| Ulf Teichgräber
: Methoden des Prozessmanagements in der Radiologie |
|
|
[Seite 1↓]
Aus der Klinik für Strahlenheilkunde
der Medizinischen Fakultät Charité
der Humboldt-Universität zu Berlin
Habilitation
Methoden des Prozessmanagements in der Radiologie
Zur Erlangung des akademischen Grades
Venia Legendi
Für das Fach
Diagnostische Radiologie
vorgelegt der Medizinischen Fakultät Charité
der Humboldt-Universität zu Berlin
von
Ulf
Teichgräber
aus Berlin
Dekan: Dekane: Prof. Dr. med. Joachim W. Dudenhausen
Prof Dr. Martin Paul
Gutachter:
1. 1. Prof. Dr. med. Manfred Thelen
2. 2. Prof. Dr. med.
Mathias Langer
Datum der Habilitation:
04.12.2003
Zusammenfassung
Innerhalb eines Krankenhauses beeinflusst der Radiologe in einem Verbund von Fachabteilungen wesentlich die Liegezeiten von Patienten durch die diagnostische Information und die Verfügbarkeit seiner Dienstleistungen. Die Organisation und zeitliche Bemessung von radiologischen Untersuchungsabläufen werden dadurch um so wichtiger. Der Arzt wird im Rahmen seines Studiums und seiner Facharztweiterbildung nicht im Organisationsmanagement ausgebildet, entsprechendes Fachwissen muss er sich in der Regel in Eigenregie aus Fachliteratur und Kursen aneignen. Trotzdem wird vom Arzt über die medizinische Versorgung hinaus zunehmend verlangt, dass es seinen Arbeitsabläufe auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten optimiert. In dieser Arbeit werden verschiedene Methoden des Prozessmanagements für ihre Anwendung in der Radiologie erprobt. Unter Zuhilfenahme von einfachen papierbasierten Methoden lässt sich bereits ein Großteil von Arbeitsprozessanalysen durchführen. Bei komplexen Arbeitsabläufen wird man eine Methode wählen, die möglichst genaue qualitative und quantitative Aussagen über zu erwartende Effekte liefert. Vorgestellt werden diesbezüglich die Netzplantechnik und die Prozesssimulation anhand des computertomographischen und sonographischen Arbeitsplatzes.
Eigene Schlagworte:
Prozessmanagement,
Prozesssimulation,
Netzplantechnik,
Kritischer Pfad,
CQI Continuous Quality Improvement
Abstract
Within a hospital, the radiologist considerably influences the patient’s length of stay through the availability of service and diagnostic information. Therefore, coordination and timing radiologic examinations become increasingly more important. Physicians are not taught organizational management during their medical education and residency training, and the necessary expertise in economics is generally acquired through literature or specialized courses. Beyond the medical service, the physicians are increasingly required to optimise their work flow according to economic factors. This review introduces various tools for process management and its application in radiology. By means of simple paper-based methods, the work flow of most processes can be analysed. For more complex work flow, it is suggested to choose a method that allows for an exact qualitative and quantitative prediction of the effect of variations. This review introduces network planning technique and process simulation.
Keywords:
Process management,
Process simulation,
Network planning technique,
Critical Pathway method,
CQI Continuous quality improvement
Inhaltsverzeichnis
-
1 Einleitung
-
1.1 Betrachtung der Arbeitsprozesse im Krankenhaus
-
1.2 Optimierung eines Arbeitsprozesses
-
1.3
Methodik des Prozessmanagements
-
1.3.1 Netzplantechnik
-
1.3.1.1 Metra-Potential-Methode (MPM):
-
1.3.1.2
Program Evaluation and Review Technique (PERT):
-
1.3.2 Prozesssimulation
-
2
Zielsetzung
-
3
Arbeitsprozessanalyse für den Einsatz der mobilen
-
3.1 Computertomographie auf der Intensivstation
-
3.1.1 Einleitung
-
3.1.2 Material und Methodik:
-
3.1.3 Ergebnisse:
-
3.1.3.1 Zeitnahme
-
3.1.3.2
Korrelation der Entfernung und der Zeitmessung
-
3.1.3.3
Evaluation des intensivmedizinischen Personals
-
3.1.4 Diskussion
-
4
Anwendungen der Netzplantechnik
-
4.1 Netzplantechnik zur Zeitplanung bei abdominellen Ultraschalluntersuchungen
-
4.2
Anwendung der Netzplantechnik für die
Arbeitsprozessanalyse im klinischen Bereich
-
4.2.1 Zielsetzung: Qualität und Effizienz im Routinebereich
-
4.2.2 Material und Methodik
-
4.2.3
Beschreibung
des betrachteten Arbeitsplatzes
-
4.2.4 Benchmarking von Arbeitsprozessen
-
4.2.5 Einführung in die Netzplantechnik
-
4.2.6 Definition eines Netzplans
-
4.2.7 Aktivitäten/Vorgänge
-
4.2.8 .Ressourcenplanung
-
4.2.9 Anordnungsbeziehungen
-
4.2.9.1 Darstellungsformen in der Netzplantechnik
-
4.2.9.2 Vorgangsorientierter Netzplan
-
4.2.9.3 Varianten der Netzplantechnik
-
4.2.9.4
Verfahren für deterministische Projektabläufe
-
4.2.9.5 Metra Potential Method
-
4.2.9.6 Verfahren für stochastische Projektabläufe
-
4.2.9.7 Vergleich der Verfahren
-
4.2.9.8 Ressourcenplanung
-
4.2.10 Software
-
4.2.11 Anfertigung eines Netzplans
-
4.2.12
Ergebnisse: Netzplan für den Ultraschall Routinearbeitsplatz
-
4.2.13 Diskussion
-
4.2.14
Schlussfolgerungen
-
4.3
Anwendung der Netzplantechnik in der Computertomographie
-
4.3.1 Einleitung
-
4.3.1.1 Patientenorientierte Optimierung der Arbeitsprozesse
-
4.3.1.2
Netzplantechnik
-
4.3.1.3 Erfahrungen mit CPM und PERT in der klinischen Medizin
-
4.3.2 Fragestellung
-
4.3.3 Methodik
-
4.3.4 Ergebnisse
-
4.3.4.1 Messdatenerfassung
-
4.3.4.2 Die CT-Untersuchung wurde in drei Abschritten getrennt betrachtet:
-
4.3.4.3
Erhobene Messdatenmenge
-
4.3.4.4 Wahrscheinlichkeitsverteilung
-
4.3.4.5 Bestimmung der Zeitreserven und Optimierung des Netzplanes
-
4.3.5
Pufferzeiten
-
4.3.5.1
Auswertung
-
4.3.5.2 Auswertung von unterschiedlichen Kategorien innerhalb einer gleichen Untersuchungsart
-
4.3.6 Diskussion
-
4.3.6.1 Zeitmanagement
-
4.3.6.2 Verkürzung der Projektdauer unter Verwendung von CPM
-
4.3.6.3 Verringerung der Ausführungsdauer von kritischen Vorgängen
-
4.3.6.4
Parallele Durchführung der Vorgänge
-
4.3.6.5 Änderung der Ablaufstruktur
-
4.3.6.6 Pufferzeiten
-
4.3.6.7 Reduktion der Varianz
/ Verwendung von PERT
-
4.3.6.8 Durchführungszeiten in unterschiedlichen Patientenkategorien
-
4.3.6.9
Vorschläge zur Optimierung der Arbeitsabläufe im computertomographischen Arbeitsbereich
-
5
Effizienzsteigerung durch eine digitale Infrastruktur an einem Routineultraschallarbeitsplatz– Eine quantitative Abschätzung mittels Prozesssimulation
-
5.1 Einleitung
-
5.2 Material und Methoden
-
5.2.1 Beschreibung des untersuchten Ultraschallarbeitsplatzes
-
5.2.2
Digitale Infrastruktur
-
5.2.3
Prozess
simulation
-
5.3 Diskussion
-
Literatur
-
Abkürzungsverzeichnis
-
Danksagung
-
Eidesstattliche Versicherung
Tabellen
-
Tabelle 1-1: Auswirkungen und Vorteile durch die Anwendung von Netzplantechnik (CPM/PERT)
-
Tabelle
1-2: Erstellung eines Netzplans in vier Phasen
-
Tabelle 4-1: Arbeitsschritte der abdominellen Ultraschalluntersuchung
-
Tabelle 4-2: Netzplantechniken im Vergleich.(IOR: Inclusive OR.
IOR ist WAHR, wenn aus einer Menge von Bedingungen eine oder mehrere erfüllt sind. EOR: Exclusive OR. EOR ist WAHR, wenn aus einer Menge von Bedingungen genau eine erfüllt ist.)
-
Tabelle 4-3: Auflistung der Arbeitsvorgänge mit
Vorgänger und Ressourcenallokation (Funktionsbereich 1; (to
: optimistische Zeit , tr
: realistische Zeit, tp
: pessimistische Zeit))
-
Tabelle 4-4: Zeitmessung Arzt
-
Tabelle 4-5: Zeitmessung MTRA 1
-
Tabelle 4-6: Zeitmessung MTRA 2
-
Tabelle 4-7: Untersuchungszahlen an den CT-Geräten unterteilt nach Untersuchungsarten für das Jahr 1999
-
Tabelle 4-8: Vorgänge des Radiologen: PERT (CT S, CT Thorax, mobile Patienten: n=32). n(V): Auftretenshäufigkeit der Vorgänge; RD: realistische Dauer; OD: optimistische Dauer; PD: pessimistische Dauer.
-
Tabelle 4-9: Vorgänge der MTRA 1: PERT (CT S, CT Thorax, mobile Patienten: n=32). n(V): Auftretenshäufigkeit der Vorgänge; RD: realistische Dauer; OD: optimistische Dauer; PD: pessimistische Dauer. Zeiten in Minuten.
-
Tabelle 4-10: Vorgänge der MTRA 2:
PERT (CT S, CT Thorax, mobile Patienten: n=32). n(V): Auftretenshäufigkeit der Vorgänge; RD: realistische Dauer; OD: optimistische Dauer; PD: pessimistische Dauer, Zeiten in Minuten).
-
Tabelle 4-11: Vorgänge des Radiologen; CPM (CT S, CT Thorax, mobile Patienten). FAZ: Frühester Anfangszeitpunkt; SAZ: Spätester Anfangszeitpunkt; FEZ: Frühester Endzeitpunkt; SEZ: Spätester Endzeitpunkt; FP: Freie Pufferzeit; GP: Gesamte Pufferzeit. Zeiten in Minuten.
-
Tabelle 4-12: Vorgänge der MTRA 1: CPM (CT S, CT Thorax, mobile Patienten); FAZ: Frühester Anfangszeitpunkt; SAZ: Spätester Anfangszeitpunkt; FEZ: Frühester Endzeitpunkt; SEZ: Spätester Endzeitpunkt; FP: Freie Pufferzeit; GP: Gesamte Pufferzeit. Zeiten in Minuten.
-
Tabelle 4-13: Vorgänge der MTRA 2: CPM (CT S, CT Thorax, mobile Patienten); FAZ: Frühester Anfangszeitpunkt; SAZ: Spätester Anfangszeitpunkt; FEZ: Frühester Endzeitpunkt; SEZ: Spätester Endzeitpunkt; FP: Freie Pufferzeit; GP: Gesamte Pufferzeit. Zeiten in Minuten.
-
Tabelle 5-1: Erstellung eines Prozessmodells in fünf Phasen
-
Tabelle 5-2: Indikatoren der Prozessleistung
-
Tabelle 5-3: Ermittelte Vorgänge einer Ultraschalluntersuchung mit Beschreibung, Ressourcen, Vorgängern, Auftretenshäufigkeit (HA
), Anzahl der Messwerte (n), Mittelwert der Messwerte (µ MW), Mittelwert der simulierten Werte (µ Sim.) und Signifikanzniveau (p).
Bilder
-
Abbildung 1-1: Zusammenhang von Komplexität, Aufwand und Nutzen für den Anwender bei Anwendung von Prozessmanagementmethoden.
-
Abbildung 1-2: CPM/ PERT Netzplan einer CT-Untersuchung unter optimistischen Bedingungen. Kritischer Weg in schwarz markiert.
-
Abbildung 3-1: Gantry mit Beatmungseinheit
-
Abbildung 3-2 CT-Untersuchungtisch
-
Abbildung 3-3: CT-Computerkonsole (Steuereinheit)
-
Abbildung 3-4: Grundriss des Interventionsraums auf der Intensivstation
-
Abbildung 3-5: Gantt-Diagramm mit dem Arbeitsablauf zur Durchführung einer mobilen Computertomographie im Interventionsraum der Intensivstation.
-
Abbildung 3-6: Transferzeiten von den Patientenzimmern zu den Untersuchungsräumen.
-
Abbildung 3-7: Zeitdauer der Topogrammerstellung und der Bildakquisition.
-
Abbildung 3-8: Zeit-Entfernungskorrelation für den Transport eines Patienten von der Intensivstation zur radiologischen Klinik.
-
Abbildung 4-1: Beschreibung der Daten eines Arbeitschrittes im Netzplan.
-
Abbildung 4-2: Beziehungsschema der Arbeitsschritte der abdominellen Ultraschalluntersuchung (X = Vorgänge (Arbeitsschritte), S = Scheinvorgänge)
-
Abbildung 4-3: Strukturplan abdominelle Ultraschalluntersuchung.
-
Abbildung 4-4: Vorgangspfeilnetz
-
Abbildung 4-5: Vorgangsknotennetz
-
Abbildung 4-6: Ereignisknotennetz
-
Abbildung 4-7: Gemischtorientierter Netzplan
-
Abbildung 4-8: Gantt-Diagramm
-
Abbildung 4-9: Schematische Darstellung eines Netzplans mit Scheinvorgang (gestrichelte Linie)
-
Abbildung 4-11: Bedienungsoberfläche der proprietären Software zur Zeitmessung
-
Abbildung 4-12: Funktionsbereich 1, optimistische Betrachtung
-
Abbildung 4-13: Funktionsbereich 1, realistische Betrachtung
-
Abbildung 4-14: Funktionsbereich 2, realistische Betrachtung
-
Abbildung 4-15: Planungs- und Durchführungs- und Überprüfungszyklus für einen PERT/CPM Netzplan
-
Abbildung 4-16: Schematische Darstellung der Erstellung von PERT Diagrammen aus den Zeitmessungen.
-
Abbildung 4-17: Verteilung der erfassten Untersuchungen
-
Abbildung 4-18: Vorgang 3g - Untersuchung durchführen (CT S, CT Thorax, mobile Patienten: n=32). Anzahl der gemessenen Zeitdauern. OD: Optimistische Dauer; HD: Häufigste Dauer; PD: Pessimistische Dauer. Werte in Minuten.
-
Abbildung 4-19: Realistischer Netzplan am CT S, CT Thorax, mobile Patienten. Kritische Vorgänge in schwarz; Abschnitte in grau (I: Vorbereitung; II: Durchführung; III: Nachbereitung); Nicht kritische Vorgänge in weiß; Gesamte Pufferzeit nach nichtkritischen Vorgängen in grau. Zeit in Minuten.
-
Abbildung 4-20: Vergleich der Durchführungsdauer bei unterschiedlichen Patientenkategorien; M: mobile Patienten; L: bettlägerige Patienten; I: Intensivpatienten
(CT S, CT Thorax).
-
Abbildung 5-1: Flussdiagramm der Prozessstruktur; Evaluationsmodell. Die grau unterlegten Vorgänge dienen der Prozesssteuerung. Prozessstruktur: Vom Evaluationsprozess wurden alle ausbildungsorientierten Vorgänge („1i“ und Steuervorgänge, s. Abbildung 4-1 bis 4‑3
) entfernt.
-
Abbildung 5-2: Validierung der Prozessdaten,
Vergleich der gemessenen Patientenlaufzeiten von Patientenregistrierung (Aktivität 1c) bis Nachbereitung der Untersuchung (Aktivität 1l) mit den simulieren Zeiten in Abhängigkeit von Tageszeit
-
Abbildung 5-3: Prozessstruktur mit digitaler Infrastruktur
-
Abbildung 5-4: Arbeitsaufwand für Untersuchungs- und Administrationstätigkeiten sowie unproduktive Zeiten pro Untersuchung. Gegenüberstellung eines Szenariums mit konventioneller Infrastruktur und mehrerer Szenarien mit digitaler Infrastruktur. Unterschiedliche personelle Besetzung (Ärzte/MTRAs).
-
Abbildung 5-5: Geräteauslastung pro Untersuchung mit Gerätetaktzeit. Gegenüberstellung eines Szenariums mit konventioneller Infrastruktur und mehrerer Szenarien mit digitaler Infrastruktur. Unterschiedliche personelle Besetzung (Ärzte/MTRAs).
-
Abbildung 5-6: Produktive und unproduktive Personalkosten pro Untersuchung. Gegenüberstellung eines Szenariums mit konventioneller Infrastruktur und mehrerer Szenarien mit digitaler Infrastruktur. Unterschiedlicher personelle Besetzung (Ärzte/MTRAs).
| © Die inhaltliche Zusammenstellung und Aufmachung dieser Publikation sowie die
elektronische
Verarbeitung sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich
vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung. Das gilt insbesondere für
die Vervielfältigung, die Bearbeitung und Einspeicherung und Verarbeitung in elektronische Systeme.
|
| DiML DTD Version 3.0 | Zertifizierter Dokumentenserver der Humboldt-Universität zu Berlin | HTML-Version erstellt am: 17.02.2004 |