Schön, Michael R. : Transplantation von Lebern Nicht-Herzschlagender Spender im Schweineleber-Transplantationsmodell

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Kapitel 5. Zusammenfassung

Im ersten Teil der Untersuchungen konnte am Modell der extracorporal perfundierten Schweineleber gezeigt werden, daß die simultane Dialyse des Perfusats zu einer Normalisierung des pH und einer physiologischen Kaliumkonzentration beiträgt. Lebern deren Perfusat dialysiert wurde, wiesen einen geringeren hepatozellulären Schaden und eine verbesserte Leberfunktion auf.

Eingangs wurde die Frage gestellt, ob sich die Methode der normothermen extracorporalen Leberperfusion (NELP) zur Organkonservierung eigne. Um für die Leberperfusion beste Voraussetzungen zu schaffen, wurde eine neue Leberperfusionsmaschine entwickelt. Auf der Überlegung basierend, daß eine normale Leberfunktion physiologische Perfusionsbedingungen benötigt, wurde neben dem integrierten Dialysekreislauf, als zweiter wesentlicher Bestandteil, die von Neuhaus beschriebene Organkammer genutzt. Im Schweinelebertransplantationsmodell konnte gezeigt werden, daß die transplantierten Lebern nach 4 Stunden NELP genauso zuverlässig funktionierten, wie in der Kontrollgruppe nach 4 Stunden Kaltkonservierung in University of Wisconsin Lösung (UW). Die hepatozelluläre Funktion, gemessen an biochemischen Parametern und morphologischer Auswertung, zeigte keine großen Unterschiede. Hingegen wies das Endothel nach NELP einen geringeren Funktionsverlust auf als nach Kaltkonservierung.

Klinisch hat sich die Lebertransplantation als therapeutisches Verfahren zur Behandlung terminaler Lebererkrankungen bewährt. Während die Anzahl der verfügbaren Organspender in den letzten 10 Jahren weitgehend konstant blieb, nahm die Zahl der Patienten auf den Wartelisten kontinuierlich zu. Eine Möglichkeit die Anzahl der Organspender zu steigern, stellt die Nutzung von nicht-herzschlagenden Spendern (NHBD) dar.

Es wurde im gleichen Projekt die Frage untersucht ob die Kaltkonservierung in UW oder die NELP geeignet sei, Lebern von NHBD zu konservieren. Vor Transplantation wurden die Lebern einer einstündigen warmen Ischämie im Spender ausgesetzt. Anschließend wurde -je nach Gruppenzuordnung- entweder sofort, nach vier Stunden UW-Kaltkonservierung oder vier Stunden NELP transplantiert.

Während alle Transplantatempfänger in der UW-Gruppe eine primär nicht funktionierende Leber erhielten und nicht länger als 24 Stunden überlebten, kam es in der NELP-Gruppe zu keinem Leberversagen. Die biochemische Funktionsanalyse und morphologische Auswertung bestätigte den deutlich besseren Zustand der transplantierten Lebern nach NELP. Die Kombination von warmer und kalter Ischämie in der UW-Gruppe führte zu einem histologisch nachweisbaren Verlust des Endothels und ausgeprägten Schäden der intralobulären Architektur.

Die Ergebnisse der vorliegenden Studie geben Anlaß, die NELP als Methode zur Organkonservierung zu berücksichtigen, insbesondere für Organe von nicht herzschlagenden Spendern.


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Thu Aug 15 18:39:25 2002