomographischen Verfahren inhärente Nachteil auch am Herzen aus, dass Kalk kein eigenständiges Signal hat. Die umschriebenen Verkalkungen der Koronararterien, welche für die Diagnostik der koronaren Herzkrankeit eine wichtige Rolle spielen, können mit der kardialen MRT nicht zuverlässig detektiert oder quantifiziert werden.
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Die CT-Geräte der ersten Generationen waren aufgrund ihrer langen Datenakquisitionszeiten pro Schicht völlig ungeeignet um Herzuntersuchungen durchzuführen. Aus diesem Grund wurde zu Beginn der 80er Jahre von Boyd und Mitarbeitern ein ultraschneller Computertomograph entwickelt (Boyd und Lipton 1983). Um eine möglichst kurze Akquisitionszeit zu erreichen, wurde ein Aufbau gewählt, der auf die mechanische Bewegung großer Bauteile verzichtete. Die entscheidende Innovation war es, über einen ultraschnell steuerbaren Elektronenstrahl sekundär die Röntgenstrahlung zu produzieren, die anschliessend den Patienten durchdringt. Im Gegensatz zur konventionellen CT arbeitet diese Elektronenstrahl-CT nicht mit einer Röntgenröhre, die aufwendig um den Patienten rotierten muß, sondern mit einem beschleunigten Elektronenstrahl. Dieser wird durch ein externes elektromagnetisches Feld fokussiert und auf Anodenringe mit Wolframtargets gelenkt, die sich unter dem Patienten befinden. Dort entsteht ein fächerförmiger Photonenstrahl, der den Patienten durchdringt und auf zwei Detektorring trifft, die halbkreisförmig über dem Patienten angeordnet sind (Abb. 4).
| Abb. 4: Ein gebündelter Elektronenstrahl setzt beim Aufprall auf die Wolframanodenringe elektromagnetische Energie frei, die als fächerförmiger Photonenstrahl den Patienten durchdringt. Der Verzicht auf die mechanische Bewegung großer Bauteile ermöglicht minimale Akquisitionszeiten von 50 ms. | ||
Die EBCT-Scanner besitzen insgesamt vier Anodenringe sowie zwei Detektorringe. Durch Variation der angesteuerten Anoden- und Detektorringe können insgesamt acht verschiedene Schichtpositionen akquiriert werden, ohne dass eine Patientenbewegung stattfinden muß. In Abhängigkeit von der Indikation und Fragestellung können unterschiedliche Untersuchungsprotokolle durchgeführt werden.DieEBCT-Scannerbesitzen minimale Akquisitionszeiten von 50 ms. Die Schichtdicke variiert zwischen 1,5 mm, 3 mm, 6 mm und 10 mm.
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| Abb. 5: Die kombinierte Ansteuerung von vier verschiedenen Anoden- und zwei Detektorringen ermöglicht die Akqusition von acht unterschiedlichen Untersuchungsschichten ohne Patientenbewegung. | ||
Die Datenakquisition mit der EBCT erfolgt EKG-getriggert. Es werden drei unterschiedliche Untersuchungsmodi unterschieden. Der 'Flow-Mode' ist geeignet, um nach peripherer Kontrastmittelapplikation Signal-zu-Zeit-Kurven zu messen und anhand von Kontrastmittelverdünnungskurven das Herzminutenvolumen und evtl. Shuntvolumina zu berechnen. Im 'Cine-Mode' werden bis zu 17 EKG–getriggerte Schnittbilder pro Sekunde erstellt. Die aneinandergefügten Darstellungen können als Film betrachtet werden. Diese Methode ist besonders geeignet, um nach Kontrastmittelgabe die Wanddicke und das Volumen der Herzkammern im Verlauf eines Herzzyklus zu beurteilen. Beim 'Single-Slice- oder Volume-Mode' wird zu einem festgelegten Zeitpunkt im Herzzyklus ein Volumendatensatz lückenlos akquiriert, der sich insbesondere für angiographische Darstellungen und Rekonstruktionen eignet.
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Mit der Einführung der Computertomographie 1971 stand erstmals ein Verfahren zur überlagerungsfreien zweidimensionalen Darstellung des Körpergewebes zur Verfügung. Die Entwicklung dieser Technik durch A. M. Cormack und G. Hounsfield wurde 1979 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet (Hounsfield 1973). Aufgrund hoher Kontrastauflösung bei gleichzeitig guter Ortsauflösung konnte sich das Verfahren schnell in der klinischen Anwendung etablieren. Mit Hilfe einer Röntgenröhre und eines Kollimators wird ein schmal fokussierter Röntgenstrahl erzeugt, der nur eine definierte Körperschicht durchdringt (Bunke 1998). Verschiedene Wechselwirkungen der elekromagnetischen Energie mit dem Körpergewebe führen zu einer Abnahme der Photonenflußdichte, die hinter dem Patienten durch ein Detekorsystem registriert wird. Das Ausmaß dieser Schwächung ist von verschiedenen Faktoren, wie den gewebespezifischen linearen Schwächungskoeffizineten und der Gewebedicke abhängig.
I(d) = I0 e-µd
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mit |
I(d)= Strahlenintensität hinter der durchstrahlten Materie I0= Strahlenintensität vor der durchstrahlten Materie e= Basis des natürlichen Logarithmus µ= Linearer Schwächungskoeffizient d= Dicke der durchstrahlten Materie |
Zur Erstellung diagnostischer CT-Bilder müssen die erfaßten Intensitätsprofile durch Skalierung und Kalibrierung in die sog. CT-Werte umgewandelt werden. Diese werden zu Ehren des Erfinders als Hounsfield-Einheiten (HE) bezeichnet. Als Standardverfahren zur Bildberechung wird ein gefilterter Rückprojektionsalgorithmus unter Verwendung eines definierten Faltungskerns verwendet. Die CT-Werte jedes Bildelementes (Pixel) geben das Ausmaß der in den zugehörigen Volumenelementen (Voxel) erfolgten Absorption an. Die Verteilung der gemessenen Schwächungskoeffizienten kommt somit nicht direkt zur Abbildung, sondern wird auf einer relativen Schwächungsskala, der Hounsfield-Skala, dargestellt (Bunke 1998).
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Bei den CT-Geräten der ersten bis dritten Generation wurde der Patiententisch nach erfolgter 360° Abtastung eines Körperabschnittes um eine definierte Strecke fortbewegt und anschliessend eine erneute Abtastung begonnen. Diese Translations-Rotations-Technik wird als konventionelles CT bezeichnet. Nach Einführung der Schleifringtechnologie wurde 1989 erstmals über einen neuen Untersuchungsmodus, die sog. Spiral-CT berichtet (Kalender et. al. 1997; Kalender et. al. 1989). Bei der Spiral-CT wird während einer kontinuierlichen Röhrenrotation auch der Patiententisch mit einer definierten Geschwindigkeit durch die Scanebene bewegt. Im Gegensatz zur konventionellen CT wird bei der Spiral-CT eine Volumenabtastung realisiert. Der Schleifring wird zur Spannungsversorgung und parallel zur Datenübertragung benutzt. Die Datenakquisition erfolgt kontinuierlich, wobei der Fokus der Röntgenröhre sich auf einer spiralförmigen Bahn um den Patienten bewegt und ein Bild pro Röhrenrotation erzeugt. Hierbei handelt es sich um ein Einschicht-Spiral-CT.
Bei der Spiral-CT kann das Verhältnis des Tischvorschubs pro Röhrenrotation im Verhältnis zur Schichtdicke in einem weiten Rahmen nahezu frei gewählt werden. Dies wird als Tischvorschubsfaktor ('pitch' oder Pitchfaktor) definiert. Für die Bildberechnung bedarf es aufgrund der spiralförmigen Objektabtastung spezieller Interpolationsalgorithmen, die heutzutage in einer Vielzahl zur Verfügung stehen (Kalender et. al. 1990). Bei den meisten Spiraltechniken wird derzeit ein 180° linearer Interpolationsalgorithmus verwendet (Polacin et. al. 1992).
1998 sind erstmals Mehrschicht-Spiral-CT Geräte in der klinischen Routine eingeführt worden, die eine simultane Abtastung mehrerer Schichten in z-Richtung während einer Röhrenrotation im Subsekundenbereich (0,5-0,8 s) ermöglichen (Abb. 6). Die Detektorbreite variiert bei den bisher eingesetzten Scannern zwischen 20 mm und 32 mm in z-Richtung und setzt sich je nach Hersteller aus einer unterschiedlichen Anzahl von Detektorelementen zusammen. Alle MSCT erlauben gegenwärtig die simultane Akquisition von vier parallelen Schichten in z-Richtung mit zumindest gleicher Abbildungsqualität wie bei der Einschicht-Spiral-CT. Durch die schnellere Volumenabtastung können längere Körperabschnitte in kürzerer Zeit oder mit dünnerer Schichtdicke untersucht werden. Erst diese immense Steigerung der Datenakquisitionsmenge pro Zeit macht eine suffiziente Untersuchung des Herzens und insbesondere der Koronararterien möglich. Kombiniert mit einer retrospektiven EKG-Synchronisierung können komplette dreidimensionale Datensätze der Herzens zu unterschiedlichen Zeiten des Herzzyklus aufgenommen werden, was einer vierdimensionalen Datenakquisition entspricht. Die nächste Generation der MSCT-Scanner ist bereits in der Entwicklung und Erprobung, welche dann 8, 16 bzw. 32 Schichten gleichzeitig untersuchen können.
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| Abb. 6: Die Mehrschicht-Spiral-CT ermöglicht die simultane Akquisition von derzeit vier parallelen Schichten, mit verbesserter Orts- und Zeitsuflösung | ||
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