7 Ausblick

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Nachdem in den vorstehenden Kapiteln die Geschäftsbeziehung und Abhängigkeit erarbeitet und sodann miteinander verknüpft wurden, zeigte sich, daß mit der Transaktionskostentheorie eine erklärungsstarke, aber noch ergänzungsbedürftige Theorie zur Verfügung steht. Die Herleitung von Stabilität in Geschäftsbeziehungen über ökonomische Wechselkosten ist allein ebensowenig hinreichend wie die Bedeutung und Zufriedenheit, die von den dargestellten nichtökonomischen, effektivitätsorientierten Theorien als Determinanten vorgeschlagen werden.

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Eine Vervollständigung des institutionenökonomischen, im speziellen transaktionskostentheoretischen, Rahmenwerks durch die oben beschriebenen „informal institutions“, durch die Konstrukte Vertrauen und Commitment verspricht enorme Impulse. Dies würde der Transaktionskostentheorie insbesondere einen Zugang zum von ihr noch wenig erschlossenen Gesamtwerk „relational exchange“ ermöglichen. Neben den Normen sind auch noch weitere wirkungsvolle Institutionssubstitute zu evaluieren. Die vorgebrachte Kritik, der Transaktionskostenansatz würde nur in ungenügender Weise Erklärungen für den relationalen Austausch liefern können302, ist so deutlich nicht mehr haltbar, aber berechtigt. Die Transaktionskostentheorie ist immer noch ein Partialansatz, der die aktive Gestaltung der Umwelt wie auch die Anpassung an diese als Transaktionskostensenkungsmaßnahme ansieht. In diesem Sinne ist auch Abhängigkeit zu verstehen - als Widerspiegelung der aktuell effizientesten Koordinationsform. „The economic perspective focuses on the efficiency of maintaining dependence between buyers and sellers rather than on control“303. Von daher sind von diesem Ansatz keine Wunder zu erwarten, jedoch fruchtbare Weiterentwicklungen.


Fußnoten und Endnoten

302  Vgl. Frazier/Spekman/O´Neal (1988), S. 63.

303  Gassenheimer/Calantone/Schmitz/Robicheaux (1994), S. 225.



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13.03.2008