1 Einleitung

1.1  Thematische Einführung und Verlauf der Arbeit

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Der Antwerpener Maler Hieronymus Cock gründete zwischen 1548 und 1550 den Verlag Aux Quatre Vents und professionalisierte damit die Herstellung und den Vertrieb von Kunstdrucken. Innerhalb weniger Jahre gelang es dem Verlagshaus sich als renommierter nordalpiner Marktführer auf dem Sektor der Radierungen und Kupferstiche zu behaupten. Dass die Erzeugnisse Cocks auch in Italien ein hohes Ansehen genossen, zeigen mehrere Einträge in den Künstlerviten Vasaris, wo dieser sich lobend über die Antwerpener Drucke äußert.1 In einem breit gefächerten Verlagsprogramm, das von rein ornamentalen Drucken über biblische Themen, landschaftliche und architektonische Motive bis hin zur Herstellung von Stadtplänen und Landkarten reichte, spielten besonders in den Anfangsjahren Drucke mit römisch-antiken und aus Italien importierten Bildmotiven eine gewichtige Rolle.2 In diesem Bereich publizierte Cock zwischen 1551 und 1562 drei Serien mit Ansichten antiker römischer Ruinen, die wesentlich zur Profilierung des jungen Verlags beigetragen haben dürften, da sie prominente Abnehmer, wie den Ersten Minister Karls V, Antoine Perrenot de Granvelle, und den habsburgischen Erzherzog Ferdinand von Tirol, fanden.3

Obwohl einzelne Blätter der Romruinenserien Hieronymus Cocks in der kunsthistorischen Literatur immer wieder als ästhetisch ansprechende Beispiele nordalpiner Ruinenrezeption genannt werden, fand eine intensive Auseinandersetzung mit den drei Serien bisher nur ansatzweise statt.4 Dabei wurden die einzelnen Monumentansichten vor allem auf mögliche zeichnerische Vorbilder hin untersucht, jedoch kaum oder unzureichend auf ihre archäologische oder topografische Genauigkeit hin überprüft.

Im Gegensatz zur kunsthistorischen Wertschätzung der Antwerpener Ruinenserien war dem Archäologen Christian Huelsen die Beurteilung der Palatinansichten bei Cock zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht mehr als einen pejorativen Fußnoteneintrag wert: „Die Veduten bei Hier. Kock … zeigen, wie hoch die Verschüttung der Ruinen ging, lehren aber sonst wenig.“ 5 Mit diesem vernichtenden Urteil beendet Huelsen seine knappen Anmerkungen über die Darstellung der Ruinen des Palatins bei Cock aber auch in Veduten und Stadtplänen anderer namhafter Künstler und Antiquare des 16. Jahrhunderts, wie Leonardo Bufalini, Pirro Ligorio und Étienne Duperac. Als erstes akzeptables und für lange Zeit „maßgebendes“ Resultat der wissenschaftlichen Beschäftigung mit den Ruinen auf dem Palatin führt Huelsen den im Jahr 1600 publizierten Gesamtplan von
Onofrio Panvinio an (Abb. 32).6 Bereits zuvor entstandene Ansichten und Pläne hält er dagegen für „meist entbehrlich“ und „fast werthlos. 7

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Die von Huelsen repräsentierte Betrachtungsweise der Ruinenserien Hieronymus Cocks, die auch die anderen Bilddokumente des 16. Jahrhunderts vor allem unter dem Aspekt der Auswertbarkeit nach modernen archäologischen Kriterien bewertet, hat bisher nahezu die gesamte Literatur zur Geschichte des Palatins geprägt. Ein rezeptionsgeschichtlicher Überblick fehlt dagegen.

Am Beispiel der Palatindarstellungen in den Serien Hieronymus Cocks, sollen Formen und Tendenzen nordalpiner und italienischer Ruinenwahrnehmung im 16. Jahrhundert herausgearbeitet werden. Die Untersuchung des ausgewählten Einzelfalls wird dabei in die Wahrnehmungsgeschichte der Palatinruinen in Mittelalter und Renaissance eingebettet8 und mit allgemeinen Überlegungen zur Rezeptionsgeschichte von Ruinen, ihrer Funktionen sowie ihrer jeweiligen ästhetischen Wahrnehmung verknüpft.9

Ausgangspunkt ist die Einordnung der von Cock publizierten Ruinenansichten in dessen Biografie, die Verlagsgeschichte und sein Verlagsprogramm. Bei der Vorstellung der drei Serien soll zusätzlich auf die Formulierung künstlerischer Ansprüche durch Cock sowie auf mögliche Auftraggeberintentionen eingegangen werden.

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Da das Thema der Magisterarbeit durch meine Mitarbeit an der Datenbank des Forschungsprojekts Census of Antique Works of Art and Architecture known in the Renaissance10angeregt wurde, sollen die Ergebnisse letztendlich auch einer Revision und Ergänzung des Datenbankeintrags „Palatine Imperial Palace“, seiner 51 Unterebenen sowie der insgesamt 252 dazugehörigen Dokumentverknüpfungen dienlich sein.11 Das heißt, dass es bei der Analyse der Palatindarstellungen in besonderem Maße auch darum geht, auf den Cock’schen Ansichten die Bauten und ihre Einzelteile zu identifizieren, um sie im Anschluss mit den entsprechenden Monumenteinträgen in der Datenbank „verlinken“ zu können. Um die radierten Ansichten konkreten Monumenten und Monumentteilen zuordnen zu können, steht bei der Analyse der Palatindarstellungen und deren Vergleich mit weiteren Bildbeispielen aus dem 16. Jahrhundert sowie Fotografien des aktuellen Zustands die Frage nach dem Verhältnis von dokumentarischer Bestandsaufnahme der Ruinen und ästhetisch bedingter Komposition in der Umsetzung der Ansichten im Vordergrund.

Da Abbildungen der Ruinenserien Hieronymus Cocks bisher weder vollständig publiziert wurden noch in der Census-Datenbank vorhanden sind, wurden Digitalisate der in Wolfenbüttel in der Herzog August Bibliothek (HAB) aufbewahrten Originalausgaben für die Bildanalysen verwendet.12 Weiterführendes Quellenmaterial – wie zeitgenössische Vergleichsansichten, Pläne und textliche Überlieferungen – wird im Abbildungsteil sowie im Anhang D bereitgestellt.

1.2 Forschungsüberblick

Obwohl in den vergangen Jahren ein interdisziplinär ausgeprägter Interessenszuwachs bezüglich der Erforschung von Ruinenrezeptionen zu bemerken ist, gibt es bislang noch keinen systematischen Überblick oder eine umfassende Quellensammlung zur Kulturgeschichte der Ruinenwahrnehmung.13 Christian J. Emden konstatiert im Jahr 2002, dass „eine Kulturgeschichte der Ruine noch in ihren Anfängen steht.“14Damit greift er eine Feststellung Hartmut Böhmes wieder auf, der bereits 1989 das Fehlen „eine[r] Theorie oder Geschichte der Ruinen“ beanstandet.15

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Die Publikationen der letzten sechzig Jahre zur Ruinenthematik umfassen kunsthistorische Materialsammlungen zur Wiedergabe von Ruinen in Gemälden und Druckgrafiken,16 Untersuchungen zu künstlichen Ruinen in der Gartenarchitektur17 oder zeit- und kulturübergreifende Aufsatzsammlungen mit thematisch aber oft sehr eng umgrenzten Einzelfallstudien.18

Die Forschungsliteratur zu den Romruinen, denen eine Schlüsselrolle in der Geschichte der europäischen Ruinenrezeption zukommt, nimmt quantitativ gesehen den größten Teil der Ruinenforschung ein. In vielen Fällen beschränkt sie sich jedoch entweder auf die Sammlung von Bildbeispielen19 oder auf die Auswertung „geschriebener“ Rombilder einzelner Literaten und Humanisten.20

Die bisher gehaltvollsten Publikationen im Sinne eines Überblicks und der Formulierung einer Theorie zum Phänomen Ruinenwahrnehmung sind die Dissertation Wilhelm Sebastian Heckschers über den historischen Kontext der Wertungsmuster von Romruinen21 sowie die materialreiche Dissertation Reinhard Zimmermanns über Bedeutung und Form künstlicher Ruinen, die aber auch gattungsübergreifende Aussagen zur Wahrnehmungsgeschichte „natürlicher“ Ruinen enthält. Den Romruinen ist dort ein eigenes Kapitel gewidmet.22

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Eine kunsthistorische Untersuchung zur Rezeption der Romruinen hat Manfred Kandler vorgelegt, der in seiner Dissertation aus dem Jahr 1969 neben der Vorstellung des von ihm untersuchten Bildmaterials auch eine historische Einordnung und regionale Unterscheidung von Ruinenwahrnehmungen vornimmt.23 Kandler katalogisiert und beschreibt die Ruinendarstellungen in denjenigen Druckserien von Giovan Antonio Dosio, Hieronymus Cock, Hendrick van Cleve und Étienne Duperac, die sich im Bestand der druckgrafischen Sammlung der Albertina in Wien befinden. Er unterscheidet dabei zwischen italienischer und nordalpiner Ruinenwahrnehmung.24 Während die „verstandesmäßige“ 25 italienisch-römische Ruinenrezeption von einem „nationale[n] Moment“ 26 druchdrungen sei, könne man die künstlerisch freiere Umsetzung von Ruinenbildern des „nordischen Menschen“ auf dessen „naives Staunen“ zurückführen, das sich „im Angesicht der ungeheuren Ruinen“ in ähnlich sentimentaler Weise äußere, wie zwei Jahrhunderte zuvor bei Petrarca und Dante.27 Neben den rein druckgrafischen Bildbeispielen führt Kandler die beiden Berliner Alben28 mit den in Rom angefertigten Zeichnungen Maarten van Heemskercks und des Anonymus Mantovanus A als bedeutendste Beispiele nordalpiner Ruinenwahrnehmung an.29

Während der Forschungsschwerpunkt auf dem Gebiet der Druckgrafik über lange Zeit fast ausnahmslos den entwerfenden Künstlern galt, stand die Beschäftigung mit den Verlegern, Auftraggebern und Sammlern grafischer Kunstwerke im Schatten des Interesses.30 Erst im Verlauf der vergangenen zehn bis zwanzig Jahre hat sich diese eingeschränkte Sicht auf die Gattung erweitert. Zeugen für diesen Interessenwandel sind Arbeiten von Michael Bury und Jan van der Stock, die sich mit den druckgrafischen Produktionsprozessen und Verlegerpersönlichkeiten in Italien und in den südlichen Niederlanden auseinander setzen.

Eine frühe Ausnahme in der kunsthistorischen Auseinandersetzung mit den druckgrafischen Künsten und ihrer Erzeuger war der Antwerpener Radierer und Verleger Hieronymus Cock. Im Gegensatz zu vielen anderen in Antwerpen ansässigen Verlegern und Druckern bestand sein Verlagsprogramm nicht aus erschwinglichen Gebrauchsgrafiken, sondern vor allem aus hochwertigen und in der professionalisierten Form der Herstellung für das Europa nördlich der Alpen auch neuartigen Kunstdrucken.

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Besonders um das 400. Todesjahr Hieronymus Cocks (1518–1570) erschienen mehrere Publikationen, die sich mit Leben und Werk Cocks beschäftigen. Der Katalog von Lydia de Pauw-de Veen, der die Brüsseler Cock-Ausstellung von 1970 begleitete, beinhaltet eine knappe Einleitung, die die Eckdaten zu Cocks Leben referiert und in Grundzügen die vermutliche Verlagsorganisation und Verlagsgeschichte nachzeichnet. Da der Text nicht mit Anmerkungen versehen ist, kann nicht auf direktem Wege nachvollzogen werden, woher de Pauw-de Veen ihre Informationen nimmt. Lediglich die Bibliografie liefert dafür Anhaltspunkte. Besser belegt sind dagegen die Resultate der Archivstudien de Pauw-de Veens zu Cocks Frau Volcxken Diercx.

Als umfangreichste Arbeit zu Cock und seinem Verlagshaus kann die Dissertation von Timothy Riggs gelten, die die wenigen überlieferten biografischen Informationen mit der Geschichte des Verlagshauses verknüpft. Riggs konstatiert, dass zwar zahlreiche Drucke aus dem 15. und 16. Jahrhundert überliefert wurden, die Aufschlüsse über stilistische und ikonografische Tendenzen geben können, dass jedoch schriftliche Dokumente, die über den Herstellungsablauf grafischer Drucke informieren, kaum erforscht wurden. Dies gelte für den nordalpinen Raum noch stärker als für Italien. Riggs versucht daher, Schlüsse über die Organisation des Cock’schen Verlagshauses sowohl von den Aufschriften der Drucke selbst abzuleiten als auch von Bemerkungen späterer Autoren, wie Karel van Mander. Auch die besser erforschte Situation im Bereich der frühen Buchdruckereien, die den „Bild“-Druckereien unmittelbar vorausgingen, konnte ihm als Interpretationsmittel für die Organisation grafischer Druckverlage dienen. Riggs versucht daher Analogien zwischen den Aufgaben eines Buchverlegers und denen eines Druckverlegers herzustellen. Im Wesentlichen definiert er diese in der Koordination des gesamten Produktionsablaufs von der Erzeugung eines Bildes durch einen Künstler oder eines Textes durch einen Schreiber, bis hin zum Verkauf des fertigen Produkts.

Als besonders aussagekräftiges Quellenmaterial für die Verlagsgeschichte sieht Riggs die von Cock publizierten Drucke an. Basierend auf der Arbeit Friedrich Willhelm Hollsteins versucht er, eine möglichst vollständige Auflistung der gesamten Verlagsproduktion zu erstellen und entsprechend zu katalogisieren. Er kommt dabei auf fast doppelt so viele Drucke, wie die bei Hollstein erfasste Stückzahl von 628. Eines seiner wesentlichen Anliegen ist weniger die Bereicherung der spärlichen biografischen Daten, als vielmehr die Trennung von spekulativen Mutmaßungen und belegbaren Fakten, die die Geschichtsschreibung zum Leben von Hieronymus Cock bis dahin bestimmten. In einigen nachfolgenden Arbeiten wird dieser Verdienst Riggs allerdings häufig wieder verwischt.

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Trotz der hilfreichen Materialsammlung von Riggs fand die kunst- oder bildwissenschaftliche Auseinandersetzung mit einzelnen Komplexen der Cock’schen Publikationen bisher nur spärlich statt. Viele der Drucke wurden zwar von den aufbewahrenden Institutionen mehrfach in Ausstellungskatalogen erwähnt, kurz beschrieben oder auch abgedruckt, doch die systematische Bearbeitung ganzer Themenbereiche steht noch am Anfang.

Eine diesbezügliche Untersuchung legte Britta Lackenbauer mit ihrer Magisterarbeit von 1998 vor, die sich mit der ersten der drei von Hieronymus Cock veröffentlichten Serien römischer Ruinenansichten befasst. Ausgehend von der Frage, ob Cock die wiedergegebenen Gebäude selbst in Rom gezeichnet haben könnte, beschäftigt sich
Lackenbauer mit der Suche nach motivischen Vorläufern und direkten Vorlagen, die Cock als zeichnerische Anregung gedient haben könnten. Dabei geht sie, ohne weiteres Vergleichsmaterial heranzuziehen, vor allem den Hinweisen Kandlers und Riggs’ nach, die einzelne Blätter des Codex Escurialensis und der Berliner Alben Maarten van Heemskercks als mögliche Vorlagen nennen. Was die Auswertung der Cock’schen Radierungen selbst betrifft, geht Lackenbauers Arbeit über eine katalogartige Auflistung und kompositorische Beschreibung selten hinaus. Aufgrund der Vielzahl der in der Serie abgebildeten antiken Monumente war ihr ein eingehender Vergleich der Cock-Radierungen mit dem tatsächlichen Aussehen der römischen Ruinen und ihrer topografischen Lage nicht möglich.


Fußnoten und Endnoten

1  S. dazu Kapitel 2.1, Anm. 45.

2  S. dazu Kapitel 2.2.

3  S. dazu Kapitel 2.3.1.

4  S. dazu Kapitel 1.2.

5  Jordan, Heinrich: Topografie der Stadt Rom im Alterthum, Bd. 1, Abt. 3, überarb. v. Christian Huelsen, Berlin 1907, S. 30, Anm. 3. Dasselbe Urteil ergeht auch über „Duperac (1575, Taf. 7–12)“ und „Pittoni (zu Scamozzis Discorsi, 1582 Taf. 23–30; zum Teil Nachstiche nach Kock).“

6  Jordan (Huelsen) 1907, S. 30. Das Werk Onofrio Panvinios, De ludi circensibus wurde erst im Jahr 1600 in Venedig publiziert, 32 Jahre nach dem Tod des Autors.

7  Jordan (Huelsen) 1907, S. 29– 30, Anm. 2 und 3. Leonardo Bufalinis Romplan von 1551 sei ihm zu „schematisch“ und Pirro Ligorios Romplan von 1561 gebe eine zu „phantastische Reconstruction“ wieder.

8  S. Kapitel 3.3.

9  S. Kapitel 4.

10  Zur Geschichte des Census-Projekts und zum Aufbau der Datenbank vgl. „Der Census of Antique Works of Art and Architecture Known in the Renaissance“, „Geschichte“ und „Inhalt“. URL: http://www.census.de/geschichte.htm, http://www.census.de/inhalt.htm, und http://www2.hu-berlin.de/arthistory/pub/censusLs5.php?pg=c0.

11  Vgl. dazu die Einträge der Datenbank des Census of Antique Works of Art and Architecture known to the Renaissance. URL: http://www.db.dyabola.de (alle folgenden Daten abgerufen nach dem letzten Update vom 13. März 2005), Census, RecNo: 150807.

12  Zum Aufbau der Serien s. Kapitel 2.3 und Anhang A–C.

13  Vergleichbar etwa den kommentierten Quellensammlungen, wie sie bereits für die klassischen Bildgattungen existieren. Vgl. Werner Busch/ Thomas Gaethgens/ Eberhard König u. a. (Hg.): Geschichte der klassischen Bildgattungen in Quellentexten und Kommentaren, Bdd. 1–5, Berlin 1996–2002.

14  Emden, Christian J.: Walter Benjamins Ruinen der Geschichte, in: Assmann/Gomille/Rippl 2002, S. 63.

15  Böhme, Hartmut: Die Ästhetik der Ruinen, in: Dietmar Kamper/ Christoph Wulf (Hgg.): Der Schein des Schönen, Göttingen 1989, S. 287–304. URL: http://www.culture.hu-berlin.de/HB/volltexte/pdf/Ruinen.pdf (7. März 2005), PDF-download, S. 8, Anm. 1.

16  Vgl. Vogel, Hans: Die Ruine in der Darstellung der abendländischen Kunst, Kassel 1948; Müller, Hans-Peter: Die Ruine in der deutschen und niederländischen Malerei des 15. und 16. Jahrhunderts, Heidelberg 1949; Heiland, Sabine: Die Ruine im Bild, Leipzig 1953; Zucker, Paul: Fascination of Decay. Ruins: Relic – Symbol – Ornament, Ridgewood 1968; Simmen, Jeannot: Ruinen-Faszination in der Graphik vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart, Dortmund 1980.

17  Vgl. Hartmann, Günter: Die Ruine im Landschaftsgarten. Ihre Bedeutung für den frühen Historismus und die Landschaftsmalerei der Romantik, Worms 1981; Zimmermann, Reinhard: Künstliche Ruinen. Studien zu ihrer Bedeutung und Form, Wiesbaden 1989; Siegmund, Andrea: Die romantische Ruine im Landschaftsgarten. Ein Beitrag zum Verhältnis der Romantik zu Barock und Klassik, Würzburg 2002.

18  Vgl. Böhme, Hartmut: Ruinen – Landschaften. Zum Verhältnis von Naturgeschichte und Allegorie in den späten Filmen von Andrej Tarkowskij, in: Konkursbuch, 14, 1985, S. 115–157. URL: http://www.culture.hu-berlin.de/HB/volltexte/texte/natsub/ruinen.html (7. März 2005); Norbert Bolz/ Willem van Reijen (Hgg.): Ruinen des Denkens. Denken in Ruinen, Frankfurt a. M. 1996; Aleida Assmann/ Monika Gomille/ Gabriele Rippl (Hgg.): Ruinenbilder, München 2002.

19  Vgl. Kandler, Manfred: Die Darstellung der Ruinen des antiken Rom in der Druckgraphik des 16. Jahrhunderts, Graz 1969 und die stärker auf die Sammlung von Bildbeispielen begrenzten Kataloge von Dirk Syndram (Hg.): Ruinenromantik und Antikensehnsucht. Zeichnungen und Radierungen des Frühklassizismus aus der Kunstbibliothek Berlin, Berlin 1986 und Oehler, Lisa: Rom in der Graphik des 16.–18. Jahrhunderts. Ein niederländischer Zeichnungsband der Graphischen Sammlung Kassel und seiner Motive im Vergleich, Berlin 1997.

20  Vgl. Ernst Deger (Hg.): Joachim Dubellay. Die Römischen Sonette, München 1976; Vincenzo De Caprio (Hg.): Poesia e poetica delle rovine di Roma. Momenti e problemi (Quaderni di Studi Romani, Serie I, 47), Rom 1987; Vinken, Barbara: Du Bellay und Petrarca. Das Rom der Renaissance, Tübingen 2001; Walter Cupperi (Hg.): Senso delle rovine e riuso dell’antico (Annali della Scuola Normale Superiore di Pisa, Serie 4, Quaderni 14), Pisa 2002 und McGowan, Margaret M.: Unwillkürliches Gedächtnis. Rom-Erfahrungen in der Spät-Renaissance, in: Assmann/Gomille/Rippl 2002, S. 17–30.

21  Vgl. Heckscher, Wilhelm Sebastian: Die Romruinen. Die geistigen Voraussetzungen ihrer Wertung im Mittelalter und in der Renaissance, Würzburg 1936.

22  Vgl. Zimmermann 1989. In den wesentlichen Aussagen zur Wahrnehmungsgeschichte der Romruinen referiert Zimmermann die bei Heckscher aufgeführten Textbeispiele und ergänzt diese durch drei Kategorisierungsvorschläge für unterschiedliche Formen der Ruinenwahrnehmung. Darüber hinaus gibt Zimmermann einen um zahlreiche Beispiele erweiterten Überblick über die Geschichte bildlicher Ruinendarstellungen, wobei er auch hier Anregungen eines 1938 von Heckscher publizierten Aufsatzes aufgreift. Böhme wiederum verbindet in seinem Kurzüberblick über die Geschichte der Ruinenästhetik die beiden Werke mit den eher philosophischen Bemerkungen Simmels. Vgl. Simmel, Georg: Die Ruine, in: Philosophische Kultur, 2. Aufl., Leipzig 1919, S. 125–133 (Erneut erschienen in: Rüdiger Kramme/ Otthein Rammstedt (Hgg.): Georg Simmel Gesamtausgabe, Bd. 14: Hauptprobleme der Philosophie – Philosophische Kultur, Frankfurt a. M. 1996, S. 287–295); Heckscher 1936; Heckscher, William Sebastian: Relics of Pagan Antiquity in Mediæval Settings, in: Journal of the Warburg Institute, 1, 1937/38 (Nachdruck 1970), S. 204–220, Abb. 28 a–31 d; Zimmermann 1989 und Böhme 1989.

23  Vgl. Kandler 1969.

24  Zur „geistigen Situation“ in Italien vgl. Kandler 1969, S. 1–11; zur Charakterisierung italienischer Ruinendarstellungen vgl. Kandler 1969, S. 11–17; zum „Ruinenerlebnis des Nordländers“ vgl. Kandler 1969, S. 36–39.

25  Kandler 1969, S. 3.

26  Kandler 1969, S. 36.

27  Kandler 1969, S. 36.

28  Berlin, Kupferstichkabinett, Heemskerck Album I, inv. 79. D. 2, Census, RecNo: 60185; Berlin, Kupferstichkabinett, Heemskerck Album II, inv. 79. D. 2a., Census, RecNo: 60293.

29  Vgl. Kandler 1969, S. 39–42. Berlin, Kupferstichkabinett, Heemskerck Album I, inv. 79. D. 2; Heemskerck Album II, inv. 79. D. 2a.

30  Vgl. Van der Stock, Jan: Printing Images in Antwerp. The Introduction of Printmaking in a City. Fifteenth Century to 1585, Rotterdam 1998, S. 113, Anm. 5.



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26.04.2007