Funktionen

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Was die Funktionen von Medien [18, S. 111-121] angeht, kann man grob drei Bereiche unterscheiden; für körperliche Medien kommt ein vierter Bereich dazu.

Unterhaltungfunktion.

Die Bezeichnung Unterhaltung wird meist abwertend gebraucht. Darin stecken die Tradition der protestantischen Arbeitsmoral und das Bedürfnis nach sozialer Distinktion, also die Abwertung des Massengeschmacks. Wertneutral gebraucht, reichen die Unterhaltungsfunktionen von evasorischen Funktionen über ichbezogen-lustvolle bis zu ästhetischen Funktionen.

Unterhaltende Funktionen bestehen darin, dass die Auslösung oder Beteiligung affektiver Prozesse dominieren. Medien selbst sind nicht die Unterhaltung, sondern Unterhaltungspotenziale. Ob diese realisiert werden können, hängt auch von der Rezeptionssituation (Anwesende, Raum u. a. m.) ab. Wichtig für das Unterhaltungserlebnis sind Abwechslung, Souveränität und Kontrolle. Abwechslung bezieht sich auf die Verarbeitung von Eindrücken im Bewusstsein des Rezipienten. Allerdings hängt das als angenehm erlebte Maß von individuellen Voraussetzungen ab. Souveränität bezieht sich darauf, dass der Rezipient die Rezeptionssituation als optional gestaltbar erfahren kann, und Kontrolle bezieht sich auf die Beziehung des Rezipienten zu sich selbst, die in der Rezeption spielerisch und gefahrlos erlebt werden kann.

Informations- und Orientierungsfunktion

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Hier geht es um die Partizipation am außermedialen Inhalt, auf den der mediale Inhalt direkt oder indirekt verweist. Beispielsweise tritt diese Funktion in den Vordergrund, wenn ein Betrachter sich anhand einer Filmdokumentation über den Zweiten Weltkrieg informieren möchte oder wenn ein Hörer eine Predigt von der CD hört, um zur richtigen Entscheidung in einer schwierigen Lebenslage zu finden. Der außermediale Inhalt kann selbst wieder die Medienwelt sein, indem z. B. ein Film durch Figur, Handlung, Schnitt auf einen anderen Film anspielt.

Informations- und Orientierungsfunktion einerseits und Unterhaltungsfunktion andererseits schließen sich nicht aus; die Unterhaltungsfunktion kann – beispielsweise in Form eines brillanten Sachbuchstils – die Informationsfunktion unterstützen, kann sie aber auch – etwa wenn der Sprecher eines Sachbuchs auf CD eine unangenehme Stimme hat – mindern.

Soziale Funktionen

Hier geht es um

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Nicht-mediale Funktionen

Körperliche Medien lassen sich zweckentfremdet verwenden: das Buch als Stütze, um den Beamer schräg zu stellen, der edel gestaltete Memory-Stick als Kettenanhänger.

Eine einseitige Zuordnung einzelner Medienarten zu diesen Funktionen ist kaum möglich. Die individuelle Funktion entsteht erst im Rezeptionsakt und hängt auch von der Erwartung des Rezipienten ab.


Fußnoten und Endnoten

1  Basis: Befragte in 2000, die mindestens zwei Medien mehrmals im Monat nutzen. Quelle: Media Perspektiven, Sonderh. Basisdaten 2004, S. 63 u. 65.



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22.03.2007