2 Problemstellung und Zielsetzung

Beide Arten der rekonstruktiv-chirurgischen Therapie skelettaler Defekte, die autogene und die allogene Transplantation haben ihre Grenzen, die nicht zuletzt durch ethische und juristische Probleme gekennzeichnet sind. Deshalb ist die Entwicklung von Knochenersatzmaterialien mit großer Indikationsbreite bei vollständiger Bioverträglichkeit von immanenter Bedeutung für die medizinische Forschung. Diese Knochensubstitute können xenogener oder alloplastischer Herkunft [Seite 8↓]sein.

Die Vielzahl der klinisch anwendbaren Ersatzmaterialien, die biologisch und chemisch differenten Stoffgruppen angehören, erschwert die Überschaubarkeit der Indikationen der Anwendung und der spezifischen Eigenschaften der einzelnen Implantate.

Die Dynamik des Knochenstoffwechsels als Reaktion auf die Transplantation autogenen Knochens oder die Implantation von Knochenersatzmaterialien soll im Tierversuchsmodell anhand objektivierbarer Methoden untersucht werden, um trotz aller gebotenen Zurückhaltung in der Übertragbarkeit tierexperimenteller Ergebnisse auf den Menschen Aussagen für die klinische Anwendung zu diskutieren. Dabei kommen exemplarisch Implantate aus differenten Stoffgruppen zur Anwendung, die bereits in der klinischen Anwendung in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie etabliert sind, aber auch solche, deren experimentelle Forschung die humane Anwendung vorbereiten sollen.

Dabei werden Knochenersatzmaterialien nach ihrer Implantation in knöcherne Defekte, unabhängig von der Qualität des Lagerknochens, untersucht auf

Die Ziele der Anwendungsstudie bestehen in:

In der Betrachtung der Gesamtergebnisse wird die Eignung als Knochenersatzmittel zur Anwendung im kraniofazialen Bereich gewertet. Erkenntnisse zur Dynamik des Knochenstoffwechsels und des Implantatumbaus lassen eine Konkretisierung der Indikationen zur Anwendung der einzelnen Knochenersatzmaterialien zu. Die funktionelle Wertigkeit des rekonstruierten Knochens soll determiniert werden. Aus diesem Grunde werden Rückschlüsse für die klinische Anwendbarkeit in der rekonstruktiven Mund-,Kiefer- und Gesichtschirurgie aufgezeigt.


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31.08.2004