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Der Ausgangspunkt dieser Arbeit war die in der Einleitung formulierte Prämisse, dass es beim Übersetzen Fälle gibt, in denen eine zielsprachlich adäquate Variante nur um den Preis einer Satzgrenzenveränderung erreicht werden kann. Der Begriff der zielsprachlichen Adäquatheit wurde im ersten Kapitel über die dort eingeführte Translationsmaxime konkretisiert: Eine zielsprachlich angemessene Übersetzungslösung weist einen höchstmöglichen Grad an inhaltlicher, formaler und stilistischer Übereinstimmung mit dem Original auf, bei gleichzeitigen Abweichungen von der Oberflächenäquivalenz, wo immer dies aufgrund der zielsprachenspezifischen Bedingungen für eine optimale Verarbeitbarkeit der Struktur erforderlich ist.
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Auf der Grundlage dieser Maxime wurden im vierten Kapitel sechs Beispiele von Übersetzungen aus dem Englischen ins Deutsche nach der Kontrollparaphrasenmethode analysiert. Die Analysen illustrieren zunächst einmal grundsätzlich die oben genannte Prämisse. Die herausgearbeiteten Begründungen für die zur verarbeitungstechnischen Optimierung der Strukturen vorgenommenen Satzgrenzenveränderungen basieren auf den in den ersten drei Kapiteln vorgestellten theoretischen Ansätzen. Sie sollen im Folgenden noch einmal zusammengefasst werden. Betrachtet wurden Beispiele von Satzgrenzenverschiebungen, wobei in den ersten drei Fällen im ersten Schritt jeweils eine Satztrennung vorgenommen wurde, gefolgt von einer Verknüpfung, und in den folgenden drei Fällen die Reihenfolge umgekehrt war.
In (1) und (2) ist die Trennung jeweils aufgrund einer abnehmenden Informationswertehierarchie, die sich in der Übersetzung nicht durch satzinterne Umstellungen entsprechend den deutschen Erwartungen invertieren ließ, erfolgt. Diese Beispiele entsprechen damit dem unter 3.2.1 beschriebenen kanonischen Fall für Satztrennungen nach Doherty.
Im dritten Beispiel war der Grund für die Trennung eine, gemäß den Ausführungen von Lang, als pseudo-koordinativ zu klassifizierende Verknüpfung mit and, die bei analoger Übernahme ins Deutsche Verarbeitungsschwierigkeiten verursacht. Sie wurde durch die Satztrennung eliminiert.
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In allen drei Fällen bot sich die Möglichkeit einer Integration der abgetrennten Konstituente in den Folgesatz. Da eine höhere Inkrementalität sich, gemäß den unter 3.2.2 skizzierten Ausführungen von Fabricius-Hansen, negativ auf die Verarbeitbarkeit der Strukturen im Diskurszusammenhang auswirkt, war die effektive Satzgrenzenverschiebung in diesen Fällen eine willkommene Lösung des durch die erste Veränderung verursachten Inkrementalitätsproblems. Dies trifft prinzipiell auch für die im Anschluss betrachteten Beispiele vier bis sechs zu.
Die Satzfolgen (5) und (6) beginnen jeweils mit einem nach deutschem Empfinden zu kurzen Satz. Sie sind typische Fälle für eine Anwendung der unter 3.2.3 skizzierten, von Doherty postulierten strategy of incremental parsimony und damit für eine Satzverknüpfung im Deutschen.
Die Verknüpfung im vierten Beispiel wurde vorgenommen, weil die im Original vorhandene Füllung der strukturellen Fokusposition bei Übernahme ins Deutsche zu schwach erschien, was die korrekte Einordnung des deutschen Satzes hinsichtlich seiner Relevanz im Diskurszusammenhang erschwerte. Dieses Beispiel ist, wie alle hier betrachteten, zunächst nur ein Einzelfall. Eine stichhaltige Systematisierung oder gar die Ableitung von verallgemeinernden Hypothesen sind im beschränkten Rahmen dieser Arbeit nicht möglich. Im Folgenden deshalb abschließend lediglich eine Auflistung der Fragestellungen, die sich bei der Anwendung der theoretischen Ansätze auf die Beispiele ergeben haben und die eine weiterreichende Bearbeitung erfordern.
Zu klärende Fragen
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1. Der englische Originalsatz (4) scheint, was seine textuelle Relevanz betrifft, keine Einordnungsschwierigkeiten zu bereiten, die analoge Diskurssegmentierung im Deutschen dagegen verursacht gravierende Probleme. Weshalb erscheint der im englischen Diskurszusammenhang akzeptable Fokus im Deutschen als zu schwach?
2. In (6) wurde im Rahmen der Optimierung der Struktur, gemäß den Bedingungen des Deutschen, der zweite Textsatz und damit die durch ihn konstituierte Diskursdomäne am Semikolon getrennt, und auch in (4) wurde durch die Abtrennung der colon-expansion der zweite Textsatz gespalten. Ist die grundsätzliche Übereinstimmung von Diskursdomänen und Textsätzen, von der Nunberg ausgeht, universal oder vielmehr eine sprachtypologisch begründete, spezifische Eigenschaft des Englischen, die nicht auf das Deutsche übertragen werden kann?
3. Bei der Bearbeitung der Beispiele wurden in den Originalen enthaltene Parallelisierungen, die die von Lang postulierten Gleichartigkeitsbedingungen verletzen und als pseudo-koordinativ zu klassifizieren sind, in den deutschen Übersetzungen, zur Optimierung der Verarbeitbarkeit, entweder durch echte Koordinationen ersetzt (1) und (6) - oder eliminiert (3). Unterscheiden sich die Bedingungen für Strukturen dieser Art im Englischen und im Deutschen aufgrund der unterschiedlichen Sprachtypologie und wenn ja, inwiefern?
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