Südasien hat eine der ältesten Stadtkulturen der Welt. Gegenwärtig ist eine rasante Verstädterung in den Ländern des südasiatischen Subkontinents zu beobachten, einschließlich der Entstehung von Megacities. Großstädte und besonders die Megacities des globalen Südens scheinen Problemzonen zu sein, die der eingehenden wissenschaftlichen Untersuchung und anschließender nationaler wie internationaler Kontrolle durch weltweit anerkannte Regulierungsmaßnahmen in Bezug auf Stadtplanung, Stadtentwicklung und Stadtpolitik bedürfen. Eine Innenbetrachtung aus der Sicht der Bewohner findet selten statt, was im Gegensatz zum anhaltenden Zuzug in die Städte steht, der offensichtlich für die Attraktivität urbaner Siedlungsräume spricht. Diesem westlich geprägten Diskurs, der seine Ursprünge in der europäischen Kolonialherrschaft hat, als unzivilisierte außereuropäische Völker ebenfalls beobachtet und kontrolliert werden mussten, um sie an die eigene für höher stehend erachtete Zivilisation heranzuführen, möchten die Beiträge des Fokus-Teils in dem vorliegenden Band entgegenwirken. Die Beiträge in der Rubrik „Fokus“ des aktuellen Bandes zeigen neben den Problemen einer Stadt in Südasien vor allem die Chancen, die sich mit ihr verbinden. Städte erfüllen vielfältige Funktionen in einer Gesellschaft, die über die rein verdichtete Ansiedlung von Menschen hinausgehen. Medien, Handel, Industrie und Gewerbe, Dienstleistung und Arbeit sowie Migration und Zirkulation von Menschen stehen hier im Mittelpunkt.

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