Hoffmann, Björn: Die Tagespresse und der Rundfunk im Nationalsozialismus und im italienischen Faschismus im Vergleich

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Kapitel 1. Einleitung

Die hier vorliegende Arbeit wird die Tagespresse und den Rundfunk im italienischen Faschismus und im deutschen Nationalsozialismus hinsichtlich ihrer staatlichen und wirtschaftlichen Organisation und ihrer ideologischen, gesellschaftlichen und propagandistischen Instrumentalisierung in vergleichender Perspektive darstellen.

Dabei wird die Einleitung der Arbeit die Aufgabe haben zu begründen, warum sich nach sechs Jahrzehnten der wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus und dem italienischen Faschismus eine weitere Erforschung des Phänomens des Faschismus nach wie vor lohnt und warum der methodische Zugriff des Vergleichs dabei von zentraler Bedeutung ist. Dies soll in Kapitel 1.1 geleistet werden.

Die Einleitung wird aber auch der Frage nachzugehen haben, warum für den Vergleich zwischen italienischem Faschismus und Nationalsozialismus zwei spezielle, aber für das »erkenntnisleitende Interesse« zentrale Themen ausgewählt wurden, nämlich die Tagespresse und der Rundfunk. Kapitel 1.2 wird daher den Untersuchungsgegenstand der Arbeit hinsichtlich dieser Fragestellung transparent machen.

Kapitel 1.3. und 1.4 werden die vergleichende Darstellung des Rundfunk- und Pressewesens unter faschistischer bzw. nationalsozialistischer Herrschaft insofern vorbereiten, als daß hier sowohl eine Einführung in den Forschungsstand gegeben wird (Kapitel 1.3), als auch die der Arbeit zugrunde liegenden Vergleichs- und Arbeitshypothesen dargestellt werden (Kapitel 1.4).

Die Kapitel 2 und 3 schließlich beinhalten die eigentliche Darstellung der Presse- und Rundfunkentwicklung unter faschistischer bzw. nationalsozialistischer Herrschaft, wobei der Vergleich, der zum Teil auch immer schon in der Darstellung selber präsent sein wird, in je eigenen Kapiteln behandelt und bewertet werden wird.

Eine abschließende Zusammenfassung wird das vierte Kapitel enthalten, das neben einer Bewertung der Vergleichsergebnisse auch die aus der vergleichenden Darstellung gewonnenen Forschungsdesiderate aufzeigen wird.


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1.1 Vom typologischen Faschismusvergleich zu einer vergleichenden Faschismusforschung

Die Bemühungen in der Geschichtswissenschaft, vergleichende Arbeiten anzufertigen, haben in der Vergangenheit eine verstärkte Konjunktur erlebt. Zahlreiche Arbeiten sind dabei gerade in jüngster Zeit entstanden, wobei sich das theoretische und methodische »Rüstzeug« des Historikers in dieser Hinsicht zunehmend geschärft hat.<1> Das trifft gerade auch für die vergleichende Faschismusforschung zu, innerhalb derer es in den letzten Jahren vermehrt zu Forschungsergebnissen gekommen ist.<2>

Diese Konjunktur ist nicht selbstverständlich, schienen doch noch in den 80er Jahren zumindest für die Zeit des Nationalsozialismus vergleichende Ansätze als wenig fruchtbar, jedenfalls so weit sie totalitarismustheoretische<3> oder faschismustheoretische<4> Ansätze betrafen. Der Historikerstreit von 1986ff hatte daher noch mit der eindeutigen Meinung in der Öffentlichkeit geendet, daß die Singularität der nationalsozialistischen Judenvernichtung letztlich einen Vergleich des Nationalsozialismus mit anderen


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historischen Epochen oder Staaten prinzipiell verbiete, obwohl sich die eigentliche Debatte des Historikerstreits an einer ganz anderen Frage entzündet hatte.<5>

Auch Renzo De Felice, der noch 1969 in seiner vergleichend angelegten Faschismusanalyse aus italienischer Sicht ebenso wie Ernst Nolte<6> trotz aller nationalen Eigenheiten von einem europäisch benenn- und vergleichbaren Phänomen des Faschismus ausgegangen war und hierzu eine nach Ländern- und Herrschaftsformen unterscheidende „doppelte Typologie“<7> entwickelt hatte, entfernte sich in den 70er Jahren zunehmend von seiner eigenen Konzeption.<8> Unter Hinweis auf den Genozid schloß De Felice schließlich sogar jeden übergreifenden Faschismusbegriff<9> aus und meinte, daß es sich bei Nationalsozialismus und italienischem Faschismus um „zwei Welten, zwei Traditionen, zwei Nationalgeschichten“<10> handeln würde. Im gleichen Maße also wie Ernst Nolte im Historikerstreit einen Ausnahmecharakter des Nationalsozialismus auch noch in seiner vernichtungspolitischen Dimension verneinte, begann De Felice - letztlich aus einer politisch ähnlich motivierten Sicht heraus - eine „Singularität des Italofaschismus“<11> zu konstatieren.

Das methodische Problem jedoch, das sich an dieser Art eines typologischen Vergleiches zeigt, ist seine Neigung, tendenziell die historischen Gemeinsamkeiten überzubetonen<12> bzw. überall dort, wo sich beim näheren Hinsehen äußere Gemeinsamkeiten als Unterschiede herausstellen, einen Vergleich prinzipiell in Frage zu stellen. Dahinter steht


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oft eine Verwechslung der historischen Methodik des Vergleichs mit dem alltagssprachlichen »Gleichsetzen« von historischen Prozessen, Strukturen oder Personen.<13> Für die moderne komparatistische Methodik aber kommt es gerade darauf an, „mehrere historische Phänomene systematisch nach Ähnlichkeiten und Unterschieden“<14> zu befragen, also die Unterschiede nicht zum Anlaß einer prinzipiellen Unvergleichbarkeit zweier historischer Prozesse zu nehmen.

So kann die moderne vergleichende Faschismusforschung durchaus wieder von einer „Epoche des Faschismus“ sprechen und auf den zahlreichen politik- wie sozialgeschichtlichen Forschungsergebnissen der letzten 60 Jahre aufbauend neue Fragestellungen entwickeln, ohne freilich die gravierenden Unterschiede der einzelnen faschistischen Staaten Europas<15> zu übersehen: „Im Zentrum stehen die unterschiedlichen Formen und Wirkungen faschistischer Herrschaft sowie die Funktion und Vermittlung von Weltanschauung und anderen Techniken der Sinnstiftung“ erklärten dazu noch jüngst Christof Dipper, Rainer Hudemann und Jens Petersen anläßlich der Veröffentlichung eines Tagungssammelbandes zur vergleichenden Faschismusforschung.<16>

Daher ist es denn auch nicht verwunderlich, daß heute selbst eher marxistisch orientierte Historiker die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der faschistischen Bewegungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Chance begreifen, „comparisons and contrasts between Fascist Italy and Nazi Germany“<17> herauszuarbeiten, ohne den übergreifenden


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Begriff des Faschismus als jenen Kampfbegriff zu verstehen, der er einmal war.<18>

Die hier vorliegende Arbeit möchte sich den Desideraten der modernen vergleichenden Faschismusforschung anschließen und den italienischen Faschismus mit dem deutschen Nationalsozialismus „unter neuen Fragestellungen“<19> vergleichen, so wie dies Jürgen Kocka in seinem Forschungsüberblick über historische Komparatistik in Deutschland gefordert hatte, die seiner Meinung nach in jüngster Zeit eine zu scharfe Westorientierung aufgewiesen habe.

Der Typologie Hartmut Kaelbles folgend, soll dabei ein generalisierender „Spezialvergleich“<20> durch Aufarbeitung des Forschungsstandes vorbereitet werden, der die Tagespresse und den Rundfunk im Nationalsozialismus und im italienischen Faschismus<21> im Vergleich und in Beziehung zueinander behandelt. Als Ausgangsbasis hat dabei die Frage im Vordergrund zu stehen, inwieweit die lenkungspolitischen, propagandistischen und meinungsmanipulatorischen Maßnahmen der beiden Regime als genuin autoritär-faschistisch bezeichnet werden können und inwieweit ihre Maßnahmen daher auf eine ideologische Prädisposition zurückzuführen sind. Diese Fragestellung deutet auch an, warum der Vergleich an zwei autoritären Regimen wie dem faschistischen Italien und dem nationalsozialistischen Deutschland vorgenommen wird, da ihre Ähnlichkeiten und Unterschiede über den phänomenologischen Ansatz hinaus, den Blick auf einen über den Spezialfall hinausweisenden Idealtypus autoritär-faschistischer Herrschaft eröffnen können, wobei es weniger darum geht, eine möglichst genaue Definition »des Faschismus« zu erlangen,<22> als vielmehr das Wesen dieser Herrschaftsform an einem möglichst


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aussagekräftigen Beispiel zu beschreiben.<23>

Ermuntert wurde der Vergleich u.a. dadurch, daß sich in letzter Zeit neben den alltagsgeschichtlichen Untersuchungen und ihrer Frage nach der „Herrschaft im individuellen Erlebensraum“<24> vor allem jene Fragestellung von den „Konflikte(n) der modernen Massengesellschaft“<25> für die vergleichende Faschismusforschung herauskristallisiert hat, wie sie Emilio Gentile exemplarisch zum Gegenstand seiner Forschung gemacht hat. Denn trotz der bereits zahlreich existierenden Forschungsergebnisse sowohl in Italien als auch in Deutschland zu diesem Thema bleibt die Frage nach der Konsensbildung und der Meinungsmanipulierung oder prinzipieller ausgedrückt: der „Regie des öffentlichen Lebens“<26> ein zentraler Untersuchungsgegenstand, der jenseits apologetischer Relativierungen eigentlich nur in einem genügend großen Vergleichsrahmen beantwortet werden kann.

1.2 Gegenstand des Vergleiches: Die Tagespresse und der Rundfunk

In dieser Arbeit soll es daher um den Einfluß der Massenmedien, speziell der Tageszeitung und des Radios als die zentralen Medien der Meinungsbeeinflussung und der Propaganda der 20er, 30er und frühen 40er Jahre im Vergleich von deutschem Nationalsozialismus und italienischem Faschismus gehen. Für die Auswahl der Medien stand dabei im Vordergrund, daß es sich bei der Tagespresse um ein sekundäres, beim Rundfunk aber um ein für den Untersuchungszeitraum neues, tertiäres Medium handelt,<27> bei dem davon


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ausgegangen werden kann, daß es in seiner Anwendung und seiner Benutzung qualitativ andere Reaktionen und Möglichkeiten hervorrufen kann, als es die Tagespresse vermochte.

Die Tageszeitung wurde deshalb als Vergleichsobjekt ausgewählt, da sie speziell in den Augen der Nationalsozialisten und Faschisten als traditioneller Vertreter der vorangegangenen liberalen Epoche galt<28> und gerade im Kampf gegen ihre Freiheitsideale die meinungspolitischen Maßnahmen und Vorstellungen des Nationalsozialismus und Faschismus am schärfsten zum Vorschein kommen. Das Rundfunkwesen wurde in den Vergleich miteinbezogen, da es als das modernste Kommunikationsmedium galt und für den Faschismus, aber auch für den Nationalsozialismus zum Beweis seiner »Modernität« wurde.<29>

Die politischen Lenkungsmaßnahmen gegenüber Tagespresse und Rundfunk belegen nicht nur die Versuche der beiden Regime, die Gleichschaltung aller Lebensbereiche innerhalb der Gesellschaft und damit die Aufhebung von Öffentlichem und Privatem zu betreiben,<30> sondern zeigen auch gerade exemplarisch den verschobenen Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit, die sich am Ende der 30er und zu Beginn der 40er Jahre von den


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traditionellen Druckerzeugnissen ab- und den »zeitnahen« Medien wie dem Radio zuwandte.<31> Sowohl für die Nationalsozialisten als auch für die Faschisten waren die Tagespresse und der Rundfunk Transmissionsriemen ihres Herrschaftsanspruches und ihrer Herrschaftssicherung, derer sie sich nicht nur bedienen konnten, sondern derer sie sich um den Preis ihres politischen Bestehens bedienen mußten. In den Entwicklungen der Tagespresse und des Rundfunks unter nationalsozialistischer wie faschistischer Herrschaft zeigt sich daher der Anspruch beider Regime als »omnipräsente Aufmerksamkeitsdiktaturen«<32> gleichermaßen in der Öffentlichkeit und der Privatheit der Menschen präsent zu sein.

Bevor man jedoch einen historischen Vergleich durchführen kann, ist es von zentraler Bedeutung, den Forschungsstand der zu untersuchenden Länder herauszuarbeiten. Das soll auch hier zunächst von vorrangiger Aufgabe sein. Denn erst wenn man einen möglichst umfassenden Überblick gewonnen hat, ist eine Formulierung der Fragestellung möglich.<33> Aus diesem Grund soll eine möglichst konzise Zusammenstellung der reichhaltigen Fachliteratur zu dem Thema Tagespresse und Rundfunk im italienischen Faschismus und im Nationalsozialismus gegeben werden. Dabei Berücksichtigung finden soll auch jene aktuelle Literatur, die sowohl in politik- wie sozialgeschichtlicher Perspektive Erhellendes für die Forschung über den italienischen Faschismus sowie über den Nationalsozialismus geleistet hat.

Vor diesem Hintergrund können Tagespresse und Rundfunk<34> unter einem möglichst weit gefaßten Zugriff behandelt werden. Der Forderung und den Kategorien Bernd Sösemanns und Jürgen Michael Schulz‘ folgend, soll die vorliegende Literatur zum institutionell-


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organisatorischen und inhaltlich-formalen Rahmen, zur wirtschaftlich-finanziellen, ideologisch-politischen und gesetzlich-rechtlichen Durchdringung, sowie zu den Fragen der technischen Entwicklung der Tagespresse und des Rundfunks bearbeitet werden,<35> wobei im Schlußkapitel zu berücksichtigen sein wird, was die Kategorien hinsichtlich des Vergleiches zu leisten vermochten und was nicht. Literatur zu den sozial- und wirtschaftlichen Bedingungen einer umfassenden Presse- und Rundfunkgeschichte, so wie sie im Rahmen einer Gesellschaftsgeschichte behandelt werden müßte,<36> konnte hier jedoch nur am Rande Berücksichtigung finden.

Abschließend Beachtung finden soll auch jene Literatur, die sich mit dem Vergleich von Nationalsozialismus und italienischem Faschismus in allgemein-generalisierender Weise beschäftigt, sowie jene Literatur, die sich auf Spezialvergleiche bezieht und die vielfältigen Beziehungen der beiden Staaten, den Transfer und die Zirkulation von Ideen, Symbolen und kulturellen Gütern beschreibt.

1.3 Einführung in den Forschungsstand

Die in diese Arbeit eingegangene Literatur - der Forschungsstand - läßt sich grob in drei Kategorien einteilen, wobei diese quer durch die verschiedensten wissenschaftlichen Disziplinen verlaufen.<37> Zur ersten Kategorie gehören Veröffentlichungen, die sich mit der institutionell-organisatorischen Meinungsmanipulation für die Zeit des italienischen Faschismus und des deutschen Nationalsozialismus<38> im allgemeinen, sowie der


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inhaltlichen Propagandaführung im besonderen beschäftigen. Zur zweiten Kategorie zählt die Literatur sowohl zur Pressegeschichte, soweit sie sich mit der Tagespresse beschäftigt, als auch zur Rundfunkgeschichte, soweit sie sich mit dem Hörfunk<39> in den beiden Regimen beschäftigt. Zur dritten Kategorie gehört schließlich die Vergleichsliteratur, sofern sie für das hier vorliegende Thema von Bedeutung schien. Bearbeitet wurde jedoch, mit wenigen Ausnahmen, nur solche Literatur, die nach 1945 erschienen ist.<40> Publizierte Quellen wurden nur in ganz wenigen Ausnahmefällen behandelt und unveröffentlichtes Material wurde aufgrund des Charakters dieser Arbeit als vergleichender Forschungsüberblick überhaupt nicht berücksichtigt. Geschrieben wurde die Einführung in den Forschungsstand, die zudem auch eine Würdigung der verwendeten Methoden und Arbeitsweisen vornehmen möchte, ausgehend von der deutschsprachigen Literatursituation.

In Deutschland begann eine Aufarbeitung der „Regie des öffentlichen Lebens“ schon früh. Bereits 1956 erschien die Dissertation Karlheinz Schmeers<41> mit dem gleichlautenden Titel, die eine Erweiterung der Arbeiten Walter Hagemanns darstellte, der sich bereits 1948 mit der Publizistik im Dritten Reich<42> auseinandergesetzt hatte. Unter Hagemanns Anleitung erschienen daneben zahlreiche weitere Arbeiten, die sich u.a., wie Hagemanns Arbeit selbst, mit der Rundfunkpolitik und -propaganda beschäftigten.<43>


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In der Folgezeit schlossen sich Untersuchungen, wie die Klaus Vondungs zur Magie und Manipulation im Dritten Reich an,<44> die sich eher auf die religiöse Symbolsprache nationalsozialistischer Propaganda konzentrierte, wohingegen Ernest Kohn Bramsteds Arbeit<45> einen eindeutigen Akzent auf die Staatspropaganda legte, speziell in ihrer publizistischen Ausprägung. Bei Bramsted findet sich auch eine erste systematische Darstellung des »sonderbaren Falles« der Frankfurter Zeitung,<46> die trotz ihres dezidiert liberalen Standpunktes noch bis zum Jahr 1943 erscheinen konnte.

Ab Mitte der 60er Jahre erlebte die Aufarbeitung der Presselenkung dann eine verstärkte Aufmerksamkeit, zum einen bedingt durch die Arbeit des amerikanischen Vernehmungsoffiziers Oron James Hale,<47> der sich um die Darstellung der wirtschaftlichen Macht des Amann-Konzerns verdient gemacht hatte, und zum anderen durch die Arbeit Karl-Dietrich Abels,<48> dessen Versäumnis, nicht die in Koblenz lagernden Presseanweisungen herangezogen zu haben, durch die Arbeit Jürgen Hagemanns<49> ausgeglichen werden konnte, der zudem an zahlreichen Beispielen der überlieferten Presseanweisungen eine Typologie der inhaltlichen Lenkung entwickelte.

Seitdem von Gabriele Toepser-Ziegert und Hans Bohrmann die NS-Presseanweisungen der Vorkriegszeit - die sogenannten Sammlungen Brammer und Sänger - herausgegeben werden,<50> haben die Veröffentlichungen erstaunlicherweise auf diesem Gebiet etwas


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nachgelassen, auch wenn mit der Arbeit Pürers und Raabes eine recht aktuelle Überblicksdarstellung vorliegt<51> und erst seit der Arbeit von Norbert Frei und Johannes Schmitz zum ersten mal eine umfassende und systematische Übersicht über die einzelnen Tageszeitungen und ihre politische Orientierung im Ditten Reich vorliegt.<52> In letzter Zeit sind eher Spezialstudien erschienen, die jedoch empfindliche Lücken geschlossen haben. Zu nennen ist die Analyse Doris Kohlmann-Viands,<53> die versucht hatte, die inhaltliche Presselenkung während des Krieges einmal in kriegsbedingte und einmal in ideologisch überformte Anweisungen zu unterteilen. Doris Kohlmann-Viand hatte dazu eine weitere Sammlung von Presseanweisungen untersucht,<54> namentlich die Sammlung Oberheitmann.<55>

Zu nennen ist unter den jüngsten Untersuchungen aber auch die Darstellung André Uzulis‘,<56> der einen bisher vernachlässigten, jedoch gar nicht hoch genug zu bewertenden


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Bereich des Presselenkungssystems im Dritten Reich dargestellt hat, nämlich den der keineswegs monopolistisch organisierten deutschen Nachrichtenagenturen. Die ausländischen Nachrichtenagenturen sind mittlerweile von Martina Schumacher untersucht worden, der es um die Frage der nationalsozialistischen Pressekontrolle in bezug auf die ausländische Presse in Deutschland ging.<57> Als Spezialuntersuchung ist auch die Darstellung Wolfgang Müsses zur Reichspresseschule zu nennen,<58> die als Berufsgeschichte des Journalismus im Dritten Reich gelten kann. Die Studie ist aber auch für den Vergleich wertvoll gewesen, da sie den Vorbildcharakter der italienischen Presseschule in Rom für die nationalsozialistische Reichspresseschule detailliert beschreibt. Als letzte der aktuelleren Spezialuntersuchungen sei noch die Abhandlung Uwe Julius Faustmanns genannt,<59> die Aufbau und Funktion der Reichskulturkammer aus rechtswissenschaftlicher Perspektive behandelt und insbesondere den juristischen Rahmen der Reichspresse-, aber auch der Reichsrundfunkkammer schildert und bewertet.

Auch auf dem Gebiet der Rundfunkgeschichte begann die Aufarbeitung der lenkungspolitischen Maßnahmen sowohl für den institutionellen als auch für den inhaltlichen Bereich schon sehr früh durch die 1955 für das Hans Bredow Institut in Hamburg angefertigte Arbeit Karl-Heinz Pohles,<60> die aus italienischer Sicht später auch entsprechend gewürdigt wurde.<61> Die Publikationen auf dem Gebiet des Rundfunks waren


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in der Folgezeit nicht ganz so dicht wie auf dem Gebiet der Presse, wenn auch mittlerweile eine ganze Reihe regionaler Studien<62> und Spezialuntersuchungen<63> vorliegen. Wegen ihres systematischen Ansatzes sind vor allem die Arbeit Ansgar Dillers von 1980,<64> die Dissertation Walther Klinglers von 1983<65> und die aufgrund ihrer europäisch vergleichenden Ausrichtung äußerst wichtige Darstellung zum Auslandsrundfunk von Willi A. Boelcke<66> zu nennen. Die Arbeit Klaus Scheels besitzt neben ihrem eher historiographischen Wert<67> vor allem den Vorzug, die Verbindungen von Wirtschaftsinteressen und Rundfunkpolitik im Dritten Reich herausgearbeitet zu haben. Mit den Arbeiten Dussels<68> und Stuibers<69> liegen darüber hinaus zwei sehr aktuelle Überblicksdarstellungen vor, die den Forschungsstand beispielhaft zusammengetragen haben.

Eine auffällige Forschungslücke versuchte 1983 Peter Dahl mit seiner Sozialgeschichte des


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Rundfunks für Sender und Empfänger<70> zu schließen, in der er u.a. für die Zeit des Nationalsozialismus der Frage nachzugehen versuchte, wie sich die Geschichte des Hörers auf die institutionell-organisatorische Seite der Sender ausgewirkt habe.<71> Eine Fragestellung, die trotz der Veröffentlichung der SD-Berichte und der ebenfalls publizierten Deutschlandberichte der SPD nach wie vor ein großes Quellenproblem darstellt, da die Rundfunkwirkungsforschung im heutigen Sinne für die Zeit des Nationalsozialismus noch nicht bzw. nur in ihrer sicherheitsdienstlichen Funktion existierte.<72> Ein Problem, das im übrigen auch auf die Wirkungsforschung des gesamten Medienspektrums zutrifft, wie etwa Gerhard Paul in seiner Studie klar machte, in dem er die nicht näher quantifizierbare emotionale Anziehungskraft der Konstruktion von NS-Bilderwelten darstellte.<73>

Eine qualitativ-quantitative Auswertung des Hörfunkprogrammes, so wie sie detailliert mit der umfassenden „Programmgeschichte des Weimarer Hörfunks“ vorliegt, gibt es bislang für das Dritte Reich noch nicht.<74> Jedoch liegt mit dem von Inge Marßolek und Adelheid


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von Saldern herausgegebenen Sammelband zum Radio im Nationalsozialismus eine Studie vor, die sich durch ihren breit gefaßten methodischen Zugang auszeichnet. In ihr werden nicht nur detaillierte Analysen von Einzelprogrammen und eine alltagsgeschichtliche Beschreibung der »Radioaneignung« geliefert, die sich in der Tradition der jüngeren »cultural studies« versteht, sondern es wird auch, in Methodik der »gender studies« etwa die geschlechtsspezifische Aufgabenverteilung im nationalsozialistischen Rundfunk untersucht, um damit ein umfassendes „Soziogramm kultureller Codes“ für den Nationalsozialismus zu beschreiben.<75>

Von zentraler Bedeutung für den hier vorliegenden Vergleich war außerdem die instruktive Darstellung Peter Reichels von 1994, der gezeigt hatte, daß das Verständnis der Wirkmächtigkeit der nationalsozialistischen Propaganda nicht nur über die Aspekte von „Verführung und Gewalt“<76> führt, sondern auch durch das Verständnis der durch die Nationalsozialisten auf eine ganz bestimmte Art und Weise produzierten »Faszination«.<77>

In der italienischen Historiographie<78> ist man auf eine solche Fragestellung überhaupt erst durch die Arbeiten Renzo De Felices gekommen, dessen achtbändige Mussolinibiographie längst weit über einen biographischen Ansatz hinausgeht.<79> Wenngleich De Felices Thesen zur Massenmobilisierung und zur Modernisierung Italiens, die der Autor durch das faschistische Regime vorbereitet worden sieht, auch kritisiert wurden und sicher auch kritisierbare Schlußfolgerungen in ihrer relativierenden und den Faschismus rehabilitierenden Tendenz enthielten, so ergab sich aus seinen Thesen aber dennoch „eine durchaus fruchtbare Debatte über die Fragen der propagandistischen und manipulatorischen Herstellung von Konsens in einem Diktaturregime wie dem


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faschistischen“,<80> wie Wolfgang Schieder im Rückblick feststellte. Mit der fruchtbaren Debatte war dabei vor allem die Arbeit des amerikanischen Historikers Philip Cannistraro<81> gemeint, die auch hier in die Darstellung zu großen Teilen eingegangen ist, da sie nicht nur die organisatorische Entwicklung des Mussolinischen Pressebüros bis hin zum Ministero della Cultura Popolare (im folgenden kurz: Minculpop ) beschreibt, sondern auch mit eigenen Kapiteln auf die Entwicklungen von Presse und Rundfunk im faschistischen Italien eingeht.

Deutschsprachige Darstellungen zur italienischen Presse- oder Rundfunkgeschichte gibt es so gut wie nicht,<82> weshalb hier - der Anlage eines Vergleiches entsprechend - vornehmlich die italienische Literatur Verwendung gefunden hat. Für die Darstellung der italienischen Presse- und Rundfunkgeschichte wurden vornehmlich die eher politikgeschichtlich orientierten Arbeiten Murialdis,<83> Monticones<84>, Papas<85> und Monteleones<86> herangezogen, über deren Arbeiten hinaus es zu diesem Fragenkomplex


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nach wie vor kaum Literatur aus Italien selbst gibt.<87> Zusätzlich zur italienischen Literatur existieren jedoch auch noch einige anglo-amerikanische Studien wie die Lytteltons, Thompsons, Whittams und Edward R. Tannenbaums,<88> die nicht nur für einen ersten Überblick hilfreich sind, sondern auch zur Bewertung und Einschätzung der Presse- und Rundfunkgeschichte unerläßlich sind.

Für die Beziehungen zwischen italienischem Faschismus und nationalsozialistischem Deutschland gibt es mittlerweile auch eine sehr umfangreiche und gute Studie von Andrea Hoffend,<89> die hier mit Gewinn eingegangen ist.

Abschließend seien noch jene Untersuchungen genannt, die herangezogen wurden, um eine Vorstellung von der Reichweite und Wirkmächtigkeit der pressepolitischen und rundfunkpropagandistischen Anstrengungen von italienischem Faschismus und deutschem Nationalsozialismus zu bekommen. Hier wurde die Untersuchung Thompsons für den italienischen Faschismus benutzt<90> und die in ihrer Argumentationsschärfe noch darüber hinausgehende, sehr kritische Beleuchtung der Propagandaeffektivität von Ian Kershaw.<91>


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Daneben ist für diesen Fragenkomplex auch die Regionalstudie Norbert Freis benutzt worden, da sie exemplarisch die Verbindung von „Presse(struktur)geschichte“ und „NS-Wirkungsgeschichte“ verdeutlichen konnte.<92> Die alltagsgeschichtlichen Betrachtungen Detlef Peukerts<93> und die psychologischen Überlegungen Jacques Elluls<94> waren diesbezüglich ebenfalls hilfreich.

Kurz sei auch noch auf die kommunikationswissenschaftliche, medientheoretische und kulturwissenschaftliche Fachliteratur verwiesen, die für den hier vorliegenden historischen Vergleich bei Begriffsklärungen, der methodischen Einordnung und als Ideengeber für die Vergleichshypothesen von Bedeutung war.<95> Zu nennen sind dabei die einführenden Arbeiten Gerhard Maletzkes<96> und Werner Faulstichs,<97> sowie die mittlerweile zum Klassiker avancierte Arbeit Marshall McLuhans<98> und die von Jürgen Wilke weitergeführte Einführung in die Zeitungslehre von Emil Dovifat.<99> Weiterführende Spezialliteratur wird in die Darstellung des Vergleiches immer dann eingeführt werden, wenn es für das historische Verständnis sinnvoll erscheint.


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1.4 Vergleichs- und Arbeitshypothesen

Aus der vorgenannten Literatur läßt sich nun eine erste Tendenz der faschistischen wie nationalsozialistischen Presse- und Rundfunkpolitik formulieren, die Ausgangspunkt der Arbeits- und Vergleichshypothesen sein wird.

Sowohl für den italienischen Faschismus als auch für den deutschen Nationalsozialismus stellte die oppositionelle Tagespresse zum Zeitpunkt der Machtübernahme eine existentielle Bedrohung dar, was sich in Italien besonders markant im Laufe der Matteotikrise zeigte.<100> Beide Regime sahen sich etwa vergleichbaren Ausgangssituationen gegenüber, in denen sowohl die konservativ-liberalen als auch die sozialistischen Tageszeitungen einen nicht unerheblichen Einfluß auf die Meinungsbildung innerhalb der Gesellschaft hatten,<101> wohingegen die Parteiorgane der Faschisten und die der Nationalsozialisten tendenziell nur eine innerparteiliche Integrationskraft besaßen.<102>

Trotz dieser ähnlichen Ausgangslagen verliefen die Prozesse der Gleichschaltung und Meinungsmanipulation in beiden Regime grundlegend verschieden. Während für den italienischen Faschismus auch für den Bereich der Pressepolitik eine „Entwicklungsdiktatur“<103> konstatiert werden muß und von einer vollständig kontrollierten Presse überhaupt erst ab den 30er Jahren gesprochen werden sollte,<104> kann für den


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Nationalsozialismus gelten, daß von einer nahezu totalen Gleichschaltung der Presselandschaft bereits für Oktober 1933,<105> also schon für das erste Jahr nationalsozialistischer Herrschaft gesprochen werden kann.<106>

Eine ähnliche Ausgangslage und unterschiedliche Entwicklungen führten dennoch, besonders durch innen- wie außenpolitische Konflikte und schubweise Radikalisierungen des Krieges bedingt, im faschistischen Italien und im nationalsozialistischen Deutschland zu einer vergleichbar gestalteten Presseanweisungspolitik, die nicht nur bei den Tageszeitungen selber ansetzte und eine inhaltliche wie formelle Lenkung bedingte, sondern das gesamte Pressewesen durchdrungen hatte.

Auf dem Gebiet des Rundfunkwesens dagegen konnte die Ausgangslage nicht unterschiedlicher sein. Während die Nationalsozialisten zur Zeit ihrer zur »Machtergreifung« stilisierten Regierungsübernahme nicht nur auf ein bereits vollständig funktionstüchtiges und überdies auch schon seit 1932 in Ansätzen zentralisiertes Rundfunkwesen gebieten konnten, die »nationalsozialistische Rundfunkrevolution« mithin in den Bereich der Mythen gehört,<107> gab es in Italien 1922 bei der zum »Marsch auf Rom« aufgebauschten Regierungsbeauftragung Mussolinis<108> lediglich rudimentäre Ansätze eines Rundfunkwesens, das maximal auf die funktechnischen Errungenschaften des I.


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Weltkrieges zurückgreifen konnte.

Darüber hinaus entwickelte sich das Rundfunkwesen in Italien im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern zunächst nur schleppend. Denn die Reichweite und propagandistische Effektivität des Radiomediums wurde durch den »Journalisten« Mussolini anfänglich unterschätzt,<109> der weiterhin die Presse als das zentrale Lenkungsinstrument der öffentlichen Meinung betrachtete. Anders als etwa in Deutschland setzte sich daher zunächst eine starke privatwirtschaftliche Ausrichtung des Rundfunkwesens in Italien durch, das in seinen Anfängen maßgeblich durch die Gruppe Marconi<110> beeinflußt wurde, was - paradoxerweise - eine Instrumentalisierung des Rundfunks zu politischen Zwecken behinderte.

Trotz der anfänglichen Gleichgültigkeit des faschistischen Regimes gegenüber einer staatlichen Rundfunkpolitik begann zu Beginn der 30er Jahre, nachdem das Potential des Radios erkannt worden war, eine nachholende Intensivierungs-, Zentralisierungs- und Modernisierungsphase des italienischen Rundfunks, die zugleich eine Politisierung und Propagandisierung des neuen Mediums bedeutete. Getragen wurde diese Entwicklung vor allem von dem neugeschaffenen Minculpop, das nach dem deutschen Vorbild des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda arbeiten sollte.<111> Innenpolitische Entwicklung und kriegsbedingte Radikalisierung näherten den faschistischen Rundfunkeinsatz schließlich der nationalsozialistischen Instrumentalisierung des Radios so weit an, daß - ähnlich wie auf dem Pressesektor - Unterschiede nur noch hinsichtlich der ideologischen Rigorosität, nicht aber hinsichtlich eines effizienten Einsatzes<112> wahrgenommen werden können.


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Arbeitshypothese und mithin »erkenntnisleitendes Interesse«<113> soll daher sein, daß sich die parallelen Entwicklungen autoritärer Meinungsmanipulation und -organisation in Italien wie in Deutschland durch einen der faschistischen Ideologie zugrunde liegenden totalen Herrschaftsanspruch begründen lassen, ihre je eigenen Ausprägungen jedoch mit den politisch-sozialen Entwicklungen der beiden Regime korrespondierten und dadurch nicht unerhebliche Unterschiede vor allem hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen Durchdringung und hinsichtlich ihrer ideologischen Rigorosität aufwiesen.

Darüber hinaus kann zudem als Vergleichshypothese gelten, daß sich die unterschiedlichen Ausprägungen faschistischer wie nationalsozialistischer Presse- und Rundfunkpolitik im Verlaufe der Beziehungen der beiden Regime wechselseitig radikalisierten und dadurch sukzessive anglichen, wobei das faschistische Italien seine Vorbildfunktion für den Nationalsozialismus immer mehr verlor<114> und in die Rolle eines Schülers schlüpfte. Das »Italia docet« der 20er Jahre<115> hatte sich bedingt durch die propagandistischen Erfolge des nationalsozialistischen Deutschlands in ein »Germania docet« gewandelt, wobei sich der Charakter der Imitation und der Übernahme erfolgreicher Konzepte oder Ideen Ende der 30er Jahre längst in einen innerfaschistischen Kulturkampf verwandelt hatte.<116>


Fußnoten:

<1>

Einen Überblick über den europäischen sozialgeschichtlichen Vergleich und die steigende Anzahl von komparatistischen Arbeiten bietet:

Kaelble, Hartmut: "Vergleichende Sozialgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts: Forschungen europäischer Historiker," Haupt, Heinz-Gerhard; Kocka, Jürgen Geschichte und Vergleich. Ansätze und Ergebnisse international vergleichender Geschichtsschreibung, Campus, 1996, S. 91-130,

, hier S. 94ff. Eine Typologie des Vergleichs findet sich in:

Kaelble, Hartmut: Der historische Vergleich. Eine Einführung zum 19. und 20. Jahrhundert, Campus, 1999,

, speziell S. 35ff.

<2>

Darunter nicht nur in der deutschen, sondern auch in der traditionell auf diesem Gebiet stark vertretenen anglo-amerikanischen Geschichtswissenschaft. Vgl. hierzu die jüngst erschienenen Arbeiten von:

De Grand, Alexander J.: Fascist Italy and Nazi Germany. The "fascist" style of rule, Routledge, 1995, S. xxviii, 102,

. Daneben:

Bessel, Richard: Fascist Italy and Nazi Germany. Comparisons and contrasts, Cambridge University Press, 1996, S. xiv, 242, 0521477115 (paperback)">052147129X (hardback)
0521477115 (paperback)

. Einen allgemeinen Forschungsüberblick zur anglo-amerikanischen Faschismusforschung bietet:

Blinkhorn, Martin: Mussolini und das faschistische Italien, 1994,

, hier: S. 65ff, speziell: S. 73f. Daneben:
:

Coppa, Frank J.; Roberts, William: Modern Italian History. An Annotated Bibliography, 1990,

, hier: S. 148ff.

<3>

Der totalitarismustheoretische Ansatz galt, trotz seiner z.T. auch gewinnbringenden Ergebnisse, als ideologisch dem Kalten Krieg verdächtiges Vergleichsinstrument. Eine aktuelle Übersicht bietet:

Wippermann, Wolfgang: Totalitarismustheorien. Die Entwicklung der Diskussion von den Anfängen bis heute, Primus, 1997,

. Für einen sehr frühen, aber durchaus anregenden typologischen und totalitarismustheoretischen Vergleich siehe:

Germino, Dante: "Der italienische Faschismus in vergleichender Perspektive," Nolte, Ernst Theorien über den Faschismus, 1984, S. 426-448,

. Im Original:

Germino, Dante L.: The Italian Fascist Party In Power, 1959,

.

<4>

Faschismustheoretische Vergleiche galten als zu einseitig dem marxistischen Weltbild verhaftet, siehe:

Wippermann, Wolfgang: Faschismustheorien. Die Entwicklung der Diskussion von den Anfängen bis heute, Primus, 1997, 7,

, hier: S. 7ff.

<5>

Vgl.

Historikerstreit. Die Dokumentation der Kontroverse um die Einzigartigkeit der nationalsozialistischen Judenvernichtung, Piper, 1995, 9,

, hier S. 45ff. Eigentlich ging es lediglich um die Fragestellung Noltes, ob Hitler eine „asiatische Tat“ vollbracht habe, Auschwitz mithin als eine Reaktion auf den Archipel GULag zu verstehen sei.

<6>

Vgl.

Nolte, Ernst: Der Faschismus in seiner Epoche. Die Action française, der italienische Faschismus, der Nationalsozialismus, R. Piper, 1963,

.

<7>

De Felice, Renzo: Die Deutungen des Faschismus, 1980,

, hier S. 18. Im italienischen Original:

De Felice, Renzo: Le interpretazioni del fascismo, 1969,

.

<8>

Vgl.

De Felice, Renzo: Der Faschismus. Ein Interview von Michael A. Ledeen, 1977,

, hier: S. 30.

<9>

Zum Forschungsstand der vergleichenden Faschismusforschung siehe:

Dipper, Christof; Hudemann, Rainer; Petersen, Jens: "Vergleichende Faschismusforschung - Schwerpunkt, Tendenzen, Hypothesen," Dipper, Christof; Hudemann, Rainer; Petersen, Jens Faschismus und Faschismen im Vergleich. Wolfgang Schieder zum 60. Geburtstag, 1998, S. 9-21,

, hier: S. 12.

<10>

De Felice, Renzo: Der Faschismus. Ein Interview von Michael A. Ledeen, 1977,

, hier: S. 30.

<11>

Zu dem aus De Felices Thesen in Italien entstandenen Historikerstreit siehe:

Schieder, Wolfgang: "Faschismus als Vergangenheit. Streit der Historiker in Italien und Deutschland," Pehle, Walter H. Der historische Ort des Nationalsozialismus, 1990, S. 135-154,

, hier. S. 145.

<12>

Diese Tendenz bemängelt auch:

De Grand, Alexander J.: Fascist Italy and Nazi Germany. The "fascist" style of rule, Routledge, 1995, S. xxviii, 102,

, hier S. 2.

<13>

Dies taten im übrigen weder De Felice noch Nolte, aber wie Wolfgang Wippermann zu Recht bemerkt, geriet die Faschismusforschung in den 70er Jahren zunehmend in den Sog eines medienwirksamen Diskurses, in dem der Begriff des Faschismus zu einem reinen Schlagwort degenerierte:

Wippermann, Wolfgang: Faschismustheorien. Die Entwicklung der Diskussion von den Anfängen bis heute, Primus, 1997, 7,

, hier: S. 8.

<14>

Haupt, Heinz-Gerhard; Kocka, Jürgen: Geschichte und Vergleich. Ansätze und Ergebnisse international vergleichender Geschichtsschreibung, Campus, 1996, ,

, hier: S 9.

<15>

Den wohl besten Zugriff auf das Phänomen des europäischen Faschismus bietet:

Schieder, Wolfgang: "Stichwort: Faschismus," Kernig, C. D. Sowjetsystem und demokratische Gesellschaft. Eine vergleichende Enzyklopädie, Herder, 1968, II, S. 438-478,

.

<16>

Dipper, Christof; Hudemann, Rainer; Petersen, Jens: "Vergleichende Faschismusforschung - Schwerpunkt, Tendenzen, Hypothesen," Dipper, Christof; Hudemann, Rainer; Petersen, Jens Faschismus und Faschismen im Vergleich. Wolfgang Schieder zum 60. Geburtstag, 1998, S. 9-21,

, hier: S. 15.

<17>

So Richard Bessel in seinem Vorwort zu einem Tagungsband in Andenken an Tim Mason:

Bessel, Richard: Fascist Italy and Nazi Germany. Comparisons and contrasts, Cambridge University Press, 1996, S. xiv, 242, 0521477115 (paperback)">052147129X (hardback)
0521477115 (paperback) ,

, hier: S. 5.

<18>

Vgl.

Wippermann, Wolfgang: Faschismustheorien. Die Entwicklung der Diskussion von den Anfängen bis heute, Primus, 1997, 7,

, hier: S. 11ff. So auch:

Martin, Bernd: "Zur Tauglichkeit eines übergreifenden Faschismus-Begriffes, Ein Vergleich zwischen Japan, Italien und Deutschland," Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, 1981, 29, S. 48-73,

, hier: S. 49f.

<19>

Kocka, Jürgen: "Historische Komparatistik in Deutschland," Haupt, Heinz-Gerhard; Kocka, Jürgen Geschichte und Vergleich. Ansätze und Ergebnisse international vergleichender Geschichtsschreibung, Campus, 1996, S. 47-60,

, hier: S. 57.

<20>

Kaelble, Hartmut: Der historische Vergleich. Eine Einführung zum 19. und 20. Jahrhundert, Campus, 1999,

, hier: S. 36ff.

<21>

Dem Vorschlag Bernd Martins folgend soll hier und im folgenden durchaus zur begrifflichen Klarheit der Terminus faschistisch für die Regierungszeit der italienischen Faschisten und der Terminus nationalsozialistisch für die Regierungszeit der deutschen Nationalsozialisten Verwendung finden, das hindert uns jedoch keineswegs unter den oben genannten Vorüberlegungen daran, von einer Epoche des Faschismus auszugehen:

Martin, Bernd: "Zur Tauglichkeit eines übergreifenden Faschismus-Begriffes, Ein Vergleich zwischen Japan, Italien und Deutschland," Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, 1981, 29, S. 48-73,

, hier: S. 73.

<22>

Diese Definitionen gibt es zur Genüge, siehe:

Wippermann, Wolfgang: Faschismustheorien. Die Entwicklung der Diskussion von den Anfängen bis heute, Primus, 1997, 7,

, hier: S 58ff.

<23>

So schon Angelo Tasca in:

Tasca, Angelo: Glauben, gehorchen, kämpfen. Aufstieg des Faschismus in Italien, 1969,

, hier: S. 374.

<24>

Dipper, Christof; Hudemann, Rainer; Petersen, Jens: "Vergleichende Faschismusforschung - Schwerpunkt, Tendenzen, Hypothesen," Dipper, Christof; Hudemann, Rainer; Petersen, Jens Faschismus und Faschismen im Vergleich. Wolfgang Schieder zum 60. Geburtstag, 1998, S. 9-21,

, hier: S. 9.

<25>

Gentile, Emilio: "Partei, Staat und Duce in der Mythologie und der Organisation des Faschismus," Bracher, Karl Dietrich; Valiani, Leo Faschismus und Nationalsozialismus, 1991, S. 195-216,

, hier: S. 196. Zuletzt:

Gentile, Emilio: "Der Liktorenkult," Dipper, Christof; Hudemann, Rainer; Petersen, Jens Faschismus und Faschismen im Vergleich. Wolfgang Schieder zum 60. Geburtstag, 1998, S. 247-262,

.

<26>

So der Titel einer recht frühen Dissertation bei und in Ergänzung der Thesen Walter Hagemanns:

Schmeer, Karlheinz: Die Regie des öffentlichen Lebens im Dritten Reich, 1956,

.

<27>

Diese Einteilung der Massenkommunikationsmedien bietet sich vor allem für synchrone und einseitig wirkende Medien an. Der qualitative Unterschied der tertiären zu den sekundären Medien besteht darin, daß bei den tertiären Medien auch auf der Empfängerseite ein technisches Hilfsmittel benötigt wird, bei den sekundären Medien aber nur auf der Sender- bzw. Verlegerseite ein technisches Hilfsmittel eingesetzt wird. Primäre Medien kommen nach dieser Einteilung gänzlich ohne technische Hilfsmittel aus. Nach:

Maletzke, Gerhard: Kommunikationswissenschaften im überblick, 1998,

, hier S. 50ff.

<28>

Zur Zeitungslandschaft am Ende der Weimarer Republik siehe:

Friedrich, Thomas: "Die Berliner Zeitungslandschaft am Ende der Weimarer Republik," Kerb, Diethart; Stahr, Heinrich Das letzte Jahr der Weimarer Republik, 1992, S. 56-67,

. Zur Pressevielfalt:

De Mendelssohn, Peter: Zeitungsstadt Berlin. Menschen und Mächte in der Geschichte der deutschen Presse, 1982,

.

<29>

Diese Modernität stand - für den Nationalsozialismus mehr noch als für den Faschismus - in einem merkwürdigen Widerspruch von atavistischer Ideologie und einer modernistischen Revolution der Zwecke und Mittel, wie David Schoenbaum an der Sozialordnung des Dritten Reiches zeigen konnte:

Schoenbaum, David: Die braune Revolution. Eine Sozialgeschichte des Dritten Reiches, Ullstein, 1999,

.

<30>

Zwei andere Massemedien - das Fernsehen und das Kino - wurden absichtlich nicht in den Vergleich miteinbezogen, da im Falle des Fernsehens in Italien noch gar nicht, in Deutschland nur mit sehr beschränkter Breitenwirkung gesendet wurde (150.000 Zuschauer zu den Olympischen Spielen in Berlin und Leipzig) und im Falle des Kinos zwar in beiden Ländern eine beachtliche Popularität u.a. durch die Wochenschauen erzielt wurde, aber anders als beim Radio nicht von einer omnipräsenten, politischen Durchdringung gesprochen werden kann. Das Kino war vornehmlich auf die Städte beschränkt. Vgl.

Thompson, Doug: State control in fascist Italy. Culture and conformity, 1925-43, Manchester University Press ;
Distributed exclusively in the USA and Canada by St. Martin's Press, 1991, S. xvi, 174,

, hier: S. 123 und zur Unterhaltungsorientierung in Deutschland:

Reichel, Peter: Der schöne Schein des Dritten Reiches. Faszination und Gewalt des Faschismus, Fischer, 1994,

, hier: S. 181. Anders:

Spagnoletti, Giovanni: ""Gott gib uns Brot - Er bereitet es uns und verteidigt es"," Loiperdinger, Martin; Herz, Rudolf; Pohlmann, Ulrich Führerbilder. Hitler, Mussolini, Roosevelt, Stalin in Fotografie und Film, Piper, 1995, S. 111-134,

.

<31>

Diese Entwicklung ist auch als eine zunehmende Konkurrenzsituation beschrieben worden, vgl:

Kohlmann-Viand, Doris: NS-Pressepolitik im Zweiten Weltkrieg. Die "Vertraulichen Informationen" als Mittel der Presselenkung, Saur, 1991, S. 199,

, hier: S. 123ff.

<32>

Der Begriff der »omnipräsenten Aufmerksamkeitsdiktatur« soll im abschließenden Kapitel wieder aufgenommen und anhand des Vergleiches verifiziert werden.

<33>

Kaelble, Hartmut: Der historische Vergleich. Eine Einführung zum 19. und 20. Jahrhundert, Campus, 1999,

, hier: S. 115.

<34>

In medienwissenschaftlicher Diktion ist diese Definition des Begriffes Rundfunk nicht zutreffend, da Rundfunk den Bereich des Fernsehens mitmeint. Der Bereich des Radios wird dagegen als Hörfunk bezeichnet. Unter Berücksichtigung des historischen Kontextes aber, in dem vom Radio ausschließlich als Rundfunk die Rede war, soll im folgenden von Rundfunk immer im Sinne des Radios gesprochen werden. Vgl.

Faulstich, Werner; Rückert, Corinna: Mediengeschichte in tabellarischem überblick von den Anfängen bis heute, Wissenschaftler-Verlag W. Faulstich, 1993, S. 2 v. (587 ),

, hier: S. 445. Und:

Faulstich, Werner: Medientheorien. Einführung und überblick, Vandenhoeck & Ruprecht, 1991, S. 190,

, hier: S. 253.

<35>

Nach:

Sösemann, Bernd; Schulz, Jürgen Michael: "Nationalsozialismus und Propaganda. Das Konzentrationslager Oranienburg in der Anfangsphase totalitärer Herrschaft," Mosch, Günter Konzentrationslager Oranienburg, 1994, S. 78-94,

, hier: S. 81.

<36>

So etwa für das Deutsche Kaiserreich:

Wehler, Hans-Ulrich: Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Band 3: Von der >Deutschen Doppelrevolution< bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges 1849-1914, Verlag C.H. Beck, 1996,

, hier: S. 1232ff.

<37>

Neben der Geschichtswissenschaft sind dies vornehmlich die Publizistik und die Kommunikationswissenschaft, die Sozialwissenschaft und die Kulturwissenschaft, aber auch die Rechtswissenschaft und die Psychologie, wobei die Trennlinien zwischen den Disziplinen oft unscharf sind, was sich auch in der über viele Bibliotheken verstreuten Literatur widerspiegelt. Für den Rundfunk detailliert beschrieben bei:

Dussel, Konrad: Deutsche Rundfunkgeschichte. Eine Einführung, 1999,

, hier: S. 12ff.

<38>

Der Untersuchungszeitraum wurde für den Nationalsozialismus wie für den Faschismus strikt auf seine jeweilige Herrschaftsperiode eingegrenzt, da sich ansonsten die Fragestellung extrem ausgeweitet hätte. In Einzelfällen wurde jedoch besonders wegweisende Literatur für die Bewegungszeit wie die von Gerhard Paul miteinbezogen:

Paul, Gerhard: Aufstand der Bilder. Die NS-Propaganda vor 1933, Dietz, 1990,

.

<39>

Zum Begriff des Hör- bzw. Rundfunks vgl. Anmerkung: 34 .

<40>

Eine Bibliographie hierzu und zur Literatur bis 1969 findet sich in:

Heimpel, Hermann; Guess, Herbert: Dahlmann-Waitz. Quellenkunde der deutschen Geschichte. Bibliographie der Quellen und der Literatur zur deutschen Geschichte, 1969, 10,

, hier: Abschnitt 36, 1-396 und Abschnitt 55, 1-114. Daneben:

Hagelweide, Gert: Literatur zur deutschsprachigen Presse. Eine Bibliographie. Band 4: 33165-47705, 1993,

, hier: S. 414ff. Hilfreich, auch zur Weltpresse:

Holtz-Bacha, Christina: Publizistik-Bibliographie, 1985,

, hier: S. 156ff.

<41>

Schmeer, Karlheinz: Die Regie des öffentlichen Lebens im Dritten Reich, 1956,

.

<42>

Hagemann, Walter: Publizistik im Dritten Reich. Ein Beitrag zur Methode der Massenführung, 1948,

.

<43>

So u.a.:

Kessemeier, Carin: Der Leitartikler Goebbels in den NS-Organen "Der Angriff" und "Das Reich", : Münster, 1967,

.

Wittek, Bernhard: Der britische ätherkrieg gegen das Dritte Reich. Die deutschsprachigen Kriegssendungen der British Broadcasting Corporation, : Münster, 1962,

.

Epping, Heinz: Die NS-Rhetorik als politisches Kampf- und Führungsmittel. Ihre organisatorische Entwicklung, Bedeutung und Wirkung. Ein Beitrag zur Publizistik im Dritten Reich, : Münster, 1954,

.

Koerner, Ralf Richard: Die publizistische Behandlung der österreichfrage und die Anschlußvorbereitungen in der Tagespresse des Dritten Reiches, : Münster, 1955,

. Für weitere Arbeiten siehe:

Toepser-Ziegert, Gabriele: NS-Presseanweisungen der Vorkriegszeit: Eine Einführung in ihre Edition, Saur, 1984, S. <v. 1-5; in 12 >,

, hier: S. 47, Anmerkung 112.

<44>

siehe:

Vondung, Klaus: Magie und Manipulation. Ideologischer Kult und politische Religion des Nationalsozialismus, 1971,

.

<45>

Bramsted, Ernest Kohn: Goebbels und die nationalsozialistische Propaganda 1924-1945, 1971,

<46>

Zuletzt:

Gillessen, Günther: Auf verlorenem Posten. Die Frankfurter Zeitung im Dritten Reich, Siedler, 1986, S. 585,

. Aber auch folgende Dissertationen:

Diel, Helmut: Grenzen der Presselenkung und Pressefreiheit im Dritten Reich untersucht am Beispiel der 'Frankfurter Zeitung', : Freiburg i.Br., 1960,

Sowie:

Hepp, Fred: Der geistige Widerstand im Kulturteil der Frankfurter Zeitung gegen die Diktatur des totalen Staates, : München, 1950,

.

<47>

Hale konnte u.a. Max Amann vernehmen.

Hale, Oron James: Presse in der Zwangsjacke 1933-1945, 1965,

. Im Original:

Hale, Oron James: The captive press in the Third Reich, Princeton University Press, 1964,

.

<48>

Abel, Karl-Dietrich: Presselenkung im NS-Staat. Eine Studie zur Lenkung der Publizistik in der nationalsozialistischen Zeit, 1968,

.

<49>

Hagemanns Arbeit enthält einen sehr großen Anmerkungsapparat, der anschauliche Beispiele der Presseanweisungen liefert; allerdings liegt der Schwerpunkt eher auf der Zeit des Krieges.

Hagemann, Jürgen: Die Presselenkung im Dritten Reich, 1970,

.

<50>

Siehe:

Bohrmann, Hans: NS-Presseanweisungen der Vorkriegszeit. Edition und Dokumentation, 1984, <v. 1-5; in 12 >,

. Bisher ist die Reihe bis 1937 vorangekommen. In der Einleitung von Gabriele Toepser-Ziegert findet sich auch ein detaillierter Forschungsüberblick bis 1984:

Toepser-Ziegert, Gabriele: NS-Presseanweisungen der Vorkriegszeit: Eine Einführug in ihre Edition, Saur, 1984, S. <v. 1-5; in 12 >,

, hier: S. 44ff. Für aktuellere Forschungsüberblicke siehe die Anmerkungen 53 und 56 .

<51>

Die Arbeit ist eher medienwissenschaftlich orientiert, enthält dafür jedoch eine in dezidiert historischen Studien seltener anzutreffende Zusammenfassung der ökonomischen Presselenkung:

Pürer, Heinz; Raabe, Johannes: Medien in Deutschland. Band 1: Presse, Olschlger, 1994,

. Einen eher journalistisch ausgerichteten, aber aktuellen Überblick liefert auch:

Pross, Harry: Zeitungsreport: Deutsche Presse im 20. Jahrhundert, 2000,

, hier: S. 77ff.

<52>

Die Arbeit gliedert die reichsdeutschen Tageszeitungen auf in: demokratische, bürgerlich-konservative, konfessionelle Zeitungen und in die Parteipresse:

Frei, Norbert; Schmitz, Johannes: Journalismus im Dritten Reich, Beck, 1989, S. 223,

.

<53>

Kohlmann-Viand, Doris: NS-Pressepolitik im Zweiten Weltkrieg. Die "Vertraulichen Informationen" als Mittel der Presselenkung, Saur, 1991, S. 199,

. Ab den Seiten 20ff. findet sich zudem ein recht aktueller Forschungsüberblick, der allerdings ein wenig durch den scharfen Ton gegenüber den besprochenen Arbeiten geschmälert wird. Von der gleichen Autorin:

Kohlmann, Doris: Die Endphase der "Machtergreifung" und die nationalsozialistische Presselenkung, 1983,

.

<54>

Die Anweisungen wurden entgegen dem ausdrücklichen Vernichtungsbefehl aufbewahrt. Vgl. die Schilderung Sängers in:

Wulf, Joseph: Presse und Funk im Dritten Reich. Eine Dokumentation, Ullstein, 1983,

, hier: S. 81ff.

<55>

Der Unterschied der Sammlung Oberheitmann zu der von Brammer und Sänger besteht darin, daß in der Sammlung Brammer und Sänger Anweisungen zusammen kommen, die auf der Reichspressekonferenz erteilt wurden, in der Sammlung Oberheitmann sich jedoch die sogenannten Vertraulichen Informationen (V.I.) befinden, die über die Gaupropagandaämter an jene regionalen Tageszeitungen, hier an das Weilburger Tageblatt, verteilt wurden, die sich keinen eigenen Korrespondenten in Berlin leisten konnten. Vgl.

Kohlmann-Viand, Doris: NS-Pressepolitik im Zweiten Weltkrieg. Die "Vertraulichen Informationen" als Mittel der Presselenkung, Saur, 1991, S. 199,

, hier: S. 89ff. Allgemeiner:

Toepser-Ziegert, Gabriele: NS-Presseanweisungen der Vorkriegszeit: Eine Einführug in ihre Edition, Saur, 1984, S. <v. 1-5; in 12 >,

, hier: S. 53ff. Eine Übersicht über sonst noch relevante Sammlungen aus dem RMVP :

Boberach, Heinz: Inventar archivalischer Quellen des NS-Staates. Die überlieferung von Behörden und Einrichtungen des Reichs, der Länder und der NSDAP, K.G. Saur, 1991, S. v. <1 >,

, hier: S. 261ff.

<56>

Uzulis, André: Nachrichtenagenturen im Nationalsozialismus. Propagandainstrumente und Mittel der Presselenkung, P. Lang, 1995, S. 356,

. Hier findet sich zugleich auch der aktuellste Forschungsüberblick über das NS-Presselenkungssystem.

<57>

Schumacher, Martina: Ausländische Nachrichtenagenturen in Deutschland vor und nach 1945, 1998,

, hier: S. 27ff. Dem Thema der ausländischen Journalisten im Dritten Reich hatte sich zuvor auch schon Bramsted angenommen:

Bramsted, Ernest Kohn: Goebbels und die nationalsozialistische Propaganda 1924-1945, 1971,

, hier: S. 175ff. Speziell zu den amerikanischen Korrespondenten in Berlin:

Müller, Carmen: Weimar im Blick der USA. Amerikanische Auslandskorrespondenten und öffentliche Meinung zwischen Perzeption und Realität, 1997,

, hier: S. 371ff.

<58>

Müsse, Wolfgang: Die Reichspresseschule. Journalisten für die Diktatur? Ein Beitrag zur Geschichte des Journalismus im Dritten Reich, Saur, 1995, S. 299,

.

<59>

Faustmann, Uwe Julius: Die Reichskulturkammer. Aufbau, Funktion und rechtliche Grundlagen einer Körperschaft des öffentlichen Rechts im nationalsozialistischen Regime, [s.n.], 1990,

.

<60>

Pohle, Heinz: Der Rundfunk als Instrument der Politik. Zur Geschichte des deutschen Rundfunks von 1923/38, 1955,

. Pohle hatte auch schon sehr früh über den NS-Pressetrust geschrieben:

Pohle, Heinz: Presse in Fesseln. Eine Schilderung des NS-Pressetrusts, 1947,

. Es ist damit die erste Veröffentlichung zu diesem Thema. Die anonym veröffentlichte Arbeit Fritz Schmidts, Verantwortlicher für die Papierrationierung im Verwaltungsamt Max Amanns, folgte erst ein Jahr später. Siehe:

Schmidt, Fritz (anonym): Presse in Fesseln. Gemeinschaftsarbeit des Verlages auf Grund authentischen Materials, 1948,

.

<61>

Monticone, Alberto; Parola, Luigi: Il fascismo al microfono. Radio e politica in Italia (1924-1945), Studium, 1978, S. xii, 450,

, hier: S. VIII, Anmerkung 2.

<62>

Vgl.

Rimmele, Dorette: "Anspruch und Realität nationalsozialistischer Rundfunkarbeit vor 1933 in Hamburg," Lerg, Winfried B. Rundfunk und Politik 1923 bis 1973, 1975, S. 135-157,

.

Heimann, Dieter: "NS-Rundfunkführung am Beispiel des westdeutschen Rundfunks," Ibid. S. 153-178,

. Und:

Nink, Christa: "Folgen nationalsozialistischer Personalpolitik im Westdeutschen Rundfunk 1933. Biographische Notizen - Ein Arbeitsbericht," Mitteilungen des Studienkreises Rundfunk und Geschichte, 1993, 4, S. 176-191,

.

<63>

Hier vor allem die Arbeit Schüttes, die sich dezidiert mit der Gleichschaltung der Länder und der Zentralisierung des Rundfunks beschäftigt:

Schütte, Wolfgang: Regionalität und Föderalismus im Rundfunk. Die geschichtliche Entwicklung in Deutschland 1923-1945, 1971,

<64>

Diller, Ansgar: Rundfunkpolitik im Dritten Reich, 1980,

.

<65>

Speziell für die Kriegsjahre:

Klingler, Walther: Nationalsozialistische Rundfunkpolitik 1942-1945. Organisation, Programm und die Hörer, 1983,

.

<66>

Boelcke, Willi A.: Die Macht des Radios. Weltpolitik und Auslandsrundfunk 1924-1976, Ullstein, 1977, S. 703,

.

<67>

Als DDR-Historiker vertrat Klaus Scheel wohl am deutlichsten die These einer allmächtigen Propagandamaschinerie, die zudem im Dienste der „Monopole“ gestanden habe:

Scheel, Klaus: Krieg über ätherwellen. NS-Rundfunk und Monopole 1933-1945, Deutscher Verlag der Wissenschaften, 1970, S. 316,

. Daneben:

Scheel, Klaus: "Meinungsmanipulierung im Faschismus," Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, 1969, 17, S. 1283-1303,

. Und:

Scheel, Klaus: "Faschistische Kulturpropaganda im zweiten Weltkrieg. Ihr Einsatz zur Irreführung des deutschen Volkes während der ersten Kriegsjahre (1939-1941)," Jahrbuch für Volkskunde und Kulturgeschichte, 1979, 21, S. 99-119,

. Neuerdings:

Scheel, Klaus: "Quellen zur Geschichte des nationalsozialistischen Rundfunks im "Sonderarchiv" Moskau," Mitteilungen Studienkreis Rundfunk und Geschichte, 1993, 19, S. 192-200,

.

<68>

Dussel, Konrad: Deutsche Rundfunkgeschichte. Eine Einführung, 1999,

. Vom gleichen Autor liegt zudem eine Quellenedition zur Programmgeschichte des Rundfunks vor:

Dussel, Konrad; Lersch, Edgar: Quellen zur Programmgeschichte des deutschen Rundfunks und Fernsehens, 1999,

.

<69>

Die Arbeit ist medienwissenschaftlich konzipiert, beinhaltet dafür jedoch ein in historischen Arbeiten schwerer zu findendes Kapitel zur technischen Entwicklung bis 1945:

Stuiber, Heinz-Werner: Medien in Deutschland. Band 2: Rundfunk, UVK-Medien, 1998, S. v. <2; in 2 >,

, hier: S. 46-68.

<70>

Dahl, Peter: Sozialgeschichte des Rundfunks für Sender und Empfänger, 1983,

. Vgl. auch vom selben Autor:

Dahl, Peter: Arbeitersender und Volksempfänger. Proletarische Radio-Bewegung und bürgerlicher Rundfunk bis 1945, Syndikat, 1978,

, hier: S: 105ff. Daß es bisher wenig auf diesem Gebiet gibt, zeigt auch eine 1994 in der Schweiz organisierte internationale Konferenz, auf der es dezidiert um sozial- und kulturhistorische Zugänge zur Radiogeschichte ging, vgl.

Mäusli, Theo: Schallwellen. Zur Sozialgeschichte des Radios, 1996,

.

<71>

Dahl kam zu dem Ergebnis, daß die Hörer lediglich als „Störfaktor“ im deutschen Rundfunk betrachtet wurden und auf ihre Wünsche kaum eingegangen wurde. Allerdings gab es durchaus eine nationalsozialistische Erhebung der eigenen Propagandaffektivität, die die Stimmung unter den Hörern zusammentrug. Ihr Einfluß auf die NS-Rundfunkpolitik ist allerdings noch nicht systematisch untersucht worden. Vgl.

Pohle, Heinz: Der Rundfunk als Instrument der Politik. Zur Geschichte des deutschen Rundfunks von 1923/38, 1955,

, S. 330ff. Zur den Ursprüngen der Rundfunkwirkungsforschung siehe:

Prokop, Dieter: Medien-Macht und Massen-Wirkung. Ein geschichtlicher überblick, Rombach, 1995, S. 465,

, hier: S. 147ff.

<72>

Zur sicherheitsdienstlichen Erkundung der Hörermeinung im Dritten Reich vgl.

Bessler, Hansjörg: Hörer- und Zuschauerforschung, 1980,

, hier S. 34ff.

<73>

Paul, Gerhard: Aufstand der Bilder. Die NS-Propaganda vor 1933, Dietz, 1990,

.

<74>

Gerade das Hörfunkprogramm eignet sich besonders gut zu einer datenbankgestützten Auswertung, erfordert jedoch wegen der Fülle des vorhandenen Materials in Form von mehreren tausend Programmheften einen außerordentlichen Arbeitsaufwand. Vgl. hierzu, insbesondere auch für die zur Auswertung gewählten Kategorien von Reante Schumacher:

Leonhard, Joachim-Felix: Programmgeschichte des Hörfunks in der Weimarer Republik, DTV, 1997,

, hier: S. 340ff. Daneben läßt sich eine Programmgeschichte des Hörfunks aber auch umfassender verstehen, wie sie in Form einer zeitgeschichtlichen Einbettung immer wieder gefordert wird, vgl.

Abich, Hans: "Der große Bausch hat seine Programmgeschichte noch nicht hergegeben. Erinnerungen an Personen als Versuch einer Bilanz," Reimers, Karl Friedrich; Steinmetz, Rüdiger Rundfunk in Deutschland - Entwicklungen und Standpunkte, 1988, S. 41-56,

. Einen ersten Ansatz für das Dritte Reich bietet:

Münkel, Daniela: "Produktionssphäre," Marßolek, Inge; Saldern, Adelheid von Zuhören und Gehörtwerden I: Radio im Nationalsozialismus. Zwischen Lenkung und Ablenkung, 1998, S. 45-128,

, hier: S: 96ff.

<75>

Marßolek, Inge; Saldern, Adelheid von (Hrsg.): Zuhören und Gehörtwerden I: Radio im Nationalsozialismus. Zwischen Lenkung und Ablenkung, 1998,

, hier: S. 21.

<76>

So der Titel Hans-Ulrich Thamers, der sich in einem Kapitel ebenfalls mit den Propagandamethoden der Nationalsozialisten beschäftigt:

Thamer, Hans-Ulrich: Verführung und Gewalt. Deutschland 1933-1945, Siedler, 1994,

.

<77>

Reichel, Peter: Der schöne Schein des Dritten Reiches. Faszination und Gewalt des Faschismus, Fischer, 1994,

Mit dem Begriff der Faszination sollte man freilich spätestens seit der Rede Philip Jenningers auch als Historiker mit Vorsicht umgehen.

<78>

Als aktuellsten Forschungsüberblick siehe:

Petersen, Jens; Schieder, Wolfgang: "Das faschistische Italien als Gegenstand der Forschung," Petersen, Jens, Schieder, Wolfgang Faschismus und Gesellschaft in Italien. Staat, Wirtschaft, Kultur, SH-Verlag, 1998, S. 9-19,

. Vgl. auch Anmerkungen: 9 und 11 .

<79>

Vgl. hierzu die Besprechung Jens Petersens:

Petersen, Jens: "Die Axt an den Mythos legen, Italiens überschätzte "Resistenza": Das zeitgeschichtliche Erbe von Renzo De Felice," Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1997, S. 24,

.

<80>

Schieder, Wolfgang: "Faschismus als Vergangenheit. Streit der Historiker in Italien und Deutschland," Pehle, Walter H. Der historische Ort des Nationalsozialismus, 1990, S. 135-154,

, hier: S. 144.

<81>

Cannistraro, Philip V.: La fabbrica del consenso. Fascismo e mass media, Laterza, 1975, S. xiv, 497,

. Vgl. auch vom selben Autor:

Cannistraro, Philip: "Burocrazia e politica culturale nello stato fascista: Il Ministero della cultura popolare," Storia contemporanea I, 1970, 2, S. 273-298,

.

<82>

Einen wirklich nur kursorischen Überblick bietet:

Dickmann, Elisabeth: Die Rezeption Giuseppe Mazzinis im italienischen Faschismus, Haag + Herchen, 1982, S. xx, 305,

, hier: S. 1-6, 16-17 und 33-38. Außerdem geht Jens Petersen auf das Presseanweisungssystem ein, um den Aufbau des »Duce«-Mythos zu beschreiben:

Petersen, Jens: "Mussolini - der Mythos des allgegenwärtigen Diktators," Nippel, Wilfried Virtuosen der Macht. Herrschaft und Charisma von Perikles bis Mao, 2000, S. 155-170,

, hier: S. 161ff. Darüber hinaus kann zudem mit entsprechender Vorsicht die während der NS-Zeit entstandene Darstellung des Amtsleiters der Reichspressestelle der NSDAP Adolf Dresler herangezogen werden, für die Dresler von Mussolini die Auszeichnung eines »Cavaliere della Corona d‘Italia« erhalten hatte und die einen historisch weit gefaßten Überblick über die italienische Pressegeschichte bis 1935 bietet:

Dresler, Adolf: Geschichte der italienischen Presse. Teil 3: Von 1900-1935, 1934,

. Ansonsten schwer zu findende quantitative Angaben sowie eine Kurzbewertung einzelner Zeitungen bietet:

Zeitungswissenschaft, Institut für: Handbuch der Weltpresse, 1937,

, hier: S. 228-243.

<83>

Murialdi, Paolo: La stampa del regime fascista, Laterza, 1986, S. 239,

. Zuletzt:

Murialdi, Paolo: Storia del giornalismo italiano, 1996,

, hier vor allem das Kapitel 6: La stampa e la radio del regime fascista, S. 141-184.

<84>

Monticone, Alberto; Parola, Luigi: Il fascismo al microfono. Radio e politica in Italia (1924-1945), Studium, 1978, S. xii, 450,

.

<85>

Papa, Antonio: Storia politica della radio in Italia, Guida, 1978, S. v.,

.

<86>

Monteleone, Franco: La radio italiana nel periodo fascista. Studio e documenti: 1922-1945, 1976,

. Im Nachdruck und in erweiterter Form:

Monteleone, Franco: Storia della radio e della televisione in Italia. Societa, politica, strategie, programmi 1922-1992, Marsilio, 1992,

. Zur Situation der Rundfunkforschung in Italien, verbunden mit der Forderung nach einer vergleichenden Rundfunkgeschichte:

Monteleone, Franco: "Criteri per una storia della radio in Italia," Mäusli, Theo Schallwellen. Zur Sozialgeschichte des Radios, 1996, S. 109-117,

.

<87>

Eine Bibliographie mit weiterer Spezialliteratur findet sich in:

De Felice, Renzo: Bibliografia orientativa del fascismo, Bonacci, 1991, S. x, 584,

, hier: S. 32, 213f, 290ff und 473ff. Daneben:

Hagelweide, Gert: Literatur zur deutschsprachigen Presse. Band 9: Länder außerhalb des deutschen Sprachraums, 1998,

, hier: S: 126ff.

<88>

Tannenbaums Studie war zudem Vorbild für Cannistraros Darstellung:

Tannenbaum, Edward, R.: The Fascist experience. Italian society and culture, 1922-1945, Basic Books, 1972,

. Lytteltons Untersuchung zum Aufstieg des Faschismus behandelt nur den Zeitraum bis 1930, enthält dafür jedoch ein Kapitel zur Pressegeschichte:

Lyttelton, Adrian: The seizure of power. Fascism in Italy, 1919-1929, Princeton University Press, 1987, 2, S. 556,

, hier: S. 394-415. Am aktuellsten:

Thompson, Doug: State control in fascist Italy. Culture and conformity, 1925-43, Manchester University Press ;
Distributed exclusively in the USA and Canada by St. Martin's Press, 1991, S. xvi, 174,

, der sich zumeist auf Cannistraro stützt, hier: S. 117-131. Genereller zur Propaganda, einschließlich der Sportpropaganda:

Whittam, John: Fascist Italy, Manchester University Press : Distributed exclusively in the USA and Canada by St. Martin's Press, 1995, S. ix, 179,

, hier: S. 88ff.

<89>

Allerdings ist ein echter Transfervergleich auch bei Andrea Hoffend nicht zu finden, es geht eher um die personellen Beziehungen zwischen Italien und Deutschland:

Hoffend, Andrea: Zwischen Kultur-Achse und Kulturkampf. Die Beziehungen zwischen "Drittem Reich" und faschistischem Italien in den Bereichen Medien, Kunst, Wissenschaft und Rassenfragen, P. Lang, 1998, S. xiii, 509,

. Als gekürzter Artikel enthalten in:

Hoffend, Andrea: ""Verteidigung des Humanismus"?. Der italienische Faschismus vor der kulturellen Herausforderung durch den Nationalsozialismus," Petersen, Jens, Schieder, Wolfgang Faschismus und Gesellschaft in Italien. Staat, Wirtschaft, Kultur, SH-Verlag, 1999, 2, S. 177-199,

. Ein Beispiel für einen sehr gelungen Transfervergleich:

Liebscher, Daniela Giovanna: "Organisierte Freizeit als Sozialpolitik, Die faschistische Opera Nazionale Dopolavora und die NS-Gemeinschaft Kraft durch Freude 1925-1939," Ibid. SH-verlag, S. 67-90,

.

<90>

Thompson, Doug: State control in fascist Italy. Culture and conformity, 1925-43, Manchester University Press ; Distributed exclusively in the USA and Canada by St. Martin's Press, 1991, S. xvi, 174,

, hier: S. 140-152.

<91>

Vor allem:

Kershaw, Ian: "How Effective was Nazi Propaganda?," Welch, David Nazi Propaganda. The Power and the Limitations, 1983, S. 180-205,

, aber auch:

Kershaw, Ian: Der Hitler-Mythos. Volksmeinung und Propaganda im Dritten Reich, 1980,

. Nicht ganz so materialreich, dafür jedoch speziell auf den Rundfunkbereich bezogen argumentiert:

Dussel, Konrad: Deutsche Rundfunkgeschichte. Eine Einführung, 1999,

, hier: S. 113ff. Die Reichweite der NS-Pressepolitik am Beispiel der Sudetenkrise behandelt:

Schwarzenbeck, Engelbert: Nationalsozialistische Pressepolitik und die Sudetenkrise 1938, Minerva-Publikation, 1979,

.

<92>

Frei, Norbert: Nationalsozialistische Eroberung der Provinzpresse. Gleichschaltung, Selbstanpassung und Resistenz in Bayern, : Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart, 1980, S. 360,

, hier: S. 11.

<93>

Vgl.

Peukert, Detlev: Alltag unterm Nationalsozialismus, 1981,

.

<94>

Ellul, Jacques: Propaganda. The formation of men's attitudes, Vintage Books, 1973, S. xxii, 320, vii,

, hier besonders: S. 277ff.

<95>

Weiterführende Literatur dazu:

Dussel, Konrad: Deutsche Rundfunkgeschichte. Eine Einführung, 1999,

, hier: S. 17f.

<96>

Für die Kommunikationswissenschaft:

Maletzke, Gerhard: Kommunikationswissenschaften im überblick, 1998,

. Für die Medienwirkungsforschung:

Maletzke, Gerhard: Medienwirkungsforschung. Grundlagen, Möglichkeiten, Grenzen, Niemeyer, 1981, S. viii, 50,

.

<97>

Faulstich, Werner: Medientheorien. Einführung und überblick, Vandenhoeck & Ruprecht, 1991, S. 190,

. Aktueller:

Faulstich, Werner: Grundwissen Medien, W. Fink, 1998,

.

<98>

McLuhan, Marshall: Die magischen Kanäle. Understanding Media, Fundus, 1995,

.

<99>

Dovifat, Emil: Zeitungslehre, 1976, 6,

.

<100>

Zur Geschichte Italiens allgemein:

Lill, Rudolf: Geschichte Italiens in der Neuzeit, 1986, 3,

, aber auch:

Nolte, Ernst: Der Faschismus in seiner Epoche. Die Action française, der italienische Faschismus, der Nationalsozialismus, R. Piper, 1963,

. Neuer, dafür im Ergebnis etwas dünner:

Mantelli, Brunello: Kurze Geschichte des italienischen Faschismus, Wagenbach, 1998,

. Aus englischer Sicht:

Blinkhorn, Martin: Mussolini und das faschistische Italien, 1994,

. Handbuchüberblick bietet:

Cannistraro, Philip: Historical dictionary of fascist Italy, Greenwood Press, 1982,

.

<101>

Ein Indikator hierfür, der sich nicht nur an den Auflagenzahlen der Tageszeitungen ablesen läßt, wie es Tabelle 1 und auch 2 zeigen, ist sicherlich auch die Präsenz der einzelnen Tageszeitungen etwa im Radio. Hier wurde der »Völkische Beobachter« zwar 1930 am 10. häufigsten im Radio zitiert, lag damit aber noch weit hinter den großen demokratischen Zeitungen und auch noch weit hinter anderen Parteipresseerzeugnissen zurück, wie etwa hinter der »Germania« (Zentrum) oder dem »Vorwärts« (SPD), die am häufigsten und am dritthäufigsten im Rundfunk genannt wurden. Vgl.

Schumacher, Renate: "Programmgeschichte des Hörfunks in der Weimarer Republik," Leonhard, Joachim-Felix 1997, S. 423-622,

, hier: S. 449.

<102>

Vgl.

Friedrich, Thomas: "Die Berliner Zeitungslandschaft am Ende der Weimarer Republik," Kerb, Diethart; Stahr, Heinrich Das letzte Jahr der Weimarer Republik, 1992, S. 56-67,

, hier: S. 66.

<103>

Vgl.

Nolte, Ernst: Der Faschismus in seiner Epoche. Die Action française, der italienische Faschismus, der Nationalsozialismus, R. Piper, 1963,

, hier: S. 278.

<104>

Adrian Lyttelton verweist zu Recht darauf, daß vor allem die Provinzzeitungen erst in den Jahren 1926-28 unter die Kontrolle der Partei gebracht wurden, vgl:

Lyttelton, Adrian: The seizure of power. Fascism in Italy, 1919-1929, Princeton University Press, 1987, 2, S. 556,

. Auf der anderen Seite ist es auch richtig, wenn Cannistraro bemerkt, daß mit dem Ende der sozialistischen wie gewerkschaftlichen Tageszeitungen 1925 und der Faschisierung des „Corriere della Sera“ bereits 1926 eine weitgehende Gleichschaltung vollzogen war:

Cannistraro, Philip V.: La fabbrica del consenso. Fascismo e mass media, Laterza, 1975, S. xiv, 497,

, hier: 182ff. Davon ausgenommen blieb jedoch bis zuletzt die katholische Vatikanpresse.

<105>

Zu diesem Ergebnis kam die Stichtagsanalyse Karl Ludwig Günsches, der Nachrichten aus der »Frankfurter Zeitung«, dem »Völkischen Beobachter« und den »Düsseldorfer Nachrichten« zu verschiedenen Anlässen miteinander verglichen hatte. Günsche konnte vor allem für den Oktober 1933 (Schriftleitergesetz) feststellen, daß Nachrichten und Kommentarteile der Zeitungen nicht mehr voneinander getrennt wurden und daß der »polyforme Dialog« der Tageszeitungen in einen »Monolog« übergegangen war. Vgl.

Günsche, Karl-Ludwig: Phasen der Gleichschaltung. Stichtags-Analyse deutscher Zeitungen 1933-1938, 1970,

, hier: S. 88ff.

<106>

Vollkommen zu Recht bemerkt Bernd Sösemann, daß aufgrund der polykratischen Kompetenzstreitigkeiten in der nationalsozialistischen Staatsordnung von einer „totalen Kommunikationskontrolle“ recht eigentlich nicht gesprochen werden kann, vergessen werden darf dabei jedoch auch nicht, daß diese Kontrolle zumindest dem Anspruch nach existierte, vgl.

Sösemann, Bernd: "Stichwort: Nationalsozialismus," Corsten, Severin Lexikon des gesamten Buchwesens, Hiersemann, 1999, 5, S. 307-319,

. Anders:

Scheel, Klaus: "Faschistische Kulturpropaganda im zweiten Weltkrieg. Ihr Einsatz zur Irreführung des deutschen Volkes während der ersten Kriegsjahre (1939-1941)," Jahrbuch für Volkskunde und Kulturgeschichte, 1979, 21, S. 99-119,

.

<107>

Vgl.

Rimmele, Dorette: "Anspruch und Realität nationalsozialistischer Rundfunkarbeit vor 1933 in Hamburg," Lerg, Winfried B. Rundfunk und Politik 1923 bis 1973, 1975, S. 135-157,

und:

Pohle, Heinz: Der Rundfunk als Instrument der Politik. Zur Geschichte des deutschen Rundfunks von 1923/38, 1955,

, hier: S. 158.

<108>

Vgl. hierzu die lesenswerte Einleitung Martin Broszats in:

Zeitgeschichte, Kolloquien des Instituts für: Der Italienische Faschismus. Probleme und Forschungstendenzen, R. Oldenbourg, 1983, S. 100,

, hier: S. 7ff.

<109>

Vgl.

Cannistraro, Philip V.: La fabbrica del consenso. Fascismo e mass media, Laterza, 1975, S. xiv, 497,

, hier: S. 225.

<110>

Guglielmo Maræoni (1874-1937) war nicht nur Erfinder zahlreicher radiotechnischer Errungenschaften, sondern unterhielt zudem auch zahlreiche privatwirtschaftliche Unternehmen, von denen eines später neben der amerikanischen „Western Electric“ zum maßgeblichen Träger der URI wurde, vgl. hierzu und die gesamte wirtschaftliche Lage des Radios in Italien der frühen 20er Jahre:

Monteleone, Franco: Storia della radio e della televisione in Italia. Societa, politica, strategie, programmi 1922-1992, Marsilio, 1992,

, hier: S. 18ff.

<111>

Vgl.

Cannistraro, Philip V.: La fabbrica del consenso. Fascismo e mass media, Laterza, 1975, S. xiv, 497,

, hier: S. 269. Weitere Belege liefert:

Murialdi, Paolo: La stampa del regime fascista, Laterza, 1986, S. 239,

, hier: S. 116 und Anmerkung 4. Der Vorbildcharakter wird auch ganz besonders von dem Amtsleiter der Reichspressestelle der NSDAP hervorgehoben:

Dresler, Adolf: Geschichte der italienischen Presse. Teil 3: Von 1900-1935, 1934,

, hier: S. 84ff.

<112>

Auf dem Gebiet der Auslandspropaganda entwickelte sich Italien in den 30er Jahren neben der Sowjetunion zu einer besonders wirksamen Macht:

Boelcke, Willi A.: Die Macht des Radios. Weltpolitik und Auslandsrundfunk 1924-1976, Ullstein, 1977, S. 703,

, hier: S. 36f.

<113>

Die Formulierung eines solchen Interesses wird als besonders wichtig hervorgehoben bei:

Wehler, Hans-Ulrich: Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Band 1: Vom Feudalismus des Alten Reiches bis zur Defensiven Modernisierung der Reformära 1700-1815, Verlag C.H. Beck, 1996, 3,

, hier: S. 12ff.

<114>

Vorbild war der italienische Faschismus allerdings immer nur in seinem „werbenden Erfolg der Gewaltanwendung“ und nicht in einem geistigen Sinne gewesen, so:

Hoepke, Klaus Peter: Die deutsche Rechte und der italienische Faschismus. Ein Beitrag zum Selbstverständnis und zur Politik von Gruppen und Verbänden der deutschen Rechten, Droste, 1968,

, hier: S. 130. Dabei hat der italienische Faschismus wohl mehr durch sein realpolitisches Bestehen und seine theatralische Symbolik als durch seine praktischen Umsetzungsideen als Vorbild gedient. Siehe etwa Hermann Essers euphorische Mussolini-Hitler Parallele im vollbesetzten Hofbräuhaus 1922 oder Reichswehrkommandeur von Lossows Forderung nach einem »Marsch auf Berlin«, nach:

Kershaw, Ian: Hitler. 1889 - 1936, Deutsche Verlags-Anstalt, 1998,

, hier: S. 230 und S. 257. Zur symbolischen und metaphorischen Vorbildfunktion siehe etwa die zeitgenössische Einschätzung bei:

Klemperer, Victor: LTI. Notizbuch eines Philologen, Verlag Phillip Reclam jun. Leipzig, 1978,

, hier: S. 55f.

<115>

Vgl. hierzu:

Hoepke, Klaus Peter: Die deutsche Rechte und der italienische Faschismus. Ein Beitrag zum Selbstverständnis und zur Politik von Gruppen und Verbänden der deutschen Rechten, Droste, 1968,

.

<116>

Hierzu:

Hoffend, Andrea: Zwischen Kultur-Achse und Kulturkampf. Die Beziehungen zwischen "Drittem Reich" und faschistischem Italien in den Bereichen Medien, Kunst, Wissenschaft und Rassenfragen, P. Lang, 1998, S. xiii, 509,

, hier: S. 427ff.


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Fri Oct 11 17:50:39 2002