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Die Basismotivation für das Open-Access-Publishing könnte eigentlich gegeben sein, denn durch das frei zugreifbare, elektronisch bereitgestellte Angebot wird eine allgemeine Zugänglichkeit, eine hohe Verfügbarkeit, ein großer Verbreitungsgrad und eine schnelle Veröffentlichung erreicht. Trotzdem zeigen Untersuchungen, dass der Bekanntheits- und Verbreitungsgrad in Deutschland noch heftig zu wünschen übrig lässt [6]. Als entscheidender Nachteil bei der Open-Access-Publikation wird die noch nicht im gleichen Maße etablierte Qualitätskontrolle angesehen. Das ist sicher ein anzuerkennendes Problem, an dem jedoch auf internationalen Workshops und in entsprechenden Gremien intensiv gearbeitet wird [9].
Insbesondere im Anschluss an die Berliner Konferenz zu Open Access mit der viel beachteten „Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities“ [2] vom Oktober 2003 gab es eine Vielzahl von Symposien und Workshops [10, 19], in denen Fallbeispiele zur Umsetzung des Open-Access-Gedankens vorgestellt und diskutiert wurden. Im Wesentlichen hat sich dabei die in Hilf u. a. [18] vorgestellte Gliederung der Open-Access-Veröffentlichungsformen in zwei Grundtypen mit unterschiedlichen Ausprägungen durchgesetzt. Differenziert wird zwischen dem „Golden Road to Open Access“ und dem „Green Road to Open Access“, wobei der Goldene Weg durch die Open-Access-Journale und der Grüne Weg durch das Self-Archiving ihre Widerspiegelung finden.
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Open-Access-Journale (OA-Journale) sind wissenschaftliche, elektronisch verfügbare Fachzeitschriften, die sich von den kommerziell ausgerichteten Zeitschriften durch die Art der Regulierung des Zugriffs und durch die Umkehrung des Geschäftsmodells unterscheiden. OA-Journale sind in der Mehrzahl der Fälle so ausgerichtet, dass der Autor für die Abgabe und die Veröffentlichung seines Artikels an den Herausgeber bezahlt, um die entstehenden Kosten zu decken. Da die bisher etablierten OA-Journale (eine Sammlung ist zu finden unter [12]) in den Not-For-Profit-Bereich gehören, kann man davon ausgehen, dass die entstehenden Produktionskosten zunächst niedriger anzusetzen sind. Für die Gegner von Open Access ist dieser Unterschied auch nicht der Hauptangriffspunkt, sondern vielmehr die mögliche Schaffung einer Zweiklassenwissenschaft, bei der dann nur noch der in renommierten Journalen veröffentlichen kann, der dazu die finanziellen Voraussetzungen mitbringt. Der mit Open Access beabsichtigte Vorteil des freien Zugangs zu Informationen könnte somit zum Ausschluss von Wissenschaftlern aus ärmeren Ländern oder Institutionen führen. Das kann natürlich nicht das Ziel der Open-Access-Bewegung sein, weshalb an dieser Stelle argumentiert wird, dass ein Preisnachlass bzw. eine Befreiung gewährt wird [5]. Innerhalb Deutschlands spricht man davon, dass die bisher schon gewährten Druckkostenzuschüsse, z. B. von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, an die Autoren vergeben werden sollten, damit sie diese für die Veröffentlichung ihrer Arbeiten nutzen können.
Bei OA-Journalen kann man davon ausgehen, dass eine Qualitätskontrolle der zur Veröffentlichung anstehenden Beiträge in ähnlicher Weise durch ein Gutachtergremium erfolgt, wie dies bei den allgemein bekannten Zeitschriften der Fall ist. Aufgrund der noch sehr jungen Existenz solcher OA-Journale kann ihr Renommee sicher noch nicht ausgeprägt sein. Es gibt jedoch keinen prinzipiellen Hinderungsgrund, die Qualität von OA-Journalen längerfristig anzuzweifeln.
Der Zugriff auf OA-Journale ist frei und uneingeschränkt. Das ist ihr entscheidender Vorteil, der sich schon heute deutlich bemerkbar macht. Sie werden häufiger gelesen, und dort veröffentlichte Artikel werden häufiger zitiert [17].
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Zwischen dem „Green“ und dem „Golden Road to Open Access“ gibt es zwei wesentliche Unterscheidungsmerkmale. Das ist zum einen der Sammelcharakter, der Repositorien gegenüber Journalen auszeichnet, und zum anderen das fehlende Peer Review bei den Repositorien. Häufig wird eine inhaltliche Qualitätssicherung nur dadurch erreicht, dass in der Policy der Sammelauftrag/das Sammelziel beschrieben wird. Ein Beispiel dafür stellt der Dokumenten- und Publikationsserver der Humboldt-Universität [14] dar, bei dem in der Policy formuliert ist, dass Dissertationen und Habilitationen gesammelt werden, Diplom- oder Magisterarbeiten aber nur dann, wenn die Arbeit aufgrund der hervorragenden Qualität mit einer besonderen Empfehlung des betreuenden Hochschullehrers versehen wurde.
Innerhalb des „Green Road to Open Access“ unterscheidet man in der Regel die nachfolgend genannten Formen:
Gemäß den eingangs formulierten Bedingungen entspricht der Autor den Forderungen nach Open Access seiner Publikation, wenn er sie auf seinem persönlichen Server, dem seines Lehrstuhls oder der Forschergruppe frei zur Verfügung stellt. Diese Herangehensweise nennt man Individual Self-Archiving. Sie ist jedoch umstritten. Zum einen, weil der Autor selbst für das Einstellen, die Pflege und die Administration verantwortlich ist, und zum anderen wegen der fehlenden technischen Parameter. Während die Open-Access-Bewegung zunächst keine technischen Standards festgelegt hatte, wie denn der weltweiten Veröffentlichung entsprochen werden soll, sind immer mehr Stimmen laut geworden, die von dem Server der Wahl auch ein Minimum an Beachtung international anerkannter Regeln verlangen. An erster Stelle stehen hier Forderungen nach der Erfassung von Metadaten, der Bereitstellung dieser Metadaten nach den Prinzipien der Open-Archive-Initiative [20] und die gegenwärtig sicher am wenigsten erfüllbare Forderung nach der Gewährleistung einer Langzeitverfügbarkeit des Dokumentes, wobei es keine belastbaren Aussagen zur Zeitspanne gibt.
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Anders verhält es sich beim Institutional Self-Archiving. Hier wird davon ausgegangen, dass der Wissenschaftler seine Arbeit bei einem dazu beauftragten Betreiber eines Servers oder besser noch eines Publikationsdienstes seiner jeweiligen wissenschaftlichen Einrichtung, z. B. einer Universität, abliefert. Dadurch wird die Einhaltung bestimmter international anerkannter Standards und Regelungen [16] gewährleistet, und die langfristige Absicherung des Betriebes des Servers wird wahrscheinlicher als bei individuell oder auf Lehrstuhlebene gepflegten Servern. Auf der so genannten „Berlin 3 Konferenz“ im Februar 2005 in Southampton wurde in diesem Zusammenhang von den Betreibern solcher Server auch die Veröffentlichung einer Policy [14] gefordert, die die Grundphilosophie und Grundregeln des Betriebes des Servers beschreibt. Diese meist als Institutional Repository oder Dokumenten- und Publikationsserver bekannten Dienste sind immer häufiger anzutreffen. In Deutschland dürfte in der Zwischenzeit nahezu jede Hochschule über einen solchen Server verfügen. Sicher ist in diesem Zusammenhang der Schritt von der Bereitstellung eines Servers zum Angebot eines Services noch nicht immer getan. Gemeint ist damit die zielgerichtete Unterstützung des Autors bei der Aufbereitung seiner Arbeit für die elektronische Veröffentlichung.
Auch hier handelt es sich um gemeinschaftlich betriebene Server bzw. einen Dokumentations- bzw. Publikationsservice. Während bei den Institutional Repositories davon ausgegangen werden kann, dass alle Arbeiten der Angehörigen der jeweiligen wissenschaftlichen Einrichtung gesammelt werden, bezieht sich das Central Self-Archiving auf fachlich ausgerichtete Repositorien. Insbesondere in der Physik haben sich seit vielen Jahren die so genannten PrePrint-Server etabliert. Sie sind ein gutes Beispiel für das Central Self-Archiving. Es existieren weitere weltweit agierende, meist als Portale bezeichnete, fachbezogene Angebote, die jedoch teilweise unterschiedliche Policys verfolgen. Eine vollständige Abdeckung der möglichen Fachgebiete ist somit nicht gegeben.
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