Zimmer, Stefan: Kariesprophylaxe als multifaktorielle Präventionsstrategie

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Kapitel 6. Schlußfolgerungen

Wie im Kapitel „Zielstellung“ dargelegt, beschäftigt sich die aktuelle Gesundheitspolitik im Bereich der zahnmedizinischen Prophylaxe unter anderem mit Programmen zur Kariesprophylaxe bei Risikokindern im Rahmen der Gruppenprophylaxe sowie mit Maßnahmen zur Verbesserung der häuslichen Mundhygiene. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, Beiträge zur Lösung der sich daraus ergebenden Aufgaben zu leisten.

Für die Betreuung von Kariesrisikokindern kann aus den vorgelegten Studienergebnissen die Schlußfolgerung gezogen werden, daß die regelmäßige, mindestens zweimal jährlich durchgeführte Anwendung von Duraphatlack, der 2,26% Fluorid enthält, im Rahmen der in Schulen angebotenen Gruppenprophylaxe eine effektive Maßnahme zur Kariesvorbeugung bei dieser Zielgruppe darstellt (Studie 2). Dem gegenüber erwies sich das in Studie 1 angewandte Programm mit professioneller Zahnreinigung und Applikation des Lackes Fluor-Protector mit 0,1% Fluorid, das in vierteljährlichen Abständen durchgeführt wurde, als nicht effektiv. Der Grund hierfür scheint zum einen in der zu niedrigen Fluoridkonzentration des Fluor-Protectors und zum zweiten in der nicht ausreichend hohen Frequenz der professionellen Zahnreinigungen zu liegen. Auch unter Kosten-Nutzen-Abwägungen muß daher eindeutig dem in Studie 2 angewandten Programm der Vorzug gegeben werden. Damit wird das von den Spitzenverbänden der Krankenkassen favorisierte Konzept einer aufsuchenden klassenweisen Betreuung von Kariesrisikoeinrichtungen mit der Anwendung von Duraphatlack bestätigt.

Die häusliche Mundhygiene kann nach den vorgelegten Studienergebnissen durch den Einsatz neuartiger Zahnbürsten erheblich verbessert werden. Die dreiköpfige Handzahnbürste Superbrush und die beiden motorbetriebenen Schallzahnbürsten Waterpik Sonic Speed und Sonicare erwiesen sich gegenüber einer konventionellen Handzahnbürste als klinisch relevant überlegen und sollten daher dieser vorgezogen werden. Für die anderen untersuchten elektrischen Zahnbürsten konnte eine klinisch relevante Überlegenheit nicht nachgewiesen werden. Wenn es gelingt, breite Bevölkerungsschichten zur Anwendung der neuartigen Zahnbürstentypen mit überlegener Reinigungswirkung zu bewegen, könnte damit bevölkerungsbezogen ein


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besseres Mundhygieneniveau erreicht und längerfristig die Mundgesundheit weiter verbessert werden. Auf diese Weise können die genannten Zahnbürstentypen durchaus einen Beitrag zum gesundheitspolitischen Ziel einer verbesserten Kariesprophylaxe durch Stärkung der Eigenvorsorge leisten.

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Tue Oct 2 12:39:06 2001