Theres, Heinz Peter: KARDIALES MONITORING MIT HILFE IMPLANTIERBARER SYSTEME

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Kapitel 5. Atmung

5.1 Heinz M, Alt E, Theres H, Oelker J, Blömer H. Die Erfassung respiratorischer Funktionsgrößen zur Steuerung frequenzadaptiver Herzschrittmacher durch Änderungen der intrathorakalen Impedanz. Herzschr Elektrophys 1990; 1:27-34.

Eine weitere physiologische Größe, welche eng mit den metabolischen Bedürfnissen korreliert, ist die Atmung. Zu ihrer Erfassung bieten sich verschiedene Methoden der thorakalen Widerstandsmessung an. Dazu gehören die transthorakale Messung sowie die Messung der rechtsventrikulären kardialen Impedanz. Diese wird ebenfalls durch die Atmung moduliert. Bei 14 Probanden und 7 Patienten erfolgte diese Messung mit Hilfe eines bipolaren Stimulationskatheters. Die Elektrode wurde unter Durchleuchtung im Apex des rechten Ventrikels positioniert. Es wurden Belastungen am Laufband und am Fahrradergometer durchgeführt. Bei der computergestützten Analyse zeigte sich eine hohe Korrelation zwischen den impedanzabgeleiteten Atmungsparametern und den parallel erfassten respiratorischen Größen. Insbesondere fand sich eine sehr gute Erfassung der einzelnen Atemzüge. Die Korrelation zwischen der aus dem Impedanzsignal errechneten und der tatsächlichen Atemfrequenz betrug 0,90. Die Atemzugvolumina korrelierten in einem geringeren Maße mit der errechneten Atemtiefe. Insgesamt ergab sich jedoch immer noch eine sehr gute Korrelation zwischen dem berechneten, impedanzabgeleiteten Atemminutenvolumen und dem tatsächlichen Atemminutenvolumen.


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5.2 Heinz M, Theres H. (Anmelder: Alt E). Rate Varying Pacemaker Apparatus and Method for Deriving a Preferred one of Different Patient Activity Control Signals. USA Patent 5,170,785. 1992.

Verschiedene Sensoren wurden zur Kontrolle der automatischen Frequenzadaptation eines Herzschrittmachers vorgeschlagen. Von Vorteil ist dabei eine möglichst einfache Grundlagentechnik unter Verzicht auf Spezialelektroden. Den Goldstandard stellt dabei unverändert die AV-sequentielle Stimulation dar, welche bei Patienten mit AV-Block III Grades sowohl die AV-Synchronizität als auch die Frequenzanpassung wieder herstellt. Ein weiterer geeigneter Parameter ist die Atmung, welche zum Beispiel durch die intrathorakale Impedanzmessung erfasst werden kann. Atembedingte Schwankungen zeigen aber auch die intrakardialen Elektrogramme. Dies ist besonders augenfällig im intraatrial abgeleiteten EKG von Herzschrittmacherpatienten. Durch eine entsprechende Filterung kann die Atmungsmodulation herausgearbeitet werden. Die atmungsbedingten Amplitudenschwankungen im intrakardialen EKG stellen somit ein weiteres Signal dar, welches die Möglichkeit zur Erfassung der Atemfrequenz und Atemtiefe bietet.


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Tue Feb 11 17:18:46 2003