Schneider, Martin Benno Erik : Implantation ballonexpandierbarer Stents zur Therapie von Gefäßstenosen im Kindesalter: Indikationen, Nachsorge und Limitationen

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Kapitel 6. Schlußfolgerung

Die Stent-Implantation ist nicht nur eine effektive Methode zur Behandlung von Gefäßstenosen bei Patienten mit angeborenen Herzfehlern, sondern kann vielmehr dienen zur:

  1. Vorbereitung, Erleichterung oder Ermöglichung von korrigierenden Operationen bei Neugeborenen durch palliativen Stent Einsatz in den Ductus arteriosus, Aortenisthmusstenosen oder in interventionell eröffnete rechtsventrikuläre Ausflußtrakte;
  2. Vermeidung komplexer chirurgischer Eingriffe durch Stent Implantationen in native Aortenisthmusstenosen oder in den Ductus arteriosus bei Patienten mit kritischer Pulmonalstenose oder- atresie mit intaktem Ventrikelseptum;
  3. Verbesserung post-operativer Ergebnisse und damit Verbesserung der langfristigen Prognose durch Beseitigung post-operativer Restenosen, zum Beispiel peripherer Pulmonalstenosen nach operativer Korrektur einer Fallotschen Tetralogie.

Darüber hinaus lassen sich mit Hilfe von Stents komplexe chirurgisch/interventionelle Therapiestrategien verwirklichen (71).

Bei den mittel- bis langfristigen Verläufen nach Stent-Implantation spielen Intima Proliferationen als Ursache möglicher Restenosen im Vergleich zu ihrem Vorkommen in „gestenteten“ Koronararterien eine untergeordnete Rolle. Diese werden selten nach Implantation in Pulmonalstenosen, häufig jedoch im Ductus arteriosus beobachtet. Letztere sind teilweise erwünscht oder aber interventionell durch Redilatation beherrschbar. Intima Proliferationen begrenzen jedoch den therapeutischen Nutzen des Einsatzes von Stents in Pulmonalvenenstenosen. Der zugrundeliegende pathophysiologische Mechanismus ist derzeit noch nicht bekannt. Inwieweit neue Technologien wie durch Medikamente beschichtete Stents (7, 9, 35, 40) oder Stents als Träger radioaktiver Substanzen (5, 43, 72, 188) hier eine erfolgreiche Therapieoption darstellen können, müssen weitere Untersuchungen zeigen.

Die Verwendung ballonexpandierbarer Stents mit der ihnen eigenen Potenz zur Überdilatation läßt ihren Einsatz auch schon im Kleinkindesalter mit der Perspektive zu, sie bis in das


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Erwachsenenalter dem Körperwachstum der Patienten anpassen zu können, zu. Derzeit stehen jedoch keine Stents zur Verfügung, die im Neugeborenenalter implantiert werden können und bis zum Abschluß des Größenwachstums der Patienten eine gefäßstützende Funktion gewährleisten. Neue Stent-Technologien sind daher für den kurativen Einsatz bei Neugeborenen und kleinen Säuglingen erforderlich.


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Wed Oct 23 14:51:24 2002