Stoll, Christian: Phänotypische Untersuchungen zur prognostischen Bedeutung Proliferations- und Apoptose-assoziierter Faktoren sowie der Expression von Adhäsionsmolekülen in Plattenepithelkarzinomen der Mundhöhle und des Oropharynx
Phänotypische Untersuchungen zur prognostischen Bedeutung Proliferations- und Apoptose-assoziierter Faktoren sowie der Expression von Adhäsionsmolekülen in Plattenepithelkarzinomen der Mundhöhle und des Oropharynx
Habilitationsschrift

zur Erlangung der Lehrbefähigung für das Fach
Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie

vorgelegt dem Fakultätsrat der Medizinischen Fakultät Charité
der Humboldt-Universität zu Berlin

von Dr. med. Dr. med. dent. Christian Stoll ,
geboren am 23. April 1960 in Lübeck

Präsident: Prof. Dr. jur. Dr. h. c. H. Meyer
Dekan: Prof. Dr. med. Dr. h. c. R. Felix

Eingereicht am: 12. April 2000

Habilitiert am: 06. März 2001

Gutachter:
Prof. Dr. med. Dr. med. dent. E. Dielert
Prof. Dr. med. Dr. med. dent. H. von Domarus

Zusammenfassung

Tumorwachstum ist durch eine Störung des Gleichgewichts zwischen Zellproliferation und Apoptose charakterisiert. Sinn des ersten Teils dieser Untersuchungen war es, die Bedeutung von Proliferations- und Apoptose-assoziierten Faktoren in primären Plattenepithelkarzinomen der Mundhöhle und des Oropharynx bei 107 Patienten zu beurteilen. In neun Fällen wurden auch entsprechende Lymphknotenmetastasen untersucht. Für die Ermittlung der Apoptoseraten wurde eine durch terminale Transferase katalysierte enzymatische Markierung von DNA-Fragmenten verwendet. Die Parameter p53, p90MDM2, p21CIP, p16INK4a, Cyclin D1, pRB, BCL-2, BAX und das Proliferations-assoziierte Antigen Ki-67 wurden immunhistologisch bestimmt.

Der Tumorsuppressor p53 war in den basalen Schichten des in den Tumorpräparaten miterfaßten Epithels abhängig vom Dysplasiegrad vermehrt nachweisbar (p<0,01). Eine positive Korrelation vom p53-Nachweis zum nur in höheren Zellagen zu findenden Antagonisten p90MDM2 ergab sich im dysplastischen und dysplasiefreien Epithel (p<0,05), zum ebenfalls nur in höheren Zellagen erkennbaren Effektormolekül p21CIP nur im dysplastischen Epithel (p<0,05).

Im Tumorgewebe war p53 in etwa der Hälfte der Fälle immunhistologisch nachzuweisen. Positive Fälle waren dabei mit geringeren Apoptoseraten (p<0,003) und einem positiven p90MDM2-Nachweis (p<0,001) verknüpft. Die Apoptoserate war außerdem mit dem BCL-2-Nachweis negativ und dem BAX-Nachweis positiv korreliert (p<0,001). Letzterer zeigte wiederum eine reziproke Beziehung zum immunhistologisch nachweisbaren p53 (p<0,03). Die Antagonisten BCL-2 und BAX wiesen dabei auch eine negative Korrelation zueinander auf (p<0,001). Der BCL-2-Nachweis gelang in etwa einem Drittel der Fälle und zwar häufiger in geringer differenzierten Tumoren als in höher differenzierten Karzinomen (p<0,001), was aus seiner physiologischen Aufgabe resultieren könnte, „Stammzellen“ vor der Apoptose zu bewahren. Sowohl die Proliferation (p<0,006) als auch die Apoptoserate (p<0,03) waren in größeren gegenüber kleineren Tumoren erhöht, auch wenn sich kein direkter Zusammenhang zwischen diesen beiden Parametern ergab. Außerdem war in größeren Tumoren vermehrt pRB zu finden (p<0,002), das wiederum eine positive Korrelation zur Proliferationsaktivität (p<0,001) und zu p53 (p<0,05) zeigte. Der Phosphorylierungsgrad von pRB wird im Zellzyklus unter anderem durch die Konzentration an Cyclin D1 bestimmt, das in metastasierenden Tumoren häufiger zu finden war als in solchen ohne Lymphknotenmetastasen (p<0,001).

In bis zu 29% der 31 Fälle, in denen mehrere verschiedene Blöcke identischer Primärtumoren miteinander verglichen werden konnten, ergaben sich Differenzen zwischen diesen bei der Bestimmung der hier untersuchten Parameter als Zeichen einer intratumoralen Heterogenität, die die Bedeutung der Feldkanzerisierung für diese Tumorentität unterstreicht. Auch zu den entsprechenden Lymphknotenmetastasen wurden vereinzelt Unterschiede gefunden, die aber keine Systematik im Sinne einer Expressionsänderung dieser Parameter im Laufe des Metastasierungsprozesses erkennen ließen. Im Gegensatz zum konventionellen Tumor-Grading und -Staging zeigte keiner der in diesem Teil der Arbeit bestimmten Parameter einen signifikanten Einfluß auf das Überleben und Rezidiv-freie Überleben der Patienten mit manifesten Plattenepithelkarzinomen der Mundhöhle und des Oropharynx. Lediglich ein positiver BAX-Nachweis und eine hohe Proliferationsrate hatten tendenziell einen negativen Einfluß auf die Prognose. Während einer Expressionsänderung dieser Faktoren also eher eine Relevanz in frühen Stadien der Kanzerogenese zukommt, könnten im Rahmen der Progression von manifesten Tumoren vielmehr andere Faktoren wie Adhäsionsmoleküle eine prognostische Bedeutung besitzen, die im zweiten Teil dieser Arbeit untersucht wurden.

Beim immunhistologischen Nachweis von E-Cadherin war im Epithel außerhalb der Plattenepithelkarzinome ausnahmslos eine membranöse Färbung der Zellen im Stratum spinosum und granulosum erkennbar. Im Tumorgewebe war diese Färbung keineswegs immer auf die Zellmembran beschränkt. In 20,9% ergab sich im Zytoplasma eine vergleichbare Färbung und in 14,3% überwog sogar die zytoplasmatische Färbungsintensität. Eine prognostisch negative, wenn auch nicht signifikante Bedeutung für das Überleben und Rezidiv-freie Überleben hatte aber nur der in 15,4% der Fälle gefundene vollständige Verlust der E-Cadherin-Expression im Tumorgewebe.

Auch die durch die varianten Exons V4, V5, V6, V7 und V9 kodierten und durch alternatives Spleißen der prä-mRNA nur bei bestimmten Isoformen des Adhäsionsmoleküls CD44 exprimierten Polypeptidabschnitte konnten mit Hilfe von spezifischen monoklonalen Antikörpern im gesamten Epithel außerhalb der Plattenepithelkarzinome nachgewiesen werden. Im Tumorgewebe war eine Expressionsminderung gegenüber dem Epithel für die Isoformen CD44v4, CD44v5 und CD44v6 nur in einzelnen Fällen von gering differenzierten Karzinomen zu finden. CD44v7 und CD44v9 waren in 13,2% und 34,1% der Fälle häufiger vermindert. Diese Expressionsminderungen zeigten einen signifikant negativen Einfluß sowohl auf das Überleben als auch auf das Rezidiv-freie Überleben der Patienten nach Kaplan und Meier (CD44v7: p<0,05; CD44v9: p<0,02). Die Expressionsminderung von CD44v9 war dabei signifikant mit einem höheren Tumor-Grading verknüpft (p<0,001). Eine Verminderung der Expression von mindestens einer der hier untersuchten CD44-Isoformen im Tumorgewebe gegenüber dem Epithel war in insgesamt 39,4% der Fälle zu finden, in denen das Überleben (p<0,002) und Rezidiv-freie Überleben (p<0,005) der Patienten nach Kaplan und Meier signifikant gegenüber den übrigen Patienten verkürzt war. In einer multivariaten Analyse des Überlebens nach Cox unter Einschluß der Parameter Tumorgröße und -infiltration pT, Lymphknotenmetastasierung pN, histologisches Tumor-Grading G und Verminderung der Expression von mindestens einer der hier untersuchten CD44-Isoformen im Tumorgewebe waren nur pT (Wald-Statistik: W=5,24; p<0,03), pN (W=9,48; p<0,003) und die Bestimmung der Expression der CD44-Isoformen (W=9,67; p<0,002) unabhängige Prognosefaktoren. Für das Rezidiv-freie Überleben hatten in diesem Modell nur die Lymphknotenmetastasierung pN (W=4,72; p<0,03) und die CD44-Expression (W=6,14; p<0,02) unabhängige prognostische Bedeutung. Somit stellen in diesem Tumorkollektiv Veränderungen der Expression von Adhäsionsmolekülen auf der Oberfläche von Tumorzellen gegenüber dem Epithel prognostisch bedeutsame Ereignisse im Verlauf der Tumorprogression dar.

Schlagwörter:
Plattenepithelkarzinom, Prognose, Apoptose, Adhäsionsmoleküle

Summary

Tumour growth is characterized by an imbalance between cell proliferation and apoptosis. The aim of the first part of this study was to estimate the importance of proliferation- and apoptosis-associated factors in primary squamous cell carcinomas of the oral cavity and the oropharynx obtained from 107 patients. In nine cases also corresponding lymph node metastases were examined. DNA-fragments were marked enzymaticly catalysed by a terminal transferase reaction for the recognition of apoptosis. The parameters p53, p90MDM2, p21CIP, p16INK4a, cyclin D1, pRB, BCL-2, BAX, and the proliferation-associated antigen Ki-67 were determined immunohistochemically.

The tumour suppressor p53 was mainly detectable in the basal cell layers of the epithelium included in the tumour specimens additionally depending on the grade of dysplasia (p<0.01). A positive correlation of p53 to its antagonist p90MDM2, recognizable only in higher cellular layers, was found in the dysplastic and non-dysplasic epithelium (p<0.05), to the effector molecule p21CIP, limited to the higher cellular layers as well, only in the dysplastic epithelium (p<0.05).

P53 was recognized immunohistochemically in about half of the cases of tumour tissue. Positive cases were associated with lower apoptosis (p<0.003) and a positive p90MDM2-detection (p<0.001). In addition, apoptosis was correlated negatively with BCL-2- and positively with BAX-measurements (p<0.001). Latter one showed in turn a reciprocal relationship to the immunohistochemically provable p53 (p<0.03). The antagonists BCL-2 and BAX demonstrated a negative correlation to each other (p<0.001). The detection of BCL-2 succeeded in approximately a third of all cases and more frequently indeed in less well-differentiated tumours than in more well-differentiated carcinomas (p<0.001), what might correspond to its physiological function of preserving stem cells from apoptosis. Both proliferation (p<0.006) and apoptosis (p<0.03) were increased in larger tumours even if no direct connection between these two parameters resulted. In addition, pRB was predominately found in larger tumours (p<0.002) and showed a positive correlation to the proliferation activity (p<0.001) and to p53 (p<0.05). The grade of pRB-phosphorylation in the cell cycle depends on the concentration of cyclin D1 which was found more frequently in metastasizing tumours than in such without lymph node metastases (p<0.001).

A variance among these results was detectable in up to 29% of the 31 cases in which several distinct blocks of identical primary tumours could be compared with each other as a signs of an intratumoural heterogeneity which underlines the importance of a multifocal cancerogenesis for this tumour entity. Additionally differences to the corresponding lymph node metastases were found which would not let recognize any systematics, however, in the sense of a changed expression of these parameters in the course of the metastatic spread. Unlike the conventional tumour-grading and -staging none of the parameters tested in this part of the study showed a significant influence on the survival and recurrence-free survival of the patients with apparent squamous cell carcinomas of the oral cavity and the oropharynx. Only a positive BAX-determination and a high proliferation rate had tendentially a negative influence on prognosis. While a relevancy is therefore rather coming up to a changed expression of these factors in early stages of the cancerogenesis, other factors as adhesion molecules could have a prognostic importance that were examined in the second part of this study within the framework of the progression of manifest tumours.

By the immunohistochemical detection of E-cadherin a membranous staining of the cells was recognizable without exception in the prickle-cell and granular layers of the epithelium outside of the squamous cell carcinomas. In the tumour tissue this staining was not always limited to the cell membranes. A comparable staining was found in 20.9% of the cases in the cytoplasm and in 14.3% even the cytoplasmic staining intensity predominated. A prognostically negative, but not significant importance for the survival and recurrence-free survival had, however, only the complete loss the E-cadherin expression in the tumour tissue discovered in 15.4% of the cases.

Similarly, the polypeptide sections coded by the various exons V4, V5, V6, V7, and V9 and expressed after alternative splicing of the pre-mRNA only in specific isoforms of the adhesion molecule CD44 were verified in the entire epithelium outside of the squamous cell carcinomas by means of specific monoclonal antibodies. In the tumour tissue a reduced expression of the isoforms CD44v4, CD44v5, and CD44v6 compared with the epithelium was found only in individual cases of less well-differentiated carcinomas. CD44v7 and CD44v9 were decreased more frequently in 13,2% and 34,1% of the cases. This diminished expression showed a significantly negative influence both on the survival and the recurrence-free survival of the patients according to Kaplan and Meier (CD44v7: p<0.05; CD44v9: p<0.02). The decreased expression of CD44v9 was associated with a higher tumour-grading significantly (p<0.001). A diminution of the expression of at least one or more of the here examined CD44 isoforms in the tumour tissue compared with the epithelium was provable in 39,4% of all cases, in which the survival (p<0.002) and recurrence-free survival (p<0.005) of the patients according to Kaplan and Meier was reduced significantly as against the other patients. In a multivariate analysis of the survival according to Cox under inclusion of the parameters tumour-size and -infiltration as pT, formation of lymph node metastases as pN, histopathological tumour-grading as G, and a decrease of the expression of at least one of the here examined CD44 isoforms in the tumour tissue only pT (Wald-statistics: W=5.24; p<0.03), pN (W=9.48; p<0.003), and the expression of the CD44 isoforms (W=9.67; p<0.002) were independent prognostic factors. For the recurrence-free survival only the lymphatic spread as pN (W=4.72; p<0.03) and the CD44 expression (W=6.14; p<0.02) showed an independent prognostic importance in this model. Thus, alterations of the expression of adhesion molecules on the surface of tumour cells compared with the epithelium represent prognostically important events during the tumour progression in this collective.

Keywords:
squamous cell carcinoma, prognosis, apoptosis, adhesion molecules


Seiten: [8] [9] [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [21] [22] [23] [24] [25] [26] [27] [28] [29] [30] [31] [32] [33] [34] [35] [36] [37] [38] [39] [40] [41] [42] [43] [44] [45] [46] [47] [48] [49] [50] [51] [52] [53] [54] [55] [56] [57] [58] [59] [60] [61] [62] [63] [64] [65] [66] [67] [68] [69] [70] [71] [72] [73] [74] [75] [76] [77] [78] [79] [80] [81] [82] [83] [84] [85] [86] [87] [88] [89] [90] [91] [92] [93] [94] [95] [96] [97] [98] [99] [100] [101] [102] [103] [104] [105] [106] [107] [108] [109] [110] [111] [112] [113] [114] [115] [116] [117] [118] [119] [120] [121] [122] [123]

Inhaltsverzeichnis

TitelseitePhänotypische Untersuchungen zur prognostischen Bedeutung Proliferations- und Apoptose-assoziierter Faktoren sowie der Expression von Adhäsionsmolekülen in Plattenepithelkarzinomen der Mundhöhle und des Oropharynx
1 Einleitung
1.1Tumorinzidenz und Mortalität
1.2Biologische Grundlagen der Kanzerogenese
1.2.1Regulation des Zellzyklus
1.2.2P53 als „Wächter des Genoms“
1.2.3Inaktivierungsmechanismen von p53
1.2.4Regulation der Cyclin-abhängigen-Kinasen
1.2.5Das Retinoblastoma-Gen
1.2.6Regulation der Apoptose
1.2.7Die BCL-2 Familie
1.2.8Maligne Progression
1.2.9E-Cadherin
1.2.10CD44
2 Patienten
2.1Klinische Befunde und Therapieverfahren
2.2Tumornachsorge
2.3Pathoanatomische Befunde
2.3.1Staging
2.3.2Grading
2.3.3Stadieneinteilung
2.3.4Dysplasiegrade im Epithel
3 Material und Methoden
3.1Histologische Präparate
3.2Immunhistologische Nachweismethoden
3.2.1P53
3.2.2P90MDM2
3.2.3P21CIP
3.2.4P16INK4a
3.2.5Cyclin D1
3.2.6PRB
3.2.7BCL-2
3.2.8BAX
3.2.9E-Cadherin
3.2.10CD44
3.2.11Ki-67
3.3Apoptosenachweis
3.4Statistische Methoden
4 Ergebnisse
4.1Immunhistologische Nachweismethoden
4.1.1P53
4.1.2P90MDM2
4.1.3P21CIP
4.1.4P16INK4a
4.1.5Cyclin D1
4.1.6PRB
4.1.7BCL-2
4.1.8BAX
4.1.9E-Cadherin
4.1.10CD44
4.1.11Ki-67
4.2Apoptosenachweis
5 Diskussion
5.1Klinische und kausale Aspekte der Kanzerogenese
5.2Regulation von Zellzyklus und Apoptose
5.2.1P53 und die assoziierten Parameter p90MDM2 und p21CIP
5.2.2PRB und assoziierte Parameter
5.2.3Proliferation und Apoptose
5.3Adhäsionsmoleküle
5.3.1E-Cadherin
5.3.2CD44
Bibliographie Literaturverzeichnis
Danksagung
Lebenslauf

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Lokalisationen der untersuchten primären Plattenepithelkarzinome.
Tab. 2: Verteilung der in unterschiedlicher Anzahl vorhandenen, insgesamt 156 Paraffinblöcke von Primärtumoren und zugehörigen Lymphknotenmetastasen von 107 Patienten.
Tab. 3: Sowohl im dysplasiefreien Epithel (Chi-Quadrat-Test: p<0,05) und dysplastischen Epithel (Chi-Quadrat-Test: p<0,02) außerhalb der invasiv wachsenden Tumoren als auch im Tumorgewebe (Gamma-Test: p<0,001) war eine signifikant positive Korrelation zwischen dem immunhistologischen Nachweis von p53 und p90MDM2 nachweisbar.
Tab. 4: Das p90MDM2 war in höher differenzierten Tumoren (G1) signifikant häufiger nachweisbar als in geringer differenzierten (G3, Gamma-Test: p<0,005).
Tab. 5: Zwischen dem immunhistologischen Nachweis von p53 und p21CIP ergab sich nur im dysplastischen Epithel (Chi-Quadrat-Test: p<0,05), nicht dagegen im dysplasiefreien Epithel (Chi-Quadrat-Test) und im Tumorgewebe (Gamma-Test) ein signifikant positiver Zusammenhang.
Tab. 6: P16INK4a war zwar in höher differenzierten Tumoren (G1) öfter nachweisbar als in geringer differenzierten (G3), dieser Zusammenhang war aber statistisch nicht signifikant (Gamma-Test).
Tab. 7: Zwischen dem Nachweis von Cyclin D1 und p21CIP ergab sich im Tumorgewebe ein signifikant positiver Zusammenhang (Gamma-Test: p<0,001).
Tab. 8: Cyclin D1 war in metastasierenden Tumoren (pN1 und pN2) häufiger nachweisbar als in nicht metastasierenden (pN0, Gamma-Test: p<0,001).
Tab. 9: Zwischen dem immunhistologischen Nachweis von pRB und P53 ergab sich im Tumorgewebe ein signifikant positiver Zusammenhang (Gamma-Test: p<0,05).
Tab. 10: PRB war in größeren und die Nachbarstrukturen infiltrierenden Tumoren signifikant häufiger nachweisbar als in kleineren Tumoren ohne Infiltration von benachbarten Strukturen (Gamma-Test: p<0,002).
Tab. 11: BCL-2 war in geringer differenzierten Tumoren gegenüber höher differenzierten Tumoren vermehrt nachweisbar (Gamma-Test: p<0,001).
Tab. 12: Zwischen dem immunhistologischen Nachweis von BAX und p53 im Tumorgewebe ergab sich eine signifikant negative Korrelation (Gamma-Test: p<0,03).
Tab. 13: Zwischen dem immunhistologischen Nachweis von BAX und Cyclin D1 war im Tumorgewebe ein signifikant positiver Zusammenhang nachweisbar (Gamma-Test: p<0,05).
Tab. 14: Die immunhistologischen Nachweisergebnisse von BAX und BCL-2 im Tumorgewebe waren negativ miteinander korreliert (Gamma-Test: p<0,001).
Tab. 15: Auswahl humanpathogener Kanzerogene.

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Plattenepithelkarzinom im Mundbodenbereich. Neben dem teilweise exophytischen, exulzerierten Tumor (Grüner Pfeil) erkennt man ein leukoplakisches Areal in unmittelbarer Nähe dazu (Gelber Pfeil).
Abb. 2: Der Zellzyklus wird in den einzelnen Phasen der Mitose (M) und Interphase (G1, S, G2) durch Cycline und Cyclin-abhängige-Kinasen (CDK) gesteuert. Im Verlauf der Interphase wird das Retinoblastoma-Gen-Protein (pRB) durch die CDK phosphoryliert (P). Als Alternative zum Verbleib im Zellzyklus können die Zellen in die G0-Phase und weiter in die Phase der terminalen Differenzierung (GT) eintreten, aus der ein Wiedereintritt in den Zellzyklus nicht möglich ist. Am Ende der G1-Phase vor Eintritt in die S-Phase befindet sich der Kontrollpunkt von p53, wo bei im Genom geschädigten Zellen der Zellzyklus solange gestoppt wird, bis der genetische Schaden repariert ist oder die Zellen der Apoptose anheimfallen.
Abb. 3: Das 20303 Basenpaare große Gen TP53 befindet sich auf dem kurzen Arm von Chromosom 17 und besteht aus 11 Exons (E1-E11) getrennt durch die entsprechenden Introns (I1-I10), von denen das erste Exon gar nicht und das zweite und elfte nur teilweise für das aus 393 Aminosäuren bestehende Phosphoprotein p53 mit einer Molekülmasse von 53 kD kodieren. Es gibt fünf im Verlauf der Vertebraten-Evolution hochkonservierte Abschnitte (I-V) im p53, von denen vier (II-V) im Bereich der sequenzspezifischen DNA-Bindungsdomäne liegen. In diesen sogenannten „hotspots“ treten am häufigsten Missense-Mutationen auf. Gekennzeichnet sind die verschiedenen Phosphorylierungsstellen (P) durch DNA-Proteinkinasen (DNA-PK), Caseinkinasen I und II (CKI und CKII), Cyclin-abhängige-Kinasen (CDK) und Proteinkinase C (PKC), funktionelle Domänen und Proteinbindungsstellen durch p90MDM2 sowie die viralen Proteine E1B des Adenovirus, Typ 5, großes T-Antigen des SV40-Papovavirus und E6 der humanen Papillomaviren 16 und 18.
Abb. 4: Das p53 formt über seine Oligomerisierungs-domäne stabile Tetramere und aktiviert durch Bindung seiner sequenzspezifischen DNA-Bindungsdomäne an die entsprechenden DNA-Abschnitte (Promotor) die Transkription von Zielgenen. Bei Verlust von p53-Allelen oder Nonsense-Mutationen, die ein trunkiertes p53-Phosphoprotein zur Folge haben, das nicht in der Lage zur Tetramerisierung und Transaktivierung ist, kommt es zu einer verminderten oder fehlenden Transkription der Zielgene. Eine Missense-Mutation führt über den Einbau von veränderten p53-Monomeren in die dann in der Gesamtkonformation veränderten Tetramere ebenfalls zu einer fehlenden Transkriptionsaktivierung. Auch eine Bindung von zellulären Proteinen wie p90MDM2 und viralen Proteinen wie E6 aus den humanen Papillomaviren 16 und 18 hemmt die Transaktivierungsfunktion.
Abb. 5: Das p53 bildet mit dem p90MDM2 einen negativen Rückkopplungsmechanismus, in dem p53 einerseits die Synthese von p90MDM2 induziert, andererseits nach Bindung an p90MDM2 Ubiquitin-abhängig abgebaut wird. Durch Induktion von p21CIP werden die Cyclin-abhängigen-Kinasen 2, 4 und 6 (CDK2/4/6) inhibiert, die durch Cycline gesteuert über eine Phosphorylierung (P) des Retinoblastoma-Gen-Phosphoproteins pRB für eine Aktivierung des Transkriptionsfaktors E2F sorgen. Weitere Inhibitoren für CDK2/4/6 sind p27CIP und für CDK4/6 p16INK4a und p15INK4b. P53 induziert weiterhin BAX, das die Apoptose fördert, und hemmt indirekt die Synthese von BCL-2, das die p53-abhängige Apoptose verhindert.
Abb. 6: Morphologische Veränderungen im Verlauf der Apoptose: blasige Veränderung der Plasma- und Kernmembran, Schrumpfung der Zelle, Kondensierung und Fragmentierung des Chromatins, Entstehung von Apoptosekörpern, die von Makrophagen und benachbarten Zellen ohne Entzündungsreaktion phagozytiert werden.
Abb. 7: Die wichtigsten Mitglieder der BCL-2 Familie, die mindestens 15 strukturell verwandte Proteine umfaßt, die zum Teil die Apoptose hemmen, zum Teil fördern. Alle Mitglieder dieser Familie besitzen mindestens eine von vier im Laufe der Vertebraten-Evolution konservierten BCL-2-Homologiedomänen (BH1-BH4).
Abb. 8: Formaler Ablauf der Kanzerogenese in ihren drei Phasen.
Abb. 9: Formaler Ablauf der Infiltration, Destruktion und Metastasierung von malignen Tumoren.
Abb. 10: Schematischer Aufbau von E-Cadherin, das durch ein 16 Exons (E1-E16) umfassendes Gen auf dem langen Arm von Chromosom 16 kodiert wird. Der extrazelluläre Anteil ist in fünf repetitive Domänen untergliedert, deren N-terminale das für alle klassischen Cadherine gemeinsame Bindungsmotiv aus den drei Aminosäuren Histidin (His), Alanin (Ala) und Valin (Val) enthält. Die Zusammenlagerung von E-Cadherin-Monomeren zu Dimeren setzt die Bindung von Ca++-Ionen voraus. Die zytoplasmatische Domäne geht eine direkte Bindung mit beta-Catenin oder Plakoglobin (gamma-Catenin) ein, alpha-Catenin bildet die Brücke zu intrazellulären Aktinfilamenten des Zytoskeletts.
Abb. 11: Das Gen für die als CD44 bezeichnete Gruppe heterogener Glykoproteine befindet sich auf dem kurzen Arm von Chromosom 11 und besteht aus 20 Exons. Die Heterogenität der Gruppe ist durch alternatives Spleißen der prä-mRNA bedingt. Die extrazelluläre Region umfaßt die Standard-Exons S1-S7 und verschiedene Anteile der varianten Exons V2-V10, die transmembranöse Domäne das Standard-Exon S8 und die zytoplasmatische Region entweder das für 3 Aminosäuren kodierende Standard-Exon S9 oder das für 70 Aminosäuren kodierende Standard-Exon S10. Aufgrund eines Stop-Codons wird das variante Exon V1 beim Menschen nicht transkribiert.
Abb. 12: Altersverteilung der 107 untersuchten Patienten aufgeschlüsselt nach dem Geschlecht zum Zeitpunkt ihrer primären Operation.
Abb. 13: Altersverteilung zum Zeitpunkt der primären Operation aufgeschlüsselt nach Tabakabusus für die 89 Patienten, für die eine gesicherte Anamneseerhebung für diesen Gesichtspunkt vorlag.
Abb. 14: Überleben und Rezidiv-freies Überleben der Patienten in Abhängigkeit von der Tumorlokalisation: MB ant = Mundbodenschleimhaut anterior; MB lat = Mundbodenschleimhaut lateral; OK = Gingiva oder Mukosa im Oberkieferbereich; Oroph = Schleimhaut im Oropharynx; UK = Gingiva oder Mukosa im Unterkieferbereich; Wange = Wangenschleimhaut; Zunge = Zungenschleimhaut.
Abb. 15: TNM-Klassifikation (Staging) der Primärtumoren und der regionären Lymphknoten.
Abb. 16: Die Tumorgröße und -infiltration zeigte einen signifikanten Einfluß auf das Überleben (p<0,01) und Rezidiv-freie Überleben (p<0,03) der Patienten (Kaplan-Meier).
Abb. 17: Die Lymphknotenmetastasierung zeigte einen signifikanten Einfluß auf das Überleben (p<0,001) und Rezidiv-freie Überleben (p<0,001) der Patienten (Kaplan-Meier).
Abb. 18: Histopathologisches Grading der Primärtumoren.
Abb. 19: Das histopathologische Grading zeigte einen signifikanten Einfluß auf das Überleben (p<0,01) und Rezidiv-freie Überleben (p<0,02) der Patienten (Kaplan-Meier).
Abb. 20: Eingruppierung der Patienten in Tumorstadien.
Abb. 21: Die Eingruppierung der Patienten in Tumorstadien zeigte einen signifikanten Einfluß auf das Überleben (p<0,001) und Rezidiv-freie Überleben (p<0,001) der Patienten (Kaplan-Meier).
Abb. 22: Maximale Dysplasiegrade im Epithel außerhalb des infiltrierend wachsenden Tumorgewebes bei den 93 Patienten, bei denen entsprechendes Epithel in den Präparaten miterfaßt war.
Abb. 23: Immunhistologischer Nachweis eines Antigens im histologischen Gewebspräparat nach der Biotin-Streptavidin-Amplified-Methode (BSA). Nach Freilegung der antigenen Determinanten des nachzuweisenden Antigens erfolgt zuerst die Bindung eines Primärantikörpers an das Antigen. Der Nachweis dieses Antikörpers wird mit einem weiteren, gegen den Primärantikörper gerichteten biotinylierten Antikörper durchgeführt. An das Biotin bindet sich Streptavidin, das vier hochaffine Bindungsstellen für Biotin besitzt (Dissoziationskonstante = 10-15 M) und mit einem Enzym konjugiert ist. Durch dieses Enzym wird abschließend ein farbloses, wasserlösliches Chromogen und Substrat in einen wasserunlöslichen Farbstoff umgesetzt.
Abb. 24: Immunhistologischer Nachweis eines Antigens im histologischen Gewebspräparat nach der alkalische-Phosphatase-anti-alkalische-Phosphatase-Methode (APAAP). Nach Freilegung der antigenen Determinanten des nachzuweisenden Antigens erfolgt zuerst die Bindung eines murinen Primärantikörpers an das Antigen. Ein gegen murine Antikörper gerichteter Brückenantikörper bildet die Verbindung zu einem murinen anti-alkalische-Phosphatase-Antikörper, der wiederum an die alkalische Phosphatase bindet (APAAP-Komplex). Es folgt ein weiterer anti-alkalische-Phosphatase-Antikörper, ein Brückenantikörper und ein weiterer APAAP-Komplex. Durch die alkalische Phosphatase wird abschließend ein farbloses, wasserlösliches Chromogen und Substrat in einen wasserunlöslichen Farbstoff umgesetzt.
Abb. 25: Die Endprodukte des DNA-Abbaus im Rahmen der Apoptose sind nukleosomale DNA-Fragmente in der Größe von etwa 180 Basenpaaren. Zum Nachweis werden an diese DNA-Fragmente Digoxigenin-markierte Nukleotide enzymatisch mit Hilfe einer terminalen Desoxynukleotidyl-Transferase-Reaktion, die sequenzunabhängig die Polymerisation von Desoxyribonukleotidtriphosphaten an 3‘-OH-Enden von doppel- und einzelsträngiger DNA katalysiert, polymerisiert. Die hier verwendeten Nukleotide bilden ein Heteropolymer aus Digoxigenin-markiertem Desoxyuridintriphosphat (dUTP) und Desoxyadenosin-triphosphat in einer Konformation, die eine Erkennung des Digoxigenins durch anti-Digoxigenin-Antikörper besonders gut zuläßt. Diese Antikörper sind mit Peroxidase konjugiert, durch die abschließend ein farbloses, wasserlösliches Chromogen und Substrat in einen wasserunlöslichen Farbstoff umgesetzt wird.
Abb. 26: Der immunhistologische Nachweis von p53 war im Epithel außerhalb des invasiv wachsenden Tumorgewebes vorwiegend im dysplastischen Epithel zu finden und beschränkte sich bevorzugt auf das Stratum basale (Gelber Pfeil). Wenn nur ein Teil der Zellkerne im Tumorgewebe positiv reagierte, waren es immer die in den äußeren, weniger ausdifferenzierten Zellagen, während die inneren, reiferen Zellen negativ waren (Grüner Pfeil). Immunhistologische Färbung (Primärantikörper: p53, Ab-6, OP43, Klon DO-1 / Chromogen: Fast-Red / Gegenfärbung: Hämalaun); Originalvergrößerung: 100x.
Abb. 27: Zwischen dem höchsten Dysplasiegrad (Cis = Carcinoma in situ) und dem immunhistologischen Nachweis von p53 gab es im Epithel außerhalb des invasiv wachsenden Tumorgewebes einen signifikant positiven Zusammenhang (Mann-Whitney U-Test: p<0,01).
Abb. 28: Der immunhistologische Nachweis von p53 im Tumorgewebe war in 48,6% der Fälle komplett negativ und in 44,9% der Fälle in mindestens zwei Drittel der Tumorzellkerne positiv. Bei 6,5% der Tumoren gab es eine partielle Färbung der Tumorzellkerne.
Abb. 29: Das p53 war bei männlichen Patienten signifikant häufiger im Tumorgewebe nachweisbar als bei weiblichen (Mann-Whitney U-Test: p<0,05). Eine tendenziell erkennbare positive Korrelation zwischen dem Nachweis von p53 im Tumorgewebe und dem Alkohol- und Tabakabusus war dagegen statistisch nicht signifikant (Mann-Whitney U-Test).
Abb. 30: Der immunhistologische Nachweis von p53 im Tumorgewebe zeigte weder einen signifikanten Einfluß auf das Überleben noch auf das Rezidiv-freie Überleben der Patienten (Kaplan-Meier).
Abb. 31: Beim immunhistologischen Nachweis im hier gezeigten dysplastischen und auch im dysplasiefreien Epithel außerhalb des invasiv wachsenden Tumorgewebes war p90MDM2 bevorzugt in den höheren Zellagen wie dem Stratum spinosum und granulosum, aber nicht im Stratum basale zu finden (Gelber Pfeil). Wenn nur ein Teil der Zellkerne im Tumorgewebe positiv reagierte, waren es immer die der inneren, reiferen Zellen, während die äußeren, weniger ausdifferenzierten Zellagen negativ waren (Grüner Pfeil). Immunhistologische Färbung (Primärantikörper: MDM2, Ab-1, OP46, Klon IF2 / Chromogen: Fast-Red / Gegenfärbung: Hämalaun); Originalvergrößerung: 100x.
Abb. 32: Beim immunhistologischen Nachweis von p90MDM2 gab es im Epithel außerhalb des invasiv wachsenden Tumorgewebes keinen signifikanten Zusammenhang zum Dysplasiegrad (Mann-Whitney U-Test).
Abb. 33: Der immunhistologische Nachweis von p90MDM2 im Tumorgewebe war in 27,1% der Fälle komplett negativ und in 17,8% der Fälle in mindestens zwei Drittel der Tumorzellkerne positiv. Bei 55,1% der Tumoren gab es eine partielle Färbung der Tumorzellkerne.
Abb. 34: Der immunhistologische Nachweis von p90MDM2 im Tumorgewebe zeigte weder einen signifikanten Einfluß auf das Überleben noch auf das Rezidiv-freie Überleben der Patienten (Kaplan-Meier).
Abb. 35: Im Epithel außerhalb des invasiv wachsenden Tumorgewebes war p21CIP bevorzugt im Stratum spinosum und granulosum unter Aussparung des Stratum basale nachweisbar. Immunhistologische Färbung (Primärantikörper: WAF1, Ab-1, OP64, Klon EA10 / Chromogen: Fast-Red / Gegenfärbung: Hämalaun); Originalvergrößerung: 200x.
Abb. 36: Beim immunhistologischen Nachweis von p21CIP im Epithel außerhalb des invasiv wachsenden Tumorgewebes gab es keinen Zusammenhang mit dem Dysplasiegrad (Mann-Whitney U-Test).
Abb. 37: Der immunhistologische Nachweis von p21CIP im Tumorgewebe war in 6,5% der Fälle komplett negativ, in 68,2% partiell und in 25,2% in mehr als zwei Drittel der Zellkerne positiv.
Abb. 38: Der immunhistologische Nachweis von p21CIP war überwiegend in den im Zentrum von umschriebenen Tumorarealen gelegenen Zellkernen positiv, in den äußeren Zellagen dagegen regelmäßig negativ. Immunhistologische Färbung (Primärantikörper: WAF1, Ab-1, OP64, Klon EA10 / Chromogen: Fast-Red / Gegenfärbung: Hämalaun); Originalvergrößerung: 150x.
Abb. 39: Der immunhistologische Nachweis von p21CIP im Tumorgewebe zeigte keinen Einfluß auf das Überleben und Rezidiv-freie Überleben der Patienten nach Kaplan und Meier.
Abb. 40: Im Tumorgewebe ergab sich keine bevorzugte Lokalisation der p16INK4a-positiven Zellen innerhalb umschriebener Gewebsareale. Immunhistologische Färbung (Primärantikörper: 13521A, Klon G175-405 / Chromogen: Diaminobenzidin / Gegenfärbung: Hämalaun); Originalvergrößerung: 100x.
Abb. 41: Der immunhistologische Nachweis von p16INK4a im Tumorgewebe war in 19,6% der Fälle komplett negativ, in 67,6% partiell und in 12,7% in mehr als zwei Drittel der Zellkerne positiv.
Abb. 42: Der immunhistologische Nachweis von p16INK4a im Tumorgewebe zeigte keinen signifikanten Einfluß auf das Überleben oder Rezidiv-freie Überleben der Patienten (Kaplan-Meier).
Abb. 43: Im Epithelbereich außerhalb des invasiv wachsenden Tumorgewebes war der immunhistologische Nachweis von Cyclin D1 regelmäßig auf die suprabasal gelegenen, bis ins Stratum spinosum reichenden Zellkerne beschränkt. Immunhistologische Färbung (Primärantikörper: 18-0220, Klon Am29 / Chromogen: 3-Amino-9-äthylcarbazol / Gegenfärbung: Hämalaun); Originalvergrößerung: 100x.
Abb. 44: Im Tumorbereich war Cyclin D1 bevorzugt in den äußeren Zellagen umschriebener Areale nachweisbar, während die zentral gelegenen Zellen bei nur partieller Färbung meistens keine Reaktion zeigten. Immunhistologische Färbung (Primärantikörper: 18-0220, Klon Am29 / Chromogen: 3-Amino-9-äthylcarbazol / Gegenfärbung: Hämalaun); Originalvergrößerung: 100x.
Abb. 45: Cyclin D1 war in den meisten Plattenepithelkarzinomen (93,6%) nachweisbar, in beinahe der Hälfte der Fälle (45,7%) sogar in mehr als zwei Drittel der Zellkerne.
Abb. 46: Der immunhistologische Nachweis von Cyclin D1 im Tumorgewebe zeigte keinen signifikanten Einfluß auf das Überleben und Rezidiv-freie Überleben der Patienten nach Kaplan und Meier.
Abb. 47: Das durch das Retinoblastoma-Gen kodierte Phosphoprotein pRB war im gesamten Epithelgewebe mit Ausnahme der obersten Zellagen immunhistologisch nachweisbar (Gelber Pfeil). Auch im Tumorgewebe war die nukleäre Färbung ohne Bevorzugung einer bestimmten Lokalisation innerhalb der Tumorareale erkennbar (Grüner Pfeil). Immunhistologische Färbung (Primärantikörper: MU2900396, Klon G3-245 / Chromogen: Fast-Red / Gegenfärbung: Hämalaun); Originalvergrößerung: 100x.
Abb. 48: PRB war im Tumorgewebe in unterschiedlichen Ausmaßen immunhistologisch nachweisbar.
Abb. 49: Die Ergebnisse des pRB-Nachweises im Tumorgewebe zeigten keinen signifikanten Einfluß auf das Überleben und Rezidiv-freie Überleben der Patienten nach Kaplan und Meier.
Abb. 50: BCL-2 konnte in nahezu einem Drittel der Fälle (31,8%) im Zytoplasma der Tumorzellen immunhistologisch nachgewiesen werden.
Abb. 51: Ein immunhistologischer Nachweis von BCL-2 war im Zytoplasma der Tumorzellen möglich. Immunhistologische Färbung (Primärantikörper: M 887, Klon 124 / Chromogen: Fast-Red / Gegenfärbung: Hämalaun); Originalvergrößerung: 150x.
Abb. 52: Der immunhistologische Nachweis von BCL-2 im Tumorgewebe zeigte keinen Einfluß auf das Überleben und Rezidiv-freie Überleben der Patienten nach Kaplan und Meier.
Abb. 53: BAX konnte in nahezu allen Fällen (94,7%) im Zytoplasma der Tumorzellen immunhistologisch nachgewiesen werden.
Abb. 54: Die zytoplasmatische Färbung beim immunhistologischen BAX-Nachweis war innerhalb der abgrenzbaren Tumorareale homogen verteilt. Immunhistologische Färbung (Primärantikörper: 18-0218, Klon 2D2 / Chromogen: 3-Amino-9-äthylcarbazol / Gegenfärbung: Hämalaun); Originalvergrößerung: 100x.
Abb. 55: Der immunhistologische Nachweis von BAX im Tumorgewebe zeigte einen negativen Einfluß auf die Dauer des Überlebens und Rezidiv-freien Überlebens der Patienten nach Kaplan und Meier, der aber statistisch nicht signifikant war.
Abb. 56: Beim immunhistologischen Nachweis von E-Cadherin ergab sich im Epithel außerhalb des invasiv wachsenden Tumorgewebes ausnahmslos eine membranöse Färbung der Zellen im Stratum spinosum und granulosum unter Aussparung des Stratum basale. Immunhistologische Färbung (Primärantikörper: PC10028, Klon 5H9 / Chromogen: Diaminobenzidin / Gegenfärbung: Hämalaun); Originalvergrößerung: 150x.
Abb. 57: Im Tumorgewebe konnte E-Cadherin in der Mehrzahl der Fälle ebenfalls immunhistologisch nachgewiesen werden. Immunhistologische Färbung (Primärantikörper: PC10028, Klon 5H9 / Chromogen: Diaminobenzidin / Gegenfärbung: Hämalaun); Originalvergrößerung: 200x.
Abb. 58: Die Färbung beim immunhistologischen Nachweis von E-Cadherin war nur in etwa der Hälfte der Fälle (49,5%) auf die Zellmembranen beschränkt. In 20,9% der Fälle ergab sich im Zytoplasma eine vergleichbare Färbung und in 14,3% der Fälle war diese sogar überwiegend im Zytoplasma zu finden. Die übrigen 15,4% waren komplett negativ.
Abb. 59: Zwischen dem Färbungsmuster des immunhistologischen E-Cadherin-Nachweises im Tumorgewebe und dem Überleben und Rezidiv-freien Überleben nach Kaplan und Meier ergab sich kein signifikanter Zusammenhang.
Abb. 60: Beim Vergleich des Überlebens und Rezidiv-freien Überlebens zwischen den beim immunhistologischen E-Cadherin-Nachweis im Tumorgewebe negativen und unabhängig vom Färbungsmuster positiven Fällen zeigte sich tendenziell ein Nachteil für die Patienten mit fehlendem E-Cadherin-Nachweis, der aber statistisch nicht signifikant war.
Abb. 61: Der immunhistologische Nachweis der verschiedenen CD44-Isoformen (hier CD44v4) führte im Epithel außerhalb des invasiv wachsenden Tumorgewebes ausnahmslos zu einer membranösen Färbung im Stratum basale, spinosum und granulosum. Immunhistologische Färbung (Primärantikörper: BMS114, Klon VFF-11 / Chromogen: Fast-Red / Gegenfärbung: Hämalaun); Originalvergrößerung: 200x.
Abb. 62: In einem Fall eines gering differenzierten Plattenepithelkarzinoms (G3) war der immunhistologische Nachweis der CD44-Isoform v4 negativ. Immunhistologische Färbung (Primärantikörper: BMS114, Klon VFF-11 / Chromogen: Fast-Red / Gegenfärbung: Hämalaun); Originalvergrößerung: 200x.
Abb. 63: Der immunhistologische Nachweis von CD44v4 war mit Ausnahme eines gering differenzierten Plattenepithelkarzinoms ( Abb. 62 ) in allen Fällen positiv. Immunhistologische Färbung (Primärantikörper: BMS114, Klon VFF-11 / Chromogen: Fast-Red / Gegenfärbung: Hämalaun); Originalvergrößerung: 200x.
Abb. 64: Die Isoformen CD44v4, v5 und v6 waren mit einzelnen Ausnahmen in allen untersuchten Plattenepithelkarzinomen immunhistologisch nachweisbar. Dagegen zeigten sich beim Nachweis von CD44v7 und insbesondere CD44v9 häufiger verminderte Expressionen im Tumorgewebe.
Abb. 65: Der immunhistologische Nachweis von CD44v4 war bei einem Patienten mit einem gering differenzierten Plattenepithelkarzinom (G3) vermindert gegenüber der Expression im Epithel. Dieser Patient bekam 4 Jahre postoperativ ein Tumorrezidiv und verstarb weitere 2 Jahre und 4 Monate später.
Abb. 66: Der immunhistologische Nachweis von CD44v5 war bei zwei Patienten mit gering differenzierten Plattenepithelkarzinomen (G3) vermindert. Der eine Patient bekam nach 10 Monaten ein Tumorrezidiv und starb weitere 2 Monate später, bei dem anderen wurde 3 Jahre und 6 Monate postoperativ ein Tumorrezidiv diagnostiziert und er verstarb weitere 9 Monate danach.
Abb. 67: Der immunhistologische Nachweis von CD44v6 war nur bei einem Patienten mit einem gering differenzierten Plattenepithelkarzinom im Vergleich zum Epithel vermindert. Er bekam 10 Monate post operationem ein Tumorrezidiv und verstarb weitere 2 Monate später.
Abb. 68: Zwischen dem immunhistologischen Nachweis von CD44v9 und dem Tumor-Grading ergab sich eine signifikante Korrelation (Mann-Whitney U-Test: p<0,001): Die CD44v9-Expression war um so häufiger vermindert, je geringer differenziert die Tumoren waren.
Abb. 69: Der immunhistologische CD44v7-Nachweis im Tumorgewebe zeigte einen signifikanten Einfluß auf das Überleben und Rezidiv-freie Überleben der Patienten nach Kaplan und Meier (p<0,05): Patienten mit einer verminderten Expression hatten die signifikant schlechtere Prognose.
Abb. 70: Patienten mit einer verminderten CD44v9-Expression im Tumorgewebe hatten eine signifikant kürzere Überlebenszeit und Rezidiv-freie Überlebenszeit nach Kaplan und Meier als Patienten mit einer im Tumorgewebe gegenüber dem Epithel ebenfalls positiven Expression (p<0,02).
Abb. 71: Die Patienten, die bei allen ausgewerteten CD44-Isoformen eine positive Expression im Tumorgewebe zeigten, hatten verglichen mit denen (39,4%), die bei mindestens einer der untersuchten Isoformen eine verminderte Expression aufwiesen, ein signifikant günstigeres Überleben (p<0,002) und Rezidiv-freies Überleben (p<0,005) nach Kaplan und Meier.
Abb. 72: In der multivariaten Analyse im Cox-Modell war die verminderte Expression von mindestens einer der hier untersuchten CD44-Isoformen ein unabhängiger Prognosefaktor für das Überleben (p<0,002) neben der Tumorgröße und -infiltration (p<0,03) und der Lymphknotenmetastasierung (p<0,003) sowie für das Rezidiv-freie Überleben (p<0,02) neben der Lymphknotenmetastasierung (p<0,03).
Abb. 73: Der Prozentsatz angefärbter Zellkerne beim immunhistologischen Nachweis von Ki-67 war bei verschiedenen Tumoren sehr unterschiedlich. Immunhistologische Färbung (Primärantikörper: dia 505, Klon MIB 1 / Chromogen: Fast-Red / Gegenfärbung: Hämalaun); Originalvergrößerung: 100x.
Abb. 74: Die Anteile der nukleär angefärbten Tumorzellen beim immunhistologischen Ki-67-Nachweis bewegten sich innerhalb des untersuchten Tumorkollektivs in einem weiten Rahmen.
Abb. 75: Der Ki-67-Index war um so höher, je größer die Tumoren waren oder wenn die Tumoren benachbarte Strukturen infiltriert hatten (pT: Gamma-Test: p<0,006) und je weiter die Lymphknotenmetastasierung vorangeschritten war (pN: Gamma-Test: p<0,002). Damit ergab sich auch eine positive Korrelation zum Tumorstadium (Gamma-Test: p<0,001).
Abb. 76: Der Einfluß des Ki-67-Index auf das Überleben und Rezidiv-freie Überleben der Patienten nach Kaplan und Meier war nicht signifikant, obwohl erkennbar war, daß die Patienten mit einem Ki-67-Index von unter 25% im Tumorgewebe sowohl beim Überleben als auch beim Rezidiv-freien Überleben günstiger und die Patienten mit einem Ki-67-Index von über 75% im Tumorgewebe bezüglich des Überlebens tendenziell ungünstiger lagen als die übrigen Patienten.
Abb. 77: Der Ki-67-Index im Tumorgewebe war signifikant positiv mit dem immunhistologischen Nachweis von pRB verknüpft (Gamma-Test: p<0,001).
Abb. 78: Im Tumorgewebe konnten mit Hilfe einer terminalen Transferase-Reaktion wenige apoptotische Zellen nachgewiesen werden. Färbung von DNA-Fragmenten mit dem ApopTag-Kit (Chromogen: Diaminobenzidin / Gegenfärbung: Methylgrün); Originalvergrößerung: 100x.
Abb. 79: Die Bandbreite der Resultate bei der Bestimmung des Apoptose-Index reichte von Fällen mit im Tumorgewebe nicht nachweisbarer Apoptose bis hin zu einem Fall mit einem Apoptose-Index von 5%.
Abb. 80: Zwischen dem Apoptose-Index und der Tumorgröße und -infiltration pT ergab sich ein signifikant positiver Zusammenhang (Gamma-Test: p<0,03).
Abb. 81: Zwischen einem positiven immunhistologischen Nachweis von p53 im Tumorgewebe und einem geringen Apoptose-Index war eine signifikante Korrelation nachweisbar (Gamma-Test: p<0,003).
Abb. 82: Ein positiver immunhistologischer BCL-2-Nachweis und ein fehlender BAX-Nachweis waren mit einem geringen Apoptose-Index im Tumorgewebe verknüpft (Gamma-Test: p<0,001).
Abb. 83: Zwischen dem Apoptose-Index und dem immunhistologischen Nachweis von Cyclin D1 im Tumorgewebe war ein signifikant positiver Zusammenhang nachweisbar (Gamma-Test: p<0,01).
Abb. 84: Ein Einfluß des Apoptose-Index im Tumorgewebe auf das Überleben und Rezidiv-freie Überleben der Patienten nach Kaplan und Meier war nicht erkennbar.
Abb. 85: Das zelluläre Phosphoprotein p90MDM2 und die viralen Proteine E1A und E1B des Adenovirus, Typ 5, großes T-Antigen des SV40-Papovavirus und E6 und E7 der humanen Papilloma-Viren 16 und 18 (HPV) können das p53 und/oder das pRB binden und inaktivieren. Die Fähigkeit des pRB, die transaktivierende Funktion des E2F zu blockieren, geht dabei verloren.
Abb. 86: Regulation der Zellzahl durch Proliferation, Differenzierung und Apoptose.
Abb. 87: Modell der malignen Evolution maligner Tumoren: Aus einer normalen Zelle (N) entsteht ein Zellklon mit einem Wachstumsvorteil (K1). Durch weitere Ereignisse entstehen weitere Klone (K2-5) mit weiteren Wachstumsvorteilen. Nicht alle Klone sind überlebensfähig, einige werden durch Kontrollmechanismen des Wirts eleminiert.

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Tue Apr 3 17:33:46 2001