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„Das wissenschaftliche Publikationswesen befindet sich in der Krise“, ist eines der häufig benutzten Klischees unserer Zeit. Als Argumente, um dies zu belegen, wird zum einen der nahezu unüberschaubare Berg an täglich neu entstehender wissenschaftlicher Literatur angesehen und zum anderen die allgemein als Chaos bezeichnete Widerspiegelung wissenschaftlicher Erkenntnisse im Internet. Verbunden werden diese Argumente sehr oft mit der häufig erwähnten Zeitschriftenkrise, insbesondere in den naturwissenschaftlich-technisch ausgerichteten Fachgebieten. Diese Argumente sind nicht einfach zu entkräften. Es ist Tatsache, dass die Zuwachsrate an wissenschaftlicher Literatur immens steigt und durch die Möglichkeit der elektronischen Veröffentlichung wissenschaftlicher Ergebnisse eine wesentlich einfachere Form, seine eigene Meinung einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren, entstanden ist. Die in der Vergangenheit häufig als ‚Graue Literatur’ bezeichneten Veröffentlichungen bekommen heute einen anderen Stellenwert. Unter ‚Grauer Literatur’ versteht die Bibliothekswissenschaft im Allgemeinen solche Darlegungen, die nicht in Zeitschriften oder Monographien anerkannter wissenschaftlicher Verlage erschienen sind und auf die nicht über den normalen Buchhandel zugegriffen werden kann. Die Menge der so genannten ‚Grauen Literatur’ nimmt zu, denn in der heutigen Zeit wird es wesentlich einfacher, Veröffentlichungen auch in Papierform selbst zu organisieren: zu organisieren über eine wissenschaftliche Fachgesellschaft, zu organisieren als Preprint-Reihe eines Sonderforschungsbereiches oder zu organisieren als Darstellung der Ergebnisse eines wissenschaftlichen Instituts. Die Möglichkeiten des Publizierens sind enorm gestiegen, und so ist gleichzeitig eine heftige Debatte über den Stellenwert der einzelnen Veröffentlichungsarten entbrannt.
Im Wesentlichen stehen sich zwei ‚Lager’ gegenüber: zum einen das traditionelle, meist, aber nicht nur, papierorientierte Publizieren über kommerziell ausgerichtete Verlage und zum anderen das Publizieren nach der Grundphilosophie des Open Access. In der sehr umfassenden Studie [11], die im Auftrag der European Commission zum Thema der ökonomischen und technischen Evolution des wissenschaftlichen Publizierens in Europa erarbeitet wurde, wird in ähnlicher Weise unterschieden: „…the existence of many publishers in the market, with two big groups of publishers: For profits (FP) and Not-For-profits (NFP), the latter group including learned societies and university presses …“
Die Perspektiven von FP-Publishers werden gegenwärtig in vielen Beiträgen [3; 22; 15] sehr ausführlich diskutiert. Der vorliegende Artikel hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, diese Unterteilung unterstellend, nur den NFP-Bereich des Publizierens zu betrachten.
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