Institut für Pathologie

Habilitationsschrift

Zur Erlangung der Lehrbefähigung
Für das Fach
Pathologie

Konzept für eine klinisch orientierte Autopsie von Feten unter Nutzung informationstechnischer Methoden

Vorgelegt dem Fakultätsrat der Medizinischen Fakultät Charité
der Humboldt-Universität zu Berlin
von

Frau Dr. med. Cornelia Tennstedt

Geboren am 11.08.1963 in Mühlhausen/ Thüringen

Präsident: Prof. Dr. J. Mlynek

Dekan: Prof. Dr. med. J. Dudenhausen

Gutachter:
1. Prof. Dr. N. Böhm
2. Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. K. Kayser

eingereicht im: Juni 2001

Datum der Habilitation: 29.Januar 2002

Abstrakt:

Aufgrund der rasanten technischen Entwicklung im Bereich der pränatalen Diagnostik in den letzten Jahren werden mehr angeborene Fehlbildungen zu einem früheren Zeitpunkt der Schwangerschaft und detaillierter erkannt. Das führt dazu, dass die zur Autopsie gelangenden Feten zunehmend kleiner sind und komplexere Befunde aufweisen. Gleichzeitig werden die genetischen Ursachen von mehr Erkrankungen, Fehlbildungen und Syndromen aufgedeckt, so dass die DNA-Diagnostik, Chromosomenanlyse u.a. molekulargenetische und biochemische Erkenntnisse die klinisch-genetische Diagnostik zunehmend ergänzen.

Durch Festlegung einer gezielten Autopsiestrategie und Nutzung moderner Kommunikationsmittel kann der Pathologe die in den letzten Jahren gestiegenen klinischen Anforderungen erfüllen. Ein Problem ist es jedoch, dass nicht genügend Pathologen auf dem Gebiet der Fetalpathologie spezialisiert sind. Das trifft nicht nur für Deutschland zu, sondern das ist mehr oder weniger eine weltweite Situation. Ein möglicher Lösungsansatz dieses Problems wäre die Nutzung von Softwareprogrammen, die dazu dienen, unerfahrene Pathologen moderne Anleitungen während der Autopsie von Feten zu geben. Das kann mit einer telepathologischen Betreung durch einen Experten auf diesem Gebiet kombiniert werden. Darüberhinaus erlaubt die derzeitige digitalisierte Befunddokumentation den Vergleich aktueller mit gespeicherten Fällen sowie Recherchen und stellt eine gute Basis zur Erstellung von Lehrmaterial dar.

Eigene Schlagworte: Autopsie, Fetus – Autopsiebericht - Ultraschall, pränatal – Perinatalmedizin, Zentrum - Qualitätskontrolle - interdisziplinäre Zusammenarbeit - Telepathologie - Bilddatenbank - Bildqualität

Abstract:

Due to the enormous technical developments in recent years in the area of prenatal ultrasound more malformations are detected in greater detail and at an earlier point in time during pregnancy than in the past. As a result, fetuses of increasingly smaller size and with complex diagnoses are presented for autopsy. At the same time, the genetic causes of ever more diseases, malformations and syndromes are being discovered, so that DNA diagnostics, chromosome analysis and, among others, molecular-genetic and biochemical investigations have come increasingly to complement clinical-genetic diagnostics.

Through establishment of a clinically oriented autopsy strategy and the use of modern communication media, pathologists can satisfy the increased clinical demands of recent years. The remaining problem is that we do not have enough pathologists experienced in fetal pathology. This is not only true for Germany, it is more less the situation worldwide. One means of dealing with this problem may be the use of software programs to guide inexperienced pathologists through the modern autopsy procedure. This can be combined with the use of telepathological advise given by an expert in the field. Over and above this, digitized documentation of findings can be used in research, which allows the comparison of current with previously saved cases and presents a good basis for the development of education material.

Keywords: Autopsy, fetal - post-mortem report – ultrasound, prenatal - perinatal medicine, center for - quality control - interdisciplinary cooperation - telepathology - image database – images, quality

Inhaltsverzeichnis

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22.06.2005