Türk, Ingolf: Bedeutung laparoskopischer Operationen in der Urologie unter besonderer Berücksichtigung ihres Stellenwertes in der Therapie onkologischer Erkrankungen

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Kapitel 12. Zusammenfassung und Schlußfolgerungen

Laparoskopisches Operieren verzeichnet in den letzten Jahren eine deutliche Zunahme der Aufmerksamkeit in der deutschen Urologie. Bisher haben sich nur wenige Zentren mit ausreichend hohen Fallzahlen und einer entsprechenden Erfahrung mit der Laparoskopie profiliert. Es ist eine offene Frage, ob die Laparoskopie nur in den Händen ausgewiesener Spezialisten an einigen Zentren oder aber als modernes Verfahren breite Anwendung in der Urologie finden kann und soll. Die Sektion Laparoskopie/ Endoskopie des Arbeitskreises „Operative Techniken“ der Fort- und Weiterbildungskommission Deutscher Urologen führte 2000 eine deutschlandweite Umfrage mit dem Ziel durch, die Verbreitung der Laparoskopie in den urologischen Kliniken Deutschlands zu evaluieren (56). Von 300 verschickten Fragebögen wurden 180 zurückgesandt. Demzufolge führen 54% der urologischen Abteilungen und Kliniken laparoskopische Operationen durch und weitere 50% planen die Einführung dieser Technik. 75 Prozent planen eine Ausdehnung der Laparoskopie. Diese Zahlen reflektieren eine fast hundertprozentige Zustimmung zur Laparoskopie und zeigen den hohen Stellenwert, den diese minimal invasive Technik bereits besitzt.

Andererseits zeigen die Auswertung der Operationszahlen, dass - verglichen mit den konventionellen offenen Operationsverfahren in Deutschland - bisher nur ein Bruchteil der Patienten laparoskopisch operiert wird. Das zeigt die Diskrepanz zwischen dem Wunsch nach der Laparoskopie und der Realität der praktischen Anwendung dieser Methode. In der oben erwähnten Umfrage wurde auch nach Schwierigkeiten bei der Einführung und Anwendung laparoskopischer Operations-techniken gefragt: 92% sahen Probleme wegen der langen Lernkurve und wegen zu langer Operationszeiten, 70 % bezweifeln die Wirtschaftlichkeit, 52% nennen die hohen Investitionskosten als ein Problem, 76 % bemängeln die unzureichende Datenlage und nur 25% nennen unzureichende Schulungsmöglichkeiten als Grund. Während nahezu 100% der befragten Kliniken angeben, entweder schon jetzt laparoskopisch zu operieren oder die Einführung der Laparoskopie zu planen, bleibt doch eine kritische Sichtweise unverkennbar.

Für das Fach Urologie hat die Einführung laparoskopischer Techniken dennoch zu einer enormen Erweiterung operativer Alternativen geführt. Schon heute hat sich das operative Spektrum verändert oder hat ein komplett neues Erscheinungsbild bekommen. In vielen Fällen hat die Laparoskopie konventionelle Eingriffe fast vollständig abgelöst, in manchen anderen stellt sie eine sinnvolle Ergänzung zu endoskopischen Techniken dar. Einige


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laparoskopische Eingriffe müssen heute noch als Verfahren in der klinischen Erprobung gelten.

Auf der Grundlage der in dieser Habilitationsschrift dargestellten Fakten können folgende Schlussfolgerungen gezogen werden:


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Wed Jan 14 14:08:58 2004