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2005-01-02Zeitschriftenartikel DOI: 10.18452/1508
Integrationsprozesse im ländlichen Bolivien
dc.contributor.authorWinter, Johannes
dc.contributor.editorLateinamerika-Zentrum
dc.date.accessioned2017-06-15T13:21:18Z
dc.date.available2017-06-15T13:21:18Z
dc.date.created2007-06-11
dc.date.issued2005-01-02
dc.identifier.issn0939-3293
dc.identifier.otherhttp://www.evifa.de/cms/de/suchzugnge/details/index.html?ressid=6161, http://www.wiso.uni-koeln.de/wigeo/pdf/Winter/ArbHeft91.pdf
dc.identifier.urihttp://edoc.hu-berlin.de/18452/2160
dc.description.abstractDas östliche Tiefland von Bolivien, der so genannte Oriente, wird seit nunmehr einem halben Jahrhundert von umfangreichen Zuwanderungen aus den benachbarten Provinzen und dem Hochland heimgesucht. Dabei ist die Binnenmigration ein demographisches Phänomen, das den Oriente auf unterschiedliche Weise in seiner Regionalentwicklung beeinträchtigt. Einerseits kommt es zu einer tiefgründigen Modifikation der Landschaft durch Nutzung und Ausbeutung der natürlichen Ressourcen. Anderseits führen die Wanderungsbewegungen zu einer sukzessiven Transformation der Aufnahmegesellschaft. Intensität und Ausmaß der Gesellschaftsveränderungen hängen vom Grad der Integration der beteiligten Akteure ab. Es ist davon auszugehen, dass sowohl das gesellschaftliche als auch das ökologische Gleichgewicht davon abhängen, inwieweit eine Eingliederung der zugewanderten Individuen und Gruppen in das soziale System (soziale Integration) gelingt, und inwieweit die verschiedenen Teilbereiche der Gesellschaft (politisches, ökonomisches, soziales und edukatives System) im Austausch miteinander stehen bzw. harmonieren. Die empirische Feldforschung im Agrarkolonisationsgebiet San Julián (Departamento de Santa Cruz) bezog sich auf den Zusammenhang zwischen der Integration von Zuwanderern und den Auswirkungen auf die regionale Kulturlandschaft. Es konnte nachgewiesen werden, dass ein hohes Maß an individueller Einbindung über die vier Dimensionen der sozialen Integration nach dem Konzept von Hartmut ESSER (2001; Kulturation, Platzierung, Interaktion, Identifikation) die Sensibilisierung für einen nachhaltigen Umgang mit den gemeinsamen Ressourcen über lokalspezifische livelihood strategies erhöht. Die Datenerhebung beinhaltete zum einen qualitative Leitfadengespräche mit ausgewählten Schlüsselpersonen in den Untersuchungsdörfern sowie in der Gemeinde- (San Julián) und Departamentalhauptstadt (Santa Cruz de la Sierra). Des Weiteren wurden standardisierte Quantitativinterviews mit 90 Haushalten in den ausgewählten Dörfern El Progreso und San Martín durchgeführt. // Die derzeitige Situation im Untersuchungsgebiet ist gekennzeichnet von einer schwachen systemischen Integration des Agrarkolonisationsgebietes in die Wirtschaft und Gesellschaft des Tieflandes. Es fehlt am Marktzugang für kleinbäuerliche Produktionsbetriebe, an der politischen und edukativen Partizipation der Bevölkerung sowie an den Bemühungen zur sozialen und insbesondere kulturellen Eingliederung der Zuwanderer. Eine solche Entwicklung erschwert nicht nur die soziale Integration und das interkulturelle Zusammenleben zwischen Migranten aus dem andinen Hochland (Collas Indigene, überwiegend Quechua, Aymará) und den Tieflandbewohnern (Cambas Mestizen), sondern bedroht auch das ökologische Gleichgewicht des Oriente. Die Untersuchungsbefunde weisen eine leichte Korrelation zwischen der sozialen Integration eines Individuums und dem individuellen Umgang mit den Kollektivgütern auf. Das Untersuchungsbeispiel zeigt, dass es ohne den politischen und zivilgesellschaftlichen Willen zur systemischen Integration ländlicher Regionen in Lateinamerika keine nachhaltige ökologische und vor allem sozioökonomische Regionalentwicklung geben kann.ger
dc.language.isoger
dc.publisherHumboldt-Universität zu Berlin
dc.rights.urihttp://rightsstatements.org/vocab/InC/1.0/
dc.subject.ddc300 Sozialwissenschaften
dc.titleIntegrationsprozesse im ländlichen Bolivien
dc.typearticle
dc.subtitleEine empirische Analyse der sozialen und systemischen Integration im Agrarkolonisationsgebiet San Julián (Oriente)
dc.identifier.urnurn:nbn:de:kobv:11-10077994
dc.identifier.doihttp://dx.doi.org/10.18452/1508
dc.identifier.alephidHU002303264
local.edoc.container-titleArbeitshefte des Lateinamerika-Zentrums
local.edoc.pages151
local.edoc.type-nameZeitschriftenartikel
local.edoc.container-typeperiodical
local.edoc.container-type-nameZeitschrift
local.edoc.container-volume91
local.edoc.container-year2005
dc.description.versionPeer Reviewed

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