Künstlerische Forschung… Artistic Research…

Redaktion: Annette Matthias / Julia H. Schröder

Ausgabedatum: 26.04.2011

Künstlerische Forschung…

… ist modern. Kunst und Wissenschaften scheinen in ihr zusammenzufinden. Interdisziplinäre Ansätze werden endlich verwirklicht, so der Anspruch. Doch neu ist die Idee nicht. Spätestens Mitte der 1960er Jahre ist vieles, das die aktuelle künstlerische Forschung bestimmt, schon verwirklicht worden: die Idee des »work-in-progress«, damit verbunden die Betonung des Entstehungsprozesses statt des vollendeten Werks, überhaupt die Auflösung des traditionellen Werkbegriffs in der Kunst und ein experimenteller Ansatz. Beispielsweise George Brecht prägte den Begriff des »Forscher-Künstlers« schon 1958. Neu ist in den hier vorgestellten Positionen, dass die künstlerische Forschung inzwischen institutionell verankert ist: Über das Y-Institut sprechen Florian Dombois und Volker Straebel im Audio-Interview, das ZKM stellt Julia Gerlach vor, u.a. über eine Tagung zur Sonifikation berichtet Andi Schoon und Julian Klein ist Direktor des Instituts für künstlerische Forschung. Im anglo-amerikanischen Sprachraum sind Kunst und Forschung traditionell näher beieinander, die schönen Künste und die Wissenschaften haben eine engere Verbindung. Das zeigt sich in den Ansätzen der Komponisten Suk-Jun Kim (elektroakustische Musik), Andrew Noble (Instrumentalmusik), Marije Baalman (Computermusik und Audioprogrammierung) sowie Paula Kramer (Choreografie).

Die Meinung der Redaktion stimmt nicht notwendigerweise mit den Beiträgen überein.

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