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| Abbildung 2: Luftbildaufnahme des Gebietes Bucher Forst, 1993 herausgegeben von der Senatsverwaltung für Bau- und Wohnungswesen, Abt. V Vermessungswesen, Flug 1992, Bild 452C (verändert) | ||
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Der Bucher Forst stellt einen Teil des 131 Hektar großen „Naturschutzgebietes Bogenseekette und Lietzengrabenniederung“ dar, welches wiederum nahezu vollständig vom „Landschaftsschutzgebiet Buch“ des Bezirkes Pankow von Berlin umschlossen wird. Im Süden wird dieses Gebiet streckenweise durch die Autobahn des nördlichen Berliner Ringes (A10), im Osten durch die Ortslage Buch und ehemalige Rieselfelder begrenzt. Im Norden und Westen erstreckt sich das Landschaftsschutzgebiet bis zur Berliner Landesgrenze (nach Gesetz- und Verordnungsblatt für Berlin 2003).
Die Bogenseekette befindet sich im westlichen Teil des Bucher Forstes und wird vom Seegraben durchflossen. Auf nassen Standorten des Forstes und in Seenähe gedeihen Erlenbruchwälder. Im Bereich der Gewässerufer wachsen Weidenbüsche und ausgedehnte Röhrichte, in denen Wasserschwaden und Schilf verbreitet sind. Die Teiche und Gräben sowie die Wald- und Wiesenflächen bilden ein reich strukturiertes und abwechslungsreiches Mosaik an feuchten bis trockenen Lebensräumen, die insbesondere für die vorkommende Fauna gute Lebensbedingungen bieten. Für die Herpetofauna wurden Erdkröte, Moorfrosch, Grasfrosch und Teichmolch sowie große Ringelnatterpopulationen nachgewiesen (Klemm und Lindner 1995).
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Berlin |
Brandenburg |
Deutschland |
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Erdkröte* |
3 |
3 |
n |
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Kreuzkröte |
1 |
2 |
3 |
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Wechselkröte |
2 |
2 |
3 |
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Rotbauchunke |
1 |
1 |
2 |
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Laubfrosch |
0 |
1 |
2 |
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Knoblauchkröte |
3 |
3 |
3 |
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Moorfrosch* |
3 |
3 |
3 |
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Grasfrosch* |
3 |
3 |
n |
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Teichfrosch* |
n |
2 |
3 |
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Kleiner Wasserfrosch |
1 |
2 |
3 |
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Seefrosch |
3 |
2 |
3 |
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Teichmolch* |
n |
n |
n |
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Kammmolch |
2 |
2 |
2 |
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Der verlandete, flache, polytrophe Bogensee im Bucher Forst besitzt einen ausgedehnten Röhrichtgürtel. Die bis Mitte der 80er-Jahre erfolgte Rieselfeldnutzung in der Umgebung der Bogenseekette führte zu starken Nährstoffeinträgen, in deren Folge dieser verschlammte. Vier Fischarten wurden im Bogensee nachgewiesen. Am Südufer des Sees besteht eine Rohrverbindung zu den Bucher Teichen. Die in den Bucher Teichen vorkommenden Fischarten sind auf Besatz zurückzuführen (SenStadtUm 1993).
Durch das Naherholungsgebiet „Bucher Forst“ führt die zweispurige Schönerlinder Chaussee, die eine wichtige Transitstrecke zwischen dem Brandenburger Umland und Berlin darstellt. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens dieser stark befahrenen Straße mit bis zu 400 Kfz pro Stunde wird die Umwelt für Tiere und Pflanzen beeinträchtigt. Jährlich wurde eine große Anzahl von Amphibien Opfer des Straßenverkehrs, da die Schönerlinder Chaussee eine Migrationsbarriere der Amphibienpopulation auf dem Weg zu deren Laichgewässer (Bogenseekette) darstellt. Um dem entgegenzuwirken, wurden seit dem Frühjahr 1994 temporäre Amphibienschutzzäune aufgestellt, die seit 1995 vom Naturschutzbund (Bezirksgruppe Pankow), der Revierförsterei Buch und ehrenamtlichen Helfern betreut wurden. Im Jahr 2003 wurde an der Schönerlinder Chaussee eine der modernsten stationären Amphibien- und Kleintierschutzanlagen erbaut (Naturschutzbund 2001, Projektantrag). Dazu wurde auf einer Länge von 675 Metern beiderseits der Straße ein Leitsystem gekoppelt mit fünfzehn Untertunnelungen der Straße, installiert.
Die Firma Zieger (Oberhausen-Reinhausen) plante und installierte diese stationäre Schutzanlage. Beiderseits der Straßenränder wurden Leitsteine (Lungauer-Elemente) auf einer Länge von 675 Metern entlang des Amphibien-Wanderkorridors errichtet. Einer dieser Beton-Leitsteine hat eine Länge von fünf Metern und eine Masse von 1,3 Tonnen. Dieser nach EU-Richtlinien angefertigte Leitstein ist obenerdig mit Erde angeböscht und fällt optisch von der Straßenseite her nicht auf.
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| Abbildung 3: 2003 gebaute stationäre Schutzanlage an der Schönerlinder Chaussee, Berlin, sichtbar sind die parallel zur Straße verlaufenden Beton-Leitsteine und die eingebauten Beton-Kastendurchlässe mit davor aufgebauter Eimer-Netzfalle | ||
Das Leitsystem entlang der Straße hat eine Höhe von 50 Zentimetern und kann daher nicht von den Amphibien und anderen Kleintieren überwunden werden. Die Amphibien wandern folglich entlang der Leiteinrichtung, bis diese von einem der insgesamt 15 Durchlässe unterbrochen wird. Amphibien und andere Kleintiere gelangen daher nicht auf die Straße.
Es handelt sich bei den Durchlässen um offene zugängliche Zweiwegröhren, welche gleichzeitig für die Hin- und Rückwanderung genutzt werden können. Diese Untertunnelungen der Straße haben einen offenen Boden mit natürlicher Bodenbeschaffenheit (Stelztunnel). Dies bedeutet, dass das Kleinklima, die Erdwärme und die Bodenfeuchte als wichtige Faktoren für die erfolgreiche Wanderung der Amphibien erhalten bleiben (Zieger unveröff.). Bei plötzlich auftretendem Wetterwechsel besteht für die Amphibien somit die Möglichkeit, sich zum Schutz einzugraben.
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Weiterhin wurden insgesamt sechs Gitterroste im Bereich von einmündenden Forst- und Wanderwegen errichtet. Diese bestehen aus einem U-Profilkasten (Betonrinne), welcher mit einem Gitterrost abgedeckt ist. Die Schutzanlage wurde am 27. August 2003 offiziell ihrer Bestimmung übergeben (Naturschutzbund 2003).
| Abbildung 4: Ausschnittskarte (geändert) der Schönerlinder Chaussee in Berlin-Buch mit Lage der Tunnel und Leiteinrichtung, herausgegeben von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Abt. III Geoinformation, Vermessung, Wertemittlung, GeoDatenService 1 : 5 000 | ||
Technische Daten der Anlage
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Um die Zahl der Amphibien festzustellen, welche die Anlage durchquerten, wurden an den Durchlässen Eimerfallen aufgebaut. Da die Hauptwanderrichtung der Amphibien im Frühjahr in Richtung Laichplatz (Bogenseekette) ist, wurden elf Eimer mit einem Volumen von je zehn Litern an den Durchlässen ebenerdig eingegraben. Somit fielen die in Richtung Laichgewässer wandernden Amphibien nach dem Passieren der Tunnel in die Eimerfallen, welche zusätzlich von einem zirka 40 Zentimeter hohen Netz umgeben waren, um nur die durch den Tunnel gewanderten Amphibien und nicht die ankommende Tiere zu registrieren.
| Abbildung 5: Fangvorrichtung am Ausgang eines Durchlasses mit ebenerdig eingegrabenem Eimer und umgebenem Netz, Blick von oben | ||
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Vier Eimerfallen wurden auf der anderen Straßenseite vor den Durchlässen aufgestellt, um eventuell dem Laichgewässer entgegen wandernde Tiere nicht zu behindern und ebenfalls zu registrieren. Nach Abschluss der Laichplatzwanderung und dem Beginn der Rückwanderung zu den Sommer- bzw. Wintergebieten der Amphibien, wurden am 23. April 2004 die Eimerfallen so umgesetzt, dass elf Durchlässe nun in Richtung nördlicher Bucher Forst (Wald) und vier in Richtung Bogenseekette passierbar waren.
Diese 15 Eimerfallen wurden täglich morgens in der Zeit vom 6. Februar 2004 bis 6. November 2004 (275 Tage) auf Amphibien und andere Kleintiere kontrolliert. Die Kontrollen fanden vorwiegend nach Sonnenaufgang statt, um die in der Nacht gewanderten Amphibien zu zählen. Dabei wurden folgende Parameter für die Amphibien registriert: Art, Geschlecht, Erscheinungsform (adult, subadult, juvenil), Fundort (Nummer des Tunnels). Für andere Kleintiere wurden Art, Fundort und wenn möglich Erscheinungsform festgehalten. Nach der Datenaufnahme wurden die Tiere aus den Eimerfallen frei gelassen.
Ebenfalls wurde bei den täglichen Kontrollen die Schönerlinder Chaussee entlang der Anlage auf überfahrene Amphibien und Kleintiere abgesucht und die Anzahl protokolliert.
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Ferner wurden Parameter wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Bodentemperatur und Windgeschwindigkeit direkt an der stationären Anlage (Messgerätesatz testo 451; testotherm, Lenzkirch) erhoben. Dazu wurden an zehn Tagen in den Abendstunden der beginnenden Amphibienwanderung diese Parameter an zehn verschiedenen Messpunkten der stationären Anlage aufgenommen. Fünf Messpunkte befanden sich in ein Meter Tiefe an fünf Durchlässen, fünf weitere wurden entlang der Leiteinrichtung festgelegt und zwei Referenzwerte (freies Feld, Wald) wurden gemessen. Weiterhin wurden Bodenproben von allen Durchlässen und den Referenzwerten genommen und deren Bodenfeuchte bestimmt. Anhand dieser Einflussgrößen können Aussagen über die Funktionalität der Anlage getroffen werden, und inwieweit diese Parameter die Amphibien während ihrer Wanderung durch die Durchlässe beeinflussen könnten.
Ebenfalls wurde bei der Auswertung die Tagesmitteltemperatur und die Niederschlagsmenge der Wetterstation Berlin-Buch einbezogen, da die Wanderaktivität der Amphibien von diesen Faktoren abhängig ist.
Da Amphibien überwiegend in den Abend- und Nachtstunden wandern und sich somit die Temperaturen und die Niederschläge des vorangegangen Tages auf die Wanderaktivität der Amphibien in den Abendstunden auswirken, wurden bei der Auswertung die täglich in den Morgenstunden gesammelten Daten mit den Klimadaten des vorherigen Tages ins Verhältnis gesetzt.
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Die in dieser Arbeit verwendeten statistischen Tests wurden nach den von Köhler et al. (1996) und Lamprecht (1999) beschriebenen Verfahren durchgeführt.
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