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ImVergleich zu den in der myokardialen Vitalitätsdiagnostik schon seit längerem etablierten nuklearmedizinischen Techniken steht die Magnetresonanztomographie noch am Anfang ihrer klinischen Nutzung (Pohost et al. 1977). Aufgrund ihrer hohen räumlichen Auflösung mit guter Abbildung der myokardialen Anatomie eignet sich die MRT besonders gut zur Erfassung und Charakterisierung von morphologischen und funktionellen Veränderungen des Myokards. Morphologische Defekte treten infolge von Narbenbildungen nach transmuralen Myokardinfarkten im chronischen Stadium auf (White et. al. 1988). Die Infarktzone hebt sich dabei gegenüber postischämisch akinetischem aber vitalem Myokard durch eine ausgeprägte Wandverdünnung ab (Roberts et. al. 1983). Im Gegensatz dazu eignen sich morphologische MRT-Parameter nicht zur Differenzierung zwischen avitalem und vitalem Myokard in der Phase der akuten und subakuten Myokardinfarkte, da diese selbst bei transmuraler Ausdehnung keine Wandverdünnung im Infarktareal aufweisen müssen (Mallory et. al. 1939). Aus diesem Grund sind MRT-Wanddickenmessungen bei Patienten mit erst kurzfristig zurückliegender ischämischer Schädigung des Herzmuskels nicht geeignet, um vitales Myokard von Narbengewebe zu differenzieren. Diese diagnostische Lücke kann durch MR-Perfusions- und MR-Funktionsuntersuchungen geschlossen werden, welche die direkten Parameter der myokardialen Vitalität regional erfassen.
Eine Myokardminderperfusion hinterläßt unterschiedliche Folgezustände. Wenn eine schwere Ischämie länger als 20 Minuten anhält, entwickelt sich ein Infarkt, und ein irreversibler Verlust der kontraktilen Funktion tritt ein (Reimer et. al. 1977). Wenn die myokardiale Ischämie weniger schwer, aber dennoch lange anhaltend ist, kann das Myokard vital bleiben, seine kontraktile Funktion ist jedoch chronisch reduziert. Die Kontraktilität normalisiert sich dann erst nach Reperfusion. Dieser Zustand ist als 'Hibernating' bezeichnet worden (Rahimtoola 1989). Desweiteren kann eine Myokardischämie durch Reperfusion beseitigt werden, die vollständige Erholung der kontraktilen Funktion reversibel geschädigten Myokards erfolgt jedoch nicht unmittelbar und kann erhebliche Zeit erfordern (Heyndrickx et. al. 1975). Dieses Phänomen einer postischämischen Dysfunktion wurde als myokardiales 'Stunning' bezeichnet (Braunwald und Kloner 1982).
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Per definitionem sind Hibernating und Stunning durch einen Zustand reversibler, kontraktiler Dysfunktion gekennzeichnet. Beim Hibernating ist die Durchblutung reduziert, beim Stunning ist die Perfusion vollständig wiederhergestellt. Die Identifizierung von Hibernating Herzmuskelgewebe spielt in der myokardialen Vitalitätsdiagnostik insofern eine wichtige Rolle, als die betroffene Myokardregionen nach Revaskularisation eine vollkommene Restitution ihrer kontraktilen Funktion zeigen können. Ob die pathophysiologischen Mechanismen, die dem Hibernating und dem Stunning zugrunde liegen, tatsächlich verschieden sind oder nicht, ist Thema der wissenschaftlichen Diskussion (Marban 1991; Schaper 1991).
WelchenBeitragkönnendieMRT-TechnikenimakutenInfarktstadiumleisten, um postischämisch akinetisches aber wieder perfundiertes Myokard von infarziertem Gewebe zu unterscheiden?
Wandbewegungsstörungen lassen sich mit der MRT, insbesondere bei Verwendung der Tagging-Technik und der damit verbundenen Darstellungsmöglichkeit des Herzzyklus, gut erkennen (Rodenwaldt et. al. 1999). Da schwere Wandbewegungsstörungen sowohl für infarziertes Myokard, als auch für reversibel geschädigtes Gewebe charakteristisch ist, kann mit einer MRT-Kontraktilitätsanalyse allein keine sichere Differenzierung zwischen vitalem und infarziertem Myokard erreicht werden. Folglich ist die alleinige magnetresonanztomographische Quantifizierung myokardialer Regionen mit schweren Kontraktilitätsstörungen kein zuverlässiger Maßstab für die Infarktausdehnung und das Infarktvolumen. MR-First-Pass Perfusionsmessungen mit Kontrastmittel bieten additiv die Möglichkeit, die Durchblutung des Herzmuskelgewebes zu messen und mit diesen zusätzlichen Informationen die genannten pathophysiologischen Zustände des Myokards zu differenzieren (Kraitchman et al. 1996).
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Die Bestimmung der Perfusionsverhältnisse mittels MRT unterscheidet sich in der Verwendung von Kontrastmitteln. Methoden, die auf natürliche, perfusionsabhängige Kontrastmechanismen basieren, wie Magnetisierungstransfer, Markierung von arteriellem Blut und der BOLD-Effekt ('blood oxygenation level-dependent') haben den Nachteil, dass die meßbaren Signalunterschiede nur sehr klein sind (Atalay et. al. 1995; Balaban et. al. 1991; Prasad et. al. 1993; Williams et. al. 1993). Im Gegensatz dazu haben sich die Methoden, welche die Kontrastmittelaufnahme im Herzmuskel abbilden, als sehr zuverlässig erwiesen (Eichenberger et al. 1994). Allerdings müssen dazu die Bildaufnahmetechniken der Kontrastmittelkonzentration im Gewebe angepaßt werden, was die Anforderungen an die Meßmethoden erhöht. Bei konventionellen schnellen Gradientenechosequenzen wird jedes ausgelesene Echo von einem eigenen Anregungsimpuls generiert. Im Gegensatz dazu kann mittels echoplanarer Bildgebung ('echo planar imaging', EPI) ein ganzes Bild mit nur einem einzigen Radiofrequenzanregungsimpuls erzeugt werden, was die Meßzeit erheblich verringert (Saeed et. al. 1994). Der Nachteil von EPI liegt in der Reduktion der Freiheitsgrade zur Einstellung des gewünschten Kontrastes und der höheren Empfindlichkeit gegenüber T2 *- und Flußeffekten. Eine Kombination von Turbogradientenechosequenz und EPI scheint die Vorteile beider Sequenzen zu vereinen (McKinnon 1993). Die methodischen Anforderungen an eine kontrastmittelunterstützte Abbildungssequenz zur Bestimmung der Myokardperfusion lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: Der Bildkontrast muß von der Kontrastmittelkonzentration abhängig sein. Die Signalintensitäten im Blut und im Herzmuskel dienen zur quantitativen Bestimmung der Myokardperfusion mittels pharmakinetischer Modelle. Die Ortsauflösung soll eine Differenzierung der subendo- und der subepikardialen Durchblutung ermöglichen. Die zeitliche Auflösung muß der Kinetik des Kontrastmittels angepaßt sein.
Vorausgegangene Studien konnten belegen, dass MRFP Perfusionsmessungen die myokardiale Durchblutung nicht invasiv beurteilen können (Higgins et. al. 1990; Pattynama und de Roos 1995; Saeed et. al. 1992; Schmiedl et. al. 1989; Schwitter et. al. 1999; Wilke et. al. 1999). Trotz dieser Kenntnisse ist aktuell weiterhin unklar, wieweit die koronare Durchblutung akut reduziert sein muß, damit die daraus resultierenden Veränderungen mit den genannten MR-Methoden zuverlässig [Seite 80↓]nachgewiesen werden können (Hearse 1979). Das in den vorgestellten Studien verwandte Tiermodell für die akute myokardiale Minderperfusion ist bereits in vorausgegangenen Untersuchungen validiert und reproduziert worden (Bache and Schwartz 1982; Schwartz et al. 1983). Die hydraulische Okklusion stellt eine Instrumentierung dar, die es erlaubt akute Koronarstenosen definierten Ausmaßes zu erzeugen. Kompensationsmechanismen aufgrund von Kollateralbildungen können bei diesem Modell völlig ausgeschlossen werden. Die transmurale Quantifizierung des myokardialen Blutflusses mittels MRFP-Perfusionsmessungen ist geeignet unter Ruhebedingungen akute mittel- und hochgradige Koronarstenosen nachzuweisen, die mit einer Blutflußreduktion von 57,1 ± 8,7% bzw. von 75,5 ± 7,1% verbunden sind. Relativ milde Stenosen von 34,7 ± 9,2% sind mit dem transmuralen Meßverfahren nicht zu detektieren. Erst die separate Auswertung der subendokardialen und der subepikardialen Muskelschichten macht eine Erfassung dieser milden Perfusionsveränderungen möglich. Um derart umschriebene Veränderungen darstellen zu können bedarf es einer Bildgebung, die über eine gute räumliche Auflösung verfügt. Die vorgestellten MR-Messungen besitzen eine Pixelgröße von 2,1 x 2,3 mm, was als Voraussetzung für die Erfassung einzelner Muskelschichten angesehen werden muß (Wilke et al. 1999).
Die nuklearmedizinischen Tests zur Messung der myokardialen Perfusion, wie die 201 Thallium-Szintigraphie und die 99m Technetium-Sestamibi SPECT weisen moderate Myokardhypoperfusionen oder initiale Blutflußveränderungen nur unter Stressbelastung nach (Buell et. al. 1990). Eine Ursache hierfür liegt in der schlechteren räumlichen Auflösung dieser Methoden, die in einer Größenordnung von 15-20 mm für SPECT liegt (Patterson et. al. 1994). Aufgrund dieser limitierten räumlichen Auflösung sind diese Verfahren nicht in der Lage subendokardiale Minderperfusionen nachzuweisen, die ein frühes Zeichen der milden myokardialen Minderperfusion sind.
Die vorgelegten Studien belegen, dass die MRFP-Messungen geeignet sind akute myokardiale Perfusionsänderungen relativ zum gesunden Gewebe auch unter Ruhe zu messen (Rodenwaldt et. al. 2000b). Bei mathematischer Simulation der Gewebepermeabilität für das eingesetzte Kontrastmittel und unter Berücksichtigung eines Verteilungsmodells mit mehreren Kompartimenten können die myokardialen Blutflußwerte auch absolut quantifiziert werden (Wilke and Jerosch-Herold 1998). Dies hat den besonderen Vorteil, dass Vergleichsmessungen im gesunden Gewebe für die Berechnungen nicht notwendig sind. Auf diese Weise können auch die Perfusionswerte bei Patienten suffizient analysiert werden, bei denen der Koronarstatus unbekannt ist und kein Vergleichsstandard vorliegt.
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Für die Beurteilung der Herzfunktion mit der Magnetresonanztomographie stehen zwei unterschiedliche methodische Ansätze zur Verfügung (Lima et. al. 1993). Mit Hilfe von Cine-Sequenzen lassen sich die Herzwandbewegungen visualisieren. Dabei werden die Funkionsparameter anhand von Myokardverdickungen und -bewegungen analysiert, die relativ zu der epikardialen und endokardialen Myokardoberfläche erfolgen. Eine wesentliche Limitation dieser Technik besteht darin, dass die Konfigurationsänderungen innerhalb der Herzwand aufgrund fehlender anatomischer Orientierungspunkte nicht beurteilt werden kann. Die Rotationsbewegungen der Ventrikelwand bleiben bei diesem Verfahren völlig unberücksichtigt. Die MR-Tagging Methode zur Beurteilung der myokardialen Funktionalität unterliegt nicht dieser Beschränkung, da bei dieser Technik ein artifizielles Markierungsnetz über das Myokard projiziert wird, welches alle Bewegungen und Deformierungen des Herzmuskels wiedergibt (Axel and Dougherty 1989b). Verschiedene Studien an unterschiedlichen Tiermodellen und am Menschen haben gezeigt, dass das MR-Tagging eine geeignete Methode ist, um die myokardiale Kontraktilität zu beurteilen (Bolster et. al. 1990; Geskin et. al. 1998; Young et. al. 1993).
Die durchgeführten MR-Tagging Untersuchungen weisen kontraktile Funktionsstörungen unter Ruhebedingungen nach, die durch eine akute myokardiale Blutflußreduktion von 34,7 ± 9,2% hervorgerufen werden. Darüber hinaus ist die Methode geeignet, akute mittel- und hochgradige Kontraktilitätsstörungen graduell zu unterscheiden, die unter Ruhebedingungen mit Blutflußreduktionen von 57,1 ± 8,7% bzw. von 75,5 ± 7,1% verbunden sind. Es findet sich eine lineare Beziehung zwischen dem Grad der Mangeldurchblutung und dem Ausmaß der myokardialen Deformierung. Besonders sensitiv hat sich dafür der Tagging-Parameter λ 1 erwiesen, der mit der systolischen Wandverdickung korreliert (Young et al. 1994). λ 2 , dessen physiologisches Korrelat der radialen Myokardverkürzung entspricht, kann die kontraktile Dysfunktion bei milden koronaren Stenosen nicht eindeutig nachweisen, ist aber in der Lage die Funktionsminderung bei mittel- und hochgradigen myokardialen Blutflußreduktionen aufzuzeigen (Young et al. 1994). Eine ursächliche Erklärung für dieses Phänomen ist spekulativ, könnte sich jedoch in der Pathophysiologie der koronaren Minderdurchblutung und in der Verlaufrichtung der unterschiedlichen Muskelfasern im Myokardverband finden lassen (Prinzen et. al. 1984). Wie bereits aus der Literatur bekannt ist und in den vorgelegten Tierversuchen eindeutig reproduziert wurde, kommt es bei der milden koronaren Stenosen zu einer Perfusionsumverteilung vom Subendokard zum Subepikard (Gallagher et. al. 1985; [Seite 82↓] Sabbah et. al. 1981). Die longitudinal verlaufenden Muskelschichten im Subendokard sind am frühzeitigsten von der ischämischen Minderdurchblutung betroffen (Sabbah et al. 1981; Streeter et. al. 1969). Da die Funktion dieser Fasern insbesondere zu der systolischen Myokardverdickung beitragen, könnte ein Ausfall dieser Muskelstrukturen insbesondere durch eine Reduktion des Eigenvektors λ 1 repräsentiert werden. Erst bei progredienter Minderung der myokardialen Durchblutung kommt es auch zu einer Dysfunktion in den äußeren, zirkulär angeordneten Muskelschichten, die insbesondere zu der radialen Myokardverkürzung beitragen und am ehesten durch λ 2 repräsentiert werden (Hexeberg et. al. 1995).
Andere Meßverfahren der kardialen Funktion, wie die Echokardiographie oder die szintigraphische Ventrikulographie sind nicht in der Lage, unter Ruhebedingungen kontraktile Dysfunktionen bei geringgradigen Myokardminderperfusionen nachzuweisen (Chuah et. al. 1998). Aufgrund dessen ist bei diesen Methoden die pharmakologische Stressinduktion notwendig, um die Sensibilität der Verfahren zu erhöhen (McNeill et. al. 1992; Minardi et. al. 1997).
Welchen Beitrag können die MRT-Techniken im chronischen Infarktstadium leisten, um akinetisches, minderperfundiertes Myokard von postischämischem Narbengewebe zu unterscheiden?
Etwa vier Monate nach dem Infarktereignis ist die Nekrosezone vernarbt und läßt sich als Region enddiastolischer Wandverdünnung und fehlender systolischer Wanddickenzunahme auf Spin-Echo- und Gradienten-Echo-MRT-Bildern identifizieren (Sechtem et. al. 1987). Auf den ersten Blick bieten sich damit die aus der MRT-Wanddickenmessung resultierende enddiastolische Wanddicke sowie die systolische Wanddickenzunahme als relativ einfach zu erfassende Parameter für die Differenzierung infarzierter und vitaler Myokardregionen an. Will man allerdings die erhobenen Meßwerte als diagnostisches Entscheidungskriterium zwischen Narbe und vitalem Myokard verwenden, so sollte sichergestellt sein, dass tatsächlich kein vitales Myokard im Infarktbereich persistiert.
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Durch Okklusionsversuche provozierte transmurale Infarkte bei Ratten zeigten bei abgeschlossener Narbenbildung eine Wanddicke, die nur 35 ± 1% der Wanddicke nicht infarzierter Myokardregionen entsprach. Nichttransmurale Infarkte führten zu keiner signifikanten Abnahme der myokardialen Wanddicke (Roberts et al. 1983). Im Gegensatz zu Ratten, die eine schlechte myokardiale Kollateralisation haben, verlaufen Infarkte bei Hunden aufgrund einer wesentlich besseren Kollateralversorgung normalerweise nicht transmural und führen nur zu einer geringen Wanddickenreduktion (Sasayama et. al. 1981).
Die Definition transmuraler und nichttransmuraler Infarkte beim Menschen ist schwierig, zumal auch der myokardiale Kollateralisationszustand von Patient zu Patient unterschiedlich ist (Phibbs 1983). Die pathologisch-anatomische Definition beschreibt die transmurale Narbe als Folge eines Infarktes, der zumindest in einem Punkt seiner Ausdehnung die gesamte Wand vom Epikard bis zum Endokard umfaßt (Freifeld et. al. 1983). Diese Definition schließt sowohl Infarkte ein, die nur in einem kleinen Bereich ihrer Ausdehnung die gesamte Wanddicke umfassen, als auch solche, die in ihrer gesamten Größe transmural sind. Für die erstgenannten gilt, dass der Infarktrandbereich noch vitales Myokard entsprechend 10 bis 80% der originären Wanddicke enthalten kann (Pirolo et. al. 1986). Ähnlich können nichttransmurale Infarkte subendokardial und damit auf das innere Drittel der linksventrikulären Wand beschränkt sein. Daraus folgt, dass die narbige Abheilung transmuraler und nichttransmuraler Infarkte zu sehr unterschiedlich ausgeprägten Wanddickenreduktionen führen kann. Diese Schlußfolgerung wird durch eine histopathologische Studie bestätigt, in der 200 infarzierte Herzen im Rahmen einer Autopsie auf ihre Wanddicke untersucht wurden (Pirolo et al. 1986). In dieser Studie waren nur 37 von 204 Infarkten tatsächlich transmural und die Dicke der nichtinfarzierten Wandanteile lag zwischen 10 und 83% benachbarter normaler Myokardregionen.
Die Fragen nach der Ausdehnung der vitalen, meist subepikardial gelegenen Wandanteile wird damit zu einer wichtigen, weil therapeutisch wegweisenden Frage, die zur Zeit weder durch die Echokardiographie, dieVentrikulographie, noch durch die Cine-MRT Funktionsanalysen beantwortet werden kann. Diese Verfahren können nicht zwischen endokardial lokalisiertem Narbengewebe und mehr epikardial liegendem vitalem Gewebe differenzieren (Lee et. al. 1981). Diese diagnostische Lücke kann durch MR-Tagging Verfahren geschlossen werden (McVeigh 1998). Durch das artifizielle Markierungsgitter, welches bei diesem Verfahren zur Anwendung kommt, [Seite 84↓]können die subendokardialen und die subepikardialen Myokardanteile separat beurteilt werden. In die Analyse gehen nicht nur die groben Wandbewegungen ein, sondern auch die Dehnungen, die Stauchungen und die Rotationen des Myokardverbandes werden registriert und ausgewertet (Reeder et. al. 2001). Eine derart detailierte Auswertung ist möglich, weil die Analysesoftware Lokalisationsveränderungen der Markierungspunkte von bereits 0,1 mm Strecke erkennt und bewertet (Atalar und McVeigh 1994).
Trotz dieser technischen Verbesserungen in der Funktionsdiagnostik sind auch weiterhin pharmakologisch induzierte Streßuntersuchungen für die Vitalitätsbeurteilung notwendig. Myokard, welches unter Ruhebedingungen eine normale Funktion zeigt, ist vital. Gewebe, welches nach einer ischämischen Periode eine kontraktile Dysfunktion unter Ruhe aufweist, ist von größtem diagnostischem Interesse, denn in diesem Fall muß zwischen vitalem und atvitalem Myokard differenziert werden. Eine Möglichkeit ist die Beurteilung der kardialen Funktion unter Dobutaminstreß.
In Untersuchungen an unterschiedlichen Tiermodellen konnte nachgewiesen werden, dass eine ischämisch bedingte kontraktile Dysfunktion durch Dobutamininfusion kurzfristig überspielt werden kann (Schulz et. al. 1989; Vatner 1980). Minderdurchblutetes und kontraktionsgestörtes Myokard behält seine Ansprechbarkeit auf eine positiv inotrope Stimulation, wobei die Energiebereitstellung anaerob erfolgt und zu einer erneuten Bilanzstörung des Energiestoffwechsels mit Abfall des Kreatininphosphatspiegels und einem Anstieg der Laktatproduktion führt (Schulz et al. 1989).
Stunning und Hibernating beschreiben pathophysiologischen Zustände von funktionsgemindertem, vitalem Herzmuskelgewebe. Beide Formen der Dysfunktion können durch die Gabe von Dobutamin temporär durchbrochen werden und unterscheidet diese von avitalem Gewebe, welches nicht positiv inotrop stimuliert werden kann. Dieses differentialdiagnostische Kriterium liegt der niedrig-dosierten Dobutamin-Streß-Echokardiographie zugrunde, welche in der klinischen Routine ein diagnostisches Standardverfahren darstellt. Bei dieser Methode wird Dobutamin in einer niedrigen Dosierung von 0 - 20 μg/kg Körpergewicht infundiert und die regionale Herzfunktion echokardiographisch überwacht (Cigarroa et. al. 1993). Limitierende Größe ist häufig die Untersuchungsqualität der transthorakalen Echokardiographie, die aufgrund schlechter Schallbedingungen nur eine qualitative Abschätzung der Ventrikelwandbeweglichkeit zuläßt (Simek et. al. 1993). 10 - 15% [Seite 85↓]der Dobutamin-Echokardiographie Studien kann aufgrund einer unzureichenden Qualität nicht verlässlich ausgewertet werden (Geleijnse et. al. 1997). Vergleichende Studien haben nachgewiesen, dass die Streß-MRT eine durchweg bessere Bildqualität aufweist und mit dem Tagging-Verfahren zusätzliche Vorteile bei der regionalen Funktionsanalyse besitzt. Eine aktuelle Gegenüberstellung der Methoden an 208 Patienten konnte belegen, dass die Streß-MRT über eine höhere Sensitivität und Spezifität im Nachweis der koronaren Herzkrankheit verfügt, als die Streß-Echokardiographie (Nagel et. al. 1999).
Diese Ergebnisse aus der Literatur sind konkordant mit den vorgestellten tierexperimentellen Resultaten, welche den Wert der MR-Tagging Funktionsdiagnostik bei der chronischen Form der KHK beschreiben. Alle Funktionsanalysen mit MR-Tagging in Ruhe und unter Dobutamin-Streß waren diagnostisch auswertbar. Im intra- und interindividuellen Vergleich konnte die erhaltene kontraktile Funktion unter Ruhebedingungen nach chronischem LCX-Verschluß genauso eindeutig nachgewiesen werden, wie die fehlende Kontraktilitätsreserve unter Dobutaminstreß.
Auch bei der Messung der myokardialen Perfusion bedient man sich zusätzlicher Streßuntersuchungen, um die Sensitivität des Verfahrens zu steigern (Wilke et al. 1997). Geringgradige Stenosen der Koronararterien besitzen aufgrund der gegebenen Kompensationsmechanismen unter Ruhebedingungen keine hämodynamische Relevanz. Diese Läsionen können der Detektion bei Perfusionsmessungen leicht entgehen und zu einem falsch negativen Untersuchungsergebnis führen. Aus diesem Grund wird die Perfusionsreserve des Myokards bestimmt, die anhand von Durchblutungsmessungen unter Ruhe und Streß ermittelt wird (Wilke et al. 1997). Zur pharmakologischen Steigerung der Perfusion werden Adenosin oder Dipyridamol als Vasodilatatoren intravenös verabreicht. Alternativ ist auch Dobutamin wirksam, welches über die positive Inotropie steigernd auf die Myokardperfusion wirkt. In Situationen der verstärkten Myokardperfusion werden auch relativ geringgradige Koronarstenosen hämodynamisch relevant und lassen sich durch vornehmlich subendokardial lokalisierte Perfusionsdefekte nachweisen (Wilke et al. 1999). Diese Ergebnisse aus der Literatur sind konkordant mit den vorgelegten Perfusionsmessungen, die nach chronischem Verschluß der LCX im Tierversuch erhoben wurden. Unter Ruhebedingungen stellten sich bei den MRFP-Perfusionsmessungen unauffällige Verhältnisse dar und der kollateralisierte Verschluß der Arteria circumflexa war nicht darstellbar. Erst nach Streßinduktion durch die Gabe [Seite 86↓]von 4 μg Dobutamin pro Kilogramm Körpergewicht und Minute konnte eine relative Unterversorgung des Myokards durch den fehlenden Anstieg der Perfusionsreserve nachgewiesen werden. Bei klinischem Verdacht auf eine myokardiale Ischämie und unauffälligen Perfusionsmessungen unter Ruhe, sollten, entsprechend dem szintigraphischem Procedere, additiv Perfusionsmessungen unter Streßbelastung durchgeführt werden (Wilke et al. 1994).
Das sogenannte 'Late Enhancement' stellt einen anderen methodischen Ansatz zur Bestimmung der myokardialen Vitalität dar. Es wurde beobachtet, dass auf T1-gewichteten Aufnahmen, die 10 - 15 Minuten nach Kontrastmittelapplikation angefertigt wurden, eine verstärkte Signalintensität in den Arealen des Herzmuskels nachweisbar gewesen ist, welche ischämisch geschädigt waren (Judd et. al. 1995). Als Ursache für dieses Kontrastierungsphänomen wird ein vermehrter Kontrastmittelübertritt in den interstitiellen Raum mit einem verzögerten Auswascheffekt postuliert (Judd et al. 1995). Unschätzbarer Vorteil dieser Methode ist die einfache Auswertung, die visuell erfolgen kann und keiner Perfusionsberechnungen bedarf. Inwieweit es sich bei der Zone mit verstärkter Kontrastmittelsignalintensität um avitales Gewebe handelt ist derzeit Schwerpunkt der Forschung. Während einige Untersucher nachweisen konnten, dass es sich bei der Zone mit verstärkter Kontrastmittelsignalintensität zu 90% um avitales Gewebe handelt (Judd et al. 1995; Kim et. al. 1999), konnten andere Gruppen zeigen, dass diese Zone eine Dysfunktion aufwies, die reversibel war (Rogers et. al. 1999). Die Ursache für diese kontroversen Beobachtungen liegt wahrscheinlich in der Übergangszone im Randbereich der Läsion, die trotz 'Late Enhancement' noch vital ist. Weitere histopathologische Untersuchungen werden zur Klärung dieses Sachverhaltes beitragen.
Die Voraussetzung des Erfolges der kardialen MRT war die immense Verbesserung der Spulentechnologie, die in den letzten Jahren stattgefunden hat. Erst der Einsatz spezieller Körperoberflächenspulen ermöglichte über eine Verbesserung des Signal-zu-Rausch Verhältnisses die Durchführung der ultraschnellen Bildgebung (Bottomley et. al. 1997). Derzeit sind intravaskuläre Spulen in der Erprobung (Atalar et. al. 1996). Bei der Verwendung derartiger Systeme hätte die MRT zwar ihren nicht-invasiven [Seite 87↓]Charakter verloren, könnte eventuell jedoch die Darstellungsmöglichkeiten der nicht kalzifizierenden arteriosklerotischen Plaque revolutionieren (Atalar et al. 1996). Desweiteren werden Stentsysteme entwickelt, die als aktive, intravaskuläre MR-Spulen fungieren können (Kivelitz et. al. 2001). Auslöschungsartefakte nach Stentimplantation mit fehlender Darstellbarkeit des zugehörigen Gefäßabschnittes würden dann der Vergangenheit angehören.
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Die Stabilität und Reproduzierbarkeit eines bildgebenden Untersuchungsablaufes wird von verschiedenen Faktoren beeinflußt. Durch die klinische Fragestellung werden definierte Anforderungen an die Untersuchungstechnik und an die Scanparameter gestellt. Diese lassen sich nur realisieren, wenn die notwendigen Voraussetzungen bei den entsprechenden Hard- und Software Komponenten des Untersuchungsgerätes gegeben sind und auch der Patientenzustand eine adäquate Umsetzung des Untersuchungsprotokolls erlaubt. Die Reproduzierbarkeit ist von einer weitgehenden Standardisierung der Vorgehensweise abhängig.
Die CT-Koronarangiographie ist im wesentlichen eine besondere Form der CT-Angiographie, die heutzutage bereits bei unterschiedlichen Indikationen diagnostisch zuverlässig eingesetzt wird (Rodenwaldt et al. 1997). Durch die hohen Qualitätsanforderungen an die räumliche und zeitliche Auflösung, sind die notwendigen Untersuchungsparameter nur mit einem Elektronenstrahl-CT oder einem Mehrschicht-Spiral-CT der neuesten Generation aufzubringen. Die CT-Bildgebung ist als diagnostisches Verfahren bei Patienten in kritischem Allgemeinzustand etabliert und hat sich auch bei Intensiv- und Traumapatienten bewährt. Die Kardio-CT wird diesen Anforderungen in gleicher Weise gerecht. Die große Gantryöffnung moderner Geräte und der insgesamt freie Patientenzugang gestatten die Durchführung aller notwendigen intersivmedizinischen Maßnahmen. Einzig kritische Größe ist die Dauer des notwendigen Atemstillstandes, die von der Kooperationsfähigkeit des Patienten sowie von den Oxygenierungs- und Ventilationsbedingungen abhängig gemacht werden muß. Eine vorherige Präoxygenierung durch Gabe von reinem Sauerstoff kann der Atemstillstand signifikant verlängern und die Untersuchung dadurch erleichtern (Enzweiler et. al. 2000). Bei deutlich arrhythmischem Herzschlag, insbesondere bei höherfrequenten Extrasystolen und bei absoluter Arrhythmie kann die Zuordnung der Bilddaten zu den Herzphasen durch das retrospektive Gating oder die Synchronisation der Datenakquisition bei der prospektiven Triggerung schwierig oder sogar unmöglich werden. In diesen Fällen kann keine kardiale CT Untersuchung der Koronargefäße durchgeführt werden.
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Implantierte metallhaltige Fremdkörper führen je nach Dicke und Größe sowie nach Zusammensetzung der unterschiedlichen Legierungen zu Artefakten in der CT. Die Bildstörungen aufgrund von Schrittmachersonden sind begrenzt und überlagern in der Regel nicht die Koronararterien. Implantierbare Kardiodefibrillatoren führen aufgrund ihrer kaliberstärkeren Elektroden zu stärkeren Artefakten in der Schichtbildgebung. Inwieweit hierdurch die diagnostische Aussagekraft der Untersuchung eingeschränkt wird hängt vom Einzelfall und der individuellen Fragestellung ab. Metallhaltige, künstliche Herzklappen lösen ebenfalls Artefaktbildungen aus, deren Ausmaß durch den Konstruktionstyp und den Hersteller bestimmt wird. Bei Zustand nach operativem Ersatz der Aortenklappe können die resultierenden Bildstörungen zu Problemen bei der Beurteilung des Hauptstammes der linken Koronararterie führen.
Die zu fordernde Ortsauflösung steht in Relation zu der klinischen Fragestellung. Bei der Darstellung der Koronargefäße sind die Anforderungen an die Ortsauflösung am größten. Der Hauptstamm der linken Koronararterie weist einen durchschnittlichen Innendurchmesser von 4,5 mm auf (vgl. 3.3., S. 7). Durch die kontinuierliche Kaliberreduktion erreichen die Gefäße in den distalen Segmenten einen Durchmesser im Submillimeterbereich. Zumindest in den proximalen Abschnitten konnte eine gute Korrelation der CT Ergebnisse mit der Katheterangiographie nachgewiesen werden (Achenbach et. al. 2000). Die klinischen Indikationen fordern den Nachweis von stenosierenden Lumeneinengungen und die Beurteilung des Stenosegrades. Sowohl die vorgestellten Ergebnisse, als auch die Resultate aus der Literatur zeigen eine Abhängigkeit der Darstellungsqualität der Koronararterien in Relation zur Segmentgröße und Lokalisation (Herzog et. al. 2001). Insbesondere die kaliberschwachen distalen Koronararteriensegmente sind in der kardialen CT Untersuchung diagnostisch schwierig beurteilbar, da in diesem Bereich die Methode an ihre Auflösungsgrenze stößt. Dieses gilt für die Elektronenstrahl-CT und die Mehrschicht-Spiral-CT in gleicher Weise. Eine Verbesserung der Darstellungsqualität kann nur mit einer Reduktion der Datenkollimationsbreite und einer Steigerung der zeitlichen Auflösung bei zumindest gleichbleibendem oder verbessertem Signal-zu-Rausch Verhältnis erreicht werden. Eine technische Weiterentwicklung der EBCT ist aktuell nicht in Aussicht. Die Einführung der nächsten und übernächsten MSCT-Generation wird dem Untersucher vielfältige neue Möglichkeit eröffnen. Durch die simultane Akquisition von 8, 16 oder 32 Schichten wird sich die Ortsauflösung im Bereich der z-Achse weiter verbessern lassen. Bereits heute sind Untersuchungsgeräte in der technischen Erprobung, die 256 Schichten gleichzeitig abbilden können. Eine weitere [Seite 90↓]Verbesserung der Ortauflösung wird jedoch nur über eine deutliche Erhöhung der Strahlenexposition zu ermöglichen sein. Bei der Festlegung der Untersuchungsparameter darf der Aspekt der Dosis nicht unberücksichtigt bleiben. Zieht man als Maß für die Bildqualität Parameter wie die Standardabweichung (σ) der CT-Werte in einer Teilfläche des Bildes (sog. Bildpunktrauschen), die Schichtdicke und die Ortsauflösung in der Schicht heran, so vermittelt die Brook-Formel den Zusammenhang zur Dosis (D) (Brooks und Di Chiro 1976).
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σ = Bildpunktrauschen B = Schwächungsfaktor μ = Schwächungskoeffizient d = Objektdicke a = effektive Strahlbreite b = Sampleabstand h = Schichtdicke D = Dosis C = Konstante |
Der Gleichung ist zu entnehmen, dass unter der Prämisse unveränderten Rauschens bei Halbierung der Schichtdicke eine Verdopplung der Dosis, die sich proportional zum Strom-Zeit-Produkt verhält, notwendig ist. Die Halbierung der Rauschens erfordert eine Vervierfachung der Dosis. Aufgrund dieses Zusammenhanges zwischen Signal-zu-Rausch Verhältnis, d.h. Bildqualität und Strahlenexposition kann der Untersucher die mit der CT-Untersuchung verbundene Strahlenexposition beeinflussen und trägt somit eine große Verantwortung gegenüber dem Patienten. Die Ortsauflösung ist bei Funktionsuntersuchungen des Herzens nicht der limitierende Faktor. Für die Volumetrie des linken Ventrikels ist die derzeit erreichbare Pixelgröße vollkommen ausreichend.
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Die klinischen Anforderungen an die morphologische Bildgebung der Herzkranzarterien umfassen den Nachweis von Gefäßeinengungen, die Graduierung von Stenosen und die Darstellung von Gefäßwandveränderungen im Rahmen der Arteriosklerose.
Die vorgestellten Untersuchungsergebnisse und die in der Literatur veröffentlichten Resultate belegen übereinstimmend, dass die proximalen Segmente der Herzkranzarterien mit der CT-Koronarangiographie diagnostisch zuverlässig darzustellen sind (Herzog et al. 2001). Die distalen Abschnitte sind jedoch schlechter zu beurteilen, wobei die Ursachen in der limitierten Ortsauflösung und in den komplexen Bewegungsabläufen der Koronararterien liegen. Aufgrund theoretischer Überlegungen könnte die Kardio-CT im Bereich der proximalen und der mittleren Koronararteriensegmente einen klinischen Stellenwert für die nicht-invasive Darstellung stenosierender Koronarerkrankungen erlangen (Herzog et al. 2001). Allerdings ist derzeit der Nachweis von Stenosen mit der CT-Koronarangiographie abhängig von der Lokalisation der Läsion im einzelnen Gefäß und auch von der betroffenen Gefäßprovinz. Anhand der eigenen Erfahrungen erscheint die links anterior deszendierende Herzkranzarterie am besten darstellbar zu sein. Bei dem heutigen Stand der Untersuchungstechnik können Gefäßstenosen im Bereich der distalen Segmente mit einem Lumendurchmesser unter 1,5 mm nicht ausgeschlossen werden (Becker et. al. 2000b).
Aufgrund der technischen Limitationen der CT-Koronarangiographie, die es aktuell noch zu überwinden gilt, ist das Indikationsspektrum der Methode begrenzt. Bei einem neu aufgetretenen klinischen Verdacht auf eine koronare Herzkrankheit kann mit der CT-Koronarangiographie unter den derzeitigen Bedingungen keine Ausschlußdiagnostik durchgeführt werden. Patienten mit Angina pectoris oder Myokardinfarkt sind umgehend der Katheterkoronarangiographie zuzuführen, da diese Methode aufgrund ihrer diagnostischen Zuverlässigkeit und ihrer direkten Interventionsmöglichkeiten weiterhin das Untersuchungsverfahren der ersten Wahl ist.
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Eine heute bereits gesicherte Indikation für die CT-Koronarangiographie ist der Nachweis oder der Ausschluß eines Bypassverschlusses nach CABG. Die proximale Anastomose ist bei regulären Untersuchungsbedingungen in der Regel sicher diagnostisch darstellbar. Anhand der Kontrastmittelverteilung im Bypass kann beurteilt werden, ob der operativ angelegte Umgehungskreislauf offen oder verschlossen ist. Die distale Bypassanastomose stellt aufgrund des schmalen Kalibers weiterhin eine bildgebende Herausforderung dar, ähnlich wie die distalen Segmente der Koronararterien. Der koronare Bypassverschluß ist eine klinische Fragestellung, die nicht-invasiv diagnostiziert werden kann.
Interessant für die CT-Koronarangiographie sind Patienten mit thorakalen Beschwerden, die nicht zwingend einer akuten koronaren Herzkrankheit zugeordnet werden können (Raggi et. al. 2000). In diesen Fällen kann die Kardio-CT als nicht-invasives Verfahren nebenwirkungsarm sowohl eine eventuelle Koronarpathologie der proximalen Gefäßanteile, wie auch eine andere thorakale Ursache nachweisen oder ausschließen, wenn das Untersuchungsprotokoll entsprechend modifiziert ist. Erst längerfristige Ergebnisse werden zeigen können, inwieweit dieses diagnostische Procedere klinische Relevanz besitzt.
Die Darstellung von Gefäßwandveränderungen im Rahmen der Arteriosklerose umfaßt Kalzifikationen, aber auch nicht kalzifizierende Plaques, deren Struktur vornehmlich lipidhaltig und/oder fibrös ist (Stary et. al. 1995). Aus vielfältigen Untersuchungen mit Hilfe der EBCT ist der Stellenwert der quantitativen Analyse koronarer Verkalkungen bekannt. Der negative Vorhersagewert dieser Methode liegt bei 90 - 95%. Das bedeutet, dass eine koronare Herzkrankheit mit großer Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann, wenn keine koronaren Kalzifikationen nachweisbar sind (Agatston et. al. 1990). Vergleichende Studien belegen eine exzellente Übereinstimmung zwischen dem Kalzium-Scorings mit der EBCT und mit der MSCT (Becker et. al. 2001). Aufgrund der gleichen methodischen Vorgehensweise ist davon auszugehen, dass die langjährigen Erfahrungen aus der EBCT auf das MSCT übertragen werden können.
Auch die nicht kalzifizierenden Plaques können mit der kardiale CT zumindest partiell dargestellt werden (Becker et. al. 2000a). Dies ist sicherlich eine der größten Herausforderungen für die nicht-invasive Bildgebung, da bekanntermaßen die plötzliche Ruptur eines nicht kalzifizierenden arteriosklerotischen Plaque zu akuten Gefäßver[Seite 93↓]schlüssen mit Angina pectoris oder einem Myokardinfarkt führen kann. Nach Erkenntnissen aus der Pathophysiologie des akuten Gefäßverschlusses muß davon ausgegangen werden, dass der kritische Anteil eines koronaren Plaque die lumenseitige Fibrose darstellt. Diese hat eine Dicke von ca. 20 μm bis ca. 1mm (Mann und Davies 1996). Um derart detailierte Strukturen zuverlässig nachweisen und quantifizieren zu können, muß die maximale Ortsauflösung der nicht-invasiven Bildgebung deutlich verbessert werden. In diesem Bereich steht die kardiale CT vor den gleichen methodischen Schwierigkeiten, wie bei der Abbildung der distalen Gefäßsegmente der Koronararterien. Die minimale Ausdehnung der Läsionen, verbunden mit schnellen myokardialen Bewegungen, beeinträchtigen eine zuverlässige und reproduzierbare Bildgebung. Erst die technischen Entwicklungen der nächsten Jahre lassen eine deutliche Verbesserung in der Abbildungsqualität erwarten.
Die Bestimmung der linksventrikulären Herzvolumina als Parameter der gobalen Herzfunktion sind mit der kardialen MSCT und der EBCT zuverlässig möglich. Aufgrund der dreidimensionalen Bildakquisition und Datenanalyse unterliegt die kardiale CT nicht den Interpolationsungenauigkeiten zweidimensionaler Verfahren, die ein Rotationsellipsoid als Berechnungsmodell verwenden. Die Echokardiographie und die angiographische Ventrikulographie können Fehlbestimmungen von Schlagvolumina aufweisen, die besonders ins Gewicht fallen, wenn die Form des Herzens vom Ideal des Rotationsellipsoids abweicht (Kuroda et. al. 1994). Die Validität der Funktionsuntersuchungen hängt im wesentlichen von einer suffizienten Kontrastierung des Ventrikellumens sowie der Abgrenzbarkeit der Klappenebene ab. Dementsprechend sollte die Kontrastmittelapplikation auf die individuellen Kreislaufzeiten optimiert werden.
Klinische Relavanz hat z.B. die Bestimmung des Auswurfvolumens vor Bypasschirurgie, da dies ein unabhängiger prädiktiver Faktor für das postoperative Ergebnis darstellt. Die MSCT-Darstellung des Myokards und der Herzbinnenräume über den gesamten Herzzyklus gestatten die Berechnung diverser kardialer Funktionsparameter, wie z.B. dem endsystolischen und enddiastolischen Volumen, dem Schlagvolumen sowie der Ejektionsfraktion aus dem identischen Volumendatensatz, der auch für die CT-Koronarangiographie verwandt wird ohne die erneute Durchführung eines additiven Untersuchungsschrittes oder einer weiteren Strahlenexposition. Dies ist ein Vorteil der die Mehrschicht-Spiral-CT gegenüber der Elektronenstrahl-CT auszeichnet.
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Vorteil der EBCT ist die fehlende Mechanik bei der Erzeugung der Röntgenstrahlen und die damit verbundene Reduktion der Datenakquisitionszeiten auf 50 - 100 ms (vgl. 5.5., S. 20). Für die Durchführung einer CT-Koronarangiographie müssen allerdings auch Aufnahmezeiten von 100 ms eingesetzt werden. Darüber hinaus ist die Öffung der EBCT-Geräte in der Regel weiter als bei herkömmlichen Spiral-CT. Dies ist durch die fehlende Mechanik und der unter Beschleunigung auftretenden Massenkräfte möglich. Die weite Gantryöffnung erlaubt eine schräge Tischpositionierung und somit in einem gewissen Rahmen die Akquisition von primären Transversalschichten in Ausrichtung der kurzen Herzachse (Becker et. al. 1998). Dies erleichtert die Auswertung des Datensatzes bezüglich der Herzfunktion.
Nachteilig bei der Elektronenstrahl-CT ist der nicht veränderbare Röhrenstrom. Die notwendige Strahlendosis, welche sich proprotional zum Strom-Zeit-Produkt verhält, kann nur über die Akquisitionszeiten variiert werden. Insbesondere bei adipösen Patienten kann hierdurch ein ausgeprägtes Bildrauschen auftreten oder alternativ die Kürze der Aufnahmezeiten nicht genutzt werden. Diese Erfahrungen sind mit den vorgestellten Tierversuchsergebnissen konkordant. Es konnte nachgewiesen werden, dass alle Segmente der Koronararterien eine signifikant höhere Konturschärfe aufweisen, wenn die Untersuchung mit dem MSCT durchgeführt worden ist, verglichen mit der EBCT. Die MSCT zeichnet sich gegenüber der EBT durch eine besseres Signal-zu-Rausch Verhältnis aus, welches sich insbesondere bei kleinen Bilddetails entscheidend auf die Bildqualität auswirkt. Hinzu kommt, dass die eingeschränkte Abdeckung des vollen Kreisbogens durch die Detektoren keine echte Spiraldatenaufnahme bei der EBCT erlaubt. Auch dies hat Auswirkungen auf die resultierende Bildqualität. Nach anfänglicher Euphorie beschränkt sich heutzutage das Indikationsspektrum der EBCT auf das Herz, da in anderen Körperregionen eine wesentlich höhere Dosis notwenig ist, um eine Bildqualität zu erreichen, die mit der Spiral-CT vergleichbar ist (Becker et al. 1998).
Die Zeitauflösung der Mehrschicht-Spiral-CT wird durch das retrospektive EKG-Gating verbessert und ist von der Anzahl der zur Verfügung stehenden Gantry-Umläufe und der Herzfrequenz abhängig (vgl. 7.1., S. 61). Die exakte Zeitauflösung kann nur für den Individualfall konkret berechnet werden, doch ist der Vorteil der besseren Zeitauflösung in der EBCT in vielen Fällen nur noch als marginal einzustufen. Auch [Seite 95↓] die prädiagnostische Anwendung eines pharmakologischen β -Blockers ist in der Regel problemlos möglich, sollte die Herzfrequenz nicht in einem diagnostisch optimalen Bereich liegen.
Die vierdimensionale Datenakquisition mit der MSCT zeichnet sich gegenüber der prospektiv getriggerten EBCT durch einen entscheidenen Vorteil aus, welcher die Bildqualität relevant beeinflußt und auch Auswirkungen auf die diagnostische Sicherheit hat. Die einzelnen Abschnitte der Koronararterien weisen bekanntermaßen während der verschiedenen Phasen des Herzzyklus ein unterschiedliches Ausmaß an Bewegung auf, welches zusätzlich noch großen interindividuellen Schwankungen unterworfen ist (vgl. 3.3., S. 7). Aus diesem Grund ist es unmöglich einen einzigen Zeitpunkt im Herzzyklus zur optimalen Darstellung aller Koronararterienabschnitte festzulegen. Bei der MSCT wird ein dreidimensionaler Volumendatensatz des gesamten Herzens für unterschiedliche Phasen des Herzzyklus erhoben, was unter Berücksichtigung der zeitlichen Komponente einer vierdimensionalen Datenakquisition entspricht. Diese Form der Datenaufnahme mit der MSCT gestattet die jeweils beste, d.h. bewegungsärmste Phase für die Bildberechnung eines entsprechenden Koronararterienabschnittes sekundär auszuwählen. Auf diese Weise können aus einem einzigen MSCT Datensatz optimale angiographische Rekonstruktionen für alle Abschnitte der Koronarien erstellt werden. Im Gegensatz dazu kann die einzeitige EBCT-Untersuchung nur eine einzige Phase im kardialen Zyklus erfassen, die entweder zeitlich optimiert für einen bestimmten Gefäßabschnitt akquiriert wird oder einen Qualitätskompromiß für die Darstellung aller Koronararterien darstellen muß.
Die Vorteile der vierdimensionalen, retrospektiv EKG-gegateten Datenakquisition mit der MSCT werden gegenüber der EBCT mit einer vermehrten Strahlenexposition des Patienten erzielt. Der Dosisbereich der Untersuchungen liegt in einem Bereich von ca. 0,3 mSv für eine prospektiv getriggerte Bestimmung koronarer Verkalkungen bis zu ca. 10 mSv für eine dünnschichtige, retrospektiv gegatete CT-Koronarangiographie. Anatomiegerechte Modulationen des Röhrenstroms bei der MSCT und eine Optimierung der Untersuchungsprotokolle werden die notwendige Exposition in naher Zukunft vermindern. Die Methode des anatomisch adaptierten Röhrenstroms basiert auf der Überlegung, dass der benötige Röhrenstrom während einer Gantryrotation zur Erzielung eines hohen Signal-zu-Rausch Verhältnisses nicht konstant sein muß. Dieses wird durch die unterschiedliche Geometrie und Gewebedichten verschiedener Körperregionen und den daraus resultierenden, variablen Strahlenschwächungen begründet. Somit kann der Röntgenstrahl zwischen den einzelnen Abbildungsprojektionen während einer vollständigen Röhrenrotation moduliert [Seite 96↓]werden. Dieses kann zu einer Verringerung des zeitlich gemittelten effektiven Röhrenstroms ohne signifikante Bildqualitätseinbußen führen.
In der Mehrschicht-Spiral-CT ist die applizierte Strahlendosis über die Röhrenstromstärke durch Steuerung des Generators in einem vorgegebenen Bereich einstellbar. Eine Variation der Datenakquisitionszeiten ist ebenfalls möglich, doch wird zur Vermeidung von Bewegungsartefakten immer eine möglichst kurze Aufnahmezeit angestrebt. Daraus folgt, dass die resultierende Bildqualität im Sinne des Bildrauschens direkt beeinflußt werden kann. Somit kann, zumindest in Grenzen, die notwendige Strahlenexposition vom Untersucher an die klinische Fragestellung angepaßt werden. Eine höhere Strahlendosis sollte durch eine verbesserte diagnostische Sicherheit bei der Beantwortung der klinischen Fragestellung gerechtfertigt sein.
Ein wesentlicher Vorteil der Mehrschicht-Spiral-CT ist die universelle Einsatzmöglichkeit der Geräte auch für andere Untersuchungsregionen und Fragestellungen mit den gewohnten Vorteilen der Spiral-CT und der heute üblichen Bildqualität. Dies erlaubt eine wesentlich effizientere Nutzung der Scanner auch außerhalb kardiologischer Fragestellungen. Diese Aspekte haben haben erhebliche Auswirkungen auf die Kosteneffizienz derartiger Investitionen.
Diederzeitigen Limitationen der Mehrschicht-Spiral-CT liegen noch bei der Zeit- und bei der Ortsauflösung. Für eine Verbesserung der Zeitauflösung ist zumindest partiell eine weitere Beschleunigung der Rotationszeit notwendig. Aufgrund der physikalischen Gesetzmäßigkeiten ist hierbei ein exponentieller Anstieg der auftretenden Beschleunigungskräfte zu kompensieren. Dennoch werden heutzutage bereits CT-Scanner mit einer Rotationszeit von 400 ms angeboten und eine weitere Reduktion auf 350 ms für eine volle Rotation erscheint im Bereich des Möglichen. Hiermit sind dann Teilscanrekonstruktionen von 175 bis 200 ms realisiert. Bei Verwendung eines retrospektiven EKG-Gatings und einem Oversampling aus drei Röhrenrotationen kann die Datenakquisition auf 59 ms bis 67 ms verkürzt werden. Damit läge die Zeitauflösung unter der von der Elektronenstrahl-CT bei Verwendung der Volume-Akquisition.
Die Ortsauflösung wird sich, wie oben bereits angesprochen, mit Einführung der nächsten Generationen der MSCT spürbar verbessern. Bei den vorgestellten Tierversuchen konnte eine Ortsauflösung innerhalb der Schicht von 0,35 x 0,35 mm erreicht [Seite 97↓]werden. Mit progredienter Steigerung der simultan untersuchbaren Schichten, wird sich die Voxelgröße in der z-Achse diesen Werten zunehmend annähern. Bei einer weiteren Verbesserung der Detektoren könnte eine isotrope Datenakquisition auf diesem Niveau möglich werden.
Die notwendigen technischen Entwicklungen umfassen zum einen die Verbesserungen der CT-Scanner und zum anderen die Weiterentwicklung der notwendigen Softwareprodukte. Neben leistungsstarken Rekonstruktionsalgorithmen ist der Bedarf an weitgehend automatisierter und bedienerfreundlicher Auswertesofteware groß, welche eine schnelle Datenanalyse in der Routinediagnostik ermöglicht.
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Die Computertomographie und die Magnetresonanztomographie bieten heutzutage ein breites Spektrum nicht-invasiver kardialer Diagnostik an, mit teilweise überlappenden klinischen Indikationen. Insofern wird die methodische Weiterentwicklung beider Verfahren in den nächsten Jahren in einem gewissen motivierenden Wettbewerb stattfinden. Durch die vierdimensionale Datenakquisition in der MSCT und den diversen Methoden der sekundären Rekonstruktionen ist eine morphologische Beurteilung des Herzens möglich. Erst der kommende Einsatz in der klinischen Routine wird die diagnostischen Stärken und Schwächen bei einzelnen klinischen Fragestellungen aufzeigen können. Vorteilhaft sind die einfache Durchführbarkeit der CT, die problemlose Patientenüberwachung sowie die kurzen Untersuchungszeiten, die Vorteile gegenüber der MRT bieten. Nachteilig ist die Notwendigkeit der Kontrastmittelapplikation für eine Differenzierung zwischen Herzhöhlen und Myokard, die schlechtere Gewebedifferenzierung sowie die anfallende Strahlenexposition. Prinzipiell ist es einfacher, für die MRT spezifische Kontrastmittel zu entwickeln, da die inherente Empfindlichkeit gegenüber Kontrastmitteln wesentlich größer ist, als in der CT. Dieses könnte sich längerfristig vorteilhaft für die MRT in Bezug auf die Darstellung der Plaquemorphologie erweisen (Ruehm et. al. 2001).
Die vorgestellten kardialen MR-Studien akuter und chronischer Koronarstenosen mit graduierter Minderdurchblutung des Myokards sowie die vergleichenden CT-Untersuchungen konnten aus Gründen der Ethik und der Reproduzierbarkeit sowie aufgrund des Strahlenschutzes nur tierexperimentell durchgeführt werden. Die Validität der unterschiedlichen Tiermodelle ist in vorausgegangenen Studien belegt worden (Bache and Schwartz 1982; O'Konski et al. 1987; Roth et al. 1987). Die in der Literatur verfügbaren Ergebnisse am Menschen bestätigen in vieler Weise die vorgelegten Daten der tierexperimentellen Messungen (Nagel et al. 1999; Reeder et al. 2001; Wilke and Jerosch-Herold 1998; Wilke et al. 1999).
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