Möglichkeiten und Grenzen des „The Green Road to Open Access”

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Mit Ausnahme des „Green Road to Open Access“ ordnen sich alle in diesem Beitrag diskutierten Veröffentlichungsformen in das bestehende wissenschaftliche System des Erwerbens, Aufbewahrens, Nachweisens und Bereitstellens nahtlos ein. Auch OA-Journale stellen hierbei keine Ausnahme dar, sondern werden durch die Bibliotheken in der gleichen Weise behandelt wie die traditionellen Zeitschriften. Lediglich beim „Green Road to Open Access“ ist es anders. Hier gibt es bisher keine oder nur sehr wenige international anerkannte Regeln.

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Mit allen genannten Aktivitäten befindet sich die Community noch sehr am Anfang. Aus diesem Grund steht den vielfältigen Möglichkeiten, den Zugriff auf wissenschaftliche Arbeiten zu verbessern, auch eine Reihe von heute noch existierenden Grenzen oder Einschränkungen gegenüber.

Als Hauptproblem stellt sich der noch nicht geregelte Umgang mit den Repositorien dar. Jeder Betreiber eines solchen Servers ‚erfindet’ seine Vorstellungen von der Funktionalität vielfach neu. Während sich in der Zwischenzeit ein Standard für Metadaten auf solchen Servern im Wesentlichen etabliert hat, sind z. B. die Datenformate, in denen Arbeiten abgelegt werden, noch sehr unterschiedlich. Das erschwert die Kommunikation zwischen Servern und verschenkt vielfältige Potenzen für eine Verbesserung des Retrievals in Netzwerken von Repositorien. Teilweise verhindert es eine zwingend gebotene Langfristarchivierung der Bestände. Um diesem ‚Wildwuchs’ entgegenzuwirken, hat die Deutsche Initiative für Netzwerkinformation (DINI) ein Zertifikat entwickelt, das als Orientierung beim Aufbau von Repositorien dienen soll. Ausgehend von der DINI-Schrift „Elektronisches Publizieren an Hochschulen“ vom März 2002, die als eine erste Orientierungshilfe veröffentlicht wurde, sollen mit dem vorliegenden Papier drei Ziele erreicht werden:

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Mit der Vergabe eines Zertifikats ermöglicht DINI e. V. erstmals eine Qualitätskontrolle für Dokumenten- und Publikationsserver [8]. Insgesamt wurden sieben Kriterien formuliert, die ein Server erfüllen sollte, um nach entsprechender Antragstellung und Begutachtung das Zertifikat zu erhalten:

1. Jeder Server sollte über eine Leitlinie/Policy verfügen.

2. Verbunden mit dem Angebot eines Repositoriums sollte auch eine Autorenbetreuung stattfinden.

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3. Beim Betrieb eines Servers sollten die rechtlichen Aspekte im Verhältnis von Serverbetreibern und Autoren Beachtung finden.

4. Mit geeigneten Maßnahmen ist die Authentizität und Integrität der Dokumente auf dem Server zu sichern.

5. Es sind entsprechende Regeln für die Erschließung der Dokumente im Sinne der Sacherschließung, des Metadatenaustausches und entsprechender Schnittstellen einzuhalten.

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6. Jeder Server muss über eine eigene Zugriffsstatistik verfügen.

7. Die Betreiber des Servers müssen sich zu einer Langfristverfügbarkeit der eingespeicherten Dokumente verpflichten, wobei ein Zeitraum von fünf Jahren als Mindestforderung angesehen wird.

Da an anderer Stelle schon mehrfach erfolgt, sollen diese Kriterien im Detail hier nicht diskutiert werden [13; 21]. Gegenwärtig (Stand März 2006) gibt es 19 zertifizierte Server in Deutschland.

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Im Sinne der Überschrift zu diesem Kapitel stößt der „Green Road to Open Access“ unterhalb dieser Qualitätskriterien an seine Grenzen. Der Autor kann sich möglicherweise nicht auf die Betreiber des Servers verlassen, sondern muss befürchten, dass er z. B. wegen fehlender Metadaten nicht gefunden wird oder die angebotenen Schnittstellen einen Datenaustausch mit anderen Servern nicht gestatten. Die Leser haben das Problem, dass ihnen die Authentizität und Integrität der Dokumente nicht zugesichert wird, sodass sie beim Zitieren mit Schwierigkeiten rechnen müssen. Aber auch die Bibliotheken wissen nicht, ob und wie sie den angebotenen Bestand in ihr allgemeines OPAC-Angebot einordnen sollen.

Mit der Erarbeitung des Zertifikats wurden weltweit erstmals auf diesem Gebiet Qualitätsstandards gesetzt, auf denen aufbauend zusätzliche Dienste angeboten werden können. In einer weiteren DINI-Schrift, „Aufbau einer E-Publikations-Infrastruktur“ [7], wird dazu eine erste Skizze entworfen, und es werden Vorschläge für das weitere Vorgehen in Deutschland in enger Wechselwirkung mit internationalen Partnern gemacht. „Lokale Dokumentenserver und übergeordnete Dienste sollten sinnvollerweise über standardisierte Schnittstellen kommunizieren können. Die Bildung von kumulativen Datenproviderdiensten (regional z. B. durch Verbünde oder fachlich z. B. durch virtuelle Fachbibliotheken) ist sinnvoll, um die Zahl von Quellen für die Dienste überschaubar zu gestalten. Künftige Projekte in Deutschland sollten insbesondere hinsichtlich der Einhaltung von technischen Qualitätsstandards und am abgestimmten Herangehen mit anderen Aktivitäten gemessen werden. Lokale Dokumentenserver sind für die Hochschule und ggf. die lokale indikatorengestützte Mittelvergabe wichtig. Für die Wissenschaftler und die allgemeine Öffentlichkeit ist eine einheitliche Sicht auf die wissenschaftliche Publikationsleistung wichtig“ [7, S. 7]. Noch deutlicher wird das Anliegen in dem folgenden Zitat: „Es wird empfohlen, deutschlandweite Nachweisinstrumente für elektronische wissenschaftliche Primär- (Preprint-) und Sekundär- (Postprint-) Publikationen als übergeordnete Dienste aufzubauen… Es wird empfohlen, weitere Dienste auszubauen bzw. zu entwickeln, die als zusätzliche Serviceschicht (Add-ons) über die Dokumentenserver angeboten werden (wie z. B. Proprint):

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Hier können vorwiegend zunächst die DINI-zertifizierten Dokumentenserver vernetzt werden, es ist jedoch immer ein möglichst hoher Abdeckungsgrad auch bei nicht zertifizierten Dokumentenservern anzustreben.“ [7, S. 16].

Betrachtet man diese Vorschläge und die durch ihre Umsetzung erreichbaren Ziele, so lässt sich erahnen, welche Möglichkeiten sich für den „Green Road to Open Access“ ergeben können.


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DiML DTD Version 4.0Zertifizierter Dokumentenserver
der Humboldt-Universität zu Berlin
HTML-Version erstellt am:
03.04.2007