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6  Ausblick

Der Wert der Lebensqualitätsforschung, so wie sie in der klinischen Medizin derzeit zu Anwendung kommt, liegt meines Erachtens vor allem darin, dass sich mit dem Begriff der ‚Lebensqualität’ erstmals überhaupt ein psychologisches Konstrukt in der empirisch fundierten wissenschaftlichen Medizin etablieren konnte und als Outcomeparameter akzeptiert wurde:

“Doctors practicing evidence based medicine will identify and apply the most efficacious interventions to maximize the quality and quantity of life for individual patients.” [Maynard, 97].

Dieses Versprechen der EBM-Working Group klingt recht vollmundig. Es zeigt aber zugleich die Selbstverständlichkeit, mit der das subjektive Wohlergehen der Patienten auch in wissenschaftlicher Hinsicht heute bereits einbezogen wird.

Sicher wäre eine bescheidenere Begriffswahl – etwa das Behandlungsziel auf eine Besserung der ‚erkrankungsspezifischen Beschwerden’ oder des ‚subjektiven Befindens’ zu beschränken – in vielen Fällen hilfreicher und weniger missverständlich. Gleichwohl ist der gedankliche Prozess, der zur Einführung des Begriffs geführt hat, ein entscheidender Schritt für eine Neuorientierung im Selbstverständnis der modernen Medizin.


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11.05.2005