Theres, Heinz Peter: KARDIALES MONITORING MIT HILFE IMPLANTIERBARER SYSTEME

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Kapitel 7. EKG - Wahrnehmung am Herzschrittmacher- und Defibrillatorgehäuse

7.1 Theres H, Combs W, Fotuhi P, Condie C, Bondke HJ, Stangl K, Baumann G. Electrogram signals recorded from acute and chronic pacemaker implantation sites in pacemaker patients. Pacing Clin Electrophysiol 1998; 21(1):11-17.

Während der Verlaufskontrolle bei Herzschrittmacherpatienten ist es bisher erforderlich, zusätzlich zur Kommunikation mit dem Herzschrittmacher, über eine Telemetrie Oberflächenelektroden zu platzieren. Nur mit Hilfe eines darüber abgeleiteten Oberflächen-EKG ist die Verifizierung der korrekten Funktion beziehungsweise das Aufdecken einer Fehlfunktion zweifelsfrei möglich. Die, über die Elektroden des Schrittmachersystems abgeleiteten, intrakardialen EKG sind dafür nicht ausreichend. Der Ersatz des Standard-Oberflächen-EKG durch ein EKG, welches durch Pole im Bereich des Herzschrittmachergehäuses abgeleitet wird, könnte somit eine große Erleichterung in der täglichen Praxis darstellen. Auch würde damit eine Verlaufskontrolle mittels tefonischem Monitoring deutlich vereinfacht werden. Zusätzlich bietet ein solches EKG die Möglichkeit Monitoringfunktionen zu installieren. Dabei ist insbesondere das Erfassen von Ischämien zu nennen. Zur Charakterisierung solcher Herzschrittmachertaschen-EKG führten wir deshalb eine Untersuchung an 48 Patienten durch, welche sich einem Herzschrittmacherwechsel beziehungsweise einer Erstimplantation unterzogen. Nach Freilegen der Tasche wurde vorübergehend eine Herzschrittmachernachbildung eingelegt, welche über zusätzliche EKG-Ableitpunkte verfügte.

Die so gewonnenen EKG wurden aufgezeichnet und mit den intrakardialen und Oberflächen-EKG verglichen. Die R-Amplitude im Herzschrittmachertaschen-EKG war ebenso wie das Signal-Rausch Verhältnis geringer im Vergleich zu den Oberflächenableitungen. Dies schränkte jedoch die Beurteilbarkeit nicht ein. Das Verhältnis von R-Zacke zu P-Welle war geringer bei den Herzschrittmachertaschen-EKG im Vergleich zu den Oberflächen-EKG, was einer relativ größeren Abbildung der P-Welle entspricht. Insgesamt sind die im Bereich der Herzschrittmachertasche abgeleiteten EKG von guter Qualität, auch im Vergleich zu den Oberflächen-EKG.


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7.2 Mazur A, Wang L, Anderson ME, Yee R, Theres H, Pearson A, Olson W, Wathen M. Functional similarity between electrograms recorded from an implantable cardioverter-defibrillator emulator and the surface electrocardiogram. PACE in press

Die klinische Bedeutung der gespeicherten Elektrogramme in einem implantierbaren Cardioverter-Defibrillator (ICD) ist aufgrund ihrer lokalen Ableitung und damit bestimmten Morphologie begrenzt. Deshalb testeten wir die Möglichkeit mit Hilfe von Elektroden am Gehäuse eines ICD EKG aufzuzeichnen und somit die diagnostischen Möglichkeiten zu verbessern. Während der Implantation eines ICD wurde bei 16 Patienten ein ICD-Gehäuse mit 4 Ableitelektroden temporär in die subcutane oder submuskuläre Tasche platziert. Simultan wurden EKG von diesem Gehäuse, den intrakardialen Elektroden und der Oberfläche abgeleitet. Dies geschah während Sinusrhythmus, ventrikulärer Stimulation und ventrikulärer Tachykardie. Mit Hilfe der ICD-Ableitungen konnten bei allen Patienten während Sinusrhythmus P-Wellen detektiert werden. P- und QRS-Amplituden waren deutlich geringer in den ICD-Ableitungen verglichen mit der Oberflächenableitung II. Die Messung von PR-, QRS- und QT-Intervallen zeigte eine gute Übereinstimmung zwischen der ICD-Ableitung, den intrakardialen Elektrogrammen und der Oberflächenableitung II. Die ICD-Gehäuseableitung von Elektrogrammen könnte bei der Differenzierung aufgezeichneter Herzrhythmusstörungen von ICD-Trägern und bei den Verlaufskontrollen hilfreich sein.


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Tue Feb 11 17:18:46 2003