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Nicht-invasive Gefäßdarstellungen, sowohl mit der MRT, als auch mit der CT haben durch die Verwendung kontrastmittelunterstützter Techniken in den letzten Jahren progredient an diagnostischer Qualität gewonnen (Rodenwaldt et. al. 1997; Rodenwaldt et. al. 2000a). Im Gegensatz zu allen anderen Gefäßregionen im menschlichen Körper wird die schichtbildgebende Koronarangiographie durch die ständigen Pulsationen und den damit verbundenen Bewegungen des Herzens und der Herzkranzgefäße erschwert. In computertomographischen Studien wurden durchschnittliche Geschwindigkeiten einzelner Koronararteriensegmente von ca. 7 cm/s in Ruhe und ca. 10 cm/s unter Stress gemessen (Mao et. al. 2000). Die größte Auslenkung eines Gefäßabschnittes in der axialen Schichtebene betrug für die proximale RCA ca. 51 mm (Mao et al. 2000). Der Zeitpunkt der geringsten Bewegung lag bei einem gesunden Kollektiv mit einer Herzfrequenz von 60-80 Schlägen pro Minute zwischen 40% und 50% des Herzzyklus-Intervalls. Diese Werte schwanken jedoch interindividuell relativ stark und stehen in Abhängigkeit von der Herzfrequenz (Lu et. al. 2001).
Die kontinuierlichen Pumpaktionen des Herzens führen zu einer Auslenkung der Koronararterien um ein Vielfaches ihres Durchmessers. Eine diagnostisch verwertbare angiographische Darstellung der Herzkranzgefäße macht die Adaptation der kardialen CT-Untersuchung an die myokardialen Kontraktionen erforderlich. Hierfür stehen das retrospektive EKG-Gating und die prospektive EKG-Triggerung zur Verfügung.
Durch die in der Computertomographie eingesetzte mechanische Rotation von Röntgenröhre und Detektor ist es nicht möglich, die Datenakquisitionszeit pro Schicht beliebig kurz zu halten. Die kürzeste Rotationszeit für das AQUILION® der Firma Toshiba (Japan) beträgt 500 ms. Die Rotationszeiten vergleichbarer Geräte anderer Hersteller liegen in der gleichen Größenordnung. Die in der CT heutzutage eingesetzte gefilterte Rückprojektion benötigt die Daten der Projek-
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tionen aus 180° eines Röhrenumlaufes für den Zentralstrahl. Durch die Fächerstrahlgeometrie der aktuellen Scanner sind jedoch zur Berechnung eines vollständigen Bildes Projektionen aus 180° zusätzlich zu dem Fächerwinkel notwendig. Daraus ergibt sich eine maximale Zeitauflösung von 250 ms. Diese Zeitauflösung liegt weit oberhalb der Möglichkeiten der EBCT, die über Datenakquisitionszeiten von 50 - 100 ms verfügt und gestattet keine artefaktfreie Darstellung der Koronararterien.
Eine Möglichkeit zur Erhöhung der zeitlichen Auflösung ist das retrospektive Gating, welches bereits kurz nach Erfindung der CT vorgeschlagen und validiert wurde (Cipriano et. al. 1983; Harell et. al. 1977). Hierbei brauchen die für die Bildrekonstruktion notwendigen Projektionen nicht mehr nur aus einer einzelnen Rotation gesammelt zu werden, da bei diesem Verfahren durch das simultan aufgezeichnete Patienten-EKG eine feste Zuordnung der akquirierten Projektionen zu dem korrespondierenden Herzschlag besteht. Bei den heutzutage implantierten Rekonstruktionsalgorithmen werden die für die Bildberechnung notwendigen Projektionen aus mehreren Umläufen der Gantry um den Patienten gesammelt. Durch das parallel aufgezeichnete EKG kann retrospektiv jede einzelne Projektion einer definierten Herzphase zugeordnet werden (Abb. 31). Bei der Mehrschicht-Spiral-CT ist durch die simultane Akquisition von vier Schichten eine höhere Dichte an Datenpunkten vorhanden.
| Abb. 31: Prinzip des retrospektiven Gatings: Kontinuierlicher Tischvorschub mit Aufzeichung des EKG-Signals. | ||
Die zeitliche Auflösung, die mittels retrospektivem EKG-Gating in der CT erreicht werden kann, hängt vom Zeitintervall innerhalb des Herzzyklus ab, aus dem die Daten für die Bildrekonstruktion stammen. Dies wird zum einen durch die Anzahl der zur Verfügung stehenden Rotationen (nrot), als auch durch das Verhältnis zwischen der Rotationsperiode des CT (TCT) und der Periode des Herzschlages (TH) bestimmt. Aufgrund der Symmetrie zwischen Röntgeröhre und Detektor stehen zwei [Seite 62↓]Projektionen mit einem zeitlichen Abstand von TCT /2 zur Verfügung. Entspricht diese Zeit exakt der Herzperiode TH werden in jeder Projektion die gleichen Daten aufgenommen, eine Verbesserung der Zeitauflösung liegt nicht vor. Bei Asynchronie zwischen TCT und TH gelingt eine Verbesserung der Zeitauflösung, wenn die zur Verfügung stehenden Datenpunkte gleichmäßig auf den Herzzyklus verteilt sind. Optimal wäre dabei eine Anpassung der Periodendauer des CT-Scanners auf einen Wert von:
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mit |
TCT= Rotationszeit der Gantry TH= Dauer des Herzintervalls nrot= Anzahl der Gantryrotationen |
Die Zeitauflösung ergibt sich dabei aus dem Zeitintervall (∆t), aus dem die Projektionen für die Bildrekonstruktion stammen.
Beim retrospektiven Gating werden nicht alle akquirierten Daten zur Bildrekonstruktion herangezogen. Mit steigender Anzahl der Gantryrotationen erhöht sich notwendigerweise auch die Strahlenexposition des Patienten und der Datenanteil, dessen Informationen nicht zur Bildgebung genutzt werden. Die Verbesserung der Zeitauflösung wird durch die hierfür notwendige Strahlenexposition limitiert.
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Trotz der sehr viel schnelleren Datenakquisitonszeiten muß auch die Elektronenstrahl-CT für eine randscharfe und bewegungsartefaktfreie Darstellung der Koronararterien mit den Herzaktionen synchronisiert werden. Hierfür wird die prospektive EKG-Triggerung verwendet, welche die Datenaufnahme direkt steuert. Die Ableitung des EKG erfolgt in konventioneller Technik mit metallischen Elektroden und Kabeln, wobei die Leitungsführung so zu erfolgen hat, dass möglichst wenig Artefakte entstehen. Als Triggersignal dient der größte Impuls im EKG-Signal, welcher typischerweise der R-Zacke entspricht. Die Erkennung der R-Zacke löst die Datenakquisition des Scanners aus. Um die Datenaufnahme aus der bewegungsreichen Systole in die bewegungsärmere Diastole zu verschieben, wird zusätzlich ein frei wählbares Verzögerungsintervall zwischengeschaltet (Abb. 32).
| Abb. 32: Prinzip der prospektiven Triggerung: Der Scan wird durch das EKG iniziiert. | ||
Während das retrospektive EKG-Gating eine Umsortierung und eine Selektion von Bilddaten aus einem Überschuß an aufgenommenen CT-Projektionen anhand des simultan aufgezeichneten Elektrokardiogramms nachträglich vornimmt, wird bei der prospektiven EKG-Triggerung die Datenakquisition zu den Herzaktionen synchronisiert. Ziel der prospektiven Triggerung ist nicht die Verbesserung der zeitlichen Auflösung, sondern die Abstimmung der Scanzeit auf die Herzbewegungen. Dabei werden nur die CT-Projektionen aufgenommenen, welche für die Bildrekonstruktion notwendig sind. Da bei dieser Form der Herzsynchronisation auf ein 'Oversampling' von Daten verzichtet werden kann, ist dies ein Faktor von mehreren, weshalb die resultierende Strahlenexposition deutlich geringer ist.
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Kontraste im Röntgenbild beruhen auf der unterschiedlichen Röntgenstrahlenabsorption der durchstrahlten Materie. Die Absorption ist abhängig von der Ordnungszahl der in den Molekülen vorhandenen Atome, von der Konzentration dieser Moleküle und von der durchstrahlten Schichtdicke. Für die CT-Angiographie ist eine intravenöse Kontrastmittelgabe diagnostisch notwendig. Die wasserlöslichen Kontrastmittel auf der Basis des Trijodbenzols bilden eine Schwerpunkt für die Darstellung der unterschiedlichsten Gefäßsysteme, von Körperhöhlen und Organen. Es handelt sich dabei um ein Basismolekül um einen lipophilen Benzolring, der an den Positionen zwei, vier und sechs symmetrisch durch Jod substituiert ist (Trijodbenzoesäure). Das Jod verbindet drei für die Kontrastmittelherstellung essentielle Eigenschaften: eine hohe Kontrastdichte, feste Bindung an das vielfältig variierbare Benzolmolekül sowie geringe Toxizität. Die Positionen eins, drei und fünf des Benzolringes verbleiben, um durch Einfügung von Seitenketten die physikochemischen und biologischen Eigenschaften in unterschiedlichster Weise zu beeinflussen. Durch Variation der Grundstruktur entstanden zunächst die ionischen Kontrastmittel, später die nicht-ionischen monomeren und anschließend die nicht-ionischen dimeren Röntgenkontrastmittel.
Die Synthese nicht-ionischer Kontrastmittel ergab über die Senkung des osmotischen Druckes hinaus weitere Vorteile. Nicht-ionische Kontrastmittel erwiesen sich gegenüber ionischen Kontrastmitteln als wesentlich besser neural verträglich. Außerdem verursachen die nicht-ionischen Kontrastmittel wesentlich seltener Allgemeinreaktionen, wie Übelkeit und Erbrechen, und auch weniger die teilweise lebensbedrohlichen allergieartigen Reaktionen (Rapoport et. al. 1982). Diese nunmehr in der klinischen Routine verwendeten Kontrastmittel haben eine relativ kleine Molekülgröße und diffundieren rasch durch die Gefäßwand in die extravasalen Kompartimente. Aufgrund der geringen Osmolalität ist der Verdünnungseffekt durch Wassereinstrom reduziert. Nicht-ionische monomere KontrastmittelsinddurchdasHinzufügen mehrerer Hydroxylgruppen stärker hydrophil als ionische monomere Kontrastmittel. Durch den Fortfall der Karboxylgruppe und der elektrischen Ladung [Seite 65↓]bei nicht-ionischen monomeren Kontrastmitteln resultiert eine deutlich geringere Chemotoxizität und Osmotoxizität (Speck et. al. 1977).
Hervorzuheben sind die nicht-ionischen Dimere wegen ihrer hervorragenden neuralen Toleranz und Gewebsverträglichkeit. Diese sind im Serum fast isoosmoal und tragen keine elektrischen Ladungen. Die Größe des Moleküls bedingt eine stark verlangsamte Diffusion durch die Gefäßwand und eine länger anhaltene intravasale Konzentration. Das erste, in der klinischen Praxis eingeführte nicht-ionische dimere Röntgenkontrastmittel (Iotrolan, Schering AG, Berlin, Deutschland) ist bis zu einer Konzentration von 300 mg Jod/ml blutisoton. Im Vergleich dazu weist das niedrig-osmolare nicht-ionische monomere Iopromid (Schering AG, Berlin, Deutschland) nur eine Blut- und Liquorisotonie bis zu einer Konzentration von 150 mg/ml auf (Dawson 1996).
Die wasserlöslichen Röntgenkontrastmittel gehen keine Interaktion mit dem Organismus ein. Sie werden nicht an Plasmaproteine gebunden und können die lipophilen Zellmembranen nicht passieren. Die Moleküle sind klein genug, um sehr effektiv glomerulär filtriert zu werden und durch Poren in den Kapillaren in das Interstitium der Gewebe zu gelangen. Daraus leitet sich ab, das sich die wasserlöslichen Röntgenkontrastmittel nach intravasaler Injektion zunächst im Plasmaraum verteilen, nicht in die Erythrozyten eindringen und bereits während der ersten Kapillarpassage zu einem wesentlichen Anteil in den interstitiellen Raum übertreten. Man findet daher wenige Minuten nach der Injektion nur noch 30 - 40% der Dosis im Plasma. Bis zu 30 Minuten nach der Injektion nimmt der Plasmaspiegel überwiegend aufgrund der Verteilungsvorgänge ab. Gleichzeitig und in der folgenden Zeit wird das Kontrastmittel ganz überwiegend durch glomeruläre Filtration ausgeschieden. Bei normalen Serumkreatininwerten beträgt die Plasma-Halbwertszeit ca. 1 - 3 Stunden. Das bedeutet, dass nach 24 Stunden mehr als 85% des Kontrastmittels glomerulär filtriert sind. Als Injektionsort für schnelle Kontrastmittelapplikationen bietet sich eine Kubitalvene an. Die Benutzung eines automatischen Druckinjektors mit genau definierbarer Injektionsgeschwindigkeit hat sich bei allen kontrastmittelunterstützten bildgebenden Verfahren als Standardmethode etabliert (Kopka et. al. 1998).
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Leichte, im allgemeinen kurz andauernde, Nebenwirkungen werden in einer Häufigkeit von 1:30 bis 1:600 beobachtet. Schwere Reaktionen, welche die kardiovaskulären und respiratorischen Vitalfunktionen sowie die Funktion des zentralen Nervensystems bedrohen, sind noch seltener und treten mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:1.700 bis 1:10.000 auf (Palmer 1988). Nebenwirkungen von Kontrastmittel mit Todesfolge liegen in einer Größenordnung von ca. 1:2.000.000 (Wolf et. al. 1989). Den Kontrastmittelnebenwirkungen liegen zwei unterschiedliche Ursachen zugrunde. Die chemotoxische Wirkung ist dosisabhängig. Schmerz- und Hitzegefühl, die meisten Kreislaufreaktionen und Nierenschäden sind auf Osmolalität und pharmakologische Wirkungen zurückzuführen, ohne dass immer eine Differenzierung beider Komponenten voneinander möglich ist. Bei der Anaphylaxie führen allergieartige Reaktionen an Haut und Schleimhäuten sowie Bronchien zum Schock mit Herz- und Kreislaufbeteiligung bei weitgehender Dosisunabhängigkeit.
Röntgenkontrastmittel sind Histaminliberatoren. Die Histaminfreisetzung kann direkt aus basophilen Leukozyten oder Mastzellen erfolgen, zusätzlich aber auch indirekt über eine Komplementaktivierung. Bei raschen Kontrastmittelinjektionen, welche die Frequenz toxischer Nebenwirkungen erhöhen, ist die Histaminfreisetzung im Vergleich mit langsamen Kontrastmittelapplikationen reduziert. Der Einfluß von Angst bei Arzt und Patient auf die Auslösung von Kontrastmittel-Überempfindlichkeitsreaktionen ist nachgewiesen worden. Angst und Mißempfindungen während der Kontrastmittelapplikation sollen über das Frontalhirn und den Hypothalamus eine Reaktionskette in Gang setzen, die bis zum Ganglion stellatum reicht und von dort aus Lungenödem und Herzstillstand hervorrufen können (Lalli 1980).
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Die Mehrschicht-Spiral-CT und die Elektronenstrahl-CT stehen heutzutage als Röntgenverfahren für die nicht-invasive Koronarangiographie zur Verfügung. Beide schichtbildgebenden Methoden basieren auf einer computertomographischen Bildrekonstruktion abgeschwächter Photonenstrahlung, wie unter 5.5. und 5.6. ausführlich beschrieben. Ein wichtiger Unterschied liegt in der Entstehungs- und Applikationsweise der elektromagnetischen Strahlung, was Auswirkungen auf die Bildqualität hat. Die komplexen dreidimensionalen Bewegungen der Koronararterien sind an einem anthropomorphen Versuchsmodell nur mit größtem technischen Aufwand zu simulieren. Eine doppelte Strahlenexposition von Patienten oder menschlichen Probanden ist ethisch und aus Gründen des Strahlenschutzes nicht zu rechtfertigen. Die nachfolgenden Untersuchungen wurden deshalb am Tiermodell durchgeführt.
Alle tierexperimentellen Untersuchungen wurden überprüft und genehmigt vom Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit, Berlin. Die Versuchstiere wurden von der Medizinischen Fakultät der Technischen Universität Dresden (Experimentelles Zentrum) erworben. Fünf Berliner Minischweine mit einem Körpergewicht zwischen 22-29 kg wurden für die Studie benutzt. Bei jedem der Tiere wurde eine Koronarangiographie mit der MSCT und der EBCT in zufälliger Reihenfolge durchgeführt. Das Intervall zwischen den beiden Untersuchungen betrug 7 - 14 Tage. Die notwendigen Narkose-Maßnahmen wurden von Fachärzten für Veterinärmedizin durchgeführt (Dr. vet. J. Schnorr und Dr. vet. S. Wagner, Institut für Radiologie, Charité, Medizinische Fakultät, Humboldt-Universität zu Berlin). Alle Tiere haben die Versuche unbeschadet überlebt. Es traten weder Nebenwirkungen durch die Anästhetika, noch durch das verwendete Kontrastmittel auf.
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Die Anästhesie vor den CT-Untersuchungen wurde eingeleitet mit einer intramuskulären Injektion von Ketamin (15 mg/kg Körpergewicht), Dehydrobenzperidol (0,2 mg/kg Körpergewicht) und Dormicum (0,2 mg/kg Körpergewicht). Anschließend wurden die Schweine intubiert (6,0 - 6,5 mm endotrachealer Tubus) und mit Hilfe eines Narkosegerätes (ADS 1000, Engler Engineering Co, USA) und einer Mischung aus 2 - 3% Isofluran beatmet. Für die intravenöse Injektion des Kontrastmittels wurde eine Kanüle (22 G) in eine kaliberstarke Vene an der Basis der Ohrmuschel implantiert. Eine weitere Kanüle in der kontralateralen Ohrmuschelvene diente zur intravenösen Flüssigkeitsgabe während der Narkose. Nach Beendigung der CT-Untersuchungen wurde die Anästhesie ausgeleitet und die Tiere nach entsprechender Überwachung extubiert. Zwischen den beiden Experimenten hatten die Minischweine ein Ruheintervall von 7 bis 14 Tagen.
Sämtliche Messungen mit der MSCT wurden mit dem Aquilion® (Toshiba, Japan) durchgeführt. Es handelt sich um ein Mehrschicht-Spiral-CT, welches vier Schichten parallel akquirieren kann. Für die tierexperimentellen Messungen wurde folgendes Untersuchsprotokoll benutzt:
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Aquilion ® : | |
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Röhrenspannung: |
120 kV |
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Röhrenstrom: |
320 mA/s |
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Detektorkonfiguration: |
4 x 1 mm |
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Schichtdicke: |
1,0 mm |
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Pitchfaktor: |
0,8 |
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Meßfeld: |
18 cm |
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Matrix: |
512 x 512 Pixel |
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Pixelgröße: |
0,35 x 0,35 mm |
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Herzsynchronisation: |
retrospektives EKG-Gating |
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Scanbereich: |
Aortenwurzel bis Herzspitze |
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Das Aquilion hatte eine Röhrenrotationszeit von 0,5 Sekunden. Aufgrund eines speziellen Interpolationsalgorithmus und der Fächerstrahlgeometrie des Scanners waren zur Berechnung eines vollständigen Bildes nur die Projektionen von einer 180° Rotation zusätzlich zu dem Fächerwinkel notwendig. Das verkürzte die Akquisitionszeit auf 250 ms pro Scan. Durch das retrospektive Gating konnten die notwendigen Daten aus bis zu drei unterschiedlichen Gantryrotationen selektiert werden. Wie unter 7.1. ausführlich beschrieben wurde hierdurch die Zeitauflösung in Abhängigkeit von der Herzfrequenz verbessert. Die Detektorkonfiguration von 4 x 1 mm ermöglichte die beste Ortsauflösung in z-Achse bei vollständigerAbbildungderkomplettenHerzkranzgefäße. Eine Detektorkonfiguration von 4 x 0,5 mm hätte den notwendigen Untersuchungsbereich nicht erfaßt.
Für die EBCT-Untersuchungen wurde das Evolution C-150 XP® (Imatron, USA) benutzt. Die tierexperimentelle Studie wurde mit folgendem Untersuchungsprotokoll akquiriert:
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Evolution C-150 XP ® : | |
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Röhrenspannung: |
130 kV |
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Röhrenstrom: |
635 mA/s |
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Untersuchungsart: |
Volume-Mode |
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Schichtdicke: |
1,5 mm |
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Pitchfaktor: |
1,0 |
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Akquisitionszeit/Scan: |
100 ms |
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Meßfeld: |
18 cm |
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Matrix: |
512 x 512 Pixel |
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Pixelgröße: |
0,35 x 0,35 mm |
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Herzsynchronisation: |
prospektive EKG-Triggerung |
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Scanbereich: |
Aortenwurzel bis Herzspitze |
Um eine Vergleichbarkeit mit der MSCT zu gewährleisten wurden die Untersuchungsparameter der besten Ortsauflösung in z-Achse ausgewählt. Da die EBCT eine zeitliche Auflösung von 100 ms pro Scan besitzt wurde die Untersuchung mit prospektiver EKG-Triggerung durchgeführt. Dabei war die Scanverzögerungszeit so gewählt, dass die Daten zeitlich bei 80% des 'R-R'-Intervalls akquiriert wurden. Für eine direkte Vergleichbarkeit der Messungen wurden die MSCT-Daten ebenfalls für die 80% Herzphase rekonstruiert und dem EBCT gegenübergestellt. Sowohl die [Seite 70↓]Messungen mit der Mehrschicht-Spiral-CT, als auch mit der Elektronenstrahl-CT wurden bei Atemstillstand in Expirationsstellung durchgeführt.
Für die CT-Angiographie ist die intravenöse Kontrastmittelapplikation unabdingbar. Nur auf diese Weise können die notwendigen Kontrastunterschiede erzeugt werden, welche die Untersuchung diagnostisch auswertbar machen. Für die tierexperimentellen Studien wurde das nicht-ionische monomere Röntgenkontrastmittel Iopromid in einer Konzentration von 370 mg/ml verwandt (Ultravist®, Schering AG, Berlin, Deutschland). Zur Vereinheitlichung der injizierten Kontrastmittelmenge erhielten alle Versuchstiere 675 mg Jod pro kg Körpergewicht appliziert. Für ein Tier mit einem Körpergewicht von 25 kg entsprach dies einer Kontrastmittelmenge von 45 ml Ultravist 370. Die Injektionsgeschwindigkeit war mit 4,0 ml/s festgelegt. Sämtliche Kontrastmittelgaben erfolgten über einen maschinellen Injektor, der automatisch die definierte Flußgeschwindigkeit konstant hielt. Die Optimierung der Kontrastierung erfolgte durch eine vorherige Kreislaufzeitbestimmung mit einem Testbolus von 2 ml Kontrastmittel.
Für die Auswertung und die Beurteilung des Bildmaterials wurde die Einteilung der Koronarsegmente der American Heart Association (AHA) verwendet (Abb. 33).
| Abb. 33: Einteilung der Koronararterien in 15 Segmente entsprechend der American Heart Association. | ||
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Die Segmente 1 - 4 repräsentieren die rechte Koronararterie. Segment 5 entspricht dem linken Hauptstamm, die Segmente 6 - 10 der links deszendierenden Koronararterie und die Segmente 11 - 15 des linken Ramus circumflexus. Der intraindividuelle Qualitätsvergleich, der mit den unterschiedlichen Modalitäten angefertigten Koronarangiographien, wurde qualitativ und quantitativ durchgeführt. Um einen möglichst unabhängigen Vergleich der beiden Methoden gewährleisten zu können, wurde die Gefäßkonturschärfe als Meßgröße benutzt, wie diese bereits in einer vorausgegangenen Studie definiert worden war (Rodenwaldt et. al. 1998). Die Kontur eines Gefäßes in der CT-Angiographie ist die Grenzschicht zwischen den nicht-kontrastierten perivasalen Gewebsstrukturen und dem kontrastreichen Gefäßlumen. Die Konturschärfe kann demnach über die Steigung definiert werden, mit welcher die Signalintensität von den nicht-kontrastierten perivasalen Strukturen bis zum Maximalwert im Gefäßlumen ansteigt. Je steiler dieser ist, desto schärfer stellt sich die Kontur des Gefäßes dar. Der theoretische Idealzustand wäre ein exakt rechteckiger Verlauf der Signalintensitätskurve (Rechteckimpuls), bei dem die Steigung unendlich groß ist. Da die Pixelgröße der Akquisitionsmatrix nicht unendlich klein ist, handelt es sich um einen theoretischen Idealzustand.
Mit Hilfe von 'Profilmessungen' (Messung der CT-Dichtewerte entlang eines definierten Pfades) konnte der Untersucher die Dichteunterschiede im CT-Bild völlig unabhängig von der individuellen Fenstereinstellung entlang einer von ihm frei definierten Geraden bestimmen (Abb. 34). Die Messung mußte so plaziert werden, daß das Gefäß senkrecht getroffen, und das perivaskuläre Gewebe zu beiden Seiten miterfaßt wurde.
| Abb. 34: Messung der intraluminalen Signalintensität senkrecht zum Herzkranzgefäß. | ||
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Ein typisches Signalintensitätsprofil einer solchen Untersuchung ist in Abbildung 35 dargestellt. Es wurden die CT-Dichtewerte gegenüber der Meßstrecke aufgetragen.
| Abb. 35: Typisches Signalintensitätsprofil eines Gefäßes in der CT-Angiographie. Die Steilheit der Anstiegsflanken repräsentiert die Konturschärfe des Gefäßes. | ||
Die Quantifizierung der Konturschärfe wurde bei jedem Koronarangiogramm in zehn Segmenten durchgeführt. Herangezogen wurden die Segmente 1 - 3 der RCA, das Segment 5 als Hauptstamm der LCA und die Segmente 6 - 8 der LAD sowie 11 - 13 der LCX. Für die qualitative Bestimmung der Untersuchungsqualität wurde jedes Angiogramm von drei unabhängigen Untersuchern beurteilt. Die Untersucher mußten für jedes der 15 definierten Koronarsegmente einschätzen, ob dieses anhand der Bildqualität diagnostisch beurteilbar ist oder nicht.
Der statistische Vergleich der Meßergebnisse innerhalb und zwischen den experimentellen Gruppen erfolgte, wie bereits unter 6.4.1.3. ausführlich beschrieben, mit dem gepaarten bzw. ungepaarten t-Test.
Bei der Definition der Gefäßkonturschärfe über die Anstiegssteilheit der CT-Dichtewerte zeigte sich eine bessere Abbildungsqualität der MSCT gegenüber der EBCT. Faßte man alle Messungen in den oben beschriebenen Koronarsegmenten zusammen, fand sich ein hochsignifikanter (p<0,0001) Unterschied im Gesamtergebnis (Abb. 36).
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| Abb. 36: Hochsignifikant höhere Konturschärfe mit der MSCT gegenüber der EBCT. (* p<0,0001) | ||
Bei der separaten Bestimmung der Konturschärfe für jede der Koronararterien zeigte sich, dass der Qualitätsunterschied alle Herzkranzgefäße gleichermaßen betraf (Abb. 37). Innerhalb der Gruppen stellten sich vergleichbare Resultate dar, die keinen signifikanten Unterschied aufwiesen. Beim separaten erneuten Vergleich zwischen der Mehrschicht-Spiral-CT und der Elektronenstrahl-CT waren die Differenzen hochsignifikant (p<0.0001) für alle Koronararterien.
| Abb. 37: Die höhere Konturschärfe des MSCT konnte gleichermaßen für alle Koronararterien signifikant nachgewiesen werden. (* p<0,0001) | ||
Analysierte man die Konturschärfe für die proximalen, die mittleren und die distalen Segmente gesondert, zeigten alle Abschnitte einen signifikanten Unterschied zum benachbarten Segment (Abb. 38). Dieser Effekt konnte für alle Koronararterien in ähnlicher Weise beobachtet werden.
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| Abb. 38: Bei Koronarangiographie mit der MSCT besitzen die proximalen Segmente eine signifikant höhere Konturschärfe, als die weiter distal gelegenen. | ||
Sowohl mit der Mehrschicht-Spiral-CT, als auch mit der Elektronenstrahl-CT konnte nachgewiesen werden, dass die proximalen Koronarsegmente eine signifikant höhere Konturschärfe aufwiesen, als die weiter distal gelegenen Abschnitte (Abb. 39).
| Abb. 39: Auch bei der Elektronenstrahl-CT weisen die proximalen Koronarsegmente eine signifikant höhere Konturschärfe auf. | ||
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Der qualitative Bildeindruck der unterschiedlichen Koronarangiogramme bestätigte die quantitativen Analysen. Die Bestimmung der Segmenterkennbarkeit in diagnostischer Qualität zeigte, dass mit der MSCT im Durchschnitt ein Segment mehr erkannt werden konnte. Dieser Unterschied war im Rahmen der Tierstudie signifikant (p<0,005) (Abb. 40). Aufgrund des schmalen Kalibers waren insbesondere die distalen Segmente schwierig zu beurteilen.
| Abb. 40: Die durchschnittliche Segmenterkennbarkeit mit der MSCT betrug 10,8. Mit der EBCT konnten nur 9,8 Segmente beurteilt werden, was einen signifikanten Unterschied entsprach (*p<0,005). | ||
In den Abbildungen 41 und 42 ist ein intraindividuelles Beispiel für die unterschiedliche Abbildungsqualität dargestellt. Anhand der multiplanaren Rekonstruktionden der links anterior deszendierenden Koronararterie wird der Unterschied in der Gefäßdarstellung deutlich.
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Abbildung 41 zeigt eine multiplanare Rekonstruktion einer LAD, die mit der Elektronenstrahl-CT akquiriert wurde. Das hohe Rauschen im Bild beeinflußt die Konturschärfe zwischen dem Gefäß und dem kontrastierten Myokard.
| Abb. 41: Multiplanare Rekonstruktion der LAD akquiriert mit der EBCT. Der Bildcharakter wird durch das hohe Rauschen bestimmt. | ||
Abbildung 42 demonstriert dasselbe Gefäß und die gleiche Rekonstruktion nach einer Untersuchung mit der MSCT. Dieses weist glattere Gefäßkonturen sowie deutlich weniger Bildrauschen auf und die Abgänge der Diagonaläste von der LAD kommen deutlich besser zur Abbildung.
| Abb. 42: Bei der Koronarangiographie mit der Mehrschicht-Spiral-CT findet sich ein deutlich geringeres Bildrauschen und ein höherer Kontrast zwischen dem Herzmuskelgewebe und dem Koronargefäß. | ||
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